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What did you expect from 2018, Pt.1

Hallo, 2018!
Wirst du ein gutes Indie-Jahr werden? Die ersten Anzeichen sind nicht schlecht. Auf so einige spannende Newcomer dürfen wir uns freuen – darüber habe ich neulich schon mal einen Post geschrieben. Natürlich warten wir aber auch auf so einige Größen und persönliche Favoriten, die sich zurück melden.

Ich habe eine Liste unter folgendem Motto zusammen gestellt: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“. Dies sind Platten, die fürs neue Jahr schon definitiv angekündigt wurden, die man sicher erwarten oder zumindest realistisch erhoffen darf – oder über die man wenigstens spekulieren kann.
Plötzlich standen da über 30 Namen auf meinem Zettel. Deswegen teile ich die Liste in drei Beiträge auf.
Los geht’s mit Teil 1.

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Review: Cut Copy

Cut Copy – „Haiku From Zero“

Hmm. Ich war mal richtiger Riesenfan von Cut Copy. Sowohl „In Ghost Colours“ als auch „Zonoscope“ waren in den Top 3 meiner Lieblingsalben der Jahre 2008 bzw. 2011. Ich jubelte innerlich beim Gedanken an diese Band. Eine australisches, lässiges Update von New Order? Was klang an dieser Idee nicht ideal?

Aber die neue Platte löst vergleichsweise wenig aus bei mir. Dabei sind die Songs nicht erkennbar schlechter. Sie sind sogar klarer, definierter, mehr auf den Punkt. Vielleicht ist das ihr Problem?

Timing ist sicher auch eine Sache. Natürlich hat man sich mit der Zeit an Cut Copy auch ein bisschen gewöhnt. Heute ist das schwer vorzustellen, aber 80-Revival-Sounds waren mal was Freshes. In den 90ern waren Synthies sogar lange so krass verpönt, dass es was fast Unverschämtes hatte, als nach der Jahrtausendwende die ersten Bands auftauchten, die Keyboards einsetzten. Es war, als machten die das aus Trotz gegen die jahrelange Unterdrückung durch Grunge, NuMetal und Britpop.

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The Towers That Be

Große Hoffnungen setzte ich in das Synthpopduo April Towers aus Nottingham, als vor zwei Jahren etwa ihre ersten Singles erschienen. „No Corruption“ und „Arcadia“  hatten für mich beinah den Level von New Order. Auf ihren folgenden Songs bzw. ihrer EP seitdem haben Alex Noble und Charlie Burley zwar nicht enttäuscht, aber die Spitzenleistung der ersten Songs doch noch nicht wieder erreicht. Inzwischen steht tatsächlich das Debütalbum vor der Tür, eingeläutet wird’s mit der Single „Takes One To Know One“.  Ein Song, der untypischerweise nicht auf einer Synthloop, sondern einem  Gitarrenriff einreitet. Das Video zur Single liegt jetzt vor.

Review: The Embassy

The Embassy – „Background Music For Action People EP“

Ach guck. Die sind auch noch aktiv. Vier Jahre hatte man so gar nichts gehört vom Göteborger Duo The Embassy, da sind sie mir vom Radar verschwunden. Umso erfreulicher die Überraschung: Doch, sie machen weiterhin Musik. Und ja, sie klingen haargenau wie immer. Genau soll hat es zu sein, bei dieser Band.

Fredrik Lindson (Gesang) und Torbjörn Håkansson (Produktion) gründeten ihr Popduo 1999. Ihr Debüt „Futile Crimes“ kam 2002, klang aber nach 1988. Nach Tweepop, post-C86 sowie zarten Schritten Richtung Tanzbarkeit, nach den prä-Baggy Vibes des erwachenden Manchesters. Das war nett und keinerlei Vorwarnung für den Klassiker, den sie 2005 raushauen sollten.

