Whole Sløtta Love

Sommerhit!! Sommerhit!!

Seit Norwegens Sløtface ihre neue Single „Telepathetic“ draussen haben, bringt sie mich dazu, auf und ab zu hopsen.

Schon klar, eigentlich ist das keine wahnsinnig originelle Nummer – es ist halt Hispeed-Gitarrenpop. Aber hey. Irgendwie stimmen die Zutaten perfekt. Der Song kickt einfach.

Jetzt gibt’s auch ein gelungenes Video dazu: Haley Shea & Co als Kunstwerke. Nice.

Rückblick: Was hatte ich 2017 zum ersten Sløtface-Album zu sgen? DIES.

 

Review: Hatchie

Hatchie – „Keepsake“

Ich wollte hier ja eigentlich letzten Mai schon was Größeres zu Hatchies erster EP schreiben. Denn Harriette Pilbeam aus Brisbane hat darauf große Erwartungen erfüllt und noch größere geweckt. Ich hab aber nix geschrieben. Warum? Dazu gleich.

Los ging’s im Herbst 2017. Da tauchte Harriette alias Hatchie, bis zu diesem Punkt (wenig) bekannt als Mitglied der Indiepopband Babaganouj, mit ihren ersten Solo-Singles „Try“ und „Sure“ auf. Man hörte gleich: Da ist was im Busch. Diese Lady kann so richtig schönen Dreampop machen. 

Ein paar Monate später gab’s „Try und „Sure“ noch mal auf Hatchies erster EP, plus drei neue Songs. Diese fielen nicht ab. Sie hielten den Level und bestätigten die Qualität der ersten beiden Singles.

Aber ich habe dann eben doch keinen Text dazu gepostet. Der Grund: Mehr als zu sagen „Hey, echt schöner, gekonnter Dreampop“ wollte mir einfach nicht einfallen. 

Letzten Freitag ist nun Hatchies erstes ganzes Album erschienen. Es ist sehr gelungen. Na, versuchen wir’s: Kann ich diesmal mehr dazu sagen? Review: Hatchie weiterlesen

Wishing On A Zdar

Die VÖ des neuen Hot Chip-Albums „A Bathfull of Ecstasy“ letzten Freitag steht unter einer dunklen Wolke. Ihr habt’s vermutlich mitbekommen: Ihr Producer und enger Mitarbeiter Philippe Zdar, auch Teil vom französischen Elektro-Act Cassius, ist letzte Woche durch einen Unfall ums Leben gekommen.  Zdar dirigierte auch einige andere Lieblingsbands und Platten unseres Genres, z.B. Phoenix oder das letzte Album von Franz Ferdinand.

Das ist natürlich supertragisch. Supertragisch wäre aber auch, wenn dieser traurige Vorfall langfristig alles andere verdunkeln würde. Wenn man das Hot Chip-Album auch in der Zukunft nicht ohne Schwermut-Nebeneffekt hören könnte. Ohne ihn zu kennen, glaube ich, sagen zu dürfen, dass das nicht im Sinne von Zdar wäre. All seine musikalischen Buddies betonten, dass seine herausragende Eigenschaft (neben stilsicherem Geschmack) seine ansteckende joie de vivre gewesen sei.

Richtig wäre also, wenn man Zdar und sein Werk durch die Hot Chip-Platte erst recht feiert.  Zum Beispiel, indem man zur neuen Single „Spell“ so richtig abtanzt, denn die ist durchaus ein Banger.

 

Review: Childcare

Childcare – „Wabi-Sabi“

Es kommt der Moment, da sagt man: Eigentlich ist das ein Gimmick, den Childcare einsetzen. Da beginnt man an all den „Nanana“s und den „Ayyiiiaaaah“s und den „Aaah-Haaah“s zu zweifeln. Zu diesem Zeitpunkt fragt man sich: Ist das nicht nur ein billiger Effekt? Ein zu leicht durchschaubarer Zaubertrick, auf den Childcare sich verlassen? 

Aber das geht wieder weg.

Also, es ist so: Childcare sind ein Indiepop-Quartett aus London, das etwas nutzt, was viele Bands nicht nutzen: Die Gesangsstimmen aller Bandmitglieder. 

Allerdings übernehmen nur Frontmann Ed (meistens) und Bassistin Emma (manchmal) auch die Lead Vocals. Wer gerade keine Lead-Vocals singt, der gehört in diesem Moment zum Chor. Und dieser drei- bis vierstimmige Chor übernimmt quasi die Rolle eines weiteren Instruments. Statt dass da ein Keyboarder steht, der vielleicht eine Melodie spielen oder Soundeffekte in einen Song sprenkseln würde, übernehmen dies die Stimmen.

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Blossoms neue Blüten

Oha, die Blossoms sind aber aktiv. Ihr letztes Album ist doch erst ein Jahr alt? Dennoch legen sie schon ihre zweite Single des Jahres 2019 vor. Werden sie sich trotzdem an den in der Industrie üblichen zwei-Jahres-Turnus zwischen Alben halten? Oder darf man jetzt darauf spekulieren, dass ein neuer Longplayer vielleicht noch vor Ende des Jahre kommt? Na, wir werden sehen.

Zur ersten 2019-Single „I Have Seen The Future“ gab’s kein Video, zur Neuen („Your Girlfriend“) aber gibt es eins – und das ist gut so. Denn die fünf UK-Chartstürmer hatten erkennbar Spaß dabei, sich zu verkleiden und das kommt beim Anschauen zurück.

Review: Polish Club

Polish Club – „Iguana“

Novak und J-H haben sich ziemlich den Kopf zermartert übers zweite Album. Denn die Vorzeichen für die Neue sind ganz andere als beim Debüt.

