Archiv der Kategorie: News und Kommentar

In Bed With Morrissey

Morrissey hat also eine neue Single draußen und schon wird wieder heftig diskutiert. Ich wollte mal eben meine Deutung des Textes beitragen.

Obwohl es wenige Leute gibt, die so direkt und konkret werden in ihren Texten, ist schon interessant, was die Leute so hinein lesen. Ich glaube, jeder Fan will, das Moz auf seiner Seite steht und legt die Texte entsprechend in seine Glaubensrichtung aus.

Es gibt schon seit Anfang der 90er Stimmen, die wollen Morrissey in die rechte Ecke stellen. In Bed With Morrissey weiterlesen

Live-Blog: Grand Prix d’Eurovision

So. Heute mal ein neues Experiment.

Erst mal fragt ihr Euch: Der Grand Prix-Quark? Ernsthaft? Hier?

Es ist so: Unerwartet hat mich kürzlich ein Kumpel auf seine Grand Prix Party eingeladen. Da sagt man natürlich zu, denn das klingt nach Gaudi. Im kleinen Kreis beschissene Musik hören bzw. gucken und drüber lachen – what’s not to like? Ich habe mich also seelisch darauf eingestellt, Samstag Abend diesen beknackten Grand Prix zu glotzen in all seiner Idiotie.

Jetzt hat das nur mit der Party nicht geklappt. Ich sitze zuhause mit Wodka und ein paar sonderbaren Säften, die ich für Mixgetränke mitnehmen wollte.

Jetzt hab’ ich mich drauf eingestellt und guck mir den Quatsch an und trink dazu den einen oder anderen Mix. Und ich schreibe live mit, weil ich immer schon mal rauskriegen wollte, ob ich das hinkriege, so einen Liveblog. Ob ich nicht viel zu langsam tippe und mir auch spontan genug Zeug einfällt.

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Paisley Park is in your heart

Ach Schitt.

Prince war halt schon ein Genie, das kann auch ich als Indie-Heini anerkennen. In den 80ern hatte er einen Lauf, da wurde alle Gold, was er anfasste. Heute, wo so viel Musik gleichgeschaltet klingt, fällt im Nachhinein erst auf, was für eine krasse Bandbreite er abdeckte und wie weit er immer wieder die Grenzsteine verschob.

57 ist kein Alter, um zu sterben.

Ich wollte das Video von einem meiner drei Prince-Lieblingslieder posten, aber sein Label scheint sehr gründlich gewesen zu sein, alles zu sperren. Deswegen nur meine Hitliste:
1. Paisley Park
2. If I Was Your Girlfriend
3. Alphabet Street

Ich bin keiner von denen, die Muster erkennen wollen, wo keine sind. Ich glaube ich nicht daran, dass 2016 irgendwie verhext wäre oder so. Menschen sterben nun mal. Ich werde sterben. Du wirst sterben. Zwischendrin lasst uns versuchen, Glück zu erkennen und nach Jim Jefferies Lebensphilosophie zu handeln: „Please try not being a dick!“

Dann doch lieber die Bunnymen

no echoÄhem. Ein paar Tage danach auch von mir ein Wort zum Echo. Obwohl ich mir den Quatsch nicht angeschaut habe und es nie tun würde. Aber man kriegt ja alleine durch den Facebook-Feed seiner Freunde was mit und die eine oder andere Häme-Kritik liest man dann ja doch.

Also gut. War es offenbar mal wieder eine totale Katastrophe. Die Rückständigkeit und Provinzialität der deutschen Musikindustrie bzw. ihrer Kundschaft wurde mal wieder der Welt präsentiert (als wenn’s so wäre – KEINE internationale Publikation zuckte mit der Wimper – und dass, obwohl’s einen Skandal-Echo für Frei.Wild gab, was doch gefundenes Fressen gewesen wäre: „Neo-Nazi Band Receives German Music Award!“).

Ansonsten war ein Sieger peinlicher als der Andere – ich will mir die Liste der Gewinner gar nicht erst anschauen, um nicht am Leben zu resignieren. Entsprechend verheerend ist das alljährliche Echo auf den Echo. Facepalms galore.

Aber mei. Was erwartet ihr denn? Der Echo ist kein Kritikerpreis, sondern ein Award, der Jahr für Jahr die erfolgreichsten, meistverkaufenden Künstler (ähem) auszeichnet. Das ist sein riesiges Problem.

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Ein Fussel auf der Federboa

Bowie Header

Ich bin nicht der, der einen Text zu David Bowie schreiben sollte. Echt nicht. Andere Leute haben Anekdoten und persönliche Treffen zu bieten, sie haben Initiations-Ereignisse erlebt und prägende Einschnitte in ihrem Leben durch Bowie erfahren. Habe ich alles nicht.

