Whales Of A Time

Die Sache mit These New South Whales ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen. Es fing an damit, dass vier Jungs aus Sydney eine Band gründeten, „die garantiert keinen Erfolg haben würde, aber bei der wir uns dafür ein bisschen zum Affen machen konnten.“ (Einer von ihnen: Luke O’Loughlin, heute Sänger von I Know Leopard)

Irgendwie wurde daraus eine Webserie auf Australiens Ableger von Comedy Central.  These New South Whales spielten sich selbst als überhebliche, aber peinliche Punkband, die sich durch die kleine australische Undergroundszene quält und nicht merkt, wie mies und unbeliebt sie ist. (Um alles witzig zu finden, muss man aber wohl die spezifischen Szene-Referenzen verstehen.)

Nun passierte aber auch folgendes: Die Songs der New South Whales fingen an, richtig gut zu werden. Ein Album erschien und fand echte Fans. Im November kommt nun sogar ein zweites. Diese Single schicken die Jungs voraus:

Middle Kids Kids

Kürzlich haben die Middle Kids (regelmäßige Blog-Leser wissen, dass diese Band zu meinen absoluten Favoriten gehört) eine frohe Botschaft bekannt gegeben:  Ihre nächste, äh, Release, das wird ein Baby. Sängerin Hannah Joy und Bassist Tim Fitz sind bekanntlich ein Paar.

In diesen Tagen haben die Middle Kids eine Show für die australische TV-Show „The Set“ eingespielt. Tja, und man erkennt deutlich Hannahs Bäuchlein.

Wir gratulieren natürlich, aber können uns gegen einen Hintergedanken nicht wehren. Der lautet: Na hoffentlich lässt der/die Kleine ihnen genug Zeit, das zweite Album zu schreiben.

DIIV For Your Memory

Nicht jeder hat damit gerechnet, dass DIIV noch mal ein Album machen. Sänger Zachary Cole Smith war für seine Heroinprobleme schließlich fast bekannter als für seine Musik. Vieles fiel dem zum Opfer. Europatourneen beispielsweise.

Am 4.10. kommt es aber doch, das dritte Album. „Deceiver“ erscheint dreieinhalb Jahre nach „Is The Is Are“ und nimmt den Faden des Vorgängers wieder auf. Naja, die Wolle ist ein bisschen dunkler und rauer geworden. Zac ist nach längerer Reha clean, hoffentlich kann er das bleiben. Gutes Zeichen: Es gibt ein Video zum Song „Blankenship“. Zu Zeiten von „Is the Is Are“ wurde gar keins gedreht.

Harrowsmith’s Greatest Hits

Die ersten zwei Mini-Alben der australischen Band Green Buzzard waren ja durchaus vielversprechend. Aber das, was sich da jetzt anbahnt, das scheint sogar mehr zu halten, als was das frühe Material versprach.

Zwar ist Sänger Patrick Harrowsmith inzwischen als einziges Bandmitglied übrig geblieben. Fürs kommende Album aber hat er prominente Unterstützung: Dave Sitek (TV On The Radio) übernahm die Produktion – und der hat bekanntlich in dieser Rolle schon mit Foals, Yeah Yeah Yeahs, Weezer und anderen gearbeitet.

Dave holt jetzt wirklich viel aus den Songs raus. Schon die letzte Single „I Don’t Wanna Be Alone“ klang wie ein Hit, für die Neue „To Be Like You“ gilt das Gleiche.

Real Good Shit

Vier Jahre lagen Boy & Bear auf Eis – und der Grund war dramatisch und weird.

Es war so: Sänger Dave Hosking hatte seit ein paar Jahren schon gesundheitliche Probleme, die sich immer weiter verschlimmerten.  Und kein Arzt wusste, was los war.

Es ging 2011 los, als ihr erstes Album gleich Platz 1 in den australischen Charts erreichte. Dave war nach der ersten Welttour oft unkonzentriert und hatte Kopfschmerzen, er wurde extrem vergesslich. Und es wurde schlimmer. Erst vergass er Textzeilen. Dann verfuhr er sich auf dem Weg zum Proberaum der Band.  Irgendwann vergaß er mitten im Gespräch, was sein Gegenüber gerade gefragt hatte. Trotzdem schafften es Boy & Bear, zwei weitere AUS-Nr1-Alben aufzunehmen. (Beim letzten hatte ich ein Interview – wobei die Band natürlich niemandem was von ihren internen Problemen erzählte.)

