Archiv der Kategorie: Interviews

Interview: The Vaccines

Am Freitag erschien „Combat Sports“, das vierte Album von The Vaccines. Es hat sich eine Menge getan bei der Band, die 2011 so vehement in die Szene platzte. Hits wie „Wrecking Ball (Ra Ra Ra)“, „If You Wanna“ und „Post Breakup Sex“ machten die (damals) vier Londoner zur UK-Indieband des Jahres, ihr Album „What Did You Expect From The Vaccines?“ wurde zum Millionenseller. Doch daran konnten sie nie hundertpro anknüpfen und das führte zu so einigen Krisen, die die Jungs vor „Combat Sports“ überwinden mussten. Darüber hat Gitarrist Freddie Cowan im Telefoninterview erstaunlich offen gesprochen.

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Interview: George Ezra

Die meisten meiner Interviews mache ich heutzutage mit dem Telefon. Die Zeiten, in denen man als Musikjournalist durch die Welt jettete, sind nun mal vorbei. Wenn wiederum die Musiker selbst nach Deutschland geflogen werden, dann quasi immer nach Berlin. Das Label von George Ezra aber hat seinen Sitz in München, also kam der Brite höchstselbst in die Landeshauptstadt, um über sein zweites Album „Staying At Tamara’s“ zu sprechen. Das muss man ausnutzen, wenn man jemand schon mal von Angesicht zu Angesicht vor sich haben kann. 

Und da ich das Interview also schon habe und George sich als freundlicher, sympathischer Typ entpuppte, teile ich es hier doch auch, oder? Ruft da irgendwer „Das ist nicht indie genug! Das ist zu mainstream für diesen Blog! Der läuft ja sogar dauernd im Radio!“? Dazu sage ich: Ach Gottchen. Ihr müsst jetzt ja nicht weiterlesen. Und der nächste Text über eine obskure Band kommt bestimmt.

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Fragebogen: Jake Bugg

Vor ein paar Wochen machte Jake Bugg auf seiner aktuellen Tournee Station in München. Ich nutzte die Gelegenheit, ihm mein Aufnahmegerät unter die Nase zu halten. Ein Interview zum aktuellen Album „Hearts That Strain“ hatten wir zwar schon im Heft (und auch hier auf dem Blog), aber wir haben ja auch unseren albernen Fragebogen namens „Bloß nichts über Musik“ im Programm. Jake spielte mit bei dem Quatsch.

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Interview: Albert Hammond Jr.

Oha. Ein echter Stroke am Telefon! Albert Hammond Jr. hat nicht nur sein viertes Soloalbum fertig, sondern auch ein neues Alter Ego: „Francis Trouble“ ist sowohl der Albumtitel als auch eine Kunstfigur, benannt nach Alberts Zwillingsbruder Francis, der als Fehlgeburt schon im Mutterleib starb.

Ich finde: Man spürt, dass Albert sich mehr und mehr als Solist emanzipiert. Seine ersten zwei Soloalben, sie klangen für mich noch wie Überbrückungen der Phasen, in denen The Strokes auf Eis lagen. Seit „Momentary Masters“ (2015) aber merkt man, dass „AHJ“ auf seine Alleingänge die gleiche, wenn nicht mehr Betonung legt als auf die Platten seiner Band. Macht ja auch Sinn. Die Strokes liegen auf Eis und ob es noch mal weitergeht, weiss niemand.

Albert hat einen Interview-Marathon-Tag und steht spürbar unter Strom, das merkt man sogar durchs Telefon. In der Viertelstunde, die ich zugeteilt bekomme, redet er schnell und viel. Interview: Albert Hammond Jr. weiterlesen

Interview: Moaning

Auch wenn ich mich wiederhole: Alleine das kleine Sub Pop-Logo auf einer CD ist immer ein Grund, hinzuhören. Wen hat das langlebige Grunge-Kultlabel da jetzt wieder gesignt? Moaning, ein junges Trio aus LA, das einen zwischen Post-Punk und Grungepop seine Klangheimat gefunden hat. Gestern erschien ihr Debütalbum. Moaning-Sänger Sean Solomon hat mir ein email-Interview beantwortet.

