Keep The Calm Running

Vier Singles sind’s jetzt schon, die City Calm Down aus Melbourne  ihrem kommenden zweiten Album „Echoes In Blue“ voraus geschickt haben. Diese Platte kommt am 06.04.  Auch zu Single 4 gibt’s jetzt ein Video: „Joan, I’m Disappearing“.

Tja, was gibt’s sonst zu erzählen? Dass City Calm Down Ende Mai endlich ihre ersten Deutschlandshows spielen – aber, eh klar, leider kein Termin in München dabei ist. Hamburg (26.5.) und Berlin (28.5.) kriegen Shows ab.

HIER noch mein Text zu ihrem ersten Album. Das war ne gute Platte.

Domino Dinos

Neues von Last Dinosaurs aus Brisbane.
2012 traute man dem Quartett nach ihrem Debütalbum „In A Million Years“ zu, als Australiens Variante von TDCC/Phoenix auch international durchzustarten. Speziell die Single „Zoom“ machte Wellen.

Den Buzz konnten sie mit ihrem 2015er-Album „Wellness“ nicht aufrecht erhalten. Ob sie ihn mit „Dominos“ wieder anfachen können?

In Lusts We Trusts

Erst vor wenigen Tagen pickte mein itunes-Shuffle mal wieder einen Song der Lusts. Für mich Anlass, ihr Album mal wieder durch zu hören und mir zu denken: „Mann, das war eine echt gute Platte – sind die nicht auch mal dringend wieder dran mit neuem Material?“

Zur Erinnerung: Das Debüt der zwei Brüder aus Leicester kam 2015, hieß „Illuminations“ und war eine prima 80s-style Indierock-Platte. Bei mir weckte sie Assoziationen zu JAMC, The House Of Love, Echo & The Bunnymen oder The Church. Ich hatte Sänger Andy Stone damals auch im Interview.

Tja. Lusts haben heute tatsächlich einen neuen Song geteilt. „Heavy Thoughts“ bleibt ihrem Sound treu, addiert aber auch eine neue Synthie-Komponente. Nice.

Review: Superchunk

Superchunk – „What A Time To Be Alive“

Ich freue mich schon aufs Charlatans-Konzert am Freitag. Vor vier Tagen kam eine neue Ride-EP. Aber nicht übersehen: Ein neues Superchunk-Album erschien am gleichen Tag auch. Jetzt mal echt: Bin ich im Indierock-Groundhog Year 1991 gefangen?

Also, mich soll’s nicht stören. Ich mochte 1991. Superchunk waren eine Band, die damals voll in meinen Herbst rein knallte. Meine erste Begegnung mit Mac, Laura & Co hieß „Skip Steps 1 & 3“. Es war die erste Nummer von ihrem Album „No Pocky For Kitty“. Ein hämmerndes Zickzack-Riff, ein Song in Punk-Tempo, aber der Sänger schrie nicht, sondern er nörgelte. Seine dünne Stimme konnte seiner eigenen Melodie nicht ganz folgen. Das haben Superchunk über all die Jahre beibehalten: Ohrwürmer mit tollen Melodien zu bringen, die Mac dann gar nicht sang, sondern durch die er im One-Note-Nasal-Modus durchpreschte, während man sich die eigentlichen Melodien dazu vorstellte.

„What A Time To Be Alive“ könnte – und das macht mich happy – vom Klang und Feeling her auch eine Woche nach „No Pocky For Kitty“ veröffentlicht worden sein. Superchunk sind immer noch innerlich so aufgekratzt und haben immer noch die gleichen Hummeln im Hintern wie in der Ära George Bush, des Älteren. Wow. Review: Superchunk weiterlesen

Review: Lowtide

Lowtide – „Southern Mind“

Ich beginne eben – mal wieder – mit einem kurzen Abriss der bisherigen Shoegazing-Historie. Die späten 80s, frühen 90s, brachten bekanntlich eine ganze Welle der UK-Bands, die mit Feedback und Noise hypnotische Effekte erzeugten. Los ging’s mit The Jesus and Mary Chain, das entwickelte sich über MBV zu Ride, Chapterhouse, Swervedriver, The Boo Radleys, Pale Saints, Lush, Moose etc. Picken wir uns als Musterbeispiel Slowdive. Wenn andere Bands aus Feedback „Klanggewitter“ schufen, dann untermalten die fünf aus Oxford den Morgennebel, durch den die ersten Sonnenstrahlen brechen. Wolkige Schwaden aus Gitarren und süßer Schimmer. Morningrise.

Parallel aber entwickelte sich auf der anderen Seite des Atlantik der Grunge. Als Nirvanas „Nevermind“ mit seinem schroffen Expressionismus explodierte, sahen die schüchternen englischen abstrakten Klangmaler daneben plötzlich wischi-waschi und zahnlos aus. Als nicht lange danach auch noch der Britpop kam, wurden die Überlebenden vollends verdrängt. Slowdive versuchten damals die Flucht nach vorne in den Ambient-Minimalismus – es half nichts. Ihr drittes Album „Pygmalion“ wurde nicht mal mehr wahrgenommen. Mann, waren Slowdive 1995 out! Wenn ihnen damals jemand erzählt hätte, dass sie eines Tages als gefeierte Pioniere zurück kommen würden, dass ihr Reunion-Album als eine der besten Platten des Jahres 2017 bejubelt werden würde – sie hätten nur laut gelacht. Ja klar. Review: Lowtide weiterlesen

