Alle Beiträge von hankfurbisher

Kleine Kollektion 2020/11

Heute ist Freitag, und freitags finde ich gerne mal gleich mehrere neue Singles auf einmal in meinem Feed.

Fangen wir an in Fukuoka. Von hier stammt das Quartett Ocelott. Die Plattenfirma sagt, die Band sei inspiriert von „Sophie Pop“ (sofisutu poppu) aus den Achtzigern. Aaaha. Heisst dass, in Japan nannte man das, was man im UK C86 nannte und mit dem Label Sarah Records in Verbindung brachte, so? Wurde aus Sarah = Sophie? Oder ist „Sophie“ es eine Abkürzung von „sophisticated“? Na anyway, nice!

Ungleich rauer geht’s bei den FEWS aus Malmö zu. Die amerikanisch/schwedisch/englische Band hat heute ihre „Dog E.P.“ veröffentlicht. FEWS zeigen hier, dass es auch nach dem Ausstieg von Ex-Co-Frontman David weitergeht.

Nicht weit von Malmö liegt Lund, die Heimat von The Radio Dept. „Video“ kann man zu dem minimalistischen Clip zur neuen Single des Duos, das nun auch schon fast 20 Jahre schummrig-spröden Nugaze-Pop macht, kaum sagen. Aber der Song ist mal wieder echt fein.

Zuletzt ein neuer Clip der Drips aus Leicester. Tja, wenn sie aus Japan kämen, würde man ihre Musik wohl „Sophie Pop“ nennen.

Dais of our Lives

Seit ihr eine Band, die nach 80s klingt? Aber nicht nach 1981, sondern nach 1984? Dais Records ist euer Label! Schickt hier euer Demo hin – wenn ihr gut genug seid! Hier sind Bands wie Private World oder Drab Majesty unter Vertrag. Bands, die auch vor 36 Jahren gut in die Welt von New Order, The Fixx, Siouxsie & The Banshees oder China Crisis geprägte Post-New-Wave-Welt gepasst hätten. So die Sammelmenge aus frühem Goth, New Romantics und wavigem Synthpop.

Auch die ursprünglich aus Sydney stammenden und jetzt in LA ansässigen Death Bells veröffentlichen über Dais Records. Mit der Single „New Signs Of Life“ starten sie die Kampagne für ihr gleichnamiges zweites Album., das am 25.09. erscheinen soll.

Reel around the Fontaines

Dass sich das zweite Album der Fontaines DC anbahnt, hat ja inzwischen jeder mitbekommen. Dass Labels heutzutage vor so einer Release in immer kürzeren Abständen vorab neue Songs und Videos aus der Platte online stellen, während es früher nur eine oder höchstens zwei Singles gegeben hätte, das wissen wie inzwischen auch. Kombiniere, kombiniere, sagt Sherlock Holmes: Zeit für einen dritten Vorgeschmack aus „A Hero’s Death“.

Kleine Kollektion 2020/10

2003 habe ich das Album „The Strangest Things“ von den New Yorkern Longwave viel gehört. Die Platte passte in eine Zeit, als Interpol und The Strokes riesig waren und daher auch Bands, die irgendwo dazwischen lagen (wie z.B. Stellastarr*, The Stills und eben Longwave) viel Beachtung kriegten. Ein Zufalls-Erinnerungs-Flash brachte mich neulich dann drauf, ihr Video von „Wake Me When It’s Over“ zu suchen – und zu meinem Erstaunen fand ich neue Clips. Denn Longwave sind noch bzw wieder aktiv! Zwischen 2008 und 2018 haben sie pausiert, aber 2019 haben sie sich mit einem Album namens „If We Ever Live Forever“ zurück gemeldet. Von dieser Platte haben Sänger Steve Schiltz & Co heute ein neues Video geteilt.

