Schlagwort-Archive: Vampire Weekend

Whole Lott Love

Ein Grund, warum ich mich oft freue, wenn ich auf japanischen Indie stoße: Die West-Bands sind gerne mal ein bisschen gleichgeschaltet. Das muss ja keine Absicht sein, aber ein Produktions-Stil oder ein bestimmter Einfluss dominieren oft. So nach dem Motto: Eine Saison lang gibt’s lauter Talking Heads-mäßige Bands. Oder: Nach Vampire Weekend trugen plötzlich alle ihre Gitarren auf Brusthöhe und spielen Afro-poppige Melodien auf den hohen Bünden. Oder: Es ist ja super, dass King Gizzard & The Lizard Wizard so nen Erfolg haben – aber ich brauche deswegen nicht jede Woche eine neue halbgare Semi-Gizzard-Band im Posteingang. (In Holland gibt’s jetzt Iguana Death Cult – die kopieren sogar Stu & Cos Bandnamen! Also Echse + Mystik. Hey, wollen wir die Chameleon Sorcerers gründen? Die Gekko Templars? Oder Dragon Religion?)

Ich schweife ab. Also, Japan. Klar, auch diese Bands sind beeinflusst, von was auch immer. Aber sie sind eben nicht so von den Trends abhängig, die anderswo die Runde machen. Siehe Ocelott: Ein Quartett aus Fukuoka, das im Januar seine ersten zwei Singles veröffentlicht hat. Klar ist es nicht so, dass ihr netter Postcard-Pop revolutionär neu ist. Aber das Ganze ist angenehm out-of-step im Vergleich zur üblichen Indie-Trendigkeit. Das macht mir Spaß.

Something from the Weekend

Die Single ist seit wenigen Wochen draußen, jetzt gibt’s auch ein Video zum Vampire Weekend-Comeback „Harmony Hall“.

Star des Clips: u.a. eine grüne Mamba („a wicked snake’s inside a place you thought was dignified“) sowie… Atom-Pancakes. You’ll see what I mean.

Was noch nicht beim Video dabei steht, ist das Release-Datum des kommenden Albums sowie ihr Titel. Aber man kann wohl von Ende April /Anfang Mai ausgehen.

I Predict A Record – 2019, Pt. 2

Das neue Jahr hat begonnen und mit dem neuen Jahr kommen auch die vagen Prognosen und die fundierten Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Hier gibt’s das Ganze für den Bereich Indie: Welche Alben stehen 2019 in den Startlöchern bzw. bei welchen Bands darf man mit einem aktiven Jahr rechnen?
Die ist der zweite Teil zu meinem Beitrag von gestern. Die Aufteilung wollte es, dass im gestrigen Post „kleinere“ Bands in der klaren Überzahl waren. Heute sind auch richtig große Namen dabei.

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Live aus dem Sommerloch

Es ist ja nicht so, dass hier auf meinem Blog gerade viel passiert. Ich gebe dem Sommer die Schuld. Weil nun mal in diesen Wochen erstens nur wenig neue Releases erscheinen und zweitens: Auch wenn ich das eine oder andere Interview nachträglich abtippen könnte, ist es hier in München doch zur Zeit so heiss, dass man in seiner freien Zeit einfach andere Dinge tut, als sich stundenlang hinter den Rechner zu klemmen.

Aber gut, heute sind mir wenigstens ein paar neue Live-Performances aufgefallen. So haben Lord Huron eine Session für den US-Sender KCRW eigespielt, darunter auch mein Lieblingslied ihrer aktuellen Platte „Vide Noir“: „Secret Of Life“

Dann soll ja immer noch dieses Jahr das langerwartete neue Vampire Weekend-Album erscheinen. Ein Mitschnitt vom australischen „Splendour In The Grass“-Festival zeigt Ezra Koenig und Band mit einem Lied, von dem ich erst dachte, es wäre neu: „New Dorp, New York“. Allerdings ist dies kein neuer VW-Song, sondern ein Titel, den Ezra Koenig 2014 mit dem Electronik-Musiker SUBTRKT aufgenommen hat und nun eben mit der Band live spielt. Aus dieser Nummer eine neue Richtung fürs kommende Album ableiten zu wollen, geht daher wohl zu weit. Interessant aber.

What Did You Expect From 2018, Pt.3

Heute: Der dritte und letzte Teil meiner Liste „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.  Es geht um meine persönliche Vorschau auf das anstehende Indie- Jahr. Um Platten, auf die ich gespannt warte. Alben, die entweder schon feststehen, die sicher erwartet werden oder auf die man zumindest spekulieren darf.

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Vinterview: HAIM

Morgen erscheint nach fast vier Jahren Wartezeit das zweite Album des kalifornischen Schwesterntrios HAIM. „Something To Tell You“ wird das gute Stück heißen. Which reminds me: Ich hatte auf meinem alten, inzwischen abgeschalteten Blog ein Interview mit Bassistin Este. Ein guter Anlass, die Festplatte zu durchsuchen und das Gespräch hier in der Kategorie „Vinterview“ online zu stellen. Nach dem Break also: Der Originaltext von Herbst 2013 anlässlich ihres Debüts „Days Go By“.

