Schlagwort-Archive: King Gizzard and the Lizard Wizard

Whole Lott Love

Ein Grund, warum ich mich oft freue, wenn ich auf japanischen Indie stoße: Die West-Bands sind gerne mal ein bisschen gleichgeschaltet. Das muss ja keine Absicht sein, aber ein Produktions-Stil oder ein bestimmter Einfluss dominieren oft. So nach dem Motto: Eine Saison lang gibt’s lauter Talking Heads-mäßige Bands. Oder: Nach Vampire Weekend trugen plötzlich alle ihre Gitarren auf Brusthöhe und spielen Afro-poppige Melodien auf den hohen Bünden. Oder: Es ist ja super, dass King Gizzard & The Lizard Wizard so nen Erfolg haben – aber ich brauche deswegen nicht jede Woche eine neue halbgare Semi-Gizzard-Band im Posteingang. (In Holland gibt’s jetzt Iguana Death Cult – die kopieren sogar Stu & Cos Bandnamen! Also Echse + Mystik. Hey, wollen wir die Chameleon Sorcerers gründen? Die Gekko Templars? Oder Dragon Religion?)

Ich schweife ab. Also, Japan. Klar, auch diese Bands sind beeinflusst, von was auch immer. Aber sie sind eben nicht so von den Trends abhängig, die anderswo die Runde machen. Siehe Ocelott: Ein Quartett aus Fukuoka, das im Januar seine ersten zwei Singles veröffentlicht hat. Klar ist es nicht so, dass ihr netter Postcard-Pop revolutionär neu ist. Aber das Ganze ist angenehm out-of-step im Vergleich zur üblichen Indie-Trendigkeit. Das macht mir Spaß.

Meine Alben 2019, Pt.3 – 20-16

Ich mach’ eisern weiter. Wir kommen zu Teil 3 meiner Lieblingsplatten von 2019 und wir kommen der Sache Schritt für Schritt näher. Jetzt geht’s bereits um Platz 20-16.

Ich wiederhole noch mal: Es geht um nix anderes als meinen Geschmack. Der ist geprägt von Indie. Naja, vielleicht findet ihr’s trotzdem so ein kleines Bisschen interessant. Vielleicht, weil ich einen eurer Favoriten picke, weil ihr komplett anderer Meinung seid. Oder weil ich euch vielleicht noch mal auf ein Album stoße, das euch durchgerutscht ist.

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You Were Never Stu Much

Ich bin ein Popkid, deswegen war „Fishing For Fishies“ die richtige King Gizzard & The Lizard Wizard-Platte für mich.

Das nächste Album, das schon wieder auf dem Fuß folgt, aber wird ein Thrash Metal Noise-Krachwerk. Das ist nach „Planet B“ und der neuen Single „Self-Immolate“ klar.

Also, Respekt an die Band, dass sie so reinfetzen kann. Respekt dafür, dass Stu Mackenzie und seine Boys auch im Hispeed-Aggro-Modus unverkennbar King Gizzard bleiben – ich meine, was ist das wieder für ein irrer 15/16-Takt? Respekt für ihr Engagement für die Umwelt, denn darum geht’s in Song und Video inhaltlich – Mutter Erde rächt sich an der Menschheit, die alles und sich selbst zerstört.

Aber da ich Popkid bin, bleibt’s beim Respekt. Lieben kann ich’s nicht, dafür höre ich Metal zu ungern. Das ist einfach nicht mein Sound. Nicht mal wenn Stu das Zepter führt.

Review: King Gizzard and the Lizard Wizard

King Gizzard & The Lizard Wizard – „Fishing For Fishies“

Tja, da sieht man mal wieder, mit was für unterschiedlichen Maßstäben man an Alben ran gehen kann. Pitchfork hat dem neuen Album der produktiven australischen Freaktruppe King Gizzard & The Lizard Wizard gerade mal 4,8 Punkte gegeben und behauptet, die Platte wäre uninspiriert und streckenweise „downright boring“.

Tja, ich seh’s natürlich mal wieder komplett anders.

Erst mal: King Gizzard. Herrlich. Stu Mackenzie und seine Band drehen fröhlich ihr Ding, geben keinen australischen Cent auf das, was die Konventionen der Musikindustrie sagen. Trotzdem haben sie eine Nische zum Erblühen gebracht, die niemand auf dem Zettel hatte.

Dies ist schon ihr 14tes Album seit 2012, alleine 2017 lieferte das Team fünf (!) auf verschiedene Arten faszinierende Longplayer ab: „Flying Microtonal Banana“, gespielt auf experimentellen Tonleitern voller Zwischentönen. „Murder In The Universe“, die dreiteilige Psycho-Rock-Oper. „Sketches Of Brunswick East“, die Akustikjazz-Schlafliedplatte. „Polygondwanaland“, vertrackt und polyrhythmisch. „Gumboot Soup“, das Sammelsurium der Überbleibsel, trotzdem viel besser, als eine Resteplatte sein dürfte.