Nach der Comeback-Band nun Newcomer: The Snuts aus einem Provinzörtchen in Schottland sind, so wird erzählt, der neue Hype nördlich des Adrianswalls. Wenn das stimmt, kann ich schon nachvollziehen, warum. Die Jungs klingen sehr Kooks-ig, aber ihre Beats sind mehr auf die heutigen Hörgewohnheiten zugeschnitten. Mich haut’s nicht um, aber ich freue mich immer über junge Indie-Gitarrenbands, die weiter Spaß an der Sache haben und die neue Kids für den Sound begeistern können.

… und wo wir schon beim Thema „junge Bands, die junges Publikum in Sachen Indiegitarren erreichen“ sind, dann poste ich doch auch mal die neue Single von Giant Rooks. Der Band, zu der man „Hammer Band“ sagen kann, alleine weil sie ursprünglich aus Hamm stammt, braucht meine Blog-Unterstützung null nicht. Es ist zur Zeit wohl kaum jemand gefragter in Indie-Deutschland. Man legt ein Lied der Giant Rooks auf und alle Girls rennen kreischend auf die Tanzfläche, alle! Sind Giant Rooks nun echt so viel toller als der Rest aller Bands zur Zeit? Nö, aber sie sind gut. Mich freut’s, dass es eine junge Band gibt, die was kann und die eine solche Wirkung hat. Ihre neue Single „Heat Up“ hat Pep, ist eine wirklich eine geschickt gestrickte, gut gemachte Popnummer, die die Indie-Dancefloors noch über kommende Jahre zum Hopsen bringen kann. Wenn Ende August das Album kommt, geht’s in die deutschen Top Ten. Ich weiss, wir Schlauberger haben diesen Reflex, enorm gefeierte Bands zu beargwöhnen – aber versuchen wir mal, diesen Snobismus abzulegen. Eine echte Hitband, die für neue Kids als Einstiegsdroge funktionieren kann, hilft der gesamten Szene.
Dass man so einen Satz über die Giant Rooks schreibt, noch bevor das Debütalbum draußen ist, das sagt doch schon ein Menge.

 

Kleine Kollektion 2020/09

… und einmal mehr begint der Tag mit gleich mehreren neuen Clips in meinem Feed.

Los geht’s mit den Mystery Jets. Das aktuelle Album („A BIllion Heartbeats“)  der Band von der Themseinsel Eel Pie Island ist ein bisschen übersehen worden – eigentlich sollte es schon letzten Herbst erscheinen, dann kam ein Krankenhausaufenthalt von Sänger Blaine Harrison dazwischen. Der zweite Anlauf wurde von der Corona-Krise überschattet. Grund genug, noch mal ein Video nachzulegen.

Ihr Album „Zonoscope“ war meine Lieblingsplatte von 2011, aber zuletzt sind Cut Copy ein bisschen auf der Stelle getreten. Für August haben die Elektronikpopper aus Sydney nun ihr neues Album „Freeze Melt“ angekündigt. Der Vorab-Song „Cold Water“ wirkt durchaus vielversprechend. Geht fast ein bisschen in die New Romantics-Richtung, was? Ich sage das, weil’s mich ein bisschen an die 80s-Band China Crisis erinnert. Natürlich moderner.

Noch mal Sydney: Auch der meiner Meinung nach famose Singer/Songwriter Josh Pyke hat einen neuen Song geteilt. „Don’t Let It Wait“ ist, ironischerweise bei diesem Titel,  inzwischen schon der vierte Vorab-Track aus dem kommenden Album „Rome“.

 

 

Lights Cameo Action!

Seit zweieinhalb Wochen ist „Sideways To New Italy“ draußen, das zweite Album von Rolling Blackouts Coastal Fever. Wobei, ihre ersten zwei EPs kann man ja auch fast als Alben gelten lassen? Na egal. Jedenfalls, die allgemeine Reaktion ist so „Hey, echt gut wieder, aber ‚Hope Downs‘ hat uns irgendwie noch mehr gepackt.“

Das, argumentiere ich, liegt in der Natur der Sache. „Hope Downs“ war für die meisten Hörer die erste Begegnung mit RBCF.*  Da gab’s auch einen Überraschungseffekt, der sich beim zweiten Mal nicht wiederholen kann.