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Baio the way…

Wird das noch mal was mit einem vierten Vampire Weekend-Album? Rostam Batmanglij hat die Band bereits verlassen und auch Chris Baio ist zur Zeit offenbar so unterbeschäftigt, dass er ein neues Soloalbum  fertig hat. Ganz nett, die Single „Philosophy“. Trotzdem, lieber wäre mir, auch Ezra Koenig ließe mal wieder was von sich hören. Angeblich wird ja schon länger am Nachfolger von „Modern Vampires In The City“ gearbeitet – wann merken wir was davon?

Series: The 80s – Classics and Curios, Pt. 1

vinterview-80sDas Frage, mit welchen Themen ich in den praktisch Release-freien Wochen um die Jahreswende Inhalte für meine Seite schaffen soll, die stelle nicht nur ich mir auf meinem kleinen Blog. Das Problem haben auch ganz andere, ungleich größere Musik-Medien. So hat Pitchfork vorgestern – a pro pos of nothing – eine Liste der 10 besten Songs der 80er zusammen gestellt. Aber warum auch nicht? Naturgemäß sind 10 Songs zu wenig, um eine ganze Dekade zusammen zu fassen und klar wird man drüber diskutieren. Sicher hat jeder der Pitchfork-Songs es verdient, auf der Liste zu landen – aber essentielle Namen fehlten trotzdem. Mich jedenfalls hat das Ganze dazu gebracht, 80s-Namen aufzuschreiben, die ich in meine persönlichen Top Ten packen würde. Natürlich ist das sofort ausgeartet und plötzlich hatte ich über 40 Namen auf dem Zettel stehen.

Weswegen ich mir sagte: Okay, da mach ich ne kleine Serie draus. Ich werde in unregelmäßigen Abständen eine kommentierte Selektion von 80s-Bands bzw Songs posten. Die 80s waren schließlich eine im Nachhinein herrlich alberne Dekade, in der viel ausprobiert wurde. Manches ging daneben, manches aber wurde zum Grundstein für spätere Entwicklungen. Manches, was damals noch als Mainstream-Pop galt, wäre heute fürs Indie-Fach zu schräg. Zumal: Seit youtube-Videos in Deutschland nicht mehr gesperrt sind, kann man alte Schätze neu entdecken.

Also gut, gehen wir in unsere erste Runde. Diese erste Rutsche habe ich unter einen Oberbegriff gestellt: Indie-Bands. Genauer: Bands, die als Pioniere das, was später zur eigenen Kategorie Indie werden sollte, vorbereiteten und noch lange prägten. All die nun folgenden Bands sind Gitarrenbands – was in den 80ern ja eher untypisch war.

Anmerkung: Die Liste ist alphabetisch geordnet, nicht nach irgendeiner Wertung. Sonst ginge es nicht ausgerechnet los mit…

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2017 – a few Reasons to Cheer

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Erst mal ein Gutes Neues! Wir schreiben also das Jahr 2017 – und ehrlich gesagt, mir ist dieses Jahr nicht wohl zumute. Der Typ, der US-Präsident wird, hat offensichtlich einen an der Klatsche und wird die meines Erachtens nach akutesten Probleme der weltweiten Gesellschaft nicht angreifen, sondern nur verschlimmern. Aber auf diesem Blog halte ich mich in Sachen Politik normal zurück und schreibe über das, was uns happy macht: Indiepop.

Da stehen im neuen Jahr dann doch ein paar Dinge an, auf die man sich freuen darf. Ich mache mal eine kleine Liste. 2017 – a few Reasons to Cheer weiterlesen

Vinterview: Hamilton Leithauser

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Ich würde hier ja gerne pro Tag einen Beitrag posten, aber erstens hat man natürlich nicht immer die Zeit dazu, zweitens muss erst mal das Material dafür erscheinen – ein neues Video, ein neues Album, über das man schreiben kann. Drittens kann es aber auch mal passieren, dass zwar ein interessantes neues Album erscheint, man aber einfach nicht so richtig die Worte dafür findet. So geht’s mir bei „I Had A Dream That You Were Mine“, dem am Freitag erschienenen gemeinsamen Album von Hamilton Leithauser (Ex-Sänger von The Walkmen) und Rostam (Batmanglij, Ex-Vampire Weekend). Die Platte hat was, aber ich habe irgendwie den Ansatz noch nicht gefunden.

Damit hier trotzdem was passiert, mal wieder ein Blick ins Archiv: Die erste Soloplatte von Hamilton Leithauser namens „Black Hours“ erschien vor zweieinhalb Jahren und in dem Zusammenhang hatte ich mit dem Mann mit der markanten Stimme ein Telefon-Interview. Das gab’s bereits auf meinem nicht mehr existenten alten Blog zu finden – ich mache es hiermit wieder verfügbar.

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