Should We Talk About The Sweater?

Superjung und aus Brisbane: Sweater Curse. Noch weiss ich wenig über das Trio, außer dass die drei Mitglieder Monica, Chris und Rei heißen – und dass ihre neue Single namens „(Hear You)“ ziemlich fein ist. Darauf kann man aufbauen. Die Kids behalten wir im Auge und im Ohr.

Übrigens: Was ist der Sweater Curse? Unter Leuten, die stricken, gibt es einen Aberglauben:  Wer seinem/seiner Liebsten einen Sweater anfertigt, der wird vermutlich bald verlassen – oft noch sogar, bevor das Teil fertig gestrickt ist. Tja. Wieder was gelernt.  Zum Glück stricke ich nicht, mir kann das nicht passieren. Ach ja, Single bin ich ja auch noch. Puh.

Sports ist mords

Vor ein paar Wochen habe ich auf dem Blog einen Post geteilt, in dem ich meine Tipps für 2019 auflistete. Einer davon: Sports Team aus London.

Dieses Quintett updatet mit schrägem Witz und wurliger Energie Britpop-Traditionen. Ich bilde mir ein, in Sports Team Spuren von Blur, Madness, Supergrass, Pulp oder den Housemartins zu entdecken – zumal ihr Sänger Alex Rice ein kauziger Exzentriker ist, auf seine Weise eine Variante des Typen Suggs/Jarvis/Damon.

Sports Team haben heute eine neue Single geteilt – und sie bestärken mich mit dieser herrlich beknackten Nummer in meiner Einschätzung. Ja, 2019 kann das Jahr von Sports Team werden.

p.s. Die M5 ist eine englische Autobahn – und zwar der Weg in den Südwesten. Wer aus Liverpool, Manchester oder Birmingham in den Urlaub an die Südküste fährt, nimmt den Motorway 5. Damit hat diese Straße für den Briten so etwa die Bedeutung wie der Brenner für den deutschen Italien-Urlauber.  Die Fahrt auf der Straße bedeutet Vorfreude und ist quasi erster Teil des Ferienrituals.

Cloud Ninth

80s-Revival-Bands gibt’s viele. Aber das Schöne an der Sache ist ja, dass sie oft genug einen Weg finden, jeweils eine eigene Nuance aus dem Ursprungsmaterial zu picken und neu auszubauen.

In Glasgow sind The Ninth Wave jetzt schon seit zwei EPs und mehreren Singles sehr aktiv dabei, auf Depeche Mode/Human League-artige Synthsounds extra dunkle Filter zu legen. Das ist noch nicht Goth/Industrial, aber auf dem Weg dorthin, gleichzeitig aber auch mit ordentlich Popappeal ausgestattet, so dass auch ich noch was damit anfangen kann – siehe ihre neue Single „Half Pure“.

An Offer You Can’t ReFEWS

Gibt’s das Wort „unterbeachtet“? Die FEWS sind’s jedenfalls.

Schon das erste Album des in Malmö ansässigen schwedisch/amerikanisch/britischen Quartetts war wahnsinnig gut und hätte viel mehr Wertschätzung verdient gehabt. Auch live sind die Jungs eine Urgewalt, im Interview sind sie dafür superduperlustig.

Na dann hoffen wir mal, dass ihre zweite Scheibe mehr Wellen macht als die erste. „Into Red“ erscheint Anfang März und mit „More Than Ever“ gibt’s nun eine weitere Vorab-Single. Ich find‘ den Song famos.

Review: Swervedriver

Swervedriver – „Future Ruins“

Das ist die Sache mit den Wiedervereinigungen: Was kann man tun, damit die Sache langfristig spannend bleibt?

Das Tolle am Swervedriver-Comeback-Album „I Wasn’t Born To Lose You“ war, dass es die Platte überhaupt GAB. Denn auch Adam Franklin und Jimmy Hartridge haben sich garantiert einige Jahre lang nicht träumen lassen, dass ihnen diese Renaissance passieren würde. 

Selbst in ihren ersten Jahren, als Breitwandrock-Shoegazing all the rage war, waren die Oxforder schließlich nicht eben die größte Band. Die viel größeren Bühnen gehörten Ride, My Bloody Valentine, Slowdive oder Lush. Swervedrivers drittes Album „Ejector Seat Reservation“ (1995) wurde noch wahrgenommen, aber zu Zeiten des Britpop-Booms war ihr Sandstrahl-Sound nicht eben gefragt. „99th Dream“ (1998) ging dann mal so richtig komplett unter. Ich weiss nicht mal mehr, ob Swervedriver ihre Trennung damals überhaupt bekannt gaben. Es ging wohl eh jeder davon aus, dass es vorbei war.

Aber in den folgenden Jahren passierte das Unerwartete: Ihre Platten verschwanden einfach nicht. Wurden von neuen Fans entdeckt. Review: Swervedriver weiterlesen

I see DC

Fuck, ich bin so neidisch auf Köln heute Abend. Das spielen die umwerfenden Fontaines DC aus Dublin City. Gestern waren sie in Berlin, in Leipzig waren sie auch schon. Waren sie in München? Waren sie fuck.

Immerhin ein Trost: Heute habe ich mit Sänger Grian Chattan telefoniert und ein sehr gehaltvolles Gespräch ist es geworden. Ich hab auch gleich was gelernt: Grian reimt sich auf Ian, nicht auf Brian.

Immerhin ein zweiter und dritter Trost: Seit heute steht eine neue KEXP-Session online, sogar mit einem neuen Song namens „Peddler’s Toy“, der so exklusiv ist, dass er sich offenbar nicht mal auf Fontaines DCs im April erwarteten Debütalbum befindet.

Auch „Big“ gibt’s noch nicht auf itunes o.ä., soll aber auf dem Album zu finden sein.

die weiteren Songs nach dem Break

I see DC weiterlesen

You Don’t Know Yak

Das kommende Yak-Album „The Pursuit of Temporary Happiness“ ist eine verdammt intensive Platte. So intensiv, dass es mir gar nicht so leicht fällt, sie anzuhören. Man kann sie nicht mal eben nebenbei beim Kochen laufen lassen – da rüttelt sie einen zu oft raus, verstört manchmal fast. Aber dass das große Kunst ist, daran besteht kein Zweifel.

Die Platte erscheint am 08.02. und wenn’s so weit ist, kann ich hier ein Interview mit Sänger Ollie Burslem posten. Vorher steht ein neues Lied der Platte online: „This House Has No Living Room“ mit Gast Jason Pierce (Spiritualized) ist auf dem Album das große Finale.

Späßchen: So von Minute 1:45 bis 1:55 etwa ist dies ein Smashing Pumpkins-Video. Aua.

The Bouncing Ballroom – Vol. 3

Veranstaltungshinweis: Unser nächster Termin im FOLKS steht.
Piff! Pang! Pow! präsentiert: The Boucing Ballroom Vol. 3

Ihr wisst ja, worum’s geht. Um Indiekram halt.
Wir versuchen, nicht nur die ewig gleichen Indie-Ballermann-Hits zu spielen, die’s überall gibt, aber dennoch einen bombigen Dancefloor hinzukriegen. Wie damals beim Britwoch im Atomic eben, der ja mein Baby war: Party, aber nicht ohne musikalische Überraschungen. Na, das ist jedenfalls immer das Ziel, das wir (= Tom und ich) uns setzen.

HIER geht’s zum Facebook-Link. Fühlt euch eingeladen.

Hoge Downs

Das US-Klischee geht ja in etwa so: An den Küsten, da sitzen die aufgeklärten Amerikaner, die Trump-Gegner, Hipster und Pitchfork-Leser. Im Landesinneren, da sitzen die Rednecks, die Country-Hörer, die Fox News-Gucker.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Klar leben auch an den Küsten dumme Rechte, klar gibt es aber auch in der Welt des Country Rock sehr wohl liberale Köpfe und vehemente Trump-Gegner. Der Americana-Rock-Songwriter Will Hoge aus Nashville beispielsweise hat sein komplettes letztes Album „My American Dream“ mit unmissverständlichen Protestsongs gefüllt. Zum Opener „Gilded Walls“ gibt’s jetzt ein Video.