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The Bombay will bring us together

Als Band eine unbestimmte Auszeit zu nehmen und sein Comeback-Album dann ausgerechnet „Everything Else Has Gone Wrong“ zu nennen, das zeigt mal mindestens Selbstironie. Die Briten vom Bombay Bicycle Club erlauben sich diese Pointe.

Ich muss ja gestehen, dass ich „BBC“ nie so ganz verstanden habe. Ich meine, ich finde die echt okay, interessant sogar. Die Sache ist halt, diese Band hat weder den besonderen Kick, noch irgendwas, das sie von den Melodien oder vom Harmonien oder was weiss ich herausragen lässt.

Sagen wir’s so: Sie sind weder das Heizen über die Autobahn noch die malerische Fahrt auf der „scenic route“ mit der Aussicht. Sie sind irgendwie immer im mittleren Tempo auf der Bundesstraße unterwegs als Band, sind vernünftig, sie rasen nie, schmachten nie, weinen nie. Das Interessante daran ist halt, dass sie trotzdem (oder vielleicht auch grade deswegen) für so viele Leute eine echte Lieblingsband sind. Dass sie also ganz offenbar aus den Mitten so viel heraus holen, dass es einige Leute dann doch irgendwo tief drinnen erreicht. (Death Cab sind da quasi ihr US-Äquivalent.)

Der Titelsong zum kommenden Album unterstreicht, was ich gerade gesagt habe. Der Song ploddert im Midtempo dahin und von einer Melodie kann man nicht sprechen. Aber trotzdem hat das Ganze was, es hat was, auf das ich aber mit dem Finger nicht zeigen kann.

Café, de-caf

Was sagen wir eigentlich zu The Night Café? Die vier Jungs aus Liverpool werden ja schon seit ein paar Singles als Ding mit ganz großer Zukunft gefeiert. Gegründet haben sie sich laut Bio auf der Schule, weil sie alle große Fans von Fleetwood Mac und vom Bombay Bicycle Club waren.

Ich muss gestehen: Ich finde alles, was ich von denen bisher gehört habe, eher blutleer. Wie alt sind die? Sind die überhaupt schon 20? Und trotzdem klingen sie so… gesittet und distinguiert. Sollte man mit 20 nicht auch ein bisschen wild und nassforsch sein?

Aber gut, es kann ja sein, dass es ein paar Anläufe braucht. Dass zum Beispiel ihre neue Single „Finders Keepers“ nur ein paar mal gehört werden muss, dann wird aus einem schlaffen, gefälligen Midtempo-Popsong plötzlich ein subtiles Meisterwerk der Prefab Sprout-Melancholie. Ich will das nicht ausschließen. Aber ich bin aktuell noch auf Stufe 1, wo ich den Song eben eher zahm und tralala finde.

Café? Entkoffeiniert, würde ich sagen.