Nom Nom Numb.er

Labels, die man im Auge behält, Teil 227: felte aus Los Angeles. Diese Kalifornier verbreiten u.a. die famosen Australier Gold Class und PVT im Rest der Welt, das beweist Geschmack, also horcht man auf, wenn felte einen neuen Song präsentiert.

Heute hat das Label das Video einer Band online gestellt, für die die Mitarbeiter nicht so weit reisen mussten. Numb.er stammen wie ihre Plattenfirma aus LA. Zugegeben, den Bandnamen fand ich auf den ersten Blick etwas blöd. So nach dem Motto: Ist es jetzt so weit, dass man jeden Namen mit einer Interpunktion spannend machen muss? Dann fiel mir auf, dass „numb“ ja bekanntlich übersetzt „gefühllos, taub, abgestumpft“ bedeutet. „Number“ heisst also nicht nur „Nummer“. Wenn man den „er“-Teil betont, übersetzt man diesen Bandnamen wohl mit „gefühlloser“. Und diese Betonung könnte mit dem Punkt gewollt sein. Na, das ist jedenfalls meine Deutung.

Nun gut, Numb.er sind in Quintett, in ihrem Zentrum steht der Sänger Jeff Fribourg. Jeff war früher mal Mitglied bei Froth, die ja auch keine schlechten sind. Ihr aktueller Song heisst „Again“.

Sloan Hark

Als Sloan Peterson kürzlich große Neuigkeiten ankündigte, da dachte ich ja eigentlich, sie würde ihr Debütalbum bekannt geben. Seit 2017 kommt die Lady aus Melbourne, die im wahren Leben Joe Jackson heisst, schließlich alle paar Monate mit prima Singles um die Ecke und Ende 2017 gab es schon eine erste EP namens „Midnight Love“

Sind 8 Songs ein Album? Früher, in Vinyl-Zeiten, ja. Da hatten LPs meistens 8-10 Tracks, denn auf Schallplatten passten normal 35-45 Minuten Musik, bevor die Klangqualität der Rillen nachließ. In der CD-Ära, als man 78 Minuten auf den Silberling speichern konnte, wurden Alben oft 12-16 Songs lang.

Anyway. Sloan hat für den 19.04. „Midnight Love Vol. 2“ angekündigt. 8 Songs, also ein Zwischending zwischen EP und Mini-Album. Drei der Songs kennen wir schon, mit der neuen Vorabsingle „Here“ (siehe unten) sind es vier. Macht insgesamt ganz vier neue Lieder am 19.04. Ich hatte auf mehr gehofft. Andererseits – kurze Alben haben natürlich den Vorteil, dass sie nicht langweilen können.


Beth and Breakfast

Ach guck – ein neues Video vom famosen Album von The Beths! Ich muss ja zugeben, ich habe das Debüt der Neuseeländer („Future Me Hates Me“) etwas spät für mich entdeckt – aber dann letztlich zu meinem fünftliebsten Album des Jahres 2018 erklärt.

Neue Betonung legen Elizabeth Stokes und ihre Band mit diesem Video auf den Song „Uptown Girl“. Das Video selbst ist so ein Standard-„Wir hatten eine Kamera auf unserer Tour dabei“-Ding. Nicht weltbewegend, aber es ist ja doch immer sympathisch, wenn man eine Band beim Rumalbern zwischen den Konzerten sieht.

Idlewild Variations

Ganz ehrlich: Dafür, dass ich Idlewild so lange schon liebe, bin ich mit ihrer neuen Single „Dream Variations“ noch nicht so ganz warm geworden. Erst kommt der Song nicht so richtig in die Puschen – und ab Minute 3:17 driftet er einfach ab. Knackig ist was anderes. Das ist eher ein feiner Albumtrack als eine Single, oder?

Aber Hey – egal, das sind immer noch Idlewild und wenn Roddy Wooble und seine Mitschotten heute noch wie 1998 in 2 Minuten durch schrattelige Indiepunk-Fetzer schmirgeln würden, wäre ja irgendwas verkehrt. Die Band reift mit jedem Album und so muss das sein.

Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass ihr kommendes, inzwischen achtes Album „Interview Music“ (VÖ: 05.04.) nicht lieben werde.

FEET, BUT YOU KNOW IT

Auch auf der Insel herrscht, wie bei uns, gerade eine Hitzewelle. Naja, es sind 17-20° – aber hey, es ist FEBRUAR! Alle freuen sich übers Ende des Winters – und ich ja auch. Aber es nagt auch in mir: Fuckin‘ hell, das sind 20 Grad mehr, als es sein sollten! Erwartet uns ein Sommer, in dem wir uns bei 45° in die Keller zurückziehen müssen?

Jedenfalls: „Englisches Wetter“ könnte in Zeiten des Klimawandels bald ganz anders aussehen als wir es kennen. Und warum rede ich übers Wetter auf der Insel? FEET aus Coventry bringen mich drauf. Deren neue Single/neues Video heisst „English Weather“, es ist eine feine Indie-Pop-Nummer, die mich irgendwie an den Shuffle der Happy Mondays erinnert. Klar, sie ist nicht so funky, aber trotzdem. Netter Song, netter Clip mit Regenschirm-Choreo.

p.s. Oha. Ich kann auf dem Blog jetzt die Farben der Schriften und Hintergründe wechseln. Na damit werde ich künftig ein bisschen spielen.

Supa Trupa

Ist Polen Europas heimliches neues Indie-Zentrum? Sub Pop scheint dieser Meinung zu sein. Neulich präsentierten sie uns ihr erstes polnisches Signing namens Perfect Son – und schon hat das US- Kultlabel, das bekanntlich u.a. schon Nirvana, The Postal Service und die Fleet Foxes entdeckte, eine weitere Band aus unserem Nachbarland unter Vertrag genommen.

Diesmal sind es Trupa Trupa aus Danzig. Dies ist ein Psych-Pop-Quartett, das schon mehrere Alben auf dem Buckel hat. Die kommende Platte wird, wenn ich alles richtig verstanden habe, bereits ihre fünfte sein. Aber es ist ihre erste, die über Sub Pop weltweit verfügbar gemacht wird. Und wie klingt das Ganze? So:

 

You can leave youR Hatchie on

Als Harriette Pilbeam aus Brisbane alias Hatchie uns vor 14 Monaten etwa das erstmals auffiel, da beschrieben wir ihre ersten Singles „Try“ und „Sure“ als „Slowdive in poppig“.

Eine EP und mehrere Singles später hat sich Harriette von diesem Vergleich längst freigeschwommen und ihren Sound erweitert. Es ist immer noch im weiteren Sinne Dreampop, aber die Betonung liegt doch erkennbar auf dem Pop-Element.

Das verdeutlicht einmal mehr die neue Single „Without A Blush“, mit der die Australierin nun ihr Debütalbum „Keepsake“ ankündigt. Das wird am 21.06. erscheinen. Wir sind gespannt.

Review: frederic

frederic – „Frederhythm 2“

Wer meinen Blog (bzw. seinen Vorgänger) länger verfolgt, der weiss, dass ich paar pet hates habe. Einer davon ist das, was ich „Bumm Tschack-Indie“ nenne. Es ist dies eine Seuche, die ca. 2012 über unser Genre kam.

Schuld waren – unabsichtlich – Two Door Cinema Club. Die Nordiren hatten auf ihrem ersten Album nämlich ein echte Gewinnerformel gefunden. Ihr Debüt „Tourist History“ bestand aus Hits, Hits, Hits. Aber die Songs hatten auch etwas formelhaftes. 

Sie hatten erstens: Meistens einen schnellen, vorwärts gehenden Rhythmus, der sein Wurzeln im New Rave der späten Nuller hatte.
Zweitens: Eine Ohrwurm-Melodie, gespielt auf den hohen Bünden der Gitarre, die gegen den Gesang agierte.
Diese Melodie funktionierte drittens meistens als Intro. Zur Strophe setzte sie aus, später kam sie wieder. Vielleicht als Bridge, vielleicht als Untermalung des Refrains. Das ergab viertens: eine farbenfrohe Dynamik, die das Leise/Laut-Prinzip der Pixies in die Elektro-Indie-Ära 2010er übertrug.  

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Demob Graphic

Heute scheint einer dieser Tage zu sein, an denen die Videos nur so rein geregnet kommen.
Drei Wochen alt ist „Less Is More“, die aktuelle Single des Britrock-Trios Demob Happy. Jetzt gibt’s auch ein Video dazu.

Demob Happy, das ist eine Band, die sich musikalisch irgendwo in dem Feld zwischen den Eckpunkten Band of Skulls/Royal Blood sowie T.Rex und Oasis (aber näher an den erstgenannten) positioniert. Manchmal ist mir das, was sie machen, einfach zu straighter Rock – Ich bin nun mal ein Indie-Weichei. Aber zweifellos finden sich auf ihren beiden ersten Alben auch einige prima Nummern.  „Less Is More“ würde ich dazu zählen, die Nummer hat einen satten Glam-Drive.

Coming Back For Marr

Ich weiss, was eine Utopie ist und was eine Distopie ist – aber was ist eine Armatopie? Hat das was mit Armageddon zu tun? Eine Zukunftsvision des Weltuntergangs? So deute ich’s mal.

„Armatopia“ ist jedenfalls der Titel der Single, die uns ex-The The- bzw ex-The Cribs / ex-Electronic / Ex-Modest Mouse-Gitarrist Johnny Marr heute überraschenderweise präsentiert hat. Überraschend, weil sein letztes Album doch kaum ein halbes Jahr alt ist.

Ich weiss, Johnny war auch Gründer und Gitarrist einer weiteren wichtigen Band. Aber die sage ich heute mal nicht dazu, denn der Meister hat so viel geleistet, musikalisch gesehen, dass man ihn nicht immer auf dieses eine Frühwerk runter reduzieren muss.