Schlagwort-Archive: Sturgill Simpson

Baby It’s Colter Outside

Wenn man das Wort „Country“ hört, dann denkt man an Tennessee, an Texas und Kentucky – aber nicht unbedingt an Saskatchewan. Mit dem 23jährigen Colter Wall stammt allerdings einer der rasantesten Aufsteiger des traditionellen Country (hier auf meinem Blog poste ich natürlich keinen auf Charts gebügeltem Pop-Country von der Stange, sondern nur das urwüchsige Rohmaterial) aus dem kanadischen Bundesstaat. Sein kommendes zweites Album „Songs Of The Plains“ widmet Colter ganz seiner Heimat, den endlosen Ebenen der kanadischen Prärie. Die Platte erscheint am 12.10., also sollte man denken, seine Coverversion des alten Cowboy-Songs „Bury Me Not on the Lone Prairie“ sei bestimmt auf der Neuen zu finden. Falsch gedacht! Obwohl Colter das Video zwei Wochen vor VÖ einer neuen Platte online stellt, ist der Song darauf nicht vertreten. Nun gut, einen Eindruck, was einen erwartet, gibt dieser Clip trotzdem.

Interview: Tyler Childers

Wir schreiben gerade mal das erste Wochenende von 2018 und das erste Mega-Album des Jahres ist bereits erschienen. Okay, in den Staaten steht „Purgatory“ von Tyler Childers schon seit August in den Läden. Sonderbar eigentlich, dass es in Zeiten des Internet immer noch verschiedene Release-Dates gibt. Aber egal – Hauptsache, das Ding ist seit Freitag auch in Deutschland erhältlich.

Denn „Purgatory“ ist in den USA die Sensation der Saison in Sachen Alternative Country schlechthin. Sturgill Simpson himself hat Hand angelegt, ebenso Johhny Cash-Producer David Ferguson. Aber diese Namen sollen nicht das Licht von dem Mann in den Schatten stellen, der diese Songs schrieb und singt: Tyler Childers, 26-jähriger Rotschopf aus Kentucky. Ein freundlicher, nachdenklicher Typ. Und falls sich jemand auf diesen Blog verirrt hat, der immer noch glaubt, Country-Sänger seien geistig Schmalspur fahrende Provinz-Dödel, dann lege ich demjenigen das folgende Interview umso mehr ans Herz.

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What Did You Expect From 2018, Pt.3

Heute: Der dritte und letzte Teil meiner Liste „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.  Es geht um meine persönliche Vorschau auf das anstehende Indie- Jahr. Um Platten, auf die ich gespannt warte. Alben, die entweder schon feststehen, die sicher erwartet werden oder auf die man zumindest spekulieren darf.

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Interview: Jake Bugg

Es gibt Musiker, die sind echte Labertaschen. Die muss man nur anstupsen und sie erzählen und erzählen, kommen vom Hundersten ins Tausendste. Aber es gibt auch Musiker, die bleiben verschlossen. Jake Bugg gehört eher in die zweite Kategorie. Nicht, dass er überhaupt nichts sagt im Interview – aber er hält sich halt doch immer ein bisschen bedeckt. Trotzdem: Als Interviews für sein heute (01.09.) erscheinendes viertes Album „Hearts That Strain“ anstanden, habe ich mich natürlich um eins bemüht. Die Platte ist nämlich wirklich gelungen. Alles Weitere dazu in unserem Gespräch:

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The Bugg Starts Here

Auf Jake Buggs letztem Album „On My One“ war die große Story, dass er quasi alles im Alleingang gemacht hatte, selbst produziert im eigenen Studio usw.

Kaum ein Jahr danach meldet sich Jake schon wieder zurück: Bereits am 01.09. kommt das neue Album „Hearts That Strain“, diesmal wieder mit Promi-Partnern. In Nashville aufgenommen u.a. mit Dan Auerbach, Dan Anderson (der Sturgill Simpsons „A Sailor’s Guide To Earth“ betreute) und den Memphis Boys = der ehemaligen Backing Band von Elvis, mit der er u.a. „In The Ghetto“ und „Suspicious Minds“ aufnahm.

Vorab gibt’s die Single „How Soon The Dawn“.

