Schlagwort-Archive: Rolling Blackouts Coastal Fever

It’s a Ray* about Shame

Die Engländer Shame stammen aus dem Umfeld solcher Bands wie Fat White Family und Idles – von der Ideologie her sind die Jungs Punks. Vom Sound her erinnern sie mich persönlich aber mal wieder (wie sollte es anders sein?) an Australier. Wenn ich die Gitarren und die Frage-Antwort-Gesänge auf Shames kommendem Album „Songs Of Praise“ (VÖ 12.01.) höre, muss ich an Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever denken. Nur dass Shame halt rougher sind.  Wie auch immer: Shame, die man übrigens in wenigen Wochen hierzulande als Support der Gurr-Tour sehen kann, haben ein neues Video „One Rizla“

* A Ray of Hope, that is. Weil die gut sind. Und ich mich nun mal verpflichtet fühle, hier als Überschriften immer Wortspiel-Kalauer zu schreiben. Weil das den Suchmaschinen so ungemein erleichtert, meine Beiträge zu finden. Oh well.

Review: The Ocean Party

The Ocean Party – „Beauty Point“

Es ist eine Eigenschaft des menschlichen Gehirns, Muster zu suchen. So macht die Welt für uns Sinn. Manchmal ist unser Instinkt, Muster zu entdecken, so groß, dass wir Dinge sehen, die vielleicht nicht da sind.

Sind The Ocean Party Melbournes produktivste Band? Es ist ein Titel, den sie King Gizzard and The Lizard Wizard (die Freitag auch schon wieder ’ne Neue brachten) zumindest streitig machen. Die Band existiert seit 2012 und schon sind sie beim siebten Album angelangt. Zehneinhalb Monate sind erst vergangen seit dem Vorgänger „Restless“, die aber nur als Vorgänger gilt, wenn man zwei seitdem erschienene EPs nicht mitzählt.

Bei meinem Text zum angesprochenen letzten Ocean Party-Album „Restless“ war ich ziemlich scharf darauf, eine Logik in der Entwicklung der Band zu identifizieren. Also behauptete ich: Diese Band wird von Album zu Album komplexer, kleinteiliger, vielschichtiger. Was auch stimmte, wenn man „Restless“ direkt verglich mit dem Lo-Fi Dolewave-Frühwerk der Band. Aber wenn meine Theorie stimmen würde, müsste man die Flugbahn der Band weiter berechnen können. Demnach müssten sie sich jetzt von Album zu Album weiter in Richtung verschlungenen Chamber-Pops entwickeln.

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The Sound Of Sperrmüll

Wer hier öfter vorbei schaut, weiss es längst: Seit ein paar Jahren gibt’s einen typischen Melbourne-Sound, den man down under Dolewave nennt. Lo-Fi-Janglepop, clever beobachtende Texte mit Witz. Bands wie Twerps, Dick Diver, Lower Plenty, Rolling Blackouts Coastal Fever oder The Ocean Party sind in dieser Szene aktiv. Inzwischen greift der Sound australienweit um sich: Aus Brisbane kommen The Goon Sax, aus Hobart sind Treehouse aufgetaucht und inzwischen geht’s auch an der Westküste los. Perths Beitrag zum Dolewave kommt von der Band Verge Collection.

Verge Collection – so nennt man im Westen Australiens die Sperrmüllsammlung. Im Südosten hat man für Sperrmüll einen anderen Ausdruck: „Hard Rubbish“. So wiederum hieß bereits ein Album von Melbournes Lower Plenty. Wir ziehen den Schluss: Dolewave-Bands identifizieren sich irgendwie mit Sperrmüll. Mit den ausgemusterten Dingen, die im Weg sind und weggeworfen werden – für die sich aber vielleicht doch noch wer findet, der sie brauchen kann.  Ja, mit so profunden philosophischen Theorien kann ich in die Woche starten.

Review: PLANET

PLANET – „Singles EP“

So. Das sollte schnell gehen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, heute mal nicht vom Hundersten ins Tausendste zu kommen. Und es ist ja nicht so, dass wir PLANET nicht schon länger auf dem Schirm hätten. Seit Spätsommer 2015 kommt die Band so ca alle 4 bis 5 Monate mit einer neuen Single um die Ecke, es haben sich inzwischen 5 Titel angesammelt. Diese haben die Australier nun gemeinsam mit dem neuen Song „Aimless“ auf einer EP zusammen gefasst.

Dass diese Jungs Australier sind, war ja wohl klar. Wir wissen schließlich längst, dass der beste Britpop in den letzten Jahren konsequent von down under kommt. (Nein, ich zähle jetzt KEINE Namen auf, die Liste wird einfach zu lang.)  PLANET stammen aus Sydney und hier wiederum aus dem näheren Umfeld meiner geliebten DMA’s. Was sogar eine Untertreibung ist. Der Frontmann von PLANET trägt den Namen Matty Took – genau, er ist der Bruder von Johnny Took, dem Gitarristen und Sprecher (wenn auch einziger Nicht-Sänger) der DMA’s. Die wiederum klingen bekanntlich wie Oasis in ihren besten Zeiten – wenn  nicht sogar noch besser. PLANET schlagen, das überrascht jetzt wohl niemanden, in die gleiche Kerbe. Sie klingen den DMA’s verdammt ähnlich. So ähnlich, dass ihre Songs Album-Tracks oder B-Seiten der DMA’s sein könnten. Review: PLANET weiterlesen

Review: Rolling Blackouts C.F.

Rolling Blackouts Coastal Fever – „The French Press“

Bei Teenage Fanclub ist es bekanntlich so: Die Schotten haben gleich drei Sänger bzw. Songwriter. Wer sich in die Band verguckt, erkennt schnell: Dieser Song ist typisch Norman Blake, diesen hier hat Gerard Love geschrieben und der hier ist garantiert von Raymond McGinley.

