Review: Tiny Little Houses

Tiny Little Houses – „Idiot Proverbs“

Auf diese Platte habe ich gespannt gewartet. Im Oktober 2015 erschien „You Tore Out My Heart“, die erste EP der Melbourner Band Tiny Little Houses und haute mich ziemlich aus den Socken. Wer so gut anfängt, gibt ein Versprechen auf die Zukunft. Lösen die Houses das Versprechen ein, nicht ganz zweieinhalb Jahre später? Nicht auf ganzer Linie, so viel kann ich schon mal sagen.

„Idiot Proverbs“. Sprichwörter von Idioten. Damit meint Caleb Carvountzis solche treudoofen Ansagen wie „Folge deinen Träumen!“ An sowas glaubt der Australier nicht mehr. Der Kopf der Tiny Little Houses ist heute vor allem eins: Desillusioniert.

Das war nicht immer so. „Loved my days in kindergarten, I was happy in first grade, okay in High School, then it began to change.“ erinnert sich Caleb gleich im ersten Song „Garbage Bin“. Heute ist er 26, Studienabbrecher und seine Zukunft ist nicht eben rosig. Auch davon erzählt er in dem Lied. Es ist nicht genug Geld da („The student loans are starting to bite me in the ass“), ärger aber ist die Trostlosigkeit der Gesamtsituation: „Do a dance and turn around, If you’ve got yourself some pockets you can fill them so you drown. […] And it don’t get much better than this.“ 

Review: Tiny Little Houses weiterlesen

In Blum

Als die Kopenhagener Blaue Blume im November ihre aktuelle EP „Sobs“ veröffentlichten, da war’s der Song „Ebony“, der mich am wenigsten überzeugte. Ich zitiere mal eben aus meinem Text zu der Platte„Ebony“ ist mir sogar fast schon zu poppig: Im Refrain kommen für Blaue Blume ungewohnt straighte Drumbeats ins Spiel, dazu ein paar kleine Synth-Effekte mit nervigen Millenial Whoops – das Ergebnis ist ein Harmoniegitarrenpop, der sich für meinen Geschmack nicht weit genug von Coldplay-Nettigkeit distanziert.“

Nun haben Blaue Blume ein neues Video geteilt. Der Song, den sie dafür gepickt haben? „Ebony“, eh klar. Okay, ich bin der Meinung, sie haben bessere Tracks. Trotzdem eine feine Band.

Digging Your Zine

Die Editors sind ja schon irgendwie ’ne sonderbare Band. Manchmal geht mir ihre Neigung zum bedeutungsschwangerem Pathos ganz schön auf den Sack. Dann wiederum haben sie auf jedem Album doch 3-5 Songs, die sind einfach griffig, zackig und hittig, ohne platt zu sein. So lässt man sich dann doch wieder breitschlagen, mit aufs Konzert zu kommen. Und bereut es nicht, denn live detonieren Tom Smith & Co dann sicher eine ziemliche Bombe.

Für den 09.03. haben die Editors ihr sechstes Album „Violence“ angekündigt. Vorab gibt’s die Single „Magazine“ – ein Song, den Tom Smith schon länger in der Schublade hatte und der Editors-Superfans daher aus ihrem Liveset bereits bekannt ist.  Bisher war die Band aber mit den Aufnahmen der Nummer nicht zufrieden, erst jetzt, beim neuen Versuch während der „Violence“-Sessions, is es so weit. Meine Meinung? Hmmm. Der extrem poppige Refrain will auf den Indie-Dancefloor, der wuchtige Stop-Start-Rhythmus der Strophen aber spricht dagegen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Kontrast funktioniert, was es dafür als Single durchaus gewagt macht. Nicht mein Editors-Lieblingslied, aber auch nicht mein Editors-Hasslied. Sie bleiben irgendwie sonderbar, und das ist nichts Schlechtes.

