Ride with me

Hoppla, fast hätte ich übersehen, dass RIDE das Video zu ihrer Comeback-Single „Charm Assault“ geteilt haben. Ich bin mir ja noch nicht so sicher, was ich von den zwei neuen Songs halten soll. Wir sind uns ja alle einig, dass die beiden Klassiker „Nowhere“ und „Going Blank Again“ sind. Die neue Nummer „Home Is A Feeling“ klingt aber mehr nach „Carnival of Light“ und „Charm Assault“ klingt wie ein Outtake von „Tarantula“. Beide Nummern sind okay. Aber so geflasht, wie ich von „Nowhere“ oder „Leave Them All Behind“ damals war, werde ich wohl in meinem Leben von Musik nicht noch mal sein.

Daze like these

Amelia Murray alias Fazerdaze macht ganz wunderbaren Neuseeland-Pop in bester Flying Nun-Tradition – und weil sie Fans in Deutschland bei Grönland Records gefunden hat (Poisel, Boy, Grönemeyer), wird bei ihrem kommenden Debütalbum hierzulande sogar richtig promotiontechnisch Gas gegeben! Neulich war die Lady in München für Interviews und wenn Anfang Mai ihr Album erscheint, könnt ihr hier unser Gespräch lesen. Hier schon mal das Video zur prima Single „Lucky Girl“

Review: The Jesus and Mary Chain

The Jesus and Mary Chain – „Damage and Joy“

Keine Frage – The Jesus and Mary Chain sind Legenden. Dass sie sich 19 Jahre nach ihrem letzten Album mit einer neuen Platte zurück melden, macht viele Leute sehr, sehr happy. Aber seien wir ehrlich: Da wird eine Menge verklärt.

Ich hoffe ja immer, dass nicht nur die Langzeit-Indiefans, sondern auch ein paar Kids auf meinem Blog landen. Denen muss man vielleicht erklären: Warum gelten die zwei ewig zankenden Brüder Jim und William Reid aus dem schottischen East Kilbride als solche unantastbar ewigcoole Schweinepriester? Deswegen zuerst eine Rückblende.

Also ab ins Jahr 1984. Auch in einer Zeit des Postpunk war der Ansatz der Brüder ganz schön radikal. Jim und William verknüpften in ihren Songs zwei polare Gegensätze: Einerseits schrieben sie klassische, bewusst simpel gehaltene Ohrwurm-Songs, die sich an den Sixties und nicht an ihren Synthpop-Zeitgenossen orientierten. Parallel starteten sie brachiale Feedback-Attacken auf die Gehörgänge – damals ein so nie gehörtes Stilmittel. Obendrein waren die zwei natürlich Typen, die Streit suchten. Das war die Attitüde, die sie an den Tag legten. The Jesus and Mary Chain spielten anfangs Konzerte, die nur 15 Minuten dauerten. Woraufhin das Publikum regelmäßig den Laden zerlegte. Schnell hatten sie einen Ruf weg. Review: The Jesus and Mary Chain weiterlesen

Ring My Isbell

Rock’n’Roll! Jason Isbell & The 400 Unit kündigen ihr neues Album The Nashville Sound“ an und schicken den Song „Hope The High Road“ voraus. Isbell schafft mal wieder das, was auch Ryan Adams immer schafft: Nichts Neues zu machen, aber dieses Americana/Mellencamp-Ding so gekonnt zu raffinieren, dass es wichtig und fresh klingt.

Weiterlesen: Zu Isbells letztem Album „Something More Than Free“ schrieb ich im Sommer 2015 DIES.

Happy when it rainbows

Angus Darling, Kool Breeze und Dr. Elliot Love-Wisdom. Hmm. Irgendwas gibt mir das Gefühl, dass das nicht die wirklichen Namen  der drei blonden Jungs von The Babe Rainbow sind. Das Trio aus dem Örtchen Rainbow Bay an der australischen Ostküste veröffentlich seit 2014 sporadisch schöne Sixties-eske Singles, Es scheint auch eine Verbindung der Band zu King Gizzard & The Lizard Wizard zu geben, die über das gemeinsame Label (Flightless) hinaus geht, aber ich habe noch nicht genau eruieren können, welche.

