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Hart Aber Färöer*

Neues von Marius Ziska, unserem Favoriten von den Färöer-Inseln.

Marius geht den Weg, den er von seinem Debüt „Recreation“ (2013) bis „Portur“ (2018) ging, konsequent weiter. Seine neue Single „Falli Til Jarðar“ ist einmal mehr nicht Englisch – das hat der Songwriter aus Søldarfjørður wohl hinter sich gelassen. Auch verschiebt sich das Verhältnis zwischen analogen und elektronischen Instrumenten auf dieser behutsamen Popnummer einmal mehr in Richtung Elektronik.

Zu Fans von Marius wurden wir damals durch seine pfiffigen Gitarrenpopsongs auf Englisch. Dies hier jetzt ist was Anderes, aber immer noch feine Musik. (Auch wenn ich das Video nicht noch mal sehen muss. Den affektierten Tänzer und sein Schleierding finde ich affig. Oh well.)

‚* Okay, nicht hart. Aber ich konnte diese Überschrift nicht lassen.

Catholics Canonymous

Nach ihren ersten Singles dachte man: „Hey, diese Catholic Action – die können zu den neuen Franz Ferdinand werden – und das nicht nur, weil sie ebenfalls aus Glasgow stammen!“

Das hat, fast vier Jahre nach der ersten Single „L.U.V.“ aber noch nicht ganz hingehauen.

Dabei wäre das Songmaterial dafür ja durchaus da. Der Message ihrer neuen Single „People Don’t Protest Enough“ kann man nicht widersprechen – alleine der Songtitel ist super!
Aber um die nächste Stufe zu nehmen, müssten diese Schotten wohl noch ein bisschen… knackiger, snazzier, klarer sein. Wir drücken die Daumen, dass sie den Knopf dafür noch finden. „People Don’t Protest Enough“ ist schon mal prima, aber man hat halt das Gefühl, da geht noch mehr.

tricot in schwarz

… und schon der zweite Post heute aus Japan! Prog bzw Math Rock ist ja normal nicht so unbedingt mein Sound, aber tricot machen mich schon baff mit der Komplexität ihrer Musik.

Zehn Jahre nach ihrer Gründung hat die Band um Sängerin/Gitarristin Ikumi Nakajima aus Kyoto nun erstmals einen Vertrag bei einem Major Label unterschrieben. Auf dem asiatischen Markt ist die Firma Avex Entertainment ein großer Player, man hat sich mit J-Pop und K-Pop-Bands oben etabliert. Es wird interessant, wie tricot in dieses Schema passen bzw was Avex für tricot erreichen kann. tricot sind immerhin eine der wenigen JPN-Bands, die schon international Tourneen auf die Beine gestellt hat – und das noch als Indie.

tricots neue Single heisst, wie auch das Album: „Makkuro“ (真っ黒) – zu deutsch: Reines Schwarz. Entsprechend ist das neue Albumcover offenbar einfach nur pechschwarz – jedenfalls im Downloadstore. Das heisst auch: Ich kann jetzt gar nicht anders, als auf diese Szene zu verlinken.

New Björk, New Björk

Ach guck – Es ist so, gestern hatte ich tatsächlich mal wieder einen Sugarcubes-Flash. Ich habe meine Lieblingssongs der Isländer endlich mal von CD auf meinen Rechner gezogen. Eigentlich eine Schande, dass ich das nicht viel früher gemacht habe, denn die Band war superwichtig für mich, als ich Indie für mich entdeckte. Mein erstes Band-T-Shirt war von der „Here Today, Tomorrow, Next Week“ Tour.

Und heute? Stellen meine japanischen Shoegaze/Dreampop-Favoriten Luby Sparks eine neue Single online und es ist eine Coverversion von The Sugarcubes‘ „Birthday“.

Diese neue Version ist fast lieblich. Das Original war natürlich schräger – und die junge Björk wird unvergleichlich bleiben, ein außerirdisches Elfenwesen, deren Vokalakrobatik Luby Sparks-Sängerin Erika Murphy vernünftigerweise gar nicht erst versucht, nachzuahmen. Aber man macht Coverversionen ja nicht, um einen Song zu kopieren, sondern um eine andere Nuance freizulegen.