Auch Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever haben drei Songwriter bzw. Sänger. Noch bin ich aber leider nicht so weit, Tom Russo, Joe White und Fran Keaney auseinander zu halten. Weder, was ihr Songwriting angeht, noch an ihren Stimmen. Allerdings erschweren die Jungs uns das auch. Denn während bei TFC immer der jeweilige Songwriter sein Lied singt und die anderen vielleicht noch Harmonien beisteuern, wechseln sich RCBF häufig innerhalb eines Songs ab, als antworteten sie aufeinander. Manchmal fallen sie sich sogar ins Wort. Was natürlich eine interessante Eigendynamik zur Folge hat: Wir hören Songs aus verschiedenen Perspektiven, die sich auch widersprechen können. Manchmal reden/singen die Stimmen aneinander vorbei, ganz wie im realen Dialog. Das kann die Songs mit sehr viel Leben erfüllen. Review: Rolling Blackouts C.F. weiterlesen

Rising Fever

Manchmal stößt man auf eine Band und weiss sofort: „Okay, das werden Lieblinge von mir.“ Letztes Jahr, bei der Debüt-EP von Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever ging’s mir so.

Schön ist, wenn so eine Band dann wirklich nachlegt. Nicht abbaut, sondern den Level hält oder sogar toppt. RBCF haben inzwischen bei Sub Pop unterschrieben und ihre zweite EP „French Press“ steht an. Zum Titelsong gibt’s nun ein Video. Rolling Blackouts bleiben bei ihrem schnelleren Dolewave/Jangle-Pop-Style, aber genau das will ich ja von ihnen hören.

Prize and Shine – Pt2

augustiner-collected-2016-bEin mal im Jahr küren wir hier den Ein-Kasten-Augustiner-Preis. Die Idee dahinter ist, dass eine Gruppe Freunde und ich ein Lied zum „Song des Jahres“ ernennen und dann dem Sieger einen Kasten Augustiner zukommen lassen. Auch wenn wir den Kasten noch nicht oft wirklich an den Mann gebracht haben, fand doch letztes Wochenende unser entsprechendes Meeting statt. Hier nun Teil 1 unserer Zeremonie…

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Prize and Shine 2016 – It’s On!

augustiner-collected-header-2016Hey, haben wir was vergessen? Natürlich nicht! Wir haben zwar letztes Mal wieder die Trophäe nicht an den Gewinner gebracht, (jedenfalls bis dato) – aber trotzdem soll’s natürlich auch dieses Jahr auf diesem Blog wieder einen 1-Kasten-Augustiner-Preis geben!

Will heißen: Ich und eine Handvoll Freunde (Will wer mitmachen? Schreibt einen Kommentar or PM me on facebook) treffen uns in meiner Küche in München und diskutieren, welches Lied unserer Meinung nach der Song des Jahres war. Inklusive In-der-Küche-tanzen, Brezenmonster, peinlichen Gesangsversuchen und mehr. Hinterher wird das Procedere hier noch mal nacherzählt und der Sieger kriegt (so ist jedenfalls der Plan) einen Kasten Augustiner überreicht!

Und wer sind die 16 Nominierten des Jahres 2016? Das lest ihr gleich HIER: Prize and Shine 2016 – It’s On! weiterlesen

Series: The 80s – Classics and Curios, Pt. 1

vinterview-80sDas Frage, mit welchen Themen ich in den praktisch Release-freien Wochen um die Jahreswende Inhalte für meine Seite schaffen soll, die stelle nicht nur ich mir auf meinem kleinen Blog. Das Problem haben auch ganz andere, ungleich größere Musik-Medien. So hat Pitchfork vorgestern – a pro pos of nothing – eine Liste der 10 besten Songs der 80er zusammen gestellt. Aber warum auch nicht? Naturgemäß sind 10 Songs zu wenig, um eine ganze Dekade zusammen zu fassen und klar wird man drüber diskutieren. Sicher hat jeder der Pitchfork-Songs es verdient, auf der Liste zu landen – aber essentielle Namen fehlten trotzdem. Mich jedenfalls hat das Ganze dazu gebracht, 80s-Namen aufzuschreiben, die ich in meine persönlichen Top Ten packen würde. Natürlich ist das sofort ausgeartet und plötzlich hatte ich über 40 Namen auf dem Zettel stehen.

Weswegen ich mir sagte: Okay, da mach ich ne kleine Serie draus. Ich werde in unregelmäßigen Abständen eine kommentierte Selektion von 80s-Bands bzw Songs posten. Die 80s waren schließlich eine im Nachhinein herrlich alberne Dekade, in der viel ausprobiert wurde. Manches ging daneben, manches aber wurde zum Grundstein für spätere Entwicklungen. Manches, was damals noch als Mainstream-Pop galt, wäre heute fürs Indie-Fach zu schräg. Zumal: Seit youtube-Videos in Deutschland nicht mehr gesperrt sind, kann man alte Schätze neu entdecken.

Also gut, gehen wir in unsere erste Runde. Diese erste Rutsche habe ich unter einen Oberbegriff gestellt: Indie-Bands. Genauer: Bands, die als Pioniere das, was später zur eigenen Kategorie Indie werden sollte, vorbereiteten und noch lange prägten. All die nun folgenden Bands sind Gitarrenbands – was in den 80ern ja eher untypisch war.

Anmerkung: Die Liste ist alphabetisch geordnet, nicht nach irgendeiner Wertung. Sonst ginge es nicht ausgerechnet los mit…

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