Okay, wenn man’s so sieht, ist die fröhlich wackelnde und schiebende Boogie-LP „Fishing For Fishies“ tatsächlich ein bisschen konventionell geraten.

Andererseits: Im realen Universum ist dies immer noch sonderlicher und schräger als alles, was normale Bands so anbieten. Review: King Gizzard and the Lizard Wizard weiterlesen

Stu it Again

Oha. King Gizzard & The Lizard WIzard haben uns zuletzt doch immer zum Lachen gebracht? Das Video zum neuen Song „Planet B“ schlägt eine entschieden düstere Richtung ein – und auch die eindringliche Umweltaktivisten-Botschaft des Songs ist nichts zum Kichern. „There Is No Planet B“ schimpfen Stu und Co. Wir haben keine Erde 2, auf die wir mal eben umsiedeln können, wenn wir unser Klima endgültig aufgeheizt haben.

„Planet B“ findet sich NICHT auf dem für den 26.04. angekündigten neuen Album „Fishing For Fishies“. Das bleibt entschieden freundlicher. Na wo wird der Song denn dann wohl drauf sein? Werden uns die produktiven Australier auch dieses Jahr wieder mit gleich mehreren Alben überhäufen?

Net King Koala

„On the beach a bunch of bananas,
oh you look just like your mother“

Man muss sich trauen, auch mal bescheuert zu sein. Die australischen Sixties-Popper The Babe Rainbow vom King Gizzard-Label Flightless nehmen sich nicht bierernst  – siehe Zitate – und das steht ihrem sonnenscheinigen Liedchen „Morning Song“ sehr gut.

„Watch out for crossing koalas,
oh you look just like your mother“

King Fishers Krönung

Was geht denn bitte jetzt wieder mit King Gizzard & The Lizard Wizard ab? Als vor ein paar Wochen „Cyboogie“ erschien, da dachte ich, dies würde ein Moog-Progpop-Album einläuten.

Statt dessen erscheint jetzt „Fishing For Fishies“ und ist eine herrlich fröhlich-bescheuerte Akustik-Blubber-Hula-Nummer.

Fucken hell. Ich meine, wir WISSEN doch längst, dass wir bei King Gizzard mit dem Unerwarteten und Verspulten rechnen müssen! Aber Stu & Co überraschen uns TROTZDEM jedes Mal wieder!!

Ich bin hingerissen.

Review: The Fernweh

The Fernweh – The Fernweh

Ob man wohl bei der Plattenfirma Skeleton Key Records einen Vertrag unterschreiben sollte? Das Label hat seine Website seit zweieinhalb Jahren nicht upgedatet. Kein gutes Zeichen. Man findet nicht mal ein Wort über ihre aktuelle Neuerscheinung The Fernweh auf der Seite. 

Aber klar sollte man trotzdem den Stift nehmen und seine Signatur setzen, wenn Skeleton Key es anbietet! Das ist ein Ritterschlag! Dies ist die Firma von The Coral-Sänger (und Blossoms-Producer) James Skelly! Skeleton Key hat in gewisser Weise den Staffelstab von Deltasonic übernommen – hier lebt die „The Wirral“-Szene weiter, die uns in den Nullerjahren neben The Coral auch Bands wie The Zutons, The Stands, The Basement, The Bandits, The Dead 60s oder The Little Flames schenkte. Ein mal Googlen ergibt dann auch: Die Firma hat ihre Webpräsenz halt auf facebook verlegt und alles Neue liest man dort. Nicht so schlimm also, die schlafende Website.

Was bringt uns zu Skeleton Key Records? Es ist die Band The Fernweh. Die sind uns in den letzten Monaten schon mit eine starken Single nach der anderen aufgefallen. Jetzt ist ihr Album da. Ich darf verkünden: Es hält alle Versprechen!

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News from the Roos

So geht der Tag gut los. Über Nacht gleich drei neue Videos aus Australien im Feed!

Beginnen wir in Perth bei Ober-Slacker Pete Bibby. Heute sein Problem: Baby macht kein Frühstück. Klar, dass ein Video zu dem Thema satanische Kakadus featuren muss.

Weiter nach Geelong an der Südküste. Von hier stammt der Psychedelia-Fan ORB, dessen Platten auf dem King Gizzard-Label Flightless erscheinen. Neuer Clip: „I Want What I Want“

Zum Schluss nach Brisbane. Mein Favorit dieser kurzen Liste stammt von der Indiepopband The Belligerents. Ihr neuer Kurzfilm kommt zum Song „Sorry To Say“ und wurde von Joe Agius gedreht, dem Frontmann von The Creases (und Boyfriend von Hatchie). So ist die Szene verzahnt in Brissy.