Ein Song für Australien

Seit Tagen raufe ich mir die Haare, ich kann schon gar nicht mehr zuschauen, wenn ein weiterer Beitrag über die Buschbrände in Australien läuft.

Heute sind elf Grad in München – which is nice, aber das ist nicht nur eben zwei Grad wärmer als normal im Januar. Das ist ca 20 Grad wärmer, als es Mitte Januar sein sollte! Ich kriege Horror vorm Sommer!

Dass es immer noch Climate Change Denier da draußen gibt, die glauben, die Welt der Wissenschaft bilde sich das alles nur ein (oder die es einfach nicht wahrhaben wollen und hoffen, sich es glaubwürdiger einreden zu können, wenn sie es laut tun), das erfüllt mich mit Konsternation.

Ich habe jetzt immerhin ein paar Euro gespendet, über den Umweg der Blogfavoriten Polish Club aus Sydney.

Novak und J-H haben bekannt gegeben: „We wrote a protest song for a Eurovision entry but it didn’t get selected. So we’re releasing it w all $ from it going to Australian Red Cross for bushfire relief.“

Listen & donate: https://bestpolishclub.bandcamp.com/track/shout

Noch mal: Es gibt also einen neuen Polish-Club-Song, nur auf bandcamp, geschrieben als Beitrag für Eurovision, aber abgelehnt. Alles Geld geht an das australische rote Kreuz. Man kriegt „Shout“ für 1 AUS $, kann (soll!) aber gerne mehr bezahlen. Geht ja alles an den guten Zweck.

Ich teile hier keinen Clip von „Shout“, denn um den Song zu hören, sollt ihr bitte auf Bandcamp gehen und was für die Buschfeuer spenden.

All These Things That Ivory Done

Als ich hier das letzte Mal einen Song von Ivory Wave postete, da zeigten sich die Brummies (= Typen aus Birmingham) als Lads im Happy Mondays-Oasis-Kasabian-Stil: Trainingsanzüge, Dosenbier, Attitüde. Aber wie es mit Lads oft so ist: Raue Schale, herzensguter Kern.

Na, das jedenfalls entnehme ich ihrem Video zum Song „Young Blood“. Dies nämlich ist eine fast schon sentimentale Britpop-Ballade, die gegen Ende hin so richtig die Soundschichten auftürmt, inklusive Gospelchor.

Marvel at D.C.

Auch Fontaines D.C., die Macher meines Lieblingsalbums von 2019, haben ein neues Video geteilt. Zwar gab’s schon ein Video zu „Liberty Belle“, als sie den Song 2018 erstmals als Single veröffentlichten. Allerdings haben die Dubliner den Song fürs Album neu aufgenommen, jetzt wollten sie die neue Version auch noch mal mit Bildern untermalen. Fair enough, auch wenn’s letztlich ein typischer Live/on-the-road-Clip ist.

Hayley Hayley Rock’n’Roll

So, es geht los mit dem Jahr 2020. In Advent und Nachweihnachtszeit haben Künstler und Labels ihre neuen Videos noch zurück gehalten, nun brechen die Dämme. Gefühlt jedenfalls. Heute kann ich gleich mehrere kleine Posts rausjagen.

Los geht es mit der dritten Single von Ex-Jezabels Hayley Mary, die am 24.01. ihre Solo-Debüt-EP veröffentlicht. Ihre neue Single heisst „Like A Woman Should“ und einmal mehr erkennt man hörbar, dass Johnny Took von den DMA’s seine Finger im Spiel hatte.

First Look 2020

Die erste Band, die 2020 mit einer neuen Single begrüßt, das sind Melbournes Husky. Das Duo aus Gideon Preiss und Husky Gawenda hat seinen neuen Song „SYWD“ genannt, und ich weiss leider nicht, wofür diese Abkürzung steht. Im Netz findet man die „Schiffs- und Yachtwerft Dresden“, aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Australier diese zum Thema ihres neuen Songs gemacht haben.

Na jedenfalls: Husky, die wir seit drei Alben als sympathische Folk-Melodieband kennen. haben hier ein ganz schön ambitionierte Nummer hingelegt. Im Verlauf des Songs kommen Holzbläser, Streicher und Synthbass zum Einsatz. Kann man da schon von Prog-Folk sprechen?