Schlagwort-Archive: Haim

Review: Strange Names

Strange Names – „Data“

Vor drei Jahren haben die Strange Names aus Prince‘ Heimatstadt Minneapolis ein Debütalbum („Use Your Time Wisely“) hingelegt, das echt so richtig Popspaß machte.
Ich schrieb damals, die Band sei gar keine 80s-Revival-Band, sondern eine 80s-Revival-Revival-Band.
Kurzfassung: 2015 lief das 80s-Revival schließlich schon über ein Jahrzehnt, also mehr als doppelt so lange wie die 80s-New Wave Phase selbst, auf die all die neueren Bands sich berufen (die datiere ich auf ca 79-84). Außerdem wendete die Band eine dicht arrangierte, breit geschichtete Produktion an, wie man sie von den Neo-80s—Bands unserer Zeit kennt (ich nenne mal The Killers, La Roux oder Haim als Beispiele). Das aber ist eine Klangdichte, mit der die Originale (sagen wir z.B. Men Without Hats, New Order, OMD) gar nicht gearbeitet haben. (Okay, Tears For Fears, die schon). (Langfassung des Textes HIER.)

Seit gestern liegt die zweite Platte des Synthie-fixierten Trios vor. Klar wollte ich wieder drüber schreiben. Da gibt’s nur ein Problem: Kann ich auch was Neues darüber sagen? Etwas, das ich nicht bereits übers erste Album gesagt habe? Wenn eine Band schon von vornherein als Retro-Act startet, wenn sie sich bewusst in einen im Voraus gesteckten Referenzrahmen platziert – dann gibt es für sie nicht wirklich Raum, sich zu entwickeln, oder?

Es ist nun aber doch so, dass „Data“ einen Schritt nach vorne macht. Oder wenigstens zur Seite. Oder sagen wir: Die Strange Names  wagen ein gelenkiges Tänzchen innerhalb ihres Rahmens. Review: Strange Names weiterlesen

The Class of 2017

Auch dieses Jahr wieder, eh klar: Wir vergeben den ein-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres 2017! Hurra!Was hat es damit auf sich? Wer ist nominiert? Mehr dazu:

The Class of 2017 weiterlesen

Vinterview: HAIM

Morgen erscheint nach fast vier Jahren Wartezeit das zweite Album des kalifornischen Schwesterntrios HAIM. „Something To Tell You“ wird das gute Stück heißen. Which reminds me: Ich hatte auf meinem alten, inzwischen abgeschalteten Blog ein Interview mit Bassistin Este. Ein guter Anlass, die Festplatte zu durchsuchen und das Gespräch hier in der Kategorie „Vinterview“ online zu stellen. Nach dem Break also: Der Originaltext von Herbst 2013 anlässlich ihres Debüts „Days Go By“.

Vinterview: HAIM weiterlesen

Wilkommen Da, Haim!

Ach ja. Nicht zu vergessen. HAIM haben sich heute nach langer Pause zurück gemeldet. Das muss ich hier nicht posten, dieser Clip ist eh der Hype des Tages. Trotzdem eben mein Senf dazu. Schließlich sind die Ladies Ein-Kasten-Augustiner-Empfängerinnen!

Also. Neulich hat mein itunes Shuffle mal wieder eine HAIM-Nummer in die Playlist geschwurlt – und zu meinem Erstaunen hatte ich mich dran satt gehört. Ich dachte mir darauf: Sieh an, dieses ganze „Klar, Popmusik, aber halt schon perfekt und knallig auf den Punkt“-Ding hätte sich abgenutzt in den vier Jahren, in denen Este, Danielle und Alana sich rar gemacht hatten. Erstens, weil vier Jahre nun mal ne lange Zeit sind. Zweitens haben derweil viele andere  erkennbar ihren Sound kopiert. Naja, irgendwie, dachte ich, ist damit vielleicht auch die Luft raus.

Aber daran erkennt man dann eben Größe: Wenn jemand zurück kommt und den Kopisten zeigt, wo der Hammer hängt. Ich bin vom Klangbild, der Struktur, den Ideen und vor allem der unantastbaren Souveränität von „Right Now“ schwer beeindruckt. Es ist Pop, klar. Aber auf höherem Level kann ich mir Pop nicht vorstellen. Welcome back, ihr drei Chefinnen!

Review: Ten Fé

Ten Fé – Hit The Light

Große Hoffnungen setzt ihr Label PIAS in Ben Moorhouse und Leo Duncan, das Londoner Duo Ten Fé. Ich kann nachvollziehen, warum das so ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Platte Ende des Jahres so richtig stark „performt“ haben wird, wie man in der Labelsprache sagt. Denn eins ist „Hit The Light“ ohne jeden Zweifel: Breitenwirksam. Was sowohl die Stärke als auch die Schwäche dieses Albums ist.