Aber hey. Es ist ja auch nicht so, dass es möglich wäre, heute einfach nichts zu sagen.

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How much is the fish? 300€!

So. Heute mal ein paar Worte über ein Thema, das mir schon länger auf der Seele liegt.

Gestern nämlich kam eine email ins Büro anlässlich der kommenden Tournee von Scooter. Aber es geht nicht um Scooter, um Himmels willen.

Es geht um folgendes: Man kann bei dieser Tournee Tickets in vier Kategorien kaufen: Das „normale“ Ticket. Das „Gold“-Ticket für 150€. Das „Platin“-Ticket für 200€. Und das „Titan“-Ticket für 300€.

Als Wahnsinns-Specials gibt es: Sicht auf die Show vom VIP-Podest, „Early Entry“ (man darf als Erster in die Halle) und 10% Merch-Nachlass (Gold-Ticket). Dazu kommen Poster, Meet & Greet mit Scooter inkl. Selfie-Schuß (Platin) sowie on top Extra-VIP-Pass, Autogrammkarte und „man erlebt 5 Songs direkt von der Bühne aus“ (Titan-Ticket)! Na super. 10% weniger fürs eh überteuerte Hoodie bezahlen, und die Halle als erster betreten dürfen, was für ein Luxus – endlich darf man länger auf die Show warten als alle Anderen!

Aber es geht nicht darum, dass Scooter (die vermutlich mit dieser Aktion selbst herzlich wenig zu tun haben und wenn überhaupt, nur einen Vorschlag eines Managements abnickten) hier ihre treuesten Fans schröpfen für einen minimalen Gegenwert. Das tun sie nämlich nicht. Auf die treuesten Fans zielen diese Angebote gar nicht ab.

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Wer seid das, Indie?

Nicht nur Interviews sind verloren gegangen, als letztes Jahr mein alter Blog vom Netz ging. Anfang 2014 schrieb ich zum Beispiel einen Aufsatz zum Indie-DJ-Dasein an sich. Eine Art Manifest meines Indie-Glaubens. Ich bin wieder auf diesen Text gestoßen und finde, der gilt auch im Spätsommer 2015. Nicht zuletzt, weil ich – so sieht’s jedenfalls aus – wohl bald wieder hinters DJ-Pult zurück kehre, macht es auch Sinn, noch mal meine Indie-Definition zu umreißen.

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Im Jahr 2014* noch Indie-DJ zu sein und sich auch als Indie zu definieren – was bringt das noch?

Hier eine Antwort. Meine.

Eklektizismus wird heute überall groß geschrieben. Einen bestimmten Sound zu picken und sich darauf zu konzentrieren, gilt als kleingeistig. Erst neulich wieder schrieb eine meiner aktuellen Lieblingsbands, Alpine nämlich, auf facebook, ohne erkennbaren Anlass: „Never restrict yourself to one genre of music“. Damit haben sie unbestritten Recht. Engstirnigkeit, Verbohrtheit, können nie was Gutes bedeuten.

Trotzdem hat mich das mal wieder zum Nachdenken gebracht. Denn es gibt ja auch eine Kehrseite des Ganzen. Wer seid das, Indie? weiterlesen

Mando Ciao?

opener mandoMittwoch haben Mando Diao auf ihrer Website eine ziemliche Bombe platzen lassen. Es hat mich ein bisschen erstaunt, wie gering das Echo darauf bisher war. Vielleicht, weil die Botschaft dort in Schwedisch steht? Hat’s keiner verstanden? Oder haben eh alle längst damit gerechnet?

Auf der Website steht: „Mando Diao och Gustaf Norén går skilda vägar“
Auf deutsch: Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.

Das ist schon ein ziemlicher Hammer.
Hier zuerst noch mal der Wortlaut des Textes – übersetzt von mir in meinem Anfänger-Schwedisch.

„Mando Diao und Gustaf Norén gehen getrennte Wege.
Nachdem die Band jüngst unterschiedliche Vorstellungen über ihre Zukunft hatte, hat Gustaf diesen Zeitpunkt gewählt, um neue kreative Ideen und künstlerische Ausdrucksformen außerhalb von Mando Diao zu verwirklichen. Björn Dixgård und der Rest der Band werden als Mando Diao weitermachen und die vereinbarten Sommershows wie geplant spielen.
„Gustaf ist ein unglaublich kreativer und talentierter Musiker und Künstler. Jetzt erhält er die Zeit und die Freiheit, Ideen ohne Kompromisse zu verwirklichen und es wird äußerst spannend sein, wo dies hinführt. Der Rest von uns in der Band wird weitermachen wie immer und freut sich, auf all den Konzerten im Sommer die Fans zu treffen.“
Björn Dixgård.

Ein paar Fragen, Spekulationen und Gedanken dazu nach dem Break.

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