Okay, ein Klassiker ist ihr zweites Album „Tacking“ nur in eingeweihten Kreisen. (Wir nennen uns jetzt mal so, ähem.)  Aber die Platte war super. Sie war wie der Blick in ein alternatives Universum, in dem 1990 kurz vorm Erscheinen von „Screamadelica“ stehen geblieben war. Review: The Embassy weiterlesen

Review: Rey Pila

Rey Pila – „Wall Of Goth EP“

Ich hab’s versucht. Ich wollte durch die Beschreibung der neuen Rey Pila EP durch kommen, ohne das Wort „Strokes“ fallen zu lassen. Denn welche Band wird schon gerne dauernd mit einer anderen verglichen? Und das dann über Jahre?

Aber es hilft ja nix. Ich komme nicht dran vorbei. Sorry also, aber in dieser Rezension wird ein Wort mantraartig wiederholt werden und es ist ein Anagramm von „Stoerks“.

Nun denn. Seit ihrer Gründung 2010 in Mexico City gelten Rey Pila als „die mexikanischen Strokes“. Zuerst mal der Gitarren, der Ausstrahlung, der Schnodderigkeit wegen. Später gab es dann tatsächliche eine enge Verknüpfung. Frontmann Diego Solórzano und seine Band ließen sich in New York wieder, Ihr starkes zweites Album „The Future Sugar“ (2015) wurde nicht nur von Strokes-Sänger Julian Casablancas produziert, es erschien auch auf seinem Label Cult Records – und es klang mit seinen leicht übersteuerten Vocals, seinen schugga-schugga-schugga- und Niieröörnh-Gitarren und seinen knalligen Synthies, als hätte man die Tron-Strokes von „12:51“ auf Albumlänge ausgewalzt. Man musste das Album nicht wahnsinnig originell finden, aber daran, dass es famosen Indierock-Spaß machte, gab es keine Zweifel.

Eineinhalb Jahr nach diesem Album melden Rey Pila sich jetzt mit einer EP zurück, aber Cult Records scheint nicht mehr involviert zu sein. Review: Rey Pila weiterlesen

Different Days, same bands!

Slowdive, JAMC, Ride, The Stone Roses, Swervedriver, Blur … überall wiedervereinigte Lieblingsbands von 1990/91!  Nur The Charlatans nicht – weil die sich nie getrennt haben!

Am 26. Mai kommt ihr neues Album „Different Days“, es ist Nummer Dreizehn, und es wartet mit lauter Gästen auf: Paul Weller zum Beispiel, Gilian und Stephen von New Order und sogar Johnny Marr, der gleich auf mehreren Songs seine unverkennbare Gitarre jubeln lässt – nicht zuletzt auf der Vorabsingle „Plastic Machinery“.

Ach ja, und Tim Burgess ist immer noch blondiert. Ich dachte, das ist eine Geschmacksverirrung, die man ihm mal zugestehen darf, zum zweiten Soloalbum. Aber „Oh No I Love You“ erschien 2012! Und seitdem ist der Gute an keinem Spiegel vorbei gekommen? Oh well.

Review: Ten Fé

Ten Fé – Hit The Light

Große Hoffnungen setzt ihr Label PIAS in Ben Moorhouse und Leo Duncan, das Londoner Duo Ten Fé. Ich kann nachvollziehen, warum das so ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Platte Ende des Jahres so richtig stark „performt“ haben wird, wie man in der Labelsprache sagt. Denn eins ist „Hit The Light“ ohne jeden Zweifel: Breitenwirksam. Was sowohl die Stärke als auch die Schwäche dieses Albums ist.

