Har! Marlon Superstar

Ha! Marlon Williams hat einen sehr neuseeländischen Humor: Er nimmt von allen Dingen auf der Welt sich selbst am wenigsten ernst. (siehe auch: Flight of The Conchords, Taika Waititi)

Ich meine: Fürs neue Video von „Party Boy“ in die Rolle eine stoischen Goth–Laptop-DJs zu schlüpfen, das muss einem erst mal einfallen. Was werden Leute denken, für die dies die erste Berührung mit dem Ausnahmesongwriter ist? Man kriegt ein sehr verzerrtes Bild von Marlon und seinen Fans.

Mehr über Marlon: Mein Interview mit dem guten Mann zum letzten Album „Make Way For Love“ gibt’s: HIER

Wake Up, Boo (and go back to bed)

Es ist 4:40 in der Früh. Kennt ihr das?`Oder ist das was, das nur ich habe? Statt eines Traumes läuft, während ihr schlaft, in eurem Kopf nagend und insistierend ein Lied, so deutlich, dass ihr wach werdet und denkt: „Das muss doch irgendwas zu bedeuten haben? Dass dieses Lied sich jetzt so intensiv bemerkbar machte?“

In den frühen 90s LIEBTE ich die Shoegaze-Popper The Boo Radleys aus Liverpool. „Everything’s Alright Forever“ war mein Album des Jahres 1992. Mein Gehirn spielte dieses 26 Jahre alte Lied davon gerade in meinem Schlaf, als steckte mein kleiner 90s-Stereowürfel mit CD-Player unter meiner Schädeldecke. Jetzt bin ich wach.

Ein mal passierte mir das mit einem Song von Phoenix. Am Morgen stellte ich fest, dass ich in der Nacht ans Laptop gekommen sein musste und das Lied in der Tat von meinem itunes abgespielt wurde. Das war eben aber gerade nicht so. Mein Unterbewusstsein spielte mir gerade „Does This Hurt?“ vor und es fühlt sich signifikant an. Weird. Naja. Jetzt versuche ich mal wieder, weiter zu schlafen.

Lump Buzz Kit

Ich bin ein großer Bewunderer von Laura Marling. Dass die Lady nach sechs Soloalben mal einen musikalischen Ausflug unternimmt und mit Mark Lindsay (u.a. Tunng, Throws und preisgekrönter Producer) ein Duo namens LUMP gegründet hat, finde ich also auf jeden Fall interessant. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich die bisher gehörten Songs aus dem Sessel reissen.

Klar, wirklich langweilig und klischeehaft wäre gewesen, wenn Laura ihre Stimme einem Elektro-Projekt geliehen hätte. Das ist LUMP zum Glück nicht. Das Ganze ist sehr soundtrack-y, sehr sophisticated und natürlich extra arty.  Aber bisher wirkt mir das Ganze zu theoretisch konstruiert, um mich wirklich zu berühren.

Ich meine, im Labelinfo steht, bei der Platte handle es sich um  „a bizarre but compelling narrative about the commodification of curated public personas, the mundane absurdity of individualism, and the lengths we go to escape our own meaninglessness.“ Ah ja. Das ist zweifellos sehr clever und künstlerisch hochwertig. Aber es kickt halt auch nicht. Oder erlebt ihr das anders? Siehe die zweite Single „Late To The Flight“:

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Fragebogen: The Magic Gang

Britpop lebt, und zwar wie! The Magic Gang aus Brighton erinnern uns an gleich mehrere Lieblingsbands der 90s wie Teenage Fanclub, Dodgy oder Supergrass.  Ihr Debütalbum ist eine prima Platte. (HIER noch mal mein Text dazu)

Neulich spielten die Südengländer erstmals in München, im Vorprogramm der Wombats. Ich nutzte die Gelegenheit, um die vier zum Interview zu treffen – dafür bot sich mal wieder der Fragebogen unseres Heftes an.

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Deft Punch

Das letzte Punch Brothers Album „The Phosphorescent Blues“ ist jetzt auch schon wieder drei Jahre alt. Aber gut, Punch Brothers-Frontmann Chris Thile tanzt als Mitglied von Nickel Creek und gefragter Mandolinist auch in den Bereichen Klassik und Jazz nun mal auf vielen Hochzeiten. Da kann es schon mal dauern, bis was Neues passiert.