Schließlich fand dann doch jemand des Rätsels Lösung: Das lag in Daves Verdauung. Seine Darmflora war in einem katastrophalen Ungleichgewicht. „Dysbiose“ ist der Fachausdruck. Vermutlich trug ein Virus die Schuld, den er sich auf Tour eingefangen hatte.

Tja, ich bin ja kein Arzt, ich hatte keine Ahnung, dass Darmprobleme dem Hirn und der Psyche schaden können. Ist aber so. Daves Nervensystem wurde letztlich von seiner fehlerhaften Verdauung extrem beeinträchtigt. Es war eine langwierige und komplexe (und nicht immer appetitliche) Prozedur, ihn wieder hinzukriegen. (Wer genaueres wissen will: Hier ein Video-Bericht vom australischen Fernsehen)

Jedenfalls: Es geht Dave jetzt so gut wie seit dem Debüt nicht mehr. Boy & Bear konnten ihr viertes Album „Suck On Light“ in Nashville aufnehmen und im neuen Jahr steht eine Europatournee an. Zum Titelsong gibt’s ein Video. Alles wird gut.

The Soundtrack Of Our Wives

Es gab ja eine Menge mieser Pixies-Kopisten über die Jahre.

New Yorks WIVES gehören NICHT dazu. Denn dieser Band hört man an, dass das Abkupfern nullnicht ihr Ziel ist. Dafür sind sie nörgelig und aufgekratzt, sperrig, arty und sie wollen nicht gefallen – und das führt dann dazu, dass sie unabsichtlich das schaffen, was all den Pixies-Kopisten nicht gelingt: Nämlich, dass sie mir tatsächlich fast die Gänsehaut geben, die ich bei den frühen Pixies kriegte. Ein größeres Lob kann’s eigentlich kaum geben.

Am 04.10. erscheint das WIVES-Album „So Removed“

Re-Loaded

Ooookay. HMLTD melden sich zurück.

Zur Erinnerung: Die Londoner sind eine Band, über die diskutiert wurde. Aber wohl nicht genug für die SONY. Die hatte teure Producer für ihre Singles bezahlt und sie im Vorprogramm von NIN auf Tour durch die USA geschickt, aber fand wohl, dass trotz der einen oder anderen Kontroverse nicht genug Feedback kam. Also wurde der Hahn wieder zugedreht und die Band sang- und klanglos „gedroppt“, lange bevor ein Debütalbum in Sicht war.

HTMLD haben jetzt beim Indie Lucky Number unterschrieben (u.a. Dream Wife) und präsentieren hier ihre erste Single der neuen Zusammenarbeit: „Loaded“. Ich mag’s – und ich denke, hier wird ordentlich gegen die Sony gestichelt.

Swerving To Motown

Neues – naja, nicht wirklich Brandneues – von Swervedriver: Die britischen Sandblast-Shogaze-Rocker haben zum Record Store Day Ende April eine exklusive 7″ veröffentlicht. Darauf zu finden: zwei Coverversionen.  Zu einem dieser Songs haben sie nun ein Video nachgeliefert. „Reflections“ stammt im Original von Diana Ross & The Supremes, entsprechend sind im Video auch vintage Motown-Szenen zu sehen.

Show Me The Wave

Ich habe mir folgende Erklärung für den Bandnamen des Glasgower Duos The Ninth Wave ausgedacht: Letztlich macht die Band ja New Wave. Haydn Park-Patterson und Millie Kidd werden uns sicher erzählen, sie seien in erster Linie beeinflusst von Gary Numan, John Foxx und Konsorten. Aber seit den frühen 80ern ist New Wave in so vielen Wellen immer mal wieder neu ans Ufer geschwappt bzw hat sich in Phasen dazwischen wieder zurück gezogen – vielleicht haben diese Schotten mitgezählt und sind bei The Ninth Wave angekommen?

Die Killers zum Beispiel wären dann vielleicht bei The SIxth Wave dabei gewesen? Die neue Ninth Wave-Single hat, vielleicht unabsichtlich, definitive „Mr. Brightside“-Vibes, Hier allerdings eher: „Mr. Darkside“.