Eine Menge Einflüsse kann man hier hören: So fließt der erste Song „Overflow“ in flotter, beständiger Krautrock-Motorik, „Elodie“ dagegen geht definitiv in Richtung Americana – Lord Huron und Robert Francis waren die ersten Bands, die mir beim Hören dieses Songs in den Sinn kamen. „Twist Your Arm“ wiederum bewegt sich mit Gospelchor und Piano in Richtung „Screamadelica“-Territorium und „Another Way“ erinnert an die frühen OMD ca „Joan Of Arc“. Klingt nach einem Album der Extreme? Ein Trugschluss, genau das stimmt nicht. Review: Ten Fé weiterlesen

New World Towers

Hach! Kennt ihr diese neue Gefühlachterbahn?
1. „Oha! Das neue Video der April Towers!!“
2. „Ach Mist – ist Youtube. Kann ich wieder nicht teilen.“
3. „Halt Stopp! Geht ja seit gestern! YAY!“

Juhu. Also – die April Towers, das prima Synth-Duo aus Nottingham, hat seine jüngste Single „Get Recovered“ vor wenigen Wochen veröffentlicht. In meinen Ohren ist es ihre stärkste seit ihren frühen Nummern „Arcadia“ und „No Corruption“. Nun legen sie das Video nach. Ein schlichter Performance-Clip, aber warum nicht?

Review: Kaiser Chiefs

kaiserchiefsstaytogetherKaiser Chiefs – „Stay Together“

Macht’s gut, Kaiser Chiefs.

Eigentlich bin ich eine treue Seele. Ich halte Bands lange die Stange. Ich erlaube ihnen, mal ein mieses Album zu machen und höre mir die nächste wieder mit offenen Ohren an. Auch den Kaiser Chiefs bin ich ewig zur Seite gestanden. Aus Nostalgie. Aber jetzt trennen sich unsere Wege.

Erinnern wir uns an bessere Tage: „Employment“ (2005) war einfach eine Platte, die uns eine wahnsinnig gute Zeit bereitete. Was für Hits! „I Predict A Riot“, „Oh My God“, „Every Day I Love You Less And Less“, „Modern World“ – die prägten nicht nur eine Atomic Saison, sondern sie blieben unkaputtbar. Sie holten Britpop-Euphorie auf den Dancefloor zurück, man musste einfach mitfeiern.

Okay, an „Ruby“ hatte man sich dann schnell satt gehört. Zumal das zweite Album „Yours Truly, Angry Mob“ (2007) daneben einfach keinen weiteren Song bot, an den man sich heute erinnert. Bei „Off With Their Heads“ (2008) war es dann schon so, als hätte die Welt die Kaiser Chiefs vergessen. Ich aber habe mir die Platte damals schön gehört. Review: Kaiser Chiefs weiterlesen

Review: April Towers

Silent FeverApril Towers – „Silent Fever EP“

Hmm. Da wartet man, dass eine Band endlich mit ihrem Debütalbum um die Ecke kommt, und dann gibt’s doch erst mal nur wieder ne EP. Die dann auch noch nur drei neue Songs liefert. Das kommt mir ein bisschen vor, als würde da jemand Zeit schinden.

Aber gut, es soll uns trotzdem Anlass sein, noch mal auf die April Towers einzugehen. Denn ich setze große Hoffnungen auf das Duo aus Nottingham, das letztes Jahr mit den Singles „Arcadia“ und „No Corruption“ einen Traumstart hingelegt hat. („No Corruption“ habe ich sogar für unseren Ein-Kasten-Augustiner-Preis nominiert.)
Der Sound der April Towers: 80s-Synthpop. New Order / Pet Shop Boys / OMD / Depeche Mode. Clevere, sophisticated Popmusik, der ich einen leichtem Indie-Einschlag unterstelle bzw. ihn mit Macht hinein interpretiere. Wenn die eine oder andere Gitarre durchschimmert, wenn das Grundgefühl ein melancholisches ist, wenn das ganze sehr bewusst auf Stil setzt, dann ist das doch Indie, oder? Wenn man beim Hören der Musik vorm geistigen Auge graue Bilder nordenglischer Nebel-Tristesse empfängt – ja doch, dann sind da genug Überschneidungen, dass man es als Indie empfinden darf.

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