Our future is the Childers

Meine Schwäche für alt.Country ist bekannt – eine sensationelle Platte des Genres 2017 erscheint am 4.8. und kommt von Tyler Childers aus Kentucky. Der Singer/Songwriter ist in seinem Heimatstaat schon lange als Geheimtipp unterwegs – 2011 veröffentlichte er sein erstes Album, damals 19. Seitdem wartet man darauf, dass er durchstartet – und Holla, wird der Rotschopf mit seinem zweiten Album „Purgatory“ durchstarten! Als Produzenten konnte er niemand geringeren als David Anderson (der schon mit Johnny Cash himself arbeitete) und Sturgill Simpson (STURGILL SIMPSON!!!) gewinnen. Jetzt gibt’s auch ein Video, und zwar zum Song „Whitehouse Road“.

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Sail on, Sturgill!

Da hat mein alt.Country-Favorit Sturgill Simpson letzte Sonntagnacht doch für sein „A Sailor’s Guide To Earth“  tatsächlich den Grammy fürs „Country Album of the Year“ gewonnen! Zusätzlich war Sturgill auch noch – wenn auch als krasser Außenseiter – in der Königskategorie, dem genreübergreifenden „Album of the Year“ nominiert. Dieser Preis ging dann am Ende an Adele. Fair enough. Ich hätte mich trotzdem für Sturgill gefreut, auch ein bisschen aus Eigennutz, weil mein 2014er-Interview mit dem Meister sicher ein paar Klicks gesammelt hätte, wenn hierzulande plötzlich alle „Sturgill Simpson“ gegooglet hätten

Der Song, den Sturgill bei den Grammys performte, war „All Around You“. Meiner Meinung nach nicht unbedingt die spannendste Nummer auf ASGTE, aber mit der beissenden Militär-Kritik „Sea Stories“ hätte der Gute ja sicher auch zu viele  Leute erschreckt. Zu „All Around You“ gibt es wenige Tage nach der Grammy-Performance jetzt auch ein Video.

Meine Alben 2016, Pt. 6 (5-1)

header-2016-1-sturgeFanfare! Yeah! Hier sind sie! Die Alben des Jahres 2016, according to his Nerdness Meinereiner! Ihr habt lange durchgehalten, über fünf frühere Posts habe ich diese Liste schon ausgewalkt. Jetzt sind wir bei den Top 5 angekommen. Na, wer wird gewinnen?

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Interview: The Devil Makes Three

Devilmakesthree_HeaderFreitag erscheint ein neues Werk von The Devil Makes Three. Allerdings nicht mit neuen Songs – „Redemption & Ruin“ ist ein Coveralbum. Hier präsentiert uns das US-Trio Lieblingslieder und Einflüsse aus früheren Jahrzehnten, von Robert Johnsons Blues bis zu Tom Waits Rumpel-Artrock. Die Art Songs, die „DM3“ zu der Indiefolk/Bluegrass-Spitzenband gemacht haben, als die wir sie kennen.

Ich sprach 2/3 der Band, Sänger Pete Bernhard und Fiddler Cooper McBean, darüber vor ihrer Show im Münchner Strom.

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Review: Rival Sons

rival sons coverRival Sons – „Hollow Bones“

Ich bin ja kein Rocker. Allen zeigen, was ich für’n harter Typ bin, das ist so gar nicht meins. Klar, ich bin ja auch nicht hart. Dann wiederum, andere Typen, die’s auch nicht sind, versuchen mit aller Macht, sich mit martialischer Musik so aussehen zu lassen. Vielleicht fehlt mir das Testosteron?

Jedenfalls, Rockmusik geht mir meistens am Popo vorbei. Aggressives Rumgeschocke lässt mich mit den Augen rollen, Machismo-Posen finde ich affig. Wenn ich ausnahmsweise mal was mag, das in diese Kategorie fällt, etwas das „rockt“, so alle paar Jahre – dann deshalb, weil es mit einem Bein in der Indie-Welt steht. Jet zum Beispiel, die ja nur zur einen Hälfte AC/DC waren und zur anderen Oasis. Royal Blood, die in ihrer Zweier-Konstellation auch Garagen-Feeling rüber bringen.

Dass ich jetzt hier, auf diesem Indie-Schmindie-Blog über die Rival Sons schreibe, ist möglicherweise für viele echte Rocker der Beweis, dass sie diese Band abstoßen müssen, weil jetzt endgültig auch die Hipsterluschen mit auf den Zug aufgesprungen sind.

Tja, tut mir leid, Jungs. Aber ich werde diese Kalifornier den Indie-Kids durchaus ans Herz legen.

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