Interview: DMA’s

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Habe ich hier schon mal erwähnt, dass ich die DMA’s ganz gut finde? Vereinzelt vielleicht? Ich könnte schon mal das eine oder andere Wort darüber verloren haben, dass ihr Debütalbum „Hills End“ jetzt in den Läden steht.

Ich hatte Johnny Took wieder am Telefon. Den einzigen Nicht-Sänger der drei, trotzdem ihr Sprachrohr. Juhu! Los geht’s!

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Alme-chtiger!

Nicht immer nur Neues, Neues, Neues! Manchmal sitzt man in der Küche beim Arbeiten und der Shuffle-Mode pickt genau den perfekten Song, an den man schon lange nicht mehr gedacht hat. Joel Almes „The Queen’s Corner“ von 2008 ist ein Klassiker für die Ewigkeit – auch wenn die Welt und die Ewigkeit davon wenig zu wissen scheinen.

Have you ever met a girl like that?
Have you ever met a girl like that?

Wenigstens die Schweden, sie wissen Bescheid. Für sein jüngstes Album „Flycktligan“ (sein erstes auf Schwedisch und sein viertes insgesamt) war der Göteborger letzte Woche für zwei „Grammis“ nominiert, als „Texter des Jahres“ sowie in der Kategorie „Rockalbum des Jahres“. Letzteren Award gewannen zwar die Deportees für „The Big Sleep“, aber von denen darf man schon mal geschlagen werden. Übrigens, das Album des Jahres ging verdientermaßen an das herrliche „Sky City“ von Amason. Diese Platte war auch mein persönlicher SWE-Favorit 2015.

Review: School Of Seven Bells

SVIIBSchool Of Seven Bells – SVIIB

Betrachten wir mal eben nur die Musik, ganz von der Story dieses Albums getrennt. Da haben wir mit School Of Seven Bells eine Band, die seit drei Alben wunderbaren Shoegaze-Pop macht, hypnotisch und treibend, erhaben und schwebend. Von Album zu Album haben Benjamin Curtis (Ex-Secret Machines) und Alejandra Dehaza (sowie auf den ersten zwei Alben ihre Zwillingsschwester Claudia) dabei ein Scheit mehr ins Feuer gelegt. „Alpinisms“ (2008) war ein toller, vielversprechender erster Wurf. Mit diesem Debüt nahm das damalige Trio sofort Platz im Pantheon des Dreampop ein – die Platte bot den mächtigen, transzendenten Wucht-Gaze der Secret Machines mit elektronischen Sprenkseln, durch das Schwesternpaar an der Spitze aufgehellt mit einer femininen, katzengleichen Grazie. „Disconnect From Desire“ (2010) formte den Sound konkreter aus, was zwei Jahre Später mit „Ghostory“ (2012) noch weiter gelang, obwohl das gerne als „SVIIB“ abgekürzte Trio nun zum Duo geschrumpft war.

School Of Seven Bells kamen der Sache also immer näher, aber eins fehlte noch: Der richtige Knalleffekt, der Hit, der ihr Potential auch wirklich zu 100% ausschöpfte. Man konnte sich zu School Of Seven Bells immer super bewegen – aber der Song, der einen an den Haaren und mit Mörderbass auf den Dancefloor zog, der fehlte. Man konnte zu School of Seven Bells immer super träumen – aber der Song, der einen in gleißende Trance versetzte und wegbeamte, der blieb aus. Aber man ahnte immer: Die KÖNNEN das! Doch noch blieben sie immer ein bisschen zu vage, ein bisschen zu verschwommen, ein bisschen zu kraftlos, um die letzte Barriere zu durchbrechen. Review: School Of Seven Bells weiterlesen

Review: DMA’s

DMAs_STICKER POSITION copyDMA’s – Hill’s End

Ooooooookay. Hierauf haben wir gewartet. Lange. Nägelkauend. Mit Hoffnungen, irgendwann so himmelhoch, dass sie eigentlich nur enttäuscht werden konnten.