Interview: Shame

Wir schreiben gerade mal das zweite Wochenende von 2018 und das zweite Mega-Album des Jahres ist bereits erschienen. Aus London kommen zu uns: Shame. Fünf junge Männer, die Druck machen. Ihre Klänge sind schroff, grummelnd, brodelnd. So dass man nur darauf wartet, dass der Ausbruch kommt. Ich sprach mit Sänger Charlie Steen am Telefon über ihr Debütalbum „Songs Of Praise“.

Interview: Shame weiterlesen

Marlon del Mar

Okay. „Make Way For Love“, das im Februar kommende zweite Album des neuseeländischen Crooner/Songwriters Marlon Williams wird eine herzschmerzerfüllte Tragikplatte. Ein Dokument der Schwermut, voller Balladen, die die Trennung von seiner Liebsten aufarbeiten.

Was liegt da näher, als zur Vorab-Single „What’s Chasing You?`“ ein wunderbar beknacktes Video zu drehen, in dem Marlon sich an einem Meeresstrand in weißen Boxershorts so richtig schön zum Deppen macht? Der Mann hat mag ein gebrochenes Herz haben, aber er nimmt sich trotzdem nicht zu ernst – und das kann man nur gut finden.

Pond de Replay

„‚Fire In The Water‘ is taken from Pond’s album The Weather“ – so steht’s in der Beschreibung, die die schrägen Aussies aus dem Tame Impala-Umfeld heute auf youtube geteilt haben. „Echt? An den Song erinnere ich mich gar nicht“ denke ich und finde ihn tatsächlich nicht auf meinem Rechner.

Des Rätsels Lösung? Pond haben heute eine Aktualisierung des Albums vorgenommen, wenn man so will. Die neue Variante von „The Weather“ in den Downloadstores und Streaming-Services beinhaltet das neue Lied.

Ich bin weiterhin kein Freund solcher neuer Editionen. Der Song ist lässig, aber wer sich „The Weather“ pünktlich zur VÖ letzten Mai besorgt hat (als ich hier übrigens ein Interview postete), ist doch jetzt schon ein bisschen der Depp, oder?

The Class of 2017

Auch dieses Jahr wieder, eh klar: Wir vergeben den ein-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres 2017! Hurra!Was hat es damit auf sich? Wer ist nominiert? Mehr dazu:

The Class of 2017 weiterlesen

Interview: Tyler Childers

Wir schreiben gerade mal das erste Wochenende von 2018 und das erste Mega-Album des Jahres ist bereits erschienen. Okay, in den Staaten steht „Purgatory“ von Tyler Childers schon seit August in den Läden. Sonderbar eigentlich, dass es in Zeiten des Internet immer noch verschiedene Release-Dates gibt. Aber egal – Hauptsache, das Ding ist seit Freitag auch in Deutschland erhältlich.

Denn „Purgatory“ ist in den USA die Sensation der Saison in Sachen Alternative Country schlechthin. Sturgill Simpson himself hat Hand angelegt, ebenso Johhny Cash-Producer David Ferguson. Aber diese Namen sollen nicht das Licht von dem Mann in den Schatten stellen, der diese Songs schrieb und singt: Tyler Childers, 26-jähriger Rotschopf aus Kentucky. Ein freundlicher, nachdenklicher Typ. Und falls sich jemand auf diesen Blog verirrt hat, der immer noch glaubt, Country-Sänger seien geistig Schmalspur fahrende Provinz-Dödel, dann lege ich demjenigen Personen das folgende Interview umso mehr ans Herz.

Interview: Tyler Childers weiterlesen

What Did You Expect From 2018, Pt.3

Heute: Der dritte und letzte Teil meiner Liste „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.  Es geht um meine persönliche Vorschau auf das anstehende Indie- Jahr. Um Platten, auf die ich gespannt warte. Alben, die entweder schon feststehen, die sicher erwartet werden oder auf die man zumindest spekulieren darf.

What Did You Expect From 2018, Pt.3 weiterlesen