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Interview: Marlon Williams

Gestern (16.02.) erschienen: Das zweite Album von Marlon Williams. Wer hier regelmäßig auf dem Blog vorbei schaut, kennt den Namen – schon Marlons erstes Album hat mich sehr begeistert. Der Neuseeländer hat erstens eine dieser Stimmen, bei der es einem kalt den Rücken runterläuft. Zweitens setzt er diese Stimme sehr geschmackssicher ein – bevorzugt als Interpret und Sänger von Country, Folk und Americana. Auf seinem neuen Album „Make Way For Love“ kommen sogar ozeanische Klänge mit ins Spiel. Davon – und darüber, dass „Make Way For Love“ ein Trennungsalbum ist – soll uns der gute Mann aber selbst erzählen. Ein Telefongespräch von München nach Lyttelton, NZL. Interview: Marlon Williams weiterlesen

Interview: Kyle Craft

Ich habe mich hier auf dem Blog schon mal darüber beschwert, dass es für das wunderbare englische Wort „unhinged“ keine wirklich ideale deutsche Übersetzung gibt. Denn „hinge“ ist bekanntlich das Scharnier bzw. Gelenk. „Unhinged“ wären also z.B. Türen oder Fenster, die nur noch lose in der Angel schwingen oder sogar völlig aus der Verankerung gefallen sind. Oder ein ausgekugelter Arm. Man könnte auf deutsch vielleicht „freischwingend“ sagen… aber wann verwendet man schon mal das Wort „freischwingend“?

Was hat das mit Kyle Craft zu tun? Nun, der US-Songwriter schreibt Lieder, die genau das sind: „unhinged“. Einerseits haben die Songs eine klassische 70s-Anmutung, andererseits sind sie irgendwie losgelöst, von der Leine gelassen, nicht ins Raster einzupassen. Kyle sagt das Wort „unhinged“ selbst mehrfach in unserem Gespräch – ich hatte den guten Mann anlässlich der Veröffentlichung seines zweiten Albums „Full Circle Nightmare“ nämlich am Telefon.
Im Text übersetze ich „unhinged“ dann zähneknirschend mal mit „freigeistig“, mal mit „losgelöst“.  Ihr merkt’s dann schon, wenn ihr an der Stelle ankommt. Interview: Kyle Craft weiterlesen

Interview: AWOLNATION

Wenn ich über AWOLNATION schreibe, muss ich immer noch mit Under The Influence Of Giants anfangen. Denn diese Band hat mein Lieblingsalbum der Saison 2006/2007 geliefert. Als damals in England alle Bands anfingen, sich gleich anzuhören, feierten die Kalifornier ein papageibuntes Mid-80s-Revival. Doch ein Erfolg ist das Ganze leider nie geworden, eher ein spektakulärer Flop.

Aaron Bruno sang damals bei UTIOG. Erst ein paar Jahre später tauchte er wieder auf, mit einem Soloprojekt namens AWOLNATION – und einem Hit namens „Sail“, der langsam, aber sicher zum unerwarteten Welterfolg wurde. „Sail“ rettete Aarons Existenz, so ist ihm auch herzlich egal, dass manche Leute das alte „One-Hit-Wonder“-Schlagwort ausgraben. Der Song hat ihm ermöglicht, AWOLNATION vom One-Man-Projekt zur Band zu entwickeln, viele Türen geöffnet und eine treue Fans beschert, die auch seine Alben lieben. Mit „Here Come The Runts“ hat der leidenschaftliche Surfer gestern das dritte davon veröffentlicht. Ich hatte ihn mal wieder am Telefon. Interview: AWOLNATION weiterlesen

Interview: Shame

Wir schreiben gerade mal das zweite Wochenende von 2018 und das zweite Mega-Album des Jahres ist bereits erschienen. Aus London kommen zu uns: Shame. Fünf junge Männer, die Druck machen. Ihre Klänge sind schroff, grummelnd, brodelnd. So dass man nur darauf wartet, dass der Ausbruch kommt. Ich sprach mit Sänger Charlie Steen am Telefon über ihr Debütalbum „Songs Of Praise“.

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Interview: Tyler Childers

Wir schreiben gerade mal das erste Wochenende von 2018 und das erste Mega-Album des Jahres ist bereits erschienen. Okay, in den Staaten steht „Purgatory“ von Tyler Childers schon seit August in den Läden. Sonderbar eigentlich, dass es in Zeiten des Internet immer noch verschiedene Release-Dates gibt. Aber egal – Hauptsache, das Ding ist seit Freitag auch in Deutschland erhältlich.

Denn „Purgatory“ ist in den USA die Sensation der Saison in Sachen Alternative Country schlechthin. Sturgill Simpson himself hat Hand angelegt, ebenso Johhny Cash-Producer David Ferguson. Aber diese Namen sollen nicht das Licht von dem Mann in den Schatten stellen, der diese Songs schrieb und singt: Tyler Childers, 26-jähriger Rotschopf aus Kentucky. Ein freundlicher, nachdenklicher Typ. Und falls sich jemand auf diesen Blog verirrt hat, der immer noch glaubt, Country-Sänger seien geistig Schmalspur fahrende Provinz-Dödel, dann lege ich demjenigen Personen das folgende Interview umso mehr ans Herz.

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