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O Tempalay, O Mores

In meinem Post über japanischen Indie (eins weiter unten) schrieb ich, dass ich jetzt mehrere Labels aus dem Land (und somit deren Bands) im Auge behalte.

Und schon ist da ein neuer Kandidat: Der Name Tempalay alleine klingt bereits wie Mischung von Tame Impala und Temples  – und in der Tat haben wir es mit einem Mix aus J-Indie und Psychedelia zu tun, komplett mit abgedrehtem Alice-im-Wunderland-Video. Die Pressebio der Band selbst beschreibt Tempalay als “ a new generation rock band that freely moves back and forth between scenes“.

Diese Single trägt den Titel „Doooshiyoooo!!“ und ist ein Vorab-Track des dritten Tempalay-Albums „What A Wonderful World“, das am 26.09. erscheint. Tempalay spielten schon zwei China-Tourneen und zeigten sich auch beim SXSW 2016 in Austin.

Na, da suchen wir nach dem Break doch noch zwei, drei Clips der Band raus und gucken, ob die diesen Level halten.

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Review: Fascinator

Fascinator – „Water Sign“

Positive Überraschung! Ich nehm’s gleich mal vorweg: Das zweite Album von Fascinator ist famos. Damit habe ich nicht gerechnet.

Den schrägen Vogel, der sich Lord Fascinator nennt, habe ich bisher nämlich nur so halbernst genommen. Ich hatte ein paar Videos von seinem Debütalbum „Man“ (2015) gesehen und mir mein Urteil gebildet. Die Single „Dead Of The Night“ war lässig, keine Frage. Obwohl dies Musik war, die synthetisch und tanzbar war, passte sie aufs Perth-Psychedelia-Hauslabel Spinning Top zu Kollegen wie Pond, GUM und Tame Impala. Denn erstens steckte eine unzweifelhaft experimentell-psychedelische Komponente drin. Zweitens war das auch visuell verspult und es nahm sich sichtbar nicht so bierernst. Was ja durchaus auch für Pond & Co gilt.

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Summa Gum Laude

Entweder: Die Perth-Szene ist ein zufälliges glückliches Aufeinandertreffen irre kreativer Charakterfiguren. Weil sie gemeinsam am gleichen Ort aufwuchsen, konnten Nick Allbrook, Kevin Parker, Cameron Avery & Co gar nicht anders, als Tame Impala und Pond und all die anderen Bands zu gründen.

Oder: Weil ein oder zwei Vorreiter in der Clique waren, zogen sie die anderen mit und es entwickelte sich eine Gruppendynamik. Typen, die von selbst vielleicht nicht auf die Idee gekommen wären oder sich nicht getraut hätten, ließen sich aufputschen und toben sich nun ebenfalls künstlerisch aus.

Wie’s wohl wirklich war? So oder so: Jay Watson ist Livemitglied bei Tame Impala, offizielles Mitglied bei  Pond (zum letzten Pond-Album hