Polish Encounters

Als ich die neue Polish Club-Single „Gravity“ hörte, da dachte ich erst: Haben Novak und John-Henry etwa ihr striktes Gitarre + Drums – Prinzip beiseite gelegt? Sie klingt ja durchaus mehrstimmig, diese Nummer. Aber so kann man sich irren: Im Video sehen wir die beiden Sydneysider in der gewohnten Konstellation und stellen fest: Novak jagt seine Gitarre zwar durch Effekte, die sie wie einen Synthesizer klingen lassen, aber das ist auch schon alles.

Nicht vergessen: Ende des Monats kommen Polish Club auf Deutschlandtour – sie bestreiten das Vorprogramm der gemeinsamen Konzertreise von ABAY und Razz.

Lasst uns Frawley und munter sein

Ich fragte mich neulich erst wieder: „Hmm, jetzt, da Rolling Blackouts Coastal Fever ja doch den Melbourne Sound international ziemlich nach vorne bringen – werden die Twerps wohl davon profitieren können, wenn sie zurück kommen? Zeit wird’s ja.“

Statt dessen heute im Feed: Ein Solo-Video von Twerps-Kopf Martin Frawley als Vorbote zu einem Soloalbum. Was hat das zu bedeuten? Sein Label Merge Records bezeichnet die Twerps als „beloved but now-defunct“ und Martin sagt über den Song „You Want Me?“, er sei “the prequel to the record, explaining why I am where I am, writing what I am.”

Ach je. Das klingt traurig. Haben sich Martin und seine Partnerin und Mit-Twerperin Jules MacFarlane wohl getrennt? Tja, das Soloalbum wird uns mehr verraten.

Japanik

Ich habe mir also vorgenommen, mich ein bisschen in die japanische Indie-Szene rein zu fuchsen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass sie deswegen gleich künftig viel Raum auf dem Blog einnehmen würde. Alle paar Wochen vielleicht mal ein neuer Track, habe ich gedacht.

Aber hier ist schon wieder ein neuer sehr hörenswerter Song, diesmal von den Indie-Elektronikern Avengers in Sci-Fi aus dem Tokioter Außenbezirk Kanagawa. Ihre neue EP „Pixels“ kommt am 07.11. und voraus schicken sie das Video zum Track „True Color“

… und wo wir schon dabei sind: Was halten wir von Wasure Ranneyo? Der Junge macht zuerst den Eindruck, eine überdrehte, japanische Variante vom Indie-Rap-Typ a la Jamie T/Rat Boy zu sein. Dann biegt er komplett links ab, dann noch mal – und dann kommt er noch mal zurück. Das ist WEIRD. Seine neue Single heisst, äh,..:. „踊れ引きこもり“ (Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig ausgesprochen.)

Tja, und ein bisschen Googlen ergibt: Das ist kein Solist, sondern ein Trio, sie heißen richtig Wasureranneyo (ein Wort), sie gründeten sich 2011, haben 2016 schon ein Best Of veröffentlicht und die Musik für einen Honda-Werbespot haben sie auch schon gemacht.

Also ich weiss ja nicht, wie’s euch geht, aber ich habe voll Spaß daran, diese Szene für mich zu entdecken. Viel außergewöhnliche Musik und abgefahrene Videos!

Good Lucie Charm

Utsonomiya, die Hauptstadt der Präfektur Tochigi, hat ca 500.000 Einwohner und drei davon sind die Indie-Girlband Lucie, Too. Sängerin Chisa und ihre zwei Mitstreiterinnen erinnern mich an Surf Pop a la Best Coast und 90s Girl Grunge a la Belly, nur halt eben mit japanischen Texten. Die Vocals auf der neuen Single „EGOIST“ sind vielleicht ein bisschen saccharinsüß ausgefallen, aber grundsätzlich macht mir der Energieboost-Pop der drei  richtig gute Laune.

There Is A Razorlight That Never Goes Out

Ein Razorlight-Comeback, das durfte nur so aussehen: Auf keinen Fall hätte Johnny Borrell nach dem geflopptem Solo-Album mit eingeklemmtem Schwanz angewinselt kommen dürfen. Er musste mit stolz geschwellter Brust so tun, als wäre nichts passiert seit „Slipway Fires“. Als wäre wieder 2006, als wollte die Welt immer noch genau das hören, was sie zu Zeiten von „Stumble and Fall“ und „Golden Touch“ hören wollte. Und wenn er’s frech genug durchzieht, dann könnte er damit durchkommen.

Am 26.10. kommt das Comebackalbum „Olympus Sleeping“ und auch der neue Voarb-Track „Carry Yourself“, er klingt so original nach goldenen Razorlight-Zeiten, dass das klappen kann.

Interview: Blossoms

Schon Ende April erschien „Cool Like You“, das zweite Album der Blossoms. Kurz vorher war die Erfolgs-Indiepopband aus Stockport bei Manchester im Vorprogramm von Noel Gallagher auch in Deutschland auf Tournee. Ich hab’s ein bisschen verpennt, mein Interview vom damaligen Münchner Konzert auch endlich abzutippen und hier auf den Blog zu stellen. Das will ich heute endlich nachholen, schließlich gibt’s einen Anlass: Die Boys sind in diesen Tagen auf Deutschlandtour (u.a. am Donnerstag dem 11. auch wieder im Strom, München).

Interview: Blossoms weiterlesen

Norwegian Hollywood

Schon zwei Wochen alt ist das kommende Video, aber es steht, als ich dies poste, bei youtube noch bei unter 300 Views – und das, obwohl es sich um eine norwegische Supergroup handelt!

Aber wenn man „Hollywood“ und „Monster“ googlet, dann landet man nun mal bei zig B-Movies, bevor man beim Trio Hollywood ankommt, der gemeinsamen Band der drei eng befreundeten Songwriter Mikhael Paskalev,  Jonas Alaska und Billie Van.

Wenn einer der drei auf Tour ist, dann gehören die anderen beiden normal immer zur Liveband. Da lag es nahe, das Ganze offiziell zu machen und eine gemeinsame Combo zu gründen. „Monster“ ist ihre erste Single im Dreierpack.

Ein Interview mit Jonas Alaska gefällig? HIER habe ich eins von 2015.

KVB Dwelling

Eigentlich will ich gar nicht wissen, wofür die Abkürzung The KVB steht. Das kann man bestimmt googlen, aber viel lustiger ist doch, sich selbst was auszudenken: Königin von Belutschistan! Koffer voller Bandwürmer! Kamele verkaufen Butter! AUA!

Wofür The KVB aber garantiert steht, das ist schummriger Dunkelpop-Indie mit Shoegaze, Cure- und New Order-Anleihen. Am 12.10 kommt das neue Album des Londoner Duos, es heisst „Only Now Forever“ und ist ihr bisher poppigstes und zugänglichstes geworden. Case in point: Die Vorabsingle „On My Skin“

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.