Archiv der Kategorie: Vintage Clips

Koze Fan Tutte

Ich beschwerte mich im letzten Post übers Sommerloch und darüber, wie wenige neue Videos erscheinen. Na da lobe ich mir die Leute vom Label 4AD, die ihren Speicher durchforsten und alte Klassiker abstauben.

„24“ war der Song, mit dem sie der Welt 1992 den jungen Mark Kozelek vorstellten. Damals war er der Kopf der Red House Painters. So quasi die erste Zeitlupenband, in die meine Ohren sich verliebten. Ihre ersten drei Alben sollten der Soundtrack zu den ersten großen Liebeskummer-Phasen meines Lebens werden, eh klar. Mann, die waren aber auch makellos! Ihre kristallklare, würdevolle, aber manchmal auch mit Augenzwinkern versehene Melancholie war bewegend und schaffte es doch immer, den Grad zum Pathos noch nicht zu überschreiten.

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All Pale Rock’n’Roll

Ich sagte doch bereits: ich werde eisern jeden Clip der Pale Saints, die von ihrem Label 4AD gerade wieder für youtube aus dem Archiv gekramt werden, hier auch weiterposten. Denn ich liebte diese Band aus Leeds. Ihre ersten zwei Alben sind makellose Beispiele für abseitigen Indiepop, wie er so pendelt zwischen Dissonanz und Schönheit, wie er knistert in der Spannung zwischen Noise und Melodie.

Ich glaube, ich habe das Video zu „Half Life, Remembered“ noch nie gesehen. Ich hätte mich ja sicher dran erinnert, an die eigentlich eher begrenzt ästhetischen Baked-Beans-und-Krümel-Kau-Szenen. So ist mir der Song immer in sehr guterErinnerung geblieben.

Naja. Artists, eh?

This, Masters‘ Voice!

Wie gestern erhofft: 4AD macht damit weiter, alte Pale Saints-Videos wieder aus dem Archiv zu kramen. Juhu! Ich werde sie alle weiter posten, jedes einzelne. Denn ich liebte diese Band.

Heute: „Throwing Back The Apple“ vom zweiten Album „In Ribbons“ (1992), noch mit Ian Masters als Sänger.

Ich hab‘ mich all die Jahre nie gefragt, was „Throwing Back The Apple“ eigentlich heissen soll. Aber jetzt, wo ich das Video sehe, das der Regisseur das Video ideenreich voller Äpfel packte, denke ich drüber nach.

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Sainted Love

Das Label 4AD ist offenbar gerade dabei, seinen Video-Backkatalog komplett auf youtube zu stellen. In den letzten Tagen haben sie einige neue/alte Videos von Lush hier platziert, u.a. die US-Version für „De-Luxe“…

… und jetzt kommen offenbar auch die Pale Saints an die Reihe. Mann, das war eine absolute Top5-Lieblingsband von mir damals! Ihre ersten zwei Alben „The Comforts Of Madness“ (1990) und „In Ribbons“ (1992) begeistern mich heute noch!

Auf dem dritten Album („Slow Buildings“, 1994) allerdings war ihr Mitglied Ian Masters nicht mehr an Bord. Ian, der auf der ersten Platte noch alleine sang (und ab der „Half-Life“ EP dann quasi abwechselnd mit Neu-Mitglied Meriel Barham, die wiederum früher mal die erste Sängerin von Lush war) muss wohl schon sowas wie ihr Ideengeber gewesen sein. Das dritte Album war ohne ihn einfach viel weniger interessant. Ians folgendes Soloalbum als Spoonfed Hybrid allerdings war prima.

Das Video, das 4AD jetzt aus dem Archiv gekramt hat, ist natürlich ausgerechnet vom dritten Album. Na, ich hoffe, es ist nur der Startschuss und dass weitere von der Plattenfirma neu digitalisierte Vintage-Videos der Pale Saints noch folgen.

Ach ja: Obwohl sich ja so viele Shoegazer und Dreampopper wieder vereinigt haben, steht eine Pale Saints-Reunion wohl nicht zur Debatte. Ian Masters lebt inzwischen offenbar happy in Japan und möchte nicht nach England zurück.

Without A Lush

Lustig. Als ich diese Tage meinen Text übers Album von Hatchie schrieb und naturgemäß der Name Lush als Beispiel für alte-Schule-Dreampop fiel, da wollte ich eigentlich den Clip zu ihrer 1992’er-Single „For Love“ als Klangbeispiel posten. Aber: Ich fand das Video auf youtube nicht. Also wurde es mal wieder „Nothing Natural“.

Offenbar hat auch Plattenfirma 4AD genau jetzt das Fehlen bemerkt. Heute ist das Video nachträglich hoch geladen worden.

p.s. Lush haben in der Zwischenzeit eine Wiedervereinigung hinter sich und sich auch wieder getrennt, Miki Berenyi (die mit den roten Haaren) hat eine neue der Band: Piroshka.

Feels Like 30

Tja. Da kann man sich ja immer einreden, dass man schon irgendwie jung geblieben ist. Aber dann liest man, dass heute zwei absolute Indie-Klassiker das 30ste(!) Jubiläum ihrer Veröffentlichung feiern. Kann das wahr sein? Dreissig verdammte Jahre?

Erstens ist da The Cures „Disintegration“. Ich und meine Kumpels waren seit „The Head On The Door“ und „Kiss Me Kiss Me Kiss Me“ riesige Fans und übertrafen uns damit, Cure-Singles und 12″s wegen ihrer B-Seiten zu sammeln. Die nahende VÖ ihrer Neuen war folglich ein Großereignis für uns. Wir warteten nägelkauend und besorgten uns das gute Stück am Tag des Erscheinens im heimischen kleinen Plattenladen. Nun ist „Disintegration“, von den Hitsingles abgesehen, ein Album, das sich in seiner prunkvollen Dichte und elegischen Langsamkeit nicht sofort erschließt. Ich muss so ehrlich sein: Zuerst mal waren wir heimlich ein bisschen enttäuscht. Aber wir haben uns schnell reingesteigert. Heute bezweifelt niemand: Dies ist ein absolutes Highlight der an Glanzlichtern nicht eben armen Cure-Diskographie.

Am 2. Mai 1989 erschien aber noch ein weiteres Album für die Ewigkeit. Eins, das auf der Insel sogar noch größere Wellen machen sollte. Aber das Debüt von The Stone Roses entwickelte sich erst mit Monaten Verspätung zum Dauerbrenner. Bis das bei mir im Oberallgäu ankam (Youtube und sonstiges Internet gab’s ja nicht), war es Spätherbst geworden. Egal, „The Stone Roses“ wurde eine prägende Platte, die noch Jahrzehnte später Bands beeinflusste bzw. beeinflusst und die ich heute noch gerne höre. Da kommt es auf ein paar Monate nicht an.

Give em Enough Hope

Heute ist rundes Jubiläum. Vor genau 20 Jahren erschien „Hope Is Important“, das Debütalbum von Idlewild. Mann, habe ich diese Platte damals rotieren lassen! Ich habe mir meine Gehörgänge von innen tapeziert mit diesen Songs!

Roddy Woomble und seine Crew, damals noch jung und wild, machten noch fetzigen, uungewaschenen Struwwelpop. Aber „When I Argue I See Shapes“ oder „I’m Happy To Be Here Tonight“ deuteten schon an, dass diese Kids echt Substanz hatten. Dass sie mal zu sowas wie Schottlands REM werden sollten, das konnte man hier schon schemenhaft erkennen unter all dem wilden Gekritzel. Eine Band fürs Leben. Wird’s mal wieder Zeit für ein neues Album? Das letzte ist von 2015.

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Vamos Manos!

Bands, die nur aus Gitarre und Drums bestehen, gab es schon lange vor den White Stripes. Rebecca Gates und Scott Piouf alias The Spinanes zum Beispiel machten eine meiner Lieblingsplatten des Jahres 1993: „Manos“ hieß das Debütalbum des Duos aus Kurt Cobains Heimatort Olympia, Washinton. Menschenskind, 25 Jahre ist das her? Gerade hat das Label Merge Records bekannt gegeben, dass es die damals auf Sub Pop erschienene Platte zum Jubiläum auf eine Neues veröffentlichen wird. Ich höre „Noel, Jonah and Me“, schließe die Augen und bin zurück in meiner beengten Studentenbude. Immer noch echt cool, das Lied. Aber froh, dass ich aus dem Loch raus bin, bin ich doch.

Something So Strange

Es gibt ja so einige Bands, da fragt man sich: Wieso sind die nicht viel größer? Das Potential, die Leute zu erreichen, ist doch zweifellos da!

Eine davon sind die Strange Names aus Minneapolis. Okay, ihr neo-80s-Sound ist nichts, was man nicht schon gehört hat. Aber sie machen smarte, griffige, manchmal herrlich bescheuerte Songs und Sounds. Case in point: „Into Me“, die Single, die das Trio seinem prima zweiten Album „Data“ voraus geschickt hat. Heute haben die Strange Names ein richtig schön beknacktes Video zum Song nachgeliefert. Jetzt mal ehrlich: Ist das nix, was die Millionen Phoenix- und The Killers-Hörer mögen könnten?

Weil mich das so an die 80s erinnert, juckt mich das, ein Video aus dem Jahr 1983 zu posten. Ich hätte auch Wang Chung, Hall & Oates oder Howard Jones posten können, aber ich picke die Naked Eyes.

Holding Out For A Perro

Es ist da, das Sommerloch.
Erstens gibt’s weniger Veröffentlichungen als noch zwischen März und Mitte Mai und damit auch weniger Material für Blogposts. Nicht nur, was Review und Interviews betrifft. Auch aktuelle Videos, die ich weiter leiten kann, um darauf hinzuweisen oder meinen Senf dazu abzugeben, sind rarer gesät.
Zweitens: Naja, wenn’s draußen angenehm ist, verbringe ich natürlich auch weniger Freizeit vorm Rechner. So habe ich noch das eine oder andere Interview auf der Festplatte, das darauf wartet, hier verwertet zu werden. Aber die Motivation, mich dafür auch Stunden hinter den Bildschirm zu klemmen? Begrenzt.

Aber gut, wenn ich gerade keinen Post fertig habe, kann ich mich auf meinen trusty old itunes-shuffle verlassen. Er wird ein Lied picken, das mich flasht und schon werde ich was mitteilen wollen.

Was finde ich in diesem Moment so toll an „God Knows“ von El Perro del Mar (2006)?

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