DMA’s Unblogged

Ich verrate euch jetzt, warum mein Blog zur Zeit so lahm ist, warum ich nur so wenige Rezensionen und Interviews poste: Ich spiele beschissen Gitarre, aber ich habe wieder Spaß dran gefunden.

Mein Blog ist nun mal nur ein Hobby. Interviews und Rezensionen schreibe ich, wenn ich nach der Arbeit oder am Wochenende die Zeit und den Bock dafür habe. Und derzeit nehme ich in Momenten, in denen ich letztes oder vorletztes Jahr wohl am Laptop gesessen hätte, eben eher die Klampfe in die Hand.

Capo zweiter Bund. G, b moll, a moll, G, e moll, b moll, a moll, G:
Das ist die Strophe von „Step Up The Morphine“.

Die DMA’s haben letzten Freitag ihre Unplugged-Platte veröffentlicht. MTV Australia hat sie nach nur zwei Alben schon dazu eingeladen. Ich habe ein Interview mit Johnny Took zu dieser Show auf dem Rechner. Ich will’s ja auch noch transkribieren für den Blog, das habe ich mir fest vorgenommen. Aber naja, aktuell hört man mich nach der Arbeit eher DMA’s-Lieder mitjaulen, als dass man mich Interviews abhörend und Texte schreibend antrifft.

Das kann noch dauern mit dem Interview. Anyway, die DMA’s haben jetzt auch den Mitschnitt von „Step Up The Morphine“ als Video online gestellt.

When We Was Drab

Das Schöne am ewigen 80s-Revival ist, dass die Achtziger ja eine Menge Spielraum hergeben. Eine Menge Klanggebiete, die man unendlich neu kombinieren kann. Deswegen dauert das 80s-Revival jetzt schon locker 3-4 mal so lange wie die Phase selbst, auf die die neuen Bands sich berufen.

Siehe Drab Majesty aus LA: Was sie machen, ist ein Mix aus Synth- und Gothpop und ein bisschen New Romantic. Man hört hier diverse Phasen Depeche Mode, Elemente von The Cure in ihrer „Pornography“-Ära, aber auch den Pop von Thompson Twins und Fiction Factory („Feels Like Heaven“) bilde ich mir ein, bei dieser Band wieder zu erkennen. Die Band aus den 80s aber, die wirklich 1:1 wie Drab Majesty klang, die gibt’s wohl gar nicht. Näher dran sind da schon zeitgenössische neo-80s-Bands wie The Ninth Wave oder The KVB.

Morgen erscheint Drab Majestys neues Album „Modern Mirror“, es ist bereits ihre Nummer drei. Kurz vorher lassen sie ein Video zum Song „Out of Sequence“ auf uns los.

Übrigens, im Herbst kommen Drab Majesty auf Deutschlandtour und dabei u.a. auch nach München. (02.10. Ampere)

The Screen New Deal

Petersham, Redfern, Macdonaldtown – Sunscreen sind in ihrem neuen Video zur Single „High Over Love“ mit Sydneys öffentlichem Nahverkehr unterwegs. Oder, wie sie es ausdrücken: „On the stolen land of the Gadigal people of the Eora nations. We pay our respects to Indigenous peoples past, present and future.“ 

Sunscreen sind uns zum ersten Mal Ende 2017 mit ihrer ersten EP „Just A Drop“ bzw vor allem mit der darauf befindlichen Single „Voices“ aufgefallen. Ich hab‘ die Band um Sängerin Sarah Sykes danach sogar zu einer meiner großen Hoffnungen für 2018 erklärt. Es hat ein bisschen gedauert, bis sie nachlegten. Aber ihrer zweite EP folgt nun am 22.08.

Don’t Cling Film

Grian Chattan von Fontaines D.C.ist ein ganz großer Fan seiner Dubliner Stadtkollegen The Murder Capital und er lässt keine Gelegenheit aus, sie zu loben. Ganz ehrlich, mich packen sie nicht so wie Fontaines, weil ihnen – soweit ich das bisher gehört habe – meiner Meinung nach die tunes fehlen. Bei aller Reibung und Dringlichkeit, die die Band überzeugend rüber bringt (siehe die neue Single „Don’t Cling To Life“) hilft es halt doch immer, wenn man auch mitsingen will. Oder?

Blom Party

So ist das dann. Vier Tage lang taucht kein Video auf, zu dem man was sagen mag – und dann kommen drei, vier Stück in kurzer Folge.

