Where It’s Rat

Schon seit einiger Zeit wird RAT BOY auf der Insel als so eine Art Jamie T der Provinz (naja, Essex) präsentiert und dem Jungen der baldige Durchbruch prophezeit. Am 11.08. schlägt die Stunde der Wahrheit, da erscheint endlich Jordan Cardys (so Rat Boys Geburtsname) Debütalbum namens „Scum.“

Ich trau‘ der Platte eine Menge zu – die letzte Single „REVOLUTION“ war ein Knaller und auch die Neue („Laidback“) kann mich mit relaxten Vibes und Beck-Feel überzeugen. Die Gitarre auf diesem Song kommt übrigens (leider nicht im Bild) von Sir Graham Coxon himself.

Take It Creasy

Seit Ende 2013 lassen The Creases aus Brisbane von sich hören  –  allerdings waren sie bisher nicht eben produktiv,  Gerade mal fünf Singles (davon eine EP) tröpfelten in dreieinhalb Jahren ein. Was vermutlich mit der Jugend der Band zu entschuldigen ist – Sänger Joe Agius sieht immer noch aus, als sei er diesseits der 20.  Die werden mit dem australischen Abi beschäftigt gewesen sein.

Am 4. August aber kommt es endlich, ein komplettes Creases-Album: „Tremelow“ wird’s heißen und die Single „Is It Love“ ist bereits voraus geschickt. Ein nette Indie/Britpop-Nummer mit leichtem Baggy-Feel. Nicht bahnbrechend, aber mir macht sowas ja Spaß. Wer ein Ohrwurm-Intro mit „Nanana“s schreibt, macht nichts falsch.

Also Sprach Zacharia

Ein „Audio“ (das ein LoBudget-Video war) haben die Bad Sounds aus Bath schon geteilt – jetzt gibt’s zu ihrer aktuellen Single „Zacharia“ auch das offizielle Video. Tja, mehr kann ich zu Bad Sounds grad‘ auch nicht sagen, was ich auf diesem Blog nicht schon geschrieben hätte. Sorry. Bleibt aber ne gute Band und ein Hoffnungsträger für die nähere Zukunft.

Now My Heart Is Fuller

Letzten Sommer sorgte der Melbourner Songwriter Wesley Fuller mit einer sehr ordentlichen Sixties-Pop-EP für erstes Aufsehen. Jetzt steht sein Debütalbum… naja, nicht wirklich vor der Tür. Erst am 22.09. wird „Inner City Dream“ erscheinen. Vorausgeschickt hat Wes, der bei den Briten von 1965 Records unterschrieben hat, aber schon mal die Single „#1 Song“ und auch ein dazu gehöriges Video.

The Sound Of Sperrmüll

Wer hier öfter vorbei schaut, weiss es längst: Seit ein paar Jahren gibt’s einen typischen Melbourne-Sound, den man down under Dolewave nennt. Lo-Fi-Janglepop, clever beobachtende Texte mit Witz. Bands wie Twerps, Dick Diver, Lower Plenty, Rolling Blackouts Coastal Fever oder The Ocean Party sind in dieser Szene aktiv. Inzwischen greift der Sound australienweit um sich: Aus Brisbane kommen The Goon Sax, aus Hobart sind Treehouse aufgetaucht und inzwischen geht’s auch an der Westküste los. Perths Beitrag zum Dolewave kommt von der Band Verge Collection.

Verge Collection – so nennt man im Westen Australiens die Sperrmüllsammlung. Im Südosten hat man für Sperrmüll einen anderen Ausdruck: „Hard Rubbish“. So wiederum hieß bereits ein Album von Melbournes Lower Plenty. Wir ziehen den Schluss: Dolewave-Bands identifizieren sich irgendwie mit Sperrmüll. Mit den ausgemusterten Dingen, die im Weg sind und weggeworfen werden – für die sich aber vielleicht doch noch wer findet, der sie brauchen kann.  Ja, mit so profunden philosophischen Theorien kann ich in die Woche starten.

Review: Trevor Sensor

Trevor Sensor – „Andy Warhol’s Dream“

Retro vs Zeitlosigkeit.

Musik ist dann retro, wenn sie sich auf einen bestimmten Zeitraum der Musikgeschichte beruft und versucht, die Sounds dieser Ära nachzuahmen. Das muss nicht unoriginell sein, es kann sehr viel Charme und augenzwinkernden Witz haben, aber auch neunmalklug hipstermäßig rüber kommen.

Und dann gibt’s zeitlose Musik. Eine solche Platte liegt hier vor uns. Der US-Amerikaner Trevor Sensor strebt keine bestimmt Ära an, um sie zu kopieren oder persiflieren. Statt dessen lässt sich gar nicht erst einordnen, in welchem Jahr sein Debüt wohl erschienen sein mag. Ist es ein Songwriter-Album der 70s? Ist er ein Springsteen/Bob Seger-Zeitgenosse der Achtziger? Oder ist „Andy Warhol’s Dream“ es eben doch eine brandneue Platte, die sich auf klassische Produktions- und Arrangement-Techniken besinnt? (Genau.)

Trevor Sensor hatte gar nicht vor, seine Songs zur Karriere zu machen. Er stammt aus dem Örtchen Sterling, Illinois, einem durchschnittlichen, unbedeutenden, Durchschnittsstädtchen (das wir übrigens im Video zu „High Beams“ sehen können). Als Teenager war er in der einen oder anderen Band, aber keiner seiner Mitmusiker war ähnlich motiviert. Also begann Trevor ein Literaturstudium in Pella, Iowa (noch so ein nichtssagender Ort). Songs schrieb er nur noch für sich selbst.

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