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Los Amigos del Deportee

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: WARUM sind eigentlich die Deportees außerhalb Schwedens bisher nie so richtig in die Gänge gekommen? Zuhause ist die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band aus Umeå  ein absoluter Kritikerliebling und Fanfavorit – und normal ist es ja durchaus so, dass schwedische Bands im Rest von Europa sehr wohl wahrgenommen werden. Warum nicht die Deportees?

Zudem: Ihr Drummer Thomas Hedlund ist Live-Drummer von Phoenix (ja, DEN Phoenix).  Das sollte doch ein bisschen Aufmerksamkeit bringen? Aber damit z.B. Pitchfork die Band in all den Jahren überhaupt mal nebenbei erwähnte, mussten sie ein Duett mit Lykke Li aufnehmen.

Nun gut. Nach fünf zum Teil ganz großartigen Platten (HIER mein Text zu ihrem letzten Album von 2015) soll im neuen Jahr eine neue EP und ein neues Album kommen. Vorab gibt’s als Single wie immer ein sehr feines Lied, das man auf Englisch am besten mit sophisticated beschreiben würde: „Bright Eyes“

Royal’s keen

The Royal Concept, das ist die Band, die sich seit 2011 reckt und streckt, die Lungen aufpumpt, sich in den Startblock klemmt und den Eindruck macht, als würde sie gleich eine Megabestzeit hinlegen. Aber an der dritten, vierten Hürde kommt sie ins Straucheln, bricht ab und geht zurück an den Start.

Zwei frühe Singles der Stockholmer, die sich als Studiomusiker für Popacts kennenlernten, waren sogar im Atomic noch echte Dancefloor-Hits: Denn „D-D-Dance“ und „Gimme Twice“ klangen wie die zwei größten Phoenix-Hits, die Phoenix selbst nie geschrieben haben.

Seitdem tourten The Royal Concept viel durch die Staaten und Asien, unterschrieben große Verträge und verloren sie wieder, veröffentlichten in verschiedenen Märkten verschiedene EPs und nur daheim in Schweden ein Album – und gaben ihr letztes Lebenszeichen 2015 mit der „Smile EP“.  2019 stehen die Jungs, die längst Herren sind, wieder ungefähr da, wo sie 2011 standen.

Aber sie sind mal wieder auf des Startblock raus und nehmen die erste Hürde mit einer neuen Single: „Need To Know“. Na, ob sie’s diesmal wohl bis zur Album-Linie schaffen?

nach dem Break die zwei frühen Beinahe-Hits:

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I Predict A Record – 2019, Pt.1

Frohes Neues, und so! 2019 hat begonnen – da gilt es mal wieder, Prognosen aufzustellen. Neulich habe ich euch schon ein Liste meiner Newcomer-Tipps hier platziert. Heute geht’s um die Frage: Von welchen Bands erhoffe ich mir was, die nicht in die Kategorie Newcomer fallen? Teilweise sind neue Alben schon bestätigt, teilweise deuten alle Anzeichen sicher drauf hin, teilweise spekuliere ich.
Ich teile den Post auf zwei Teile auf  – heute geht’s von A-J.

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Something So Strange

Es gibt ja so einige Bands, da fragt man sich: Wieso sind die nicht viel größer? Das Potential, die Leute zu erreichen, ist doch zweifellos da!

Eine davon sind die Strange Names aus Minneapolis. Okay, ihr neo-80s-Sound ist nichts, was man nicht schon gehört hat. Aber sie machen smarte, griffige, manchmal herrlich bescheuerte Songs und Sounds. Case in point: „Into Me“, die Single, die das Trio seinem prima zweiten Album „Data“ voraus geschickt hat. Heute haben die Strange Names ein richtig schön beknacktes Video zum Song nachgeliefert. Jetzt mal ehrlich: Ist das nix, was die Millionen Phoenix- und The Killers-Hörer mögen könnten?

Weil mich das so an die 80s erinnert, juckt mich das, ein Video aus dem Jahr 1983 zu posten. Ich hätte auch Wang Chung, Hall & Oates oder Howard Jones posten können, aber ich picke die Naked Eyes.

Tahiti is on

Ach guck. Es war im Jahr 2000, da machten Tahiti 80 große Wellen mit ihrem Debütalbum „Puzzle“. In Japan war’s ein großer Hit, aber auch europaweit lief’s prima für das Quartett aus Rouen. Die Songs „Heartbeat“ und „A Love From Outer Space“ blieben noch lange Stammgäste im Atomic Café-Programm. Man sprach damals sogar von einer Art französischen Style-Pop-Welle, so mit Phoenix, Air und eben Tahiti 80.

Dass Tahiti 80s weiter aktiv sind, habe ich die letzten Jahre null mitbekommen. Aber hier ist eine neue Single namens „Sound Museum“. Na, wie klingen sie heute, die Herren?

(die zwei Hits von früher – vielleicht erkennt ihr sie wieder? –  gibt’s nach dem Break. Und auch eine Story, die mir wieder einfiel.)

