Alle Beiträge von hankfurbisher

Lights! Catholic! Action!

Zickzack-Gitarren, Mitmarschier-Rhythmus, augenzwinkernd-clevere Lyrics und Glasgow als Heimatstadt – und trotzdem haben Catholic Action es noch nicht geschafft, offiziell zu den neuen Franz Ferdinand erklärt zu werden. Was vielleicht auch daran liegt, dass die alten Franz Ferdinand noch sehr vital und aktiv sind.

Anyway. Catholic Action haben ihr zweites Album angekündigt. Es wird „Celebrated By Strangers“ heißen. „One Of Us“ ist die erste Vorab-Single.

How much is the Artificial?

Schon als sie noch Night Engine hießen, wurden Artificial Pleasure oft mit David Bowie verglichen – weil Sänger Phil MacDonnell eine ähnlich schneidende Stimme hat.

Ich finde aber, die neue Single hat tatsächlich diesen stolpernden Groove, dass sie aus Bowies 80s-Schaffensphase (ca „Let’s Dance“) stammen könnte.

Mehr Info zur Band? Da erlaube ich mir eben, auf meinen Text zum erste Album der Band aus dem letzten Mai zu verlinken.

Cherry Calls Portugal

Es gibt Duette, da sagt man: „Ja klar! Eigentlich ein Wunder, dass die jetzt erst gemeinsam was machen!“

Die Kombi Cherry Glazerr vs Portugal. The Man gehört NICHT dazu. Wer hätte gedacht, dass das junge kalifornische Powergrrrl und die Groove-Indiepopper aus Alaska zusammen finden würden? Also ich mal nicht.

Sie greift aber gut ineinander, diese Kombination, oder? Liest man den Songtitel „Call Me“, denkt man sich erst: „Ist das wohl ein Blondie-Cover?“ Nein, ist es nicht. Hätte aber sicher auch funktioniert.

Wrestling & Relocation

Geht doch! Ich wusste doch, wie ich die Video-Flaute beenden kann! (siehe unten)

Schon haben Chappaqua Wrestling ein Filmchen zu ihrer aktuellen Single „Is She Happy Turning On Her Side?“ online gestellt. Fie Jungs stammen eigentlich aus Manchester, sind jetzt aber nach Brighton an die englische Südküste umgesiedelt. Kann man behaupten, beides irgendwie in ihrem Sound zu hören? So nach dem Motte: Aus Manchester kommen die Jangle-Gitarren, aus Brighton die – verhältnismäßige – Sonne und Helligkeit?

Re-remembering the Cars

Seit sechs Tagen kein neuer Post auf dem Blog. Sorry, ich bin einfach zuletzt auf kein Video gestoßen, das mir sagte: Ich MUSS geteilt werden!

Aber wir wissen auch: Immer wenn ich einen Beitrag schreibe, in dem ich mich über eine Flaute beschwere, passiert folgendes: In den nächsten Stunden prasseln drei bis fünf neue Videos auf einmal ein. Als ob die Welt mich widerlegen wollte.
Na gut, dann probieren wir doch mal aus, ob das heute auch klappt.

Posten wir also etwas aus dem Archiv. Es ist inzwischen fast einen Monat her, dass die The Cars-Frontmann Ric Ocasek gestorben ist. Damals wollte ich eigentlich schon was schreiben. Aber dann hatte ich viel um die Ohren und es war eh genug im Netz zu lesen, da habe ich’s nie fertig gestellt.

Jetzt denke ich mir: Eigentlich ist es sogar besser, so spät dran zu sein mit der eigenen kleinen Würdigung. Die erste Nachruf-Blase ist verpufft – aber The Cars waren schließlich eine Band, die in Sachen Postpunk, Synth- und Powerpop langfristig prägend war. Darauf darf man auch und erst recht nachträglich noch mal hinweisen.

Klar, am bekanntesten war Ric Ocaseks Band für Synthpop-Hits aus den Mitt-Achtzigern wie „You Might Think“, „Drive“ oder „Hello Again“ sowie für ihr ’77er Powerpop-Debüt mit Hits wie „Just What I Needed“ oder „My Best Friend’s Girl“.

Im Nachhinein finde ich aber die Platten dazwischen fast am interessantesten. Alben wie „Candy-O“ oder „Panorama“ hatten nicht die großen Profil gebenden Hits, aber sie waren musikalisch spannend. Hier waren The Cars in erster Linie new wavey, man konnte Verwandtschaft zu Talking Heads oder The Cure entdecken. Als Beweis poste ich hier den Titelsong von „Panorama“.

The Cars sind eine Band, die wir nicht vergessen wollen – und ihr Echo in Bands wie Public Access TV, Strange Names, Weezer oder The Strokes wird auch noch länger dafür sorgen, dass wir’s nicht tun.

Coffin To Worry About

Heute mal ein Abstecher nach Kopenhagen: Von hier stammt die Band The Love Coffin.

Das ist einer dieser Bandnamen, bei denen man gleich weiss, was einen erwartet: Gruftpop mit sehnsüchtig romantischer Note. 80s-Indierock zwischen The House Of Love und The Cure. Check.