Ich sage: Die Neue hält den stetig hohen Level dieser Band, und das muss man erst mal schaffen. Und je öfter man die Platte hört, desto mehr merkt man, dass sie genauso gut ist wie alles, was wir von RBCF kennen. Es gibt ein neues Video aus dem Album: „Cameo“

‚* Das gilt freilich nicht für die regelmäßigen Leser dieses Blogs – wir haben die Herren schon bejubelt, als ihre erste EP frisch erschienen war. Nur um uns nachträglich noch mal auf die Schulter zu klopfen…

Billion Strings

5 Billion in Diamonds hatte ich ja überhaupt nicht mehr auf dem Zettel! Zu meiner Entschuldigung: Es liegt nun mal in der Natur von „Supergroups“ und Nebenprojekten, dass sie oft nur eine Platte machen und dann war’s das.

Das Debütalbum des Psychedelia/Dancepop-Projekts von Butch Vig (Garbage, Nirvana-Producer), den Elektronik-Musikern James Grillo & Andy Jenks und einer Handvoll Sängern – bevorzugt Ebbot Lundberg von Soundtrack Of Our Lives – vor drei Jahren konnte man  echt gut anhören. Trotzdem habe ich nicht echt damit gerechnet, dass es ein langfristiges Ding werden würde. Scheint aber so zu sein, denn hier gibt’s eine neue Single, einmal mehr mit Ebbot Lundberg am Mikrofon. Der Song klingt fast klassisch nach Soundtrack Of Our Lives, nur halt mit gestreamlineten Beat.

btw: Die Video-Version des Songs ist unter zwei Minuten lang, sie endet nach dem ersten Refrain. Die Single auf itunes dauert aber dann doch dreieinhalb – es gibt noch ein Instrumental Break, eine zweite Strophe und ein Comeback des Refrains.

Kleine Kollektion 2020/08

Jetzt geht’s aber los hier! Auch heute gibt’s gleich einen kleinen Stapel spannender neuer Videos!

Fangen wir in Wales an: Aus Cardiff kommen Private World, die wir hier auf dem Blog ja schon seit ihren ersten Singles verfolgen. Sehr spannend ist ihr sehr spezifischer 80s-Revival-Sound, der sich nicht auf typischen  early 80s-New Wave, sondern eher so auf die Ära 83/84 bezieht, auf Platten, die vom jüngst verstorbenen Rupert Hine hätten produziert werden können. Jetzt haben Private World ihr erstes Album angekündigt: „Aleph“ erscheint am 28.08. Vorab gibt’s die Single „Hypnagogia“.

Auch Lord Fascinator aus Melbourne hat ne neue Single: „Beyoglu“ ist dabei streng genommen nicht neu, sondern sollte eigentlich auf seinem Album „Water Sign“ von 2018 landen. Damals hat man sich umentschieden – und heute den Track nachträglich doch noch veröffentlicht.

Wir bleiben in Australien und kommen zu The Lazy Eyes. Dazu folgendes: Neulich ist „Innerspeaker“ zehn Jahre alt geworden. Das heisst, jetzt kommen die Bands nach oben, die „Innerspeaker Natives“ sind. Siehe The Lazy Eyes aus Sydney. Diese vier Buben sind superduper jung und sie haben Tame Impalas und King Gizzards Musik quasi in Fleisch und Blut aufgenommen, kaum dass sie der Muttermilch entwöhnt wurden. So klingen jedenfalls die drei allesamt bereits meisterlichen Songs, die es bisher von ihnen gibt und die ab morgen auf der „EP 1“ versammelt werden.