Interview: Marlon Williams

Gestern (16.02.) erschienen: Das zweite Album von Marlon Williams. Wer hier regelmäßig auf dem Blog vorbei schaut, kennt den Namen – schon Marlons erstes Album hat mich sehr begeistert. Der Neuseeländer hat erstens eine dieser Stimmen, bei der es einem kalt den Rücken runterläuft. Zweitens setzt er diese Stimme sehr geschmackssicher ein – bevorzugt als Interpret und Sänger von Country, Folk und Americana. Auf seinem neuen Album „Make Way For Love“ kommen sogar ozeanische Klänge mit ins Spiel. Davon – und darüber, dass „Make Way For Love“ ein Trennungsalbum ist – soll uns der gute Mann aber selbst erzählen. Ein Telefongespräch von München nach Lyttelton, NZL. Interview: Marlon Williams weiterlesen

Review: Ride

Ride – „Tomorrow’s Shore“ EP

Ride.
Play.
Fall.
Today Forever.
Twisterella.

Das, was Ride in ihren Anfangsjahren prägte, waren nicht nur ihre zwei Longplayer „Nowhere“ und „Going Blank Again“. Wer richtig Fan war, der sammelte auch ihre EPs. In ihren ersten Jahren kam das Quartett aus Oxford alle paar Monate mit vier Songs um die Ecke, deren Qualität sich hinter den Albumtracks nicht verstecken musste. Im Gegenteil – einige ihrer besten Songs überhaupt platzierten Ride hier. Für uns Anhänger war das wichtig. Ich weiss z.B. noch, als ich Tobi aus Würzburg kennenlernte, da fanden wir den Draht zueinander, indem wir uns Sachen sagten wie „Und DRIVE BLIND!!!“ „Und HOWARD HUGHES!!“. „SENNEN!“. „Ohh, ja, Sennen! Aber UNFAMILIAR ja auch!“ „Total! FURTHEST SENSE!!!“ „Wahnsinn!“

Also, was ich sagen will: Für jemanden, der die Ride-Reunion bejubelte, hat dies einen nostalgischen Wert: Mark, Andy, Loz und Steve nehmen auch die Tradition der 4-Track-EP wieder auf. Review: Ride weiterlesen

State Of The Rat

Das wirklich gelungene Rat Boy -Album „SCUM“ ist gerade mal ein halbes Jahr alt, aber Jordan Cardy ist keiner, der sich auf die faule Haut legt. Seit zwei Wochen bereits gibt’s eine Nachfolge-EP vom Rattenbuben und seiner Band: Sieben neue Songs, zusammengefasst unter dem Titel „CIVIL Disorder“. Zu einem dieser Tracks, „Knock Knock Pt II“ nämlich, hat jetzt Rat Boy nun das Video geteilt.

Review: MGMT

MGMT – „Little Dark Age“

Kontext. Andrew van Wyngarden und Ben Goldwasser haben sich am Wesleyan College in Middletown, Connecticut, kennen gelernt. Das hat Relevanz.

Denn Wesleyan ist eine extrem liberale, fortschrittliche Hochschule, die auf die Förderung der Künste setzt wie wohl keine zweite in den USA. Ihr Ruf ist makellos und das zu Recht: Obwohl es nur eine kleine Uni ist (aktuell lernen hier etwa 3.200 Studenten – zum Vergleich, Harvard hat ca 21.000, die LMU München ca 51.000), tummeln sich ihre Absolventen sich in frappierender Menge in den höchsten US-Zirkeln in Sachen Kunst, Medien, Wissenschaft und Politik. Es gibt eine Liste auf Wikipedia, da klappt einem der Kiefer runter.

Diese Uni ist aber nicht nur krass fortschrittlich. Sie ist auch: privat. Sie kostet. Zur Zeit etwa – ich hab‘ nachgeschaut – 67.000$ plus etwa 2.600$ für Bücher und Nebenkosten pro Studienjahr. In etwa das Vierfache der durchschnittlichen US-Uni, fast doppelt so viel wie Harvard oder Yale. Wer seinen Balg also durch ein normal vier Jahre dauerndes Bachelor-Studium durchschleusen will, darf dafür also mal eben mit schlappen 300.000$ rechnen.

Naja, die Eltern haben’s ja meistens. Worauf ich hinaus wollte: Wesleyan ist nicht nur ne Elite-Uni – es ist voll die Etepetete-Uni. Wer hier hin geht, der ist nicht mit Silberlöffel im Mund geboren, sondern mit diamantbesetzter Kaviar-Pinzette. Und wer die Uni abbricht, wird von Daddy bestimmt immer noch bei einem Kumpel in bester Position unter gebracht.

Worauf willst du hinaus, Henning? Review: MGMT weiterlesen

Ist das cool oder kann das Vaccines?

„I Can’t Quit“, die erste Single von „Combat Sports“, dem kommenden vierten Album von The Vaccines, fand ich noch nicht so hundertpro überzeugend. Dafür finde ich die zweite Vorab-Nummer in der Tat super: „Nightclub“ hat genau die beinah schon primitive in-your-face-Einfachheit, die damals zum Debütalbum die ersten Vaccines-Hits („Wrecking Ball“, „If You Wanna“) so unwiderstehlich machte. Lieder runter zu fetzen, die einen so direkt anspringen wie Kinder-Abzählreime, muss man nämlich auch erst mal können.