Kennen gelernt haben wir David Novak und John-Henry Pacak als wild-lustiges Haudrauf-Duo. Als Polish Club loslegten, bevor sie Plattenverträge unterschrieben, in den Playlists der australischen Radios auftauchten und dann in den dortigen Charts, da war das ganze Projekt einfach nur etwas, das den beiden Spaß machen sollte. Novak sang so laut er konnte, J-H drosch ebenso in die Trommeln, die Songs waren kurze Garagen-Soulrockstücke. Eigentlich nicht hip – die letzten Erfolge der Hives und der White Stripes liegen ja doch länger zurück. Aber es kam an, down under. Als nach mehreren Singles die Zeit fürs erste Album „Alright Already“ kam, da ging es in australischen Top Ten.

Ich habe Polish Club letztes Jahr gesprochen, als sie auf einer ersten Deutschlandtour waren (im Vorprogramm von ABAY und Razz). Da sprachen wir schon übers kommende Album, an dem sie zu Hause längst arbeiteten. Man merkte, dass die beiden sich so ihre Gedanken machten. Vielleicht zu viele. Der unerwartete Erfolg hatte sie in einen Konflikt gebracht. 

Auf der einen Seite die Argumente der Weiterentwicklung: „Man will sich nicht wiederholen. Man will keine dieser Bands sein, die immer die gleiche Platte macht“ sagten Novak und J-H sinngemäß. 

Auf der anderen Seite: „Man darf dabei nicht zu weit gehen. Man darf die Fans, die man ja durch einen bestimmten Sound gewonnen hat, nicht vor den Kopf stoßen, indem man alles über den Haufen wirft. Man darf die eigenen Stärken nicht aus den Augen verlieren.“ Review: Polish Club weiterlesen

Play It Ridicool

Ziemlich aus dem Nichts kam letzte Woche eine neue Editors-Single: „Frankenstein“

Die Editors sind für mich ja eine Band, die durchaus die Tendenz haben, in Pathos und Lächerlichkeit abzugleiten. Das passiert ihnen allerdings deshalb, weil sie sich wenigstens immer mal wieder an etwas heran wagen, das sie überfordert.  Und weil  (das wissen wir von Adam Ant) der Satz „Ridicule is nothing to be scared of“ als eine der ganz großen wichtigen Popwahrheiten für immer gültig bleibt, sind mir Editors, auch wenn sie ab und an ins Klo greifen, lieber als so manch andere Band, die in unantastbarer Coolness nie ihren sicheren Bereich verlässt.

Die neue Single „Frankenstein“ ist so ein Fall. Kindergoth und Eurodance. Absoluter Quatsch. Aber genau deshalb halt schon auch irgendwie geil.

The Joy of Five

Was geht denn? Ich bin kurz beim Supermarkt, komme zurück an den Rechner und finde fünf neue Videos im Feed, die alle ihren eigenen Beitrag wert wären?!?

Ich fasse mal zusammen:

Erstens: „Sha Sha Sha“ hätte ich auch als Single ausgekoppelt. Fontaines D.C. Eh klar.

Zweitens: WIVES.  Die dritte Single der New Yorker Newcomer, die mich so an die frühen Pixies erinnern, weil sie diese Nörgeligkeit haben, dieses Struppige, dieses Dissonante.

Drittens: Fucken hell, ein neuer Song von Spoon! Spoon Spoon Spoon! Spoon Spoon daboon Spoon! Schwoon Schmoon Schloon Spoon! Boah wie liebe ich diese Band!
„The Best Of Spoon“ erscheint am 26.07. Eine Platte, die kein Mensch braucht. Weil gefälligst JEDER Mensch ALLE Spoon Platten eh längst haben sollte!!

Viertens: Ein neues Video aus dem dritten Album von Kyle Craft und seiner neuen Backing Band Showboat Honey. Diesmal eine Powerballade. Aber natürlich – wie immer bei Kyle – durch den Glamour-aus-der-Gosse-Filter.

Fünftens: Neues von den Pariser Post-Punks Rendez Vouz. Sie haben zum Titelsong ihres letztjährigen Albums „Superior State“ ein Video gedreht. Sägt ganz sauber rein, würde ich sagen.

Puh. Erst mal durchatmen.

 

I’m feeling Amasonic

Ich war von den letzten zwei Singles der schwedischen Supergroup Amason (= Mitglieder von Miike Snow, Dungen, Little Majorette plus Sängerin Amanda Bergman) ja schon eher enttäuscht. Zu schläfrig fand ich sie.

Auch die Neue beginnt sehr träge, aber dann entfaltet sich „Marry Me Just For Fun“ doch noch zu einem dieser schwermütigen 70s-Pop-Melodiewunder, für die wir Amason lieben. „Will you marry me just for fun? Who would do such a thing? I need more.“ singt Amanda. Tja… spekulier, spekulier: Die Gute war bekanntlich mit The Tallest Man On Earth verheiratet. Ob dieser Song wohl etwas damit zu tun hat?

Na jedenfalls: Der Song ist sehr fein, und das frisch erschienene Video dazu schafft es, gleichzeitig drollig zu sein und doch auch die Melancholie des Songs einzufangen und zu vertiefen.

I’m so DC my head is spinning

Wie gut ich die Fontaines D.C. finde, das habe ich ja bereits erwähnt.

Ich muss hier auch nicht weiter erklären, wer das ist und was und wie und warum – denn dafür gab’s hier ja ein ausführliches Interview.

Heute hat der US-Sender KEXP eine neue Livesession online gestellt. Na das will natürlich angeschaut werden.

Vier weitere Songs nach dem Break.

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