Review: Fascinator

Fascinator – „Water Sign“

Positive Überraschung! Ich nehm’s gleich mal vorweg: Das zweite Album von Fascinator ist famos. Damit habe ich nicht gerechnet.

Den schrägen Vogel, der sich Lord Fascinator nennt, habe ich bisher nämlich nur so halbernst genommen. Ich hatte ein paar Videos von seinem Debütalbum „Man“ (2015) gesehen und mir mein Urteil gebildet. Die Single „Dead Of The Night“ war lässig, keine Frage. Obwohl dies Musik war, die synthetisch und tanzbar war, passte sie aufs Perth-Psychedelia-Hauslabel Spinning Top zu Kollegen wie Pond, GUM und Tame Impala. Denn erstens steckte eine unzweifelhaft experimentell-psychedelische Komponente drin. Zweitens war das auch visuell verspult und es nahm sich sichtbar nicht so bierernst. Was ja durchaus auch für Pond & Co gilt.

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Gang Gang Rock’n’Roll

Eigentlich will ich hier ja keine „Lyric Videos“ posten. Aber zuletzt verschwimmt der Übergang zwischen Textclip und „richtigem“ Video mehr und mehr. Außerdem: The Magic Gang. Die Briten haben dieses Jahr ein prima Album gemacht und sich im Interview als sehr sympathische Typen gezeigt – na da sind wir mal nicht so und posten das „Lyric Video“ zur neuen Single „All That I Want Is You“ und rechtfertigen es damit, dass es ja irgendwie auch ein Zeichentrick-Clip ist.

Interview: Rolling Blackouts Coastal Fever

Mit zwei EPs haben sie uns in den letzten 24 Monaten begeistert, seit Freitag ist das Album da! „Hope Downs“ erfüllt alle Erwartungen, die man an Rolling Blackouts Coastal Fever aus Melbourne nach dem tollen Auftakt stellen durfte. Klar ließ ich mir die Möglichkeit nicht entgehen, ein Telefon-Interview mit den Australiern zu führen. An der Muschel: Fran Keaney, einer von gleich drei Sängern & Songwritern dieser Band.

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Review: Johnny Marr

Johnny Marr – „Call The Comet“

Also, zuerst mal: Johnny Marr ist ein Heiliger. Was der Mann in seinem Leben schon geschaffen hat, das würde reichen, um fünf verschiedene Musiker zu Kultfiguren zu machen. Ich muss es hier nicht aufzählen, oder? Nein, muss ich nicht. Aber, andererseits – bremsen kann ich mich ja auch nicht.

Also: Zuerst mal hat Johnny Marr als Teenager n Manchester The Smiths gegründet und lässig, sich souverän zurückhaltend den perfekten kreativen Partner für den (damals noch) genialischen Selbstdarsteller Morrissey gegeben. Mit seinem unbemühten, nie angeberischen, aber zielsicheren und, wenn nötig, filigran-präzisen Spiel hat er ganzen Generationen späterer Indie-Gitarristen quasi die Schablone für ihren Sound abgeliefert. (Dass er, nebenbei bemerkt, die Smiths zwischenzeitlich auch managte, weil Morrissey diese Tendenz hatte, alle Businesspartner zu vergraulen, ist da nur eine Fußnote.)

Marr war der, der trotz seines Images als treuer Sidekick die Traute hatte, die Smiths schließlich zu verlassen und damit aufzulösen. Gleich darauf hatte er auch schon zwei neue Jobs: Als Co von Bernard Sumner (New Order) in Electronic und als Gitarrist von Matt Johnsons The The – auch hier war sein Spiel natürlich prägend und ideal auf seine Nebenmänner zugeschnitten. Review: Johnny Marr weiterlesen

Winner the Pumarosa

„Besonders viel gehört hat man ja nicht mehr von Pumarosa“ sagte neulich jemand zu mir in leicht vorwurfsvollem Ton. So nach dem Motto: Als im letzten Mai ihr Album „The Witch“ erschien, da gab’s um die Londoner fast einen kleinen Hype. Aber die Band verpennte es total, darauf aufzubauen, ja sie tauchte regelrecht ab.

Nun, Pumarosa sind entschuldigt. Wie Sängerin Isabel Munoz-Newsome kürzlich dem Guardian erzählte, wurde bei ihr, gerade als es mit der Europatournee losgehen sollte, Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Klar also, dass sie die kommenden Monate außer Gefecht war. Gute News: Isabel ist jetzt krebsfrei, Ende der Woche feiern Pumarosa ihr Live-Comeback auf dem von The Cures Robert Smith handerlesenen Meltdown-Festival. Ein neues Video gibt’s auch, zum Albumtrack „Lion’s Den“.

Has it come to Ziska?

Neuigkeiten von den Färöer-Inseln! Marius Ziska hat das VÖ-Datum seines dritten Albums bekannt gegeben: „Portur“ (dt. „Pforte“) erscheint am 17.08. und ist diesmal komplett in seiner Muttersprache gehalten.

Ich freu‘ mich, denn Marius ist einer meiner persönlichen Lieblingssongwriter. Auch wenn ich seine Texte jetzt nicht mehr verstehe, so hat der Mann aus dem Örtchen Søldarfjør∂ur doch irgendwie die Fähigkeit, mich immer noch mit seinen Melodien zu packen. Siehe die neue Single „Gó∂varin Mynd“, von der Marius & Band nun eine Live-Version geteilt haben.

Mehr zu Marius? Zu seinem letzten Album habe ich ihn gesprochen.

 

Was kommt denn heut‘ im Fernweh?

„Next Time Around“ ist die inzwischen dritte Single von The Fernweh aus Liverpool – und einmal mehr wurde es eine wirklich feine folky Nu-Merseybeat-Nummer. Na, da zeichnet sich ein prima Debütalbum ab!

Ob dieses Album schon nahe ist oder wir noch Geduld haben müssen, dazu findet man auf ihrer Labelwebsite allerdings keine Angaben. Skeleton Key (die von James Skelly, The Coral, gegründete Plattenfirma) ist zwar die Heimat einiger prima Acts aus Liverpool und Umgebung, aber ihre Website haben sie seit zwei Jahren nicht upgedatet. Noch nicht mal, dass The Fernweh zu ihrem Roster gehören, ist dort verzeichnet. Naja, jeder setzt so seine eigenen Prios, i guess.

It’s good to 485c you

Endlich sehen wir sie mal! In ihren bisherigen Videos zeigten 485c nie ihr Gesicht, sondern versteckten ihre Köpfe bevorzugt unter Kartons in der Farbe ihres Bandnamens: 485c ist nämlich die Pantone-Bezeichnung des satten Rot-Tons, in dem die Stadt London ihre Busse und Telefonzellen anmalt. Im neuen Clip zur Single „Hoppy“ tauchen sie tatsächlich erstmals als Performer auf! Ui, das sind ja junge Kerls!

Mehr zum ersten Album von 485c habe ich neulich in dieser Rezension geschrieben (LINK).

 

 

Punchbuzz

Neues aus dem Hause der Punch Brothers! Für den 20.07. haben Chris Thile & Co ein neues Album namens „All Ashore“ angekündigt. Vorab schicken die fünf Virtuosen das Video „It’s All Part Of The Plan“.

Kurzinfo über Punch Brothers? Das Quintett bezeichnet seine Musik als „Progressive Bluegrass“. Denn die Besetzung ist die einer ganz klassisch traditionellen Folk String Band: Banjo, Fiddle, Gitarre, Stehbass und Mandoline, letztere gespielt von Maestro Chris Thile, einer absoluten Koryphäe auf diesem Instrument. In dieser Besetzung covern die Punch Brothers gerne mal Radiohead oder moderne Klassik-Komponisten – und sie schreiben auch eigene Songs, manchmal sehr komplex, manchmal typisch folky.
Noch mehr Info? Zum letzten Album konnte ich Chris Thile interviewen (click here).

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.