The Love Coffin kündigen mit der Single „Nothing At All“ ihr zweites Album an, das im Frühjahr 2020 erscheinen soll. Interessant: Als Producer liest man den Namen Guy Fixsen. Hey, der stand in den frühen 90s auf vielen meiner Lieblingsplatten! Guy war Mitglied von Laika und er produzierte u.a. Musik von The Breeders, Stereolab, Slowdive, My Bloody Valentine, Pixies, Throwing Muses, The House Of Love, The Boo Radleys, Chapterhouse, Lush, Ultra Vivid Scene und und und… aber ich habe ihn lange schon nicht mehr gelesen. Interessante Wahl. Die wohl auch verdeutlicht, welchen Sound sich The Love Coffin vorstellen.

Calm Together

Im August haben City Calm Down ihr drittes Album veröffentlicht.

CCD sind eine Band, die ich hier auf dem Blog ja wirklich nicht selten gefeaturet habe. Nicht zuletzt deshalb, weil sie wirklich viele Videos drehen. Stammgäste des Blogs wissen also Bescheid. Aber falls sich jemand eher zufällig hier hin verirrt hat, noch mal eine Kurzzusammenfassung über diese Band.

Also: City Calm Down stammen aus Melbourne und in ihren ersten Jahren veröffentlichten sie sehr vielversprechende EPs und Singles. Da suchten sie allerdings erkennbar noch ihre Richtung. Mal waren sie Synthpop-tanzbar a la Cut Copy, mal schienen sie eher Australiens Interpol sein zu wollen. Auf ihrem ersten Album „In A Restless House“ (2015) machten sie dann stellenweise auch auf The National und The Killers, aber das ergab insgesamt ein gut funktionierendes Album. Ihre Zweite „Echoes In Blue“ (2018) litt dafür ein bisschen unter zu viel Schwermut und Düsternis. Das hat die Band selbst erkannt und „Television“ nicht mal eineinhalb Jahre später nachgelegt, die Platte ist spontaner und peppiger.

Klar, dass sie jetzt als neues Video aus „Television“ genau den einen Song gepickt haben, der meine Behauptung, die Platte sei „peppiger“, als Ballade widerlegt. Trotzdem alright: „Cut The Wires“

This and That Dog.

Oha. Eine Reunion, von der ich gar nix mitbekommen habe!
Dabei waren That Dog eine meiner Lieblingsbands der 90s!

Als Fan dieser Band stand ich allerdings recht alleine auf weiter Flur. Ich habe nie jemand gefunden, der genauso begeistert war. Auch in den USA, wo die Band kleine Erfolge feierte, betrachtete man sie immer auch mit einem gewissen Argwohn.

Denn Sängerin Anna Waronker ist die Tochter von Lenny Waronker, dem langjährigen Boss von Warner Bros und von Dreamworks. Cheffiger geht’s nicht in der Musikindustrie. Also unterstellte man Anna immer, dass ihre Band ohne Nepotismus keinen Plattenvertrag gekriegt hätte. (Ihr Bruder Joey Waronker, gefragter Studio-Drummer und Live-Mitglied u.a. von Beck, REM und Atoms For Peace, musste sich mit sowas nie herum schlagen.)

Auch ihre Bandmitglieder Petra und Tanya Haden hatten als Töchter von Jazz-Größe Charlie Haden Verbindungen ins Musikbiz.

Nun gut, das wusste ich nicht, als ich That Dog erstmals hörte. Ich fand einfach nur super, wie diese Ladies schmirgeligen Breeders-Indie mit lieblichen dreistimmigen Gesangsharmonien und Geigen kontrastierten. Drei prima Alben machten That Dog zwischen ’93 und ’97. Ein Mal sah ich sie live, da supporteten sie die Foo Fighters im Flughafen Riem. Das muss zum ersten Foos-Album gewesen sein?

Nun gut. Zu meiner großen Überraschung stoße ich heute auf ein neues That Dog-Video. Aha: Eine der Haden-Schwestern (Geigerin Petra) ist nicht mehr dabei. Damit fehlt natürlich was: Die Harmonien sind nur noch zweistimmig, die Gitarren dominieren.

Übrigens: Die Haden-Schwestern sind Drillinge. Die Dritte im Bunde, Tanya Haden, spielt Cello und war natürlich auch immer mal mit That Dog im Studio. Außerdem ist sie mit Jack Black verheiratet – kein Wunder also, dass er im Video auftritt. Einen Bruder haben sie auch noch: Charlie Haden von der prima Band Spain.

Mehr That Dog nach dem Break:

This and That Dog. weiterlesen

You don’t have to be DMA to work here…

Vor ein paar Wochen posteten die DMA’s auf Facebook ein Foto von Tommy O’Dell im Mikrophon-Booth eines Aufnahmestudios und schrieben dazu „New music coming soon!“ Klar, seitdem warte ich nägelkauend auf dieses neue Material.  Statt einer neuen Single haben die drei nun aber erst mal einen weiteren Clip aus ihrer MTV Australia Unplugged Session gepostet: „Feels Like 37“ .

Weitere Neuigkeiten aus dem Lager der Band: Nachdem Slowthai absagen musste, weden die DMA’s den Support der Liam Gallagher-Tour durch England übernehmen. Na das passt doch prima.