Wobei, ich habe zu viel versprochen. Ich mag Pip Blom zwar, aber ich kann relativ wenig Neues dazu sagen. Dass Pip und ihre Band aus Amsterdam sind, das wisst ihr schon. Dass sie vor ein paar Wochen ein feines Debütalbum namens „Boat“ veröffentlicht haben, das klanglich quasi auf halbem Weg zwischen Breeders und Courtney Barnett liegt, auch. Auch zum Video „Tired“ gibt’s nicht viel zu sagen, weil’s halt eins dieser „Wir hatten ne Kamera auf Tour dabei“-Videos ist.

Buzzy Baby

Ein Nachzügler aus dem Glastonbury-Programm der BBC: Auf der Newcomerbühne standen Buzzard Buzzard Buzzard aus Cardiff, deren zwei Singles „Double Denim Hop“ und „Late Night City“ wir hier auf dem Blog ja bereits gepusht haben, weil’s schöne Indie-Glamrock-Nummern sind..

Die BBC hat aus dem Set nun einen uns bisher unbekannten Song gepickt: „John Lennon Is My Jesus Christ“ zeigt uns, wo die jungen, eng mit Boy Azooga befreundeten Waliser ihre Inspiration her holen: John Lennon, Marc Bolan, David Bowie und Bill Fay kriegen im Text  ihre Huldigung. Wir sehen auch, dass BBB-Sänger Tom Rees eine gute Figur in türkis macht. Tja, jetzt warten wir drauf, das „John Lennon…“ auch als offizielle Single erscheint.

O Tempora, Ogenesis!

Wieso erscheint im Youtube-Kanal von Charlatans-Sänger Tim Burgess das Video eines walisischen Songwriters? Weil Tim a) eine kleine Plattenfirma namens Ogenesis Records gegründet hat und weil er hier b) „Folly“ veröffentlichte, das zweite Soloalbum von Daniel O’Sullivan, der früher bei der Experimentalband Ulver war.

Wenn der Song „The Diamond Vehicle“ exemplarisch für das Album steht, dann muss ich mir das mal in der Gänze anhören. Denn der Song beginnt zwar als relativ normale Ballade – und das auch noch auf dem Synthklavier, einem Instrument, das ich nicht ausstehen kann – es klingt NIE so warm wie ein echtes. Aber Akkordwahl, Melodieführung und die am Ende einsetzenden Harmonien werden dann sehr speziell. This is quality. Gute Wahl, Tim.

Kooking in their own juice

Ich war ja vom letzten The Kooks-Album eher enttäuscht. Schon klar, sie wollten wieder nach Oldskool-Kooks klingen. Aber ich fand das eher krampfhaft und uninspiriert.

Jetzt gibt’s aber seit zwei Wochen die neue Single „So Good Looking“ – auf der sie ebenfalls quasi sich selbst von früher kopieren. Aber diesmal klappt’s, sonderbarerweise. Finde ich jedenfalls. „So Good Looking“ hat tatsächlich fast den Charme von „Naive“ oder „She Moves In Her Own Way“ vom Debütalbum.

Aber ist das nicht auch das, was Musik wundersam macht? Man kann manchmal einfach nicht erklären, warum die eine Nummer greift und die andere nicht, selbst wenn sie sich nur in Nuancen unterscheiden. Inspiration, Feeling, Magie. solche Dinge kommen ins Spiel.

Café, de-caf

Was sagen wir eigentlich zu The Night Café? Die vier Jungs aus Liverpool werden ja schon seit ein paar Singles als Ding mit ganz großer Zukunft gefeiert. Gegründet haben sie sich laut Bio auf der Schule, weil sie alle große Fans von Fleetwood Mac und vom Bombay Bicycle Club waren.

Ich muss gestehen: Ich finde alles, was ich von denen bisher gehört habe, eher blutleer. Wie alt sind die? Sind die überhaupt schon 20? Und trotzdem klingen sie so… gesittet und distinguiert. Sollte man mit 20 nicht auch ein bisschen wild und nassforsch sein?

Aber gut, es kann ja sein, dass es ein paar Anläufe braucht. Dass zum Beispiel ihre neue Single „Finders Keepers“ nur ein paar mal gehört werden muss, dann wird aus einem schlaffen, gefälligen Midtempo-Popsong plötzlich ein subtiles Meisterwerk der Prefab Sprout-Melancholie. Ich will das nicht ausschließen. Aber ich bin aktuell noch auf Stufe 1, wo ich den Song eben eher zahm und tralala finde.

Café? Entkoffeiniert, würde ich sagen.