Aber enttäuschen Johnny, Tommy und Mason auf ihrem ersten Longplayer unsere Erwartungen? Wo denkt ihr hin! „Hill’s End“ ist Wahnsinn!

Aber erst mal eine kurze Zusammenfassung für alle, die hier neu sind: Wer sind die DMA’s und warum hopst Henning krakeelend durch sein Zimmer?

Aaaalso: Johnny Took (Gitarre), Tommy O’Dell (Gesang) und Matt Mason (Gitarre, Gesang) sind drei unscheinbare Freunde aus Sydney, die klassischen Britpop lieben. Oasis, The La’s, die Stone Roses, diese Liga. Die drei kennen sich aus diversen Bands, in denen sie vorher in Sydney gemeinsam gespielt haben. Johnny besaß ein Aufnahmegerät in seiner kleinen Wohnung in Newtown, und da trafen sich die drei dann jedes Wochenende zum Feiern – was in ihrem Falle mit „Songs schreiben und sie aufzunehmen“ gleichbedeutend war. Zwei, drei Jahre lang haben sie so verbracht und es sie würden es vielleicht immer noch tun, wenn nicht ein Kumpel eins ihrer Tapes an die Aussie-Plattenfirma I Oh You geschickt hätte.

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…and let the Flake break loose

Jetzt hör mir auf – das ist doch Joel Carey am Schlagzeug von Summer Flake! Auch bekannt als Frontmann der baggy-Sixties-Mover Peak Twins, als verschlafener Rapper Silly Joel und als Drummer der Psych-Gaze-Rocker Wolf & Cub.

Kann der Typ auch was machen, das nicht endcool ist? Joels x-te Band erinnert mich sowohl an Mid-90s-Subpop (also an Bands wie The Spinanes oder Jale) als auch irgendwie an die Melbourner Dolewave-Bands. Prima Sound! Die Band veröffentlicht schon seit 2013 Musik, wie ich erstaunt feststelle. Ob das alles so gut ist? Da mache ich mich jetzt mal schlau.

A Lush of blood to the head

Das ist nicht ganz brandneu jetzt, aber ich wollte doch eben was dazu sagen. Von all den Shoegazern, die sich zuletzt wiedervereinigten, von My Bloody Valentine über Ride zu Swervedriver, gab es doch eine Band, bei der ich kein Comeback erwartet habe:  Lush.

Ihre Trennung war damals sehr abrupt. Alle fielen aus den Wolken, als die News kam, dass Drummer Chris Acland Selbstmord begangen hatte – er galt immer als der lustige Vogel in dem Boy/Girl-Quartett, das nach langen Jahren als kultige Dreampop-Band mit seinem untypischen letzten Album „Lovelife“ endlich in den Charts angekommen war. Natürlich war das Ereignis ein Stock in den Speichen der Band, man hörte einfach nichts mehr von ihnen.

Jetzt aber sind Miki Berenyi, Emma Anderson und Phil King zurück, an den Drums sitzt Justin Welch (ehemals Elastica). Ihre Comebacksingle „Out Of Control“ klingt nicht nach den Britpop-Lush aus den Charts, sondern nach den Lush der ersten zwei Alben „Gala“ (1990) bzw. „Spooky „(1992) – fast zu sehr sogar. „Out Of Control“ hätte unverändert als Albumtrack oder B-Seite zur „Spooky“-Ära erscheinen können. Offen gestanden finde ich die Nummer aber ziemlich zäh. Ob ein junger Indie-Fan, der Lush auf diese Weise kennen lernt, sich wohl vorstellen kann, wie strahlend und außerirdisch die mal gewirkt haben? Was es für ein Ereignis war, wenn nachts um zwei ausnahmsweise mal „Nothing Natural“ auf MTV kam statt Janet Jackson oder Bryan Adams?

Nach dem Break ein paar frühere Clips von Lush:
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Interview: Marlon Williams

Marlon Williams Header

Wer letztes Jahr auf den Konzerten von Husky war, der erlebte im Vorprogramm ein echtes Ereignis. Marlon Williams, Singer/Songwriter aus Lyttelton, Neuseeland, entpuppte sich zweitens als charmanter Entertainer und erstens als Typ mit einer Wahnsinnsstimme. Er begeisterte das Publikum sofort, obwohl viele seiner Songs waschechter Country waren – und es ist ja nicht so, dass sich beim Wort „Country“ nicht vielen Leuten die Nackenhaare aufstellen. Damals schon konnte man sein Debütalbum („Marlon Williams“) am Merch-Stand kaufen. Für den Rest Deutschlands steht es nun auch endlich im Laden und ich sprach mit dem guten Mann am Telefon. Interview: Marlon Williams weiterlesen

Review: Ra Ra Riot

RaRaRiot_NeedYourLight_1500px_300dpi_RGBRa Ra Riot – „Need Your Light“

Oh Mann, ich werde alt. Ich weiss noch, als Ra Ra Riot eine brandneue Band waren. Als ihre ersten Singles wie „Dying is Fine“ oder „Each Year“ aus den USA bei uns ankamen, spritzig aber melancholisch, eigenwillig instrumentiert mit Geige und Cello zur Gitarre. Ich hopste durch die Gegend und krakeelte „Neue Lieblingsband, die werden GROSS!“2007 war das? Vor neun (!) Jahren?

Das Quintett aus Syracuse/New York ist in meinem Kopf immer noch als Newcomer abgespeichert, dabei sind sie jetzt beim vierten Album. Sie haben sogar  zwischendurch schon eine solche Enttäuschung abgeliefert, dass man hier fast von einem Comeback sprechen muss.

Aber zurück zur Chronologie: Das erste RRR-Album „The Rhumb Line“ (2008) hielt im Großen und Ganzen, was die Singles versprachen. Die Band spielte im Atomic und ich verliebte mich wie auf der Show wie alle Indieboy-Heinis in die hinreißende Cellistin Alexandra Lawn.

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Review: Blossoms

At Most a Kiss - EPBlossoms – „At Most A Kiss EP“

Noch immer kein Album. Aber die Blossoms veröffentlichen hiermit schon ihre dritte 4-Track-EP innerhalb der letzten drei Monate. Was ja letztlich 12 Tracks macht, praktisch ein Album.

Man könnte diese Release-Politik hinterfragen – aber sie scheint mir noch durchaus Sinn zu machen. Es ist schließlich ganz schon Schwung reingekommen bei den Blossoms zuletzt. Sie waren die einzige Gitarrenband der BBC-Tipps fürs Jahr 2016, eine große UK-Tour läuft, man erwartet den großen Durchbruch im Laufe des Jahres. Jetzt mit dem Album rauszurücken, wäre etwas zu früh. Lieber noch etwas warten, den Hype befeuern, das Album im Mai oder im September platzieren.

Nun zu den Songs. „At Most A Kiss“ kennen wir ja schon. Einer der ersten großen Indie-Pophits 2016. Mit seinem stampfenden Glam-Beat, seiner Keyboard-Hookline und seinem sehnsüchtigen Text über unerfüllte Liebesversprechen macht er überall ein Häkchen, wo ein Indie-Dancefloor-Knaller ein Häkchen machen kann.

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Jensens & Jensensibility

Aufgefallen sind The Jensens aus Brisbane schon mit ihrer Single „Fears“ aus dem November 2014 – die klang zwar extrem nach den Strokes, aber der Song war so catchy und crispy, dass man sich nicht dran störte. „Die fangen eben erst an“, dachte man, „und da darf man schon nach seinen Vorbildern klingen.“

Auf ihrer aktuellen Single zeigen die Australier dann auch, dass sie sich vom Strokes-Klonen weg bewegen. Hier integrieren sie, was Style und Sound angeht, einen 50’s-Rock’n’Roll-Einfluss. Auch wenn der Song „Elvis Is Dead“ heisst, setzt er das Erbe des KING doch in einen neuen Zusammenhang. Nice.