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I Feel fin.

Yeah! Ich bin extrem gespannt aufs kommende Album von The fin. aus Kobe. Die Japaner begannen als sophisticated Indiepopper, so etwa im Stile von Phoenix/Tahiti 80. Doch da schon hatten sie irgendwie ihren eigenen Dreh, den man schwer beschreiben kann und den ich nicht zuletzt ihrer fernöstlichen Kultur zuschreibe: Es ist, als läge ein Filter drauf, der einen mir bekannten Sound ein wenig exotischer macht.

Mit ihrer 2016’er EP „Through The Deep“  gingen Sänger Yuto Uchino & Co ein Stückchen weg vom klassischen Song mit Strophe und Refrain und konzentrierten sich mehr aufs Layering ihrer Kompositionen. Ein Schritt, den sie auf ihrer letztjährigen „Afterglow EP“ weiter führten. In den kommenden Wochen soll ihr neues Album erscheinen, dem schicken The fin. nun das Video „Shedding“ voraus. Ich find’s echt stylish und spannend. Von der Komposition her folgt der Song ja quasi fast durchgehend nur zwei Akkorden, aber The fin, holen die Abwechslung und die Dynamik aus der Schichtung der Sounds. Das hat was, definitiv.

Domino Dinos

Neues von Last Dinosaurs aus Brisbane.
2012 traute man dem Quartett nach ihrem Debütalbum „In A Million Years“ zu, als Australiens Variante von TDCC/Phoenix auch international durchzustarten. Speziell die Single „Zoom“ machte Wellen.

Den Buzz konnten sie mit ihrem 2015er-Album „Wellness“ nicht aufrecht erhalten. Ob sie ihn mit „Dominos“ wieder anfachen können?

Review: Franz Ferdinand

Franz Ferdinand – „Always Ascending“

Okay, komplett irre Geschichte: Ein Musiker einer erfolgreichen Band lernt eine Künstlerin kennen. Er verfällt ihr, quasi. Fängt an, ihre experimentelle Kunst irgendwie in die Band mit einzubringen und startet mit ihr eigene sonderliche Art-Projekte. Am Ende steht seine Trennung von der Band. Man stelle sich das mal vor! Ist das, was Franz Ferdinand und ihrem Gitarristen Nick McCarthy passiert ist, etwa schon jemals in der Musikhistorie vorgefallen?

Höhö. Also, das war natürlich ein Witz jetzt. Den ich einfach nicht auslassen konnte. Es ist aber ja auch viel lustiger, sich das so vorzustellen, anstatt einfach den üblichen Verlautbarungen Glauben zu schenken, oder? Der offiziellen (und, zugegeben, glaubwürdigen) Version nach herrscht weiter dicke Freundschaft und Nick verließ die Band schlicht und ergreifend, weil er Papa geworden war und deshalb nicht mehr auf Tour gehen wollte. Seine Frau, die Künstlerin Manuela Gernedel, tauchte offenbar auch nicht mal eben plötzlich auf, sondern ist, wie man hört, schon seit Studienzeiten Nicks Partnerin. (Nun gut, sowas ist letztlich persönlicher Tratsch, den man vermutlich auch googlen könnte. Aber auf diesen Level will man ja nicht sinken.)

Fakt bleibt, Nick McCarthy ist eben nicht mehr dabei. Und Nick war natürlich ein substantieller Teil der bisherigen Franz Ferdinand. Review: Franz Ferdinand weiterlesen

Eighties gonna eight

Als die Strange Names aus Minnesota vor nicht ganz drei Jahren ihr erstes Album „Use Your Time Wisely“ veröffentlichten, da behauptete ich in meinem Text zu dem Album, sie seien gar keine 80s-Revival Band. Sondern eine 80s-Revival-Revival-Band. Ich fand, dass sie sich sogar mehr auf The Killers, La Roux, Phoenix, The Faint und ähnliche Bands aus dem neuen Jahrtausend bezögen als auf die 80s-Originale wie, sagen wir, Men Without Hats, INXS oder Duran Duran.

Aber so oder so, die Platte hat großen Spaß gemacht. Darum freue ich mich auf Ende Februar, wenn sich die Strange Names mit ihrem zweiten Album zurück melden. Die Vorab-Single „U.F.O.“ ist richtig schön tacky. Mir kommen da verdrängte 80s-Acts wie Hall & Oates, Howard Jones, Naked Eyes und Wang Chung in den Sinn. Nun gibt’s für den Song auch ein stimmiges Video mit so richtig wunderbar beschissenen Billig-Effekten.

What Did You Expect From 2018, Pt.3

Heute: Der dritte und letzte Teil meiner Liste „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.  Es geht um meine persönliche Vorschau auf das anstehende Indie- Jahr. Um Platten, auf die ich gespannt warte. Alben, die entweder schon feststehen, die sicher erwartet werden oder auf die man zumindest spekulieren darf.

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