Schlagwort-Archive: Henrik Berggren

The Class of 2017

Auch dieses Jahr wieder, eh klar: Wir vergeben den ein-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres 2017! Hurra!Was hat es damit auf sich? Wer ist nominiert? Mehr dazu:

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Meine Alben 2017, Pt.6 (5-1)

Finaaaaale! Der Countdown geht zu Ende. Hier jetzt also die Top 5 meiner persönlichen Lieblingsalben des Jahres 2017. Wie immer inklusive ein paar Zeilen zu den jeweiligen Platten. Also gut, have fun!

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Get off of my Clown

Eine Sache, die ich nie verstehen werde, das sind die Bonus-Tracks auf Alben.

Hey, Musikindustrie!  Entweder ein Song ist gut genug fürs „richtige“ Album. Oder er ist eben nicht ganz gut genug oder passt nicht in den Zusammenhang. Dann lässt man ihn weg.

Warum macht man verspätete Bonus-Versionen mit Extra-Tracks? Um Fans das Gefühl zu geben, eine „besondere“ Ausgabe des Albums zu besitzen, ihnen in echt aber drei Euro mehr aus der Tasche zu ziehen und sie eigentlich mit B-Material abzuspeisen?  Um die Fans, die sich sofort die erste Version des Albums besorgten, zu ärgern, weil sie neue Tracks nachkaufen müssen, während die Spätkommer gleich alle kriegen?

Eine meiner größten musikalischen Freuden dieses Jahr war das Comeback von Henrik Berggren, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Das am 5. Mai erschienene Soloalbum des Sängers der legendären Kultschweden Broder Daniel ist eine bewegende, große Platte.

Nun hat Henrik nachträglich auch ein erstes Video aus dem Album gedreht. Zum Song „You Wore The Crown, I Played The Clown“ – den ich noch nicht kannte. Es stellt sich raus: Schon am 12.5. erschien eine Bonus-Version von „Wolf’s Heart“ mit drei zusätzlichen Tracks. Wie doof! Ich sollte mich über das Erscheinen des Videos freuen – statt dessen ärgere ich mich, dass ich drei Songs monatelang nicht mitgekriegt habe,

Nun denn. „You Wore The Crown…“ hält für mich tatsächlich mit den genialen Stücken des Albums wie „Wild Child“, „Parties“ oder „Run Andy Run“ nicht Schritt. Es ist ein Lied über einen früheren Weggefährten, der große Erfolge feierte, während es Henrik schlecht ging. Ich frage mich, ob es um Ex-Broder Daniel-Mitglied Håkan Hellström geht, der zum SWE-Superstar avancierte? So oder so, Henrik kommt hier doch sehr bitter rüber. Auf den besten Songs von „Wolf’s Heart“ fühlt man intensiv mit ihm mit. Hier weniger.

Review: Henrik Berggren

Henrik Berggren – „Wolf’s Heart“

Ich habe „13 Reasons Why“ noch nicht gesehen. Die Diskussion habe ich aber natürlich mitgekriegt. Es ist eine Gratwanderung, wenn man in der Popkultur mit Selbstmord und Depression umgehen will. Vieles, was gut gemeint war, ist sehr naiv und kann auch als Verherrlichung rüberkommen. Wir sind von diesem Thema fasziniert und das schon lange. Bereits Goethes „Leiden des jungen Werther“ sorgten für eine Selbstmordwelle.

Viele von uns haben diese Gedanken schon gehabt. Wir sind durch Täler der Depression gegangen oder stecken fest drin. Wir haben Leute im Freundeskreis, die „suchtgefährdet“ sind, wie man das dann nennt. Die einfach von allem mehr brauchen, als gesund ist, Alkohol, Zuneigung, Thrills. Konsterniert lernt man, dass helfen und oft auch nur verstehen zu können unsere Fähigkeiten übersteigt. Manchmal sind die Gefühle so übermächtig, dass sie jede Logik und Vernunft besiegen. Wer selbst in dieser Spirale gefangen ist, weiss, dass das nichts mit Romantik zu tun hat. Aber wenn Künstler diese emotionalen Unwetterkatastrophen zum Ausdruck bringen, sind wir berauscht von ihrer Ausdruckskraft. Wir müssen aufpassen, echte Krankheit und irren Schmerz nicht zu glorifizieren.

Henrik Berggren hat 13 Jahre lang keine neue Platte gemacht. Seine Rückkehr ist ne Sensation, ne absolute Sensation. In Schweden wurde die Berggren-Soloplatte schon zum sagenumwobenen Mythos. Henrik war der Frontmann von Broder Daniel.  Review: Henrik Berggren weiterlesen