Eine Menge Einflüsse kann man hier hören: So fließt der erste Song „Overflow“ in flotter, beständiger Krautrock-Motorik, „Elodie“ dagegen geht definitiv in Richtung Americana – Lord Huron und Robert Francis waren die ersten Bands, die mir beim Hören dieses Songs in den Sinn kamen. „Twist Your Arm“ wiederum bewegt sich mit Gospelchor und Piano in Richtung „Screamadelica“-Territorium und „Another Way“ erinnert an die frühen OMD ca „Joan Of Arc“. Klingt nach einem Album der Extreme? Ein Trugschluss, genau das stimmt nicht. Review: Ten Fé weiterlesen

Prize and Shine 2016 – It’s On!

augustiner-collected-header-2016Hey, haben wir was vergessen? Natürlich nicht! Wir haben zwar letztes Mal wieder die Trophäe nicht an den Gewinner gebracht, (jedenfalls bis dato) – aber trotzdem soll’s natürlich auch dieses Jahr auf diesem Blog wieder einen 1-Kasten-Augustiner-Preis geben!

Will heißen: Ich und eine Handvoll Freunde (Will wer mitmachen? Schreibt einen Kommentar or PM me on facebook) treffen uns in meiner Küche in München und diskutieren, welches Lied unserer Meinung nach der Song des Jahres war. Inklusive In-der-Küche-tanzen, Brezenmonster, peinlichen Gesangsversuchen und mehr. Hinterher wird das Procedere hier noch mal nacherzählt und der Sieger kriegt (so ist jedenfalls der Plan) einen Kasten Augustiner überreicht!

Und wer sind die 16 Nominierten des Jahres 2016? Das lest ihr gleich HIER: Prize and Shine 2016 – It’s On! weiterlesen

Vinterview: The Preatures

Vinterview Preatures… vor einer Woche freute ich mich über die Comeback-Single von The Preatures – siehe Single-Review unten. Und weil wir trotz einer Handvoll toller Releases in den letzten Tagen (Blossoms, WHITE, Alex Lahey…) immer noch mitten im Sommerloch stecken, bietet diese Rückkehr sich doch an dafür, dass ich mal wieder ein „Vinterview“ (vintage Interview) poste. Denn ich sprach für meinen alten Blog schon Anfang 2014 mal mit Preatures-Frontfrau Isabel Manfredini. Das war, nachdem „Is This How You Feel“ zu sowas wie einem Underground-Welthit geworden war, aber die Release ihres Debütalbums „Blue Planet Eyes“ war noch mehrere Monate weg.

Vinterview: The Preatures weiterlesen

Late Reviews: Money, Lucius

Wenn ich hier über neue Platten schreibe, tobe ich mich ja ganz gerne aus. Die Texte werden lang und länger – und ich sitze am Ende den ganzen Abend dran. Das hat dazu geführt, dass ich einige Alben, die ich besprechen wollte, zeitlich nicht geschafft habe. 

Deswegen will ich künftig was Neues probieren: Ich hole ein paar Alben als „Late Reviews“ nach. Dafür versuche ich, mich kurz zu halten. Versprochen.  

Nach dem Break findet ihr daher zwei Reviews der letzten Alben von Money sowie von Lucius.

Late Reviews: Money, Lucius weiterlesen

I Wanna Be Award (2015) – Pt 1

Augustiner Header

… und wir versuchen’s ein mal mehr.
Fünf Mal haben wir den „Ein-Kasten-Augustiner-Preis“ für den Song des Jahres gekürt (vier mal davon noch auf meinem alten Blog). Erst zwei mal haben wir den Preis – einen Kasten Augustiner – auch tatsächlich an die Gewinner übergeben.
Ich habe deswegen schon mit dem Gedanken gespielt, das Ganze dieses Jahr sausen zu lassen. Aber hey – es macht ja doch immer Spaß, sich in meiner Küche zu treffen und über Musik zu diskutieren, und dann ergab es sich noch, dass meine lieben Freunde Nat und Nico am gleichen Wochenende nach München kommen konnten. In dieser kleinen Runde wurde entschieden.

I Wanna Be Award (2015) – Pt 1 weiterlesen

Review: MS MR

MS MRcoverMS MR – „How Does It Feel“

Lizzy Plapinger wusste bisher sehr, sehr genau, was sie tat. Die Dame ist eine Tastemakerin. Sie erkennt und kreiert Trends, das sogar ist ihr Job. Plapinger ist schließlich Mitbegründerin des Style-Pop-Labels Neon Gold (u.a. Charlie XCX, Passion Pit, HAIM, St. Lucia). Aber als sie 2011 auf den Producer Max Hershenow traf, da zeigte sie, dass sie ihre Wunschvorstellung, wie sophisticated Pop klingen soll, nicht nur über andere Bands definieren kann – sondern dass sie diesen Pop auch selbst kreieren kann. Lizzy und Max wurden zu MS MR und planten sehr modern und schlau ihre Karriere. Zuerst veröffentlichten sie ihre Lieder über Tumblr, auch versahen sie alle Songs gleich mit Videos, sie hatten also eine sehr klare Vision nicht nur von ihrer Musik, sondern eines Gesamtbildes MS MR aus Sound, Style, Fashion und Farbe.

Perfekt kulminierte das eigentlich schon auf ihrer ersten EP „Candy Bar Creep Show“ – vier Songs, die großartigem Synthpop einer kühle, edeldüstere Note mitgaben. Es war, als hätte sich 80s-Goth-Queen Siouxsie Sioux als New Yorker High Society-Event-Veranstalterin wieder erfunden. Hochgradig chic, aber mit tiefschwarzer Unterströmung,

Review: MS MR weiterlesen