Review: The Preatures

The-Preatures_Blue-Planet-EyesThe Preatures – Blue Planet Eyes

Teilt denn niemand meine innige Liebe zu Sydneys The Preatures? Reaktionen, die ich zu diesem Album bisher erhalten habe, lauteten z.B. „mir zu Bayern 3-mäßig“ oder „wie zu erwarten: nur ein einziger Hit drauf“ . Sorry, aber ich sehe das halt komplett anders!!

Bayern-3-mäßig? Oh, ich WÜNSCHTE, Bayern 3 würde Popmusik auf so hohem Niveau spielen! Denn klar, dies ist Pop. So, wie Phoenix und Haim Pop sind. So wie The Pretenders, manchmal Blondie, so wie sogar Clout und Suzi Quatro Pop waren. Es sind schnittige, kurze Songs voller Hooklines und ohne ein Gramm Fett. Auf meinem alten Blog (jaja – schnief) hatte ich ein Interview mit Preatures-Sängerin Isabella Manfredi, in dem sie davon sprach, wie sie lernte, zu kürzen. Wie sie in Songs, die vier Takte Intro hatten, versuchte, das Intro auf zwei Takte zu editieren. So schnell wie möglich zum Punkt zu kommen. Entsprechend toppt kein Song auf dieser Platte die 4-Minuten-Marke, und das ist gut so. Dafür haben die Lieder Refrains, die sich im Ohr einnisten, und subtile, luftige Arrangements mit viel freiem Raum. Dieser gibt den einzelnen Gitarrenlicks und den smarten Bassläufen die Möglichkeit, sich zu zeigen. Ausnahme: Der impressionistisch-schummrige Opener „Blue Planet Eyes“, der aber als atmosphärisches Intro eine prima Rolle erfüllt.

Und jetzt: Nur EIN Hit? Welcher ist gemeint, bitteschön? Das flotte Mitschnips-Ding „Somebody’s Talking“? Oder das schuggernd-rhythmische  „It Gets Better“? Die herrliche Ohrschmeichler-Ballade „Two Tone Melody“? „Ordinary“, das Softrock in cool neuerfindet? Alle vier Songs waren zu Recht Singles! Das spritzige „Cruel“ hätte dies genauso verdient wie der unterschwellige Groove von „Rock And Roll Rave“ oder der himmlische Closer „Business Yeah“.

Aber klar, die herausragende Nummer, die ihr meint, ist „Is This How You Feel?“, der Mega-Wahnsinns-Hurra-Jubel-Königs-Überhit, der schon 2013 eine Single war. Okay, ich sehe ein, dass „Is This How You Feel?“ die anderen Songs immer noch überstrahlt. Aber nur, weil seine Leuchtkraft eben so enorm ist! Zu sagen, dass die anderen Songs nicht auch funkeln, das ist einfach falsch beobachtet, Punkt.

Okay, auch ich habe eine Sache auszusetzen an dem Album: Ich finde, dass die 2013er Single „Manic Baby“ ruhig noch im Tracklisting Platz gefunden hätte. Denn der Song hat als Retro-Disco-Track etwas, das dem Gesamtbild noch einen Farbtupfer gegeben hätte, und die Platte ist ja kurz genug, dass 2:23 Minuten mehr sie nicht überladen hätten. Abgesehen davon finde ich das Album als prickelndes Mattglanz-Pop-Werk nahezu perfekt. Dies sind zehn Brausebonbons aus Pop in glitzerndem Knisterpapier, und jedes schmeckt.

Die Frage ist vermutlich, ob man Süßes mag. Naja, ich bin ein Naschkater.

15 02 The Preatures

„Somebody’s Talking“

„Manic Baby“ (leider nicht auf dem Album)

„Is This How You Feel?“

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