Wie auch immer, das Trio hat ein neues Video online gestellt, der Song nennt sich „Losing Something (Is Finding Something Else)“. Ich hoffe, das stimmt, ich suche nämlich meinen Kapodaster.

SXSW Vryll Action

Zur Zet läuft in Austin das Musikbranchentreffen South By South West – das Meeting, bei dem sich aufsteigende Bands zeigen. Auch das BBC hat eine Bühne organisiert, um ein paar britische Aufsteiger zu präsentieren – und so bekommen wir einen neuen Song von Liverpools The Vryll Society zu hören. Der Titel? Mir unbekannt. Die Single „A Perfect Rhythm“ ist es jedenfalls nicht, das hat die BBC falsch ausgezeichnet.

UPDATE: Aha, sie haben’s korrigiert: Der Song heisst „Shadow Of A Wave“

Auch Glasgows Catholic Action waren bei der Show dabei – hier gibt uns die BBC kein neues Lied, sondern die letztjährige Single „L.U.V.“  Trotzdem natürlich auch gut.

Review: Sean Heathcliff

Sean Heathcliff – „A Boy And His Rose EP“

Neulich hat mein itunes-Shuffle mal wieder „Don’t Panic“ von Coldplay in meine Playlist gewürfelt. Das hat natürlich wieder zu den üblichen zwei Reaktionen geführt, die in diesem Fall passieren. Erstens: Erleichterung – Puh, es ist niemand zu Besuch, der fragen könnte: „Wie, du hast fucken COLDPLAY auf dem Rechner?!“ Zweitens diese Mischung aus Wehmut und Erstaunen (Wehstaunen?), das Gefühl, wenn einem einerseits klar wird: „Menschenskind, die waren damals wirklich … (Sorry!) … gut! ‚Don’t Panic‘ ist ein wunderbarer Song! Ich meine, ich übte mal die Akkorde auf der Klampfe!“ Wenn einem aber andererseits die Realität im Kopf klingelt und tobt: „…und jetzt machen sie zynische, banalste Cash-in-Kaka mit den fucken Chainsmokers! Where did it all go wrong?“

Doch, das alles hat was mit Sean Heathcliff zu tun. Weil ich seine EP nachher mit Coldplay vergleichen werde.

Wir kennen Sean Heathcliff, auch wenn dies seine erste Veröffentlichung unter diesem Namen ist. Review: Sean Heathcliff weiterlesen

Review: Spoon

Spoon – „Hot Thoughts“

Die konstanteste Spitzenqualitäts-Band dieses Jahrtausends denkt nicht daran, ihren Level zu senken. Beim neunten Album sind sie angekommen, einmal mehr schrauben und justieren sie an ihrem Sound, der längst ihr unverkennbar eigener ist. Spoon, how do I love thee? Let me count the ways…

Verfolgt ihr Spoon? Habt ihr mitgekriegt, was die machen? Wie die das machen?

Spoon waren immer Meister der Reduktion. Kein Gramm Fett, habe ich immer gesagt. Nur Haut und Knochen und Sehnen. Keine Klangmalerei – Klangtuschezeichnung! Aber mit jedem Instrument in seiner andere Farbe. Linien, Formen, rund, kantig, winklig, spiralig, Flecken, Spritzer, Dynamik.

Spoons Songs sind immer ganz distinktiv instrumentiert. Will sagen: bei anderen Bands verschwimmen die Klänge manchmal ineinander. Was ja okay ist und oft beabsichtigt, siehe Shoegazer. Aber Spoon arbeiten halt anders. Jeder Ton ist klar umrissen. Wenn man den Kopfhörer aufsetzt, sitzen alle Instrumente an ihrem festen Platz. Zum Beispiel: Ein bisschen links die Gitarre. Etwas versetzt rechts das Klavier.

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Reach The Peach

Ganz schön lange haben wir warten müssen auf was Neues von den Screaming Peaches. Die Londoner Band, die unter dem Namen Movie schon 2014 als mögliche neue Blur getippt wurde,  hat seit ihrer letzten EP „Rough Music“ im September 2015 nichts mehr von sich hören lassen. Man dachte schon, die hätten die Flinte ins Korn geworfen – aber es gibt einen neuen Track und neue Hoffnung. Auch ein Video gibt’s bereits zu „Japanese Flower Garden“

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.