Phobe is important

Im Januar erschien mit dem Album der Phobophobes eines der spannendsten Debüts dieses Jahres. Zeit war’s, dass die Londoner mal ein neues Video aus der Scheibe veröffentlichen. DIe Band hat sich für den Song „Child Star“ entschieden.

Das Album „Miniature World“ ist eine Platte voll düsterem und makabrem Humor, „Child Star“ ist keine Ausnahme. Sänger Jamie Taylor singt die Zeile „Child Star, make your mothers dreams come true!“, so, dass man nur böse Absichten dahinter vermuten kann.

 

 

Horn In My Side

Wir kennen Polish Club als Novak und J-H, bzw. als Australiens verdammt famosen Beitrag zum Thema Gitarre/Drums-Duo a lá White Stripes, Black Keys, Johnossi und und und.

Vor 5 Tagen, am 7. Juli, haben die zwei sich allerdings Verstärkung auf die Bühne geholt und im Melbourner Corner Hotel  eine Show als Polish Club with Horns gespielt.  Heute haben sie einen Liveclip der Show geteilt.

Noch immer keine News gibt’s derweil, wann Polish Clubs letztjähriges AU-Hitalbum „Alright Already“ endlich hierzulande erscheint. Immerhin sind ein paar Singles nun auch bei uns draußen und für Anfang August stehen drei Shows in London im Kalender = ihre ersten Europa-Konzerte. Das deutet für mich darauf hin, dass die Platte vermutlich bis dahin verfügbar gemacht werden wird.

Der Caesars neue Kleider

Was ist eigentlich aus Caesar’s Palace bzw den Caesars geworden, den Schweden, die uns in den Nullerjahren mit so viel Garagenrock begeisterten und die weit mehr Klassiker in ihrer Diskographie hatten als nurJerk It Out„?

Nun, Gitarrist Jocke Åhlund ist einerseits weiterhin Mitglied bei den Teddybears (STHLM), was er ja auch schon parallel zu den Caesars immer war. Mit Caesars-Drummer Nino Keller spielt er aber auch in einer zweiten Band, die den Garagensound der Caesars beibehält und ein bisschen Krautrock reinmixt: Les Big Bird.

Die Musik gibt’s bei Bandcamp.

Something So Strange

Es gibt ja so einige Bands, da fragt man sich: Wieso sind die nicht viel größer? Das Potential, die Leute zu erreichen, ist doch zweifellos da!

Eine davon sind die Strange Names aus Minneapolis. Okay, ihr neo-80s-Sound ist nichts, was man nicht schon gehört hat. Aber sie machen smarte, griffige, manchmal herrlich bescheuerte Songs und Sounds. Case in point: „Into Me“, die Single, die das Trio seinem prima zweiten Album „Data“ voraus geschickt hat. Heute haben die Strange Names ein richtig schön beknacktes Video zum Song nachgeliefert. Jetzt mal ehrlich: Ist das nix, was die Millionen Phoenix- und The Killers-Hörer mögen könnten?

Weil mich das so an die 80s erinnert, juckt mich das, ein Video aus dem Jahr 1983 zu posten. Ich hätte auch Wang Chung, Hall & Oates oder Howard Jones posten können, aber ich picke die Naked Eyes.

Ready Steady Ghost

Das letztjährige Album „V“ von The Horrors war eine prima Platte. Halt, das stimmt nicht! Sie IST ja immer noch super! Warum die Vergangenheitsform?

Um uns mal wieder an das gute Stück zu erinnern, haben die Londoner heute ein neues Video aus dem ca ein Dreivierteljahr alten Album geteilt. Sie pickten den Song „Ghost“. Nicht unbedingt mein persönlicher Favorit, weil diese Nummer ja doch eher schleppend daher kommt. Aber gut, für manche Fans ist es gerade die hypnotische Zähigkeit, die diesen Song für sie zum Lieblingslied auf „V“ macht. Jedem so, wie er’s mag.

Heut‘ machen wir ein Fascinator auf!

Sehr begeistert habe ich mich hier vor kurzem über „Water Sign“, das zweite Album des Australiers Fascinator, geäußert. Einer der Gründe für meinen Enthusiasmus: Der Track „Drenched Out“. Jetzt gibt’s dafür auch ein schönes Video.

Hinter dem Pseudonym Lord Fascinator verbirgt sich Johnny Mackay, zuvor Sänger der AUS-Top10-Alternativerockband Children Collide.

Review: HMLTD

HMLTD – Hate Music Last Time Delete EP

Wann ist ausgerechnet die Rock/Pop-Musik zur Bastion der Normalos geworden?

In Deutschland haben wir all die genormten Pop-Akademie-Abgänger, die 1:1 aussehen wie die Marketingfritzen ihrer Plattenfirmen. Aber auch international werden die Songwriter gefeiert, die ach-so-unkompliziert und mit den Füßen am Boden geblieben sind. Klar ist das Zeitalter, in dem Stars Fernseher aus dem Hotelfenster zu werfen hatten, vorbei. Aber sollten Popstars nicht Exzentriker sein? Irre Künstler, wie vom anderen Planeten hier her gebeamt, die uns den Schädel sprengen und ungeahnte Wege zeigen?

Ein Ed Sheeran geht während seiner Stadionshow als Sologitarrist mal kurz aufs Klo und alle finden’s nur umso sympathischer. George Ezra fährt in der Woche, in der „Shotgun“ Platz 1 der UK-Singlecharts stürmt, unerkannt U-Bahn. Es spricht ja auch nix gegen Bescheidenheit. Aber: Müssen sie denn ALLE so sein? Gibt’s denn keine Freaks mehr? Angenommen, ein junger David Bowie wandelt unter uns – Hätte er in diesem Umfeld überhaupt eine Chance? Wo sind unsere jungen Adam Ants und Siouxsie Siouxs?

Das als Einleitung zu HMLTD aus London. Ob die Band, die mal als Happy Meal Ltd anfing, dann aber aber von McDonalds abgemahnt wurde, wirklich die Retter der Exzentrik sind, darüber wird bereits gestritten. Aber wenigstens machen sie einige Dinge anders als die Meisten und wenigstens machen sie’s grellbunt.

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Cheer, man, Maori!

Als ich Anfang des Jahres mit Marlon Williams sprach, da ging’s im Interview auch um den Titelsong seines Albums „Make Way For Love“. Marlon, der Neuseeländer mit Maori-Wurzeln, hat die Melodie des Liedes bewusst an traditionelle Maori-Songs angelehnt und wollte eigentlich auch einen Text auf Maori verfassen, weil er die Sprach aber nicht gut genug beherrscht, hat er es sich anders überlegt.

Das als Einführung zum Video, das Marlon nun geteilt hat: „Make Way For Love“ gemeinsam mit den Pou Tiriao Singers, einem Maori-Chor aus West Christchurch.

Review: April Towers

April Towers – „Certified Freaky“

Na endlich. Da ist es also. Lange haben wir drauf gewartet, aber nicht nur wir. Am meisten die April Towers selbst.

Rückblende in den Sommer 2015: Mit zwei nahezu perfekten Singles („No Corruption“ und „Arcadia“) taucht aus dem Nichts ein Duo aus Nottingham auf, das den Synthpop-Sweet Spot, dort wo sich „True Faith“-Ära-New Order, Vince Clarke-ismen (Yazoo, Erasure, frühe Depeche Mode) und Indie-Feel überschneiden, zielgenau anpeilt, abdrückt und mittenrein trifft. Okay, was richtig Neues ist das nicht. Aber erstens man muss Melancholia und Style erst mal so zielgenau auf den Punkt bringen und zweitens: Tunes. Mann, April Towers haben Tunes! 

Alles deutete vor drei Jahren also darauf hin, dass hier eine Band einen Raketenstart hinlegte – aber die nächste Stufe, die wollte irgendwie nicht zünden. Obwohl April Towers ihre Single „A Little Bit Of Fear“ auf einem FIFA-Game-Soundtrack unterbrachten, obwohl auch die weiteren Singles einen hohen Level hielten. 

Und weil die Erwartungen eben so schnell so hoch geschraubt waren, sah dieses Nicht-vorwärts-Kommen für Manche gleich mal nach Stagnation aus. Die zwei Briten haben sich in einem langen Blogpost zur VÖ von „Certified Freaky“ den Frust von der Seele geschrieben: „The people who once loved what we were about were suddenly absent, the face of the industry changing and changing as it always does was plain to see. You start to blame yourself when these things happen, and the only thing we could do through these times was keep going.“ 

Jedenfalls: Kein Majorlabel-Vertrag für die Kurzzeit-Raketenhoffnung. Statt eines Majorlabel-Deals letztlich die Albumfinanzierung über Pledgemusic. Statt Hype 2015 ein zähes Durchbeissen bis 2018. Aber Hauptsache, dass Alex Noble und Charlie Burley ihre Sache durchgezogen haben. Denn am Ende steht ein richtig gutes Album. Review: April Towers weiterlesen