Nachträglich hat die „Progressive Bluegrass“ Band (so nennen sie ihren Stil) heute ein Live-Video zum Song „Julep“ online gestellt. Anlass: Es gibt neue Tourdaten in den Staaten.

Der Song ist also nicht neu, aber da die fünf Mitglieder der Punch Brothers allesamt unglaubliche Virtuosen an ihren Instrumenten sind und dieser Live-Mitschnitt entsprechend super beeindruckend ist, verbreite ich ihn doch gleich mal weiter. Ob diese Zusammenkunft wohl auch zu einem neuen Album führen wird?

Da nutze ich doch auch die Gelegenheit, zu meinem Interview mit Chris Thile von 2015 zu verlinken.

Fragebogen: Django Django

Das Gute an Regentagen wie heute: Ich komme dazu, ein paar alte Interviews abzutippen. Im März beispielsweise hatte ich einen Termin mit Django Django, bevor sie am Abend im Münchener Technikum spielten. Sänger Vincent Neff und Keyboarder Tommy Grace waren so nett, mit mir unseren albernen piranha-Fragebogen durchzuspielen. Man lernt nicht viel über die Musik der Schotten, aber dafür sehen wir die Jungs von einer Seite, die man sonst vielleicht nicht so mitkriegt. Es wurde jedenfalls sehr lustig, zwischendurch haben wir uns so richtig weggeschmissen. Ich sage nur: „Pet Death Porno.“ Fragebogen: Django Django weiterlesen

best ditches djing strikes again

Thema: Auflegen. Das war nett neulich im Zehner, das machen wir wieder.  Es gibt einmal mehr: Die Sorte Musik, über die ich hier sonst schreibe. Fein: Das zehner ist zwar klein, aber mit gutem Willen kann man sogar drin tanzen. Und unser Willen ist der beste.
Der nächste Termin ist am 06.08.

Im Zehner Club unten spielt an dem Abend die kanadische Band Port Cities. Die drei von der Halbinsel Nova Scotia haben sich zum Ziel gesetzt, Mainstreampop wieder cool zu machen. Dafür singen sie dreistimmig in feinster Harmonie. Auch sehenswert, keine Frage.

HIER gehts zur facebook Anmeldung.

Review: Artificial Pleasure

Artificial Pleasure – „The Bitter End“

Eigentlich will ich mich mit der Vorgeschichte zu Artificial Pleasure gar nicht lange aufhalten. Ein Debütalbum, das kann und soll schließlich auch als „blank slate“ fungieren, als unbeschriebenes Blatt, als Nullpunkt, von dem aus es für den Hörer ohne jedes Vorwissen und jede Voreingenommenheit los geht. 

Es ist ja auch nicht so, dass diese Vorgeschichte typisch oder exemplarisch ist. Sie ist ein Extrembeispiel dafür, wie nah im Musik- und Medienbiz Hype und Stagnation auseinander liegen können.

Trotzdem, hilft ja nix, ich kann mich ja doch nicht bremsen. Also: Zeitreise. Zurück ins Jahr 2012. Da bejubelt im Guardian ein großer Artikel die taufrische Band Night Engine, die in London bereits alle Szenekenner orgasmisch zucken lässt. Dabei existiert das Quartett erst seit wenigen Monaten. Die Newcomer erstaunen mit einer Kombi aus zickzackigen Synthriffs und britischem Funk. Ein 80s-Revival der unerwarteten Art, das Robert Palmer und INXS eine lange nicht mehr wahrgenommene Coolness zurück gibt. Night Engine fangen die New Wave-Rhythmik der Talking Heads ein und ihr Sänger hat eine Stimme, die nicht wenige an Bowie himself erinnert. Dieser Phil MacDonnell ist ein faszinierender, intensiver Typ, der nicht nur mit seinem knallroten Haar Aufmerksamkeit magnetisch auf sich zieht. Wow! Alle sind sich einig: Hier kommt das nächste große Ding! Review: Artificial Pleasure weiterlesen

Coastallo Music

Der Countdown läuft – ein Monat noch bis zur VÖ von „Hope Downs“, dem ersten Album von Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever nach zwei famosen EPs. Das gute Stück erscheint am 15.06. und ich sitze bereits am Transkript des Telefon-Interviews, das ich neulich mit Fran Keaney führen konnte = einem der gleich drei Sänger und Songwriter des Quintetts. Vorab gibt’s einen neuen Song aus dem Album: „An Air Conditioned Man“