Sloan Motion Replay

Wie – schon zwei neue Posts heute, aber keiner zu einem Thema aus Australien? Was ist los mit mir? Na zum Glück hat Joe Jackson auch noch ein neues Video online gestellt, damit mit Post 3 die Quote beibehalten wird. Nein, nicht DER Joe Jackson. Joe Jackson aus Sydney. Als Sängerin nennt sie sich Sloan Peterson. Ihre aktuelle Single heißt „I Want You“.

p.s. Nächste Woche: So einige Texte über Australisches. Das Album von Wesley Fuller erscheint morgen genauso wie die Neue von Cut Copy. Am Gespanntesten aber bin ich auf „Dawning“. Ich weiss nicht, wann der Song kommt, nur dass. Oh ich bin so gespannt!

Review: Sløtface

Sløtface – „Try Not To Freak Out“

Irgendwann letztes Jahr waren auf einmal nme.com und andere UK-Medien voll mit Beiträgen zu Sløtface. Ich bin ja jemand, der auf so was auch mal argwöhnisch reagiert. Der sich dann Fragen stellt wie: Warum das Brimborium? Wer schiebt das an? Haben die wohl so ein fettes Management im Rücken?

Man sollte nicht immer so zynisch sein. Sløtface aus Stavanger sind auf dem Label Propeller Records, einem norwegischen Indie. Propeller sind keine Anfänger: Bands wie Katzenjammer, Team Me und Highasakite hat die Plattenfirma / das Management aus Oslo schon weltweit durchaus erfolgreich weiter vermittelt. Aber sie sind bestimmt keine solchen Krösi (das ist doch der Plural von Krösus, oder?), dass die englische Musikpresse springt, wenn sie pfeifen. Nein, NME und Co haben was gesehen in Sløtface. Etwas, wovon auf der Insel gerade Mangel herrscht: Eine Indie-Band mit Köpfchen und Pop-Appeal.

Wie oben angedeutet: Als ich meine ersten Sløtface-Videos anklickte, da hatte ich die Nase schon ein bisschen vorgerümpft, bevor ich überhaupt ‚Start‘ gedrückt hatte. Deshalb war meine erste Reaktion auch bestenfalls lauwarm: „Ach nö, sowas habe ich ja schon tausendmal gehört. Grungepop, Laut-Leise-Dynamik. Überbewertet.“

Seit letztem Freitag ist das Album da und ich fange an, mich mit Sløtface mehr und mehr anzufreunden. Was stimmt mich um?

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In Bed With Morrissey

Morrissey hat also eine neue Single draußen und schon wird wieder heftig diskutiert. Ich wollte mal eben meine Deutung des Textes beitragen.

Obwohl es wenige Leute gibt, die so direkt und konkret werden in ihren Texten, ist schon interessant, was die Leute so hinein lesen. Ich glaube, jeder Fan will, das Moz auf seiner Seite steht und legt die Texte entsprechend in seine Glaubensrichtung aus.

Es gibt schon seit Anfang der 90er Stimmen, die wollen Morrissey in die rechte Ecke stellen. In Bed With Morrissey weiterlesen

At Fuller Speed

Keine zwei Wochen nach „Someone To Walk Around With“ schon wieder ein neues Video? Ja, jetzt wird noch mal Gas gegeben, denn am Freitag erscheint’s: „Inner City Deeam“, das Debütalbum des australischen Britpop-Wiedergängers Wesley Fuller. Zwei Vorab-Videos gab’s schon, jetzt teast er die Platte mit einem dritten Clip an. Ziemlich klassisch und allumfassend ist das, was der Lockenkopf aus Melbourne macht – „Biggest Fan“ ist einerseits typischer Glam/Britpop, ruft bei mir andererseits aber sowohl Erinnerungen an The Jesus and Mary Chain (der schlurfige Rhythmus, die Melodielinie der Strophen) als auch an ELO hervor (die Harmonien im Refrain) hervor – und das ist ja wohl eine durchaus sonderbare, aber ansprechende Kombi.

Review: Cloud Control

Cloud Control – „Zone“

In meinem letzten Post von heute am frühen Abend habe ich mich darüber aufgeregt, dass die Musik der Pale Waves ja wohl weder alternativ noch aufmüpfig sei. Bevor ich jetzt über eine absolute Lieblingsband schwärme, muss ich mir natürlich die Frage stellen: Wende ich die gleichen Maßstäbe an, auch wenn ich meine Schatzis beurteile? Aufmüpfig sind Cloud Control, die Band aus den blauen Bergen, ja echt nicht. Aber sind sie alternativ?

Ja, das sind sie. Voll. Wobei man da natürlich das Wort „alternativ“ für sich definieren muss. Nicht nur, weil Alternative Rock zu einer Trademark geworden ist, bei der man zuerst mal an die Foo Fighters denkt. Nicht nur, weil das Wort „Alternative“ in der deutschen Politik doch ernsthaft von der dummdreisten Rechten gekapert wurde, so dass es droht, seine positiven Konnotationen zu verlieren. (Gebt uns unser Wort zurück, ihr kackblöden rückwärtsgewandten Arschlöcher!)

Mei, ich bin nun mal in den 80s groß geworden. Als das Wort „Alternative“ auftauchte, stand es politisch links. Und das Alternative-Fach im Plattenladen war das Fach, in das alles rein kam, das nicht in Rock, Metal oder Pop reinpasste, von Goth bis bulgarischen Chören. Alternative, das bedeutet doch: Eine andere Möglichkeit. eine andere Methode.

Cloud Control verwenden ständig alternative Methoden. Sie drücken’s einem nicht rein, aber ihre Musik ist ein Panoptikum der kleinen Wagnisse und der abseitigen Experimente. Jeder ihrer Tonspuren scheint die Frage zu stellen: „Was passiert, wenn wir statt dessen das hier probieren?“ Und meistens ist das Ergebnis ein Ohrenschmaus. Man muss nur hinhören.

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Tame ImPaler / Lame Imposters

Jetzt mal ehrlich. Dass Pale Waves als neue UK-Hoffnung gelten, ist doch ein Armutszeugnis. Da kann die Alte (sie heisst Heather Baron-Gracie) in noch so viel Kajal tauchen und Gräfin Dracula mimen, uns täuscht sie nicht. Pale Waves machen Songs, da hätte sich früher nicht mal Avril Lavigne getraut, sie den Kids als was Aufmüpfiges und Alternatives zu verkaufen.

„Television Romance“ ist übrigens ein Four Chord-Song und das Video hat Matt fucken Healy von The 1975 gedreht. Noch so ein absolutes Feindbild.

Aaargh. Wenn man das mit Australien vergleicht! Mit Alex Lahey, mit Middle Kids! Aber bevor wir die Briten komplett verurteilen, erinnern uns Wolf Alice dran: Auch auf der Insel selbst gibt’s female Indie, der da von weit oben drauf SPUCKT!

Vinterview: Adam Olenius

Zwei Wochen noch, bis das fünfte Album der Shout Out Louds erscheint. Ich habe heute schon ein paar Stunden damit verbracht, mein aktuelles Interview mit Adam Olenius und Bebban Stenborg zu transkribieren. Wenn „Ease My Mind“ dann draußen ist, wird es das hier zu lesen geben.

Vorher aber mal wieder ein Blick ins Archiv meines alten Blogs. Fast vergessen: 2011 (so lange ist das her?!) veröffentlichte Shout Out Louds-Sänger Adam Olenius das Album eines Nebenprojekts. Gemeinsam mit seinem Kumpel Markus Krunegård, dem Sänger von Laakso, bildete er damals das Duo We Are Serenades. Das war eine schöne Platte, die man echt mal wieder auflegen kann. Ich nahm damals die Gelegenheit wahr, mit Adam unseren Fragebogen „Bloß nichts über Musik“ zu machen. Diese Interviews machen immer Spaß. Nach dem Break das Transkript, fünf Jahre alt. 

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Green Light for Redfaces

Das kann was werden mit den RedFaces. Die letzte Single der Jungs aus Sheffield war schon ein ziemlicher Banger („Wise Up“). Auch ihr neue Song „Take It Or Leave It“ enttäuscht mich nicht.

Klar, die vier erfinden das Rad nicht neu. Aber dies könnte auch einfach nur der xte Britpop-Klischee-Aufwasch sein. (In dem Zusammenhang namedroppe ich mal The Sherlocks und The Amazons, die mir ÜBERHAUPT NICHTS geben und die ich auf diesem Blog daher absichtlich bisher eisern ignoriert habe). Doch da ist ein Funke, ein Popmoment, ein gewisses Etwas, das mir das Vertrauen in die Redfaces schenkt. Den Glauben daran, dass diese Kids über kurz oder lang noch richtige Kracher von Supergrass oder Kooks-Kaliber vom Stapel lassen können.  „Take It Or Leave It“ ist ein Anfang.

For Crying Out Louds

Na der Tag geht ja gut los, was neue Videos angeht! Erst das neue von Alex Lahey und jetzt „Porcelain“, ein weiterer Clip aus dem kommenden Shout Out Louds – Album „Ease My Mind“. Das erscheint am nächsten Freitag, Yippieh!

Dazu darf ich verraten: Auch Adam Olenius und Bebban Stenborg  habe ich mal wieder treffen können und nächste Woche gibt’s hier das Transkript unseres Interviews zu lesen.

Laheylike

Drei Wochen noch. Am 6.10, erscheint „I Love You Like A Brother“, das Debütalbum von Alex Lahey  Dass ich die Melbournerin für eine echt prima clevere Songwriterin halte, habe ich hier ja schon mehrfach verlautbart (unter anderem hier). Auch die neue Single „I Haven’t Been Taking Care Of Myself“ ist  wieder famos, ein Song mit Elan, Witz und Traurigkeit. Ihr kennt das, wenn ihr merkt, euer/eure Partner/in ist nicht gut für euch? Ein Lied über den Moment, an dem man sich das eingestehen muss, das aber trotzdem seinen Humor nicht verliert.

Übringens – Infoservice, denn ich höre da immer alle möglichen Varianten: Alex‘ Nachnamen spricht man so aus, dass er sich auf „Lady“ reimt.

Übrigens 2: Ich hatte Alex neulich am Telefon und werde hier zur Album-VÖ ein Interview platzieren können,

Übrigens 3: Alex kommt auf Tour! Fünf Shows Ende November, Anfang Dezember!

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.