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Super Fuzzy Animals

Erst dachte ich, dies sei wieder eins dieser „Wir-spielen-in-der-Corona-Krise-einen-Live-Song-für-euch-ein“-Videos. Aber bei diesem Clip zur neuen Single von Fuzzy Sun (die wie die UK-Nr.1-Indiepopper Blossoms aus Stockport stammen, eng mit ihnen befreundet sind und auch hörbar ähnliche Einflüsse teilen), hören wir die Studioaufnahme ihrer neuen Single „A Modern Kind Of Blue“.  Klar, zur Zeit kann man anders nun mal kein Video drehen. Der Song gefällt mir, ein echter Ohrwurm.

 

Brighten The Coronas #2

So, hier mal wieder eine kleine Kollektion von Clips aus der Isolation.

Blossoms, die Melodiewunder aus Stockport, haben den Track „My Swimming Brain“ von ihrem im Januar erschienenen Album „Foolish Loving Spaces“ eingespielt. Ich weiss, einigen Indie-Leuten sind Blossoms „zu poppig“. Ich finde, so eingängige Lieder zu schreiben, das muss man erst mal können.

Blossoms haben sich ganz schön Mühe gegeben, jede Spur gedoppelt, mindestens. Die Mexikaner Rey Pila gehen im Gegensatz dazu ziemlich lo-Fi an die Sache. Sie haben „Fire Away“, eine Single ihres 2015er-Albums „The Future Sugar“, in „Social Distance Version“ online gestellt.

Und hey, mal abseits der Musik: Ich LIEBE US-Comedian Henry Phillips und seine tragikomische Youtube-Serie „Henry’s Kitchen“. Auch Henry hat einen neuen Clip aus der Isolation gepostet.

Wir machen ein Fuzz auf!

Ergeben zwei Bands schon eine Szene? Das Städtchen Stockport bei Manchester ist zur Zeit das Zentrum des Indie-Britpop mit Betonung auf POP! Die Blossoms kennen wir ja, sie haben inzwischen drei Alben auf dem Buckel, zuckersüß melodisch und auf der Insel super-erfolgreich – auch das im Januar erschienene „Foolish Loving Spaces“ war dort wieder eine #1.

In ihrem Windschatten sind Fuzzy Sun unterwegs, natürlich eng befreundet mit den Blossoms und klanglich nicht weit entfernt – man hört’s mal wieder auf der neuen Single „Warm Nights“

Kleine Kollektion 2020/2

Klar, diese Videos (zumindest 1 und 2) werden gerade auf allen wichtigen und großen Musik-Plattformen geteilt. Ihr braucht nicht meinen Popelblog, um darauf aufmerksam gemacht zu werden. Trotzdem. Tut ja auch niemand weh, wenn ich sie hier platziere, oder?

Also erstens: Tame Impalas aktuelle Single „Lost In Yesterday“ ist  prima. Die Bassline ist supergroovy und auch wenn ich Samstag damit die Tanzfläche im Folks eher leer fegte, wird das Ganze sich schon noch zum neuen „The Less I Know The Better“ entwickeln, da bin ich mir sicher. Jetzt gibt’s ein Video dazu.

Zweitens: Dass was Neues von Gorillaz ansteht, das hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Slowthai und die Slaves sind die Gäste auf „Momentary Bliss“. Ein Track, der tatsächlich hittig ist, so in a Jamie-T-kinda way.

Ach, wo wir schon dabei sind, posten wir drittens doch auch die neue Single der australischen Surf-Groove-Favoriten Lime Cordiale. „Addicted To Sunshine“. Nicht weltbewegend, aber nice.

Und viertens: Die Blossoms haben ja ihr neues Album draußen seit heute, Freitag. In dem Zusammenhang waren sie bei der BBC im Studio.

Blütenreine Popmusik

Kann es sein, dass der erste Hype um die Blossoms irgendwie eingeknickt ist? Das zweite Album ging in UK zwar immerhin noch auf Platz 5 – und daheim in Stockport ist man so stolz auf die Local Heroes, dass sie gleich zwei Konzerte im örtlichen Fußballstadion ausverkaufen konnten.  Aber es fühlt sich an, als passiere wenig bis nichts übers in den UK-Medien, was das dritte Album „Foolish Loving Places“ angeht. Naja, ich bin jedenfalls noch auf nichts gestoßen und normal finden sich in bestimmten Medien immer die Vorberichte, wenn ein sicher chartendes Album ansteht. Das Album erscheint immerhin Freitag.

Ich persönlich muss nämlich sagen, dass diese Platte (ich konnte sie ja schon hören, so von meinem Job her) für mich sogar besser ist als ihr Debüt. Okay, sie ist SEHR poppig, die Neue. Aber das ist was Gutes. Quasi jeder Song ist ein Ohrwurm sondergleichen, schon fast ABBA-mäßig. So auch die Vorabsingle „If You Think This Is al Life“, die frisch Premiere gefeiert hat. Freut euch auf Freitag, wenn ihr Pop mit Gitarren mögt.

Pass Blossoms auf!

Im Januar kommt das dritte Album der Blossoms. Auf der Insel sind Tom Ogden und seine Jungs bekanntlich echt eine Hitband, mit Nr.1-Debütalbum – und auch wenn das zweite diesen Level nicht ganz halten konnte,  zu Hause in Stockport bei Manchester konnten die fünf diesen Sommer das heimische Fußball-Stadion für ein Open Air binnen einer Stunde ausverkaufen.  Das ist schon ein Pfund.

Mein Job ermöglicht mir, Alben vor ihrer VÖ zu hören. Seit Kurzem kann ich daher auch der kommenden Blossoms („Foolish Loving Spaces“) lauschen. Ich behaupte daher: Die wird knallen. Diese Platte ist eine absolut gnadenlose Hitparade. Jeder einzelne Song könnte als Single  ausgekoppelt werden. Das Ganze ist super-mainstream-poppig geraten, mehr noch als je zuvor bei den Blossoms, fast schon 70s-ABBA/Bee Gees- (und mindestens Keane-) mäßig. Eine solche Gratwanderung zum Cheese muss man sich erst mal trauen – aber die Blossoms können es wagen, weil ihre Melodien das echt tragen.

Siehe die Vorab-Single „The Keeper“. Ein Pop-Knallbonbon sondergleichen! Dieser groovy Piano-Hook, dieser Refrain mit Ohrwurm-Garantie, dieser knackiger Text, der zum Kanon der klassischen Liebeslieder eine originelle Formulierung addiert! Das ist simpel und clever und in Sachen Songwriting eine echte Punktlandung. Sogar der Gospelchor hat seine Berechtigung und ist nicht nur bombastisch oben drauf gekleistert. Großes Gitarrenpop-Kino also – und das Beste: Auf dem Album sind 5,6 solche Kaliber.

Fuzz-cinating!

Fuzzy Sun sind bisher als enge Freunde der Blossoms bekannt geworden. Letztere UK-Indiepopstars haben ihre Kumpels, mit der sie den Heimatort Stockport teilen, schon wiederholt als Support auf UK-Tour mitgenommen. Auch haben sie ein Label gegründet und dort Fuzzy Suns erste EPs veröffentlicht – und auch klanglich waren Fuzzy Sun erkennbar nah an Blossoms dran.

Jetzt sieht es so aus, als ob die Junior-Partner in der Beziehung sich langsam freischwimmen. Die neue Single „I Ain’t Right“ erscheint unter Fuzzy Suns eigener Flagge und sie klingt auch nur noch zu, sagen wir, 50% nach Blossoms. Die anderen 50% gehen in Richtung Parcels. Denn dies ist slicker, tanzbarer und ziemlich lässiger Disco-Groovepop.

Auch Sänger Kyle Ross zeigt hier Selbstvertrauen. Mal eben so herrlich beknackt durch die Fußgängerzone zu tanzen, das verlangt schon einen gewissen Schneid und die Fähigkeit zur Selbstironie.

Wer muss wie ich an Bob Fossil denken? „And that is why I don’t like Cricket!“

Blossoms neue Blüten

Oha, die Blossoms sind aber aktiv. Ihr letztes Album ist doch erst ein Jahr alt? Dennoch legen sie schon ihre zweite Single des Jahres 2019 vor. Werden sie sich trotzdem an den in der Industrie üblichen zwei-Jahres-Turnus zwischen Alben halten? Oder darf man jetzt darauf spekulieren, dass ein neuer Longplayer vielleicht noch vor Ende des Jahre kommt? Na, wir werden sehen.

Zur ersten 2019-Single „I Have Seen The Future“ gab’s kein Video, zur Neuen („Your Girlfriend“) aber gibt es eins – und das ist gut so. Denn die fünf UK-Chartstürmer hatten erkennbar Spaß dabei, sich zu verkleiden und das kommt beim Anschauen zurück.

Reach The Peach

Und wieder James Skelly. Sein Name fällt hier öfter. Erstens, weil er weiterhin bei den immer noch richtig guten The Coral singt. Zweitens, weil er das coole Liverpooler Label Skeleton Key gegründet hat, dessen Bands hier regelmäßig auftauchen. Drittens ist James, nicht zu vergessen, auch Mentor und Producer der UK-Hitband Blossoms.

Alles Dinge, die für The Peach Fuzz relevant sind.  Denn James hat a) die junge Band auf Skeleton Key unter Vertrag genommen und b)  ihre zweite Single „Outside Looking In“ ist erkennbar beeinflusst von den Blossoms. Ob das Absicht war oder ob’s eben die Art von James Skelly ist, bestimmte Synthies vorzuschlagen? So oder so, der Song ist eine wurlige-wuppige 80s-Popnummer. Sehr eingängig. Mir gefällt’s.

Wo wir schon dabei sind: So klang die erste Single von The Peach Fuzz:

Fuzzcut Season

Übrigens, Stichwort „Longlist“. Ich habe euch zehn Tipps für 2019 versprochen, als Antwort auf die BBC-Liste. Ich sitze auch schon dran an dem Artikel.
Knapp die Top Ten verpasst haben Fuzzy Sun aus Stockport. Stockport? Genau, Heimatort der Blossoms. Die zwei Bands sind auch eng befreundet, so sehr, dass Blossoms ihre Kumpels quasi unter ihre Fittiche genommen haben: Sie hatten Fuzzy Sun erstens gerade als Support auf ihrer ausverkauften UK-Tour dabei. Zweitens haben die Blossoms ein Label namens Very Clever Records gegründet und Fuzzy Sun dort unter Vertrag genommen.
Kein Wunder also, dass es auch Parallelen in Sachen Sound und Style gibt: Fuzzy Sun arbeiten ähnlich mit Keyboard-Melodien zwischen 80s-Sounds und 60s-Songwriting – die Jungs haben zum Teil sogar typische Blossoms-Frisuren. Das alles sehen wir im neuen Clip „Heavy“.

Nachtrag: Wer aufpasst, sieht Blossoms-Sänger Tom Ogden bei 2:53 den Soundcheck seiner Freunde beobachtend. Übrigens: Nächstes Jahr spielen Blossoms eine große Homecoming-Show im Stadion des Stockport FC. Die Tickets waren nach einer Stunde ausverkauft. Das sind mal Local Heroes, was? Bei uns machen sie das Strom okay voll, in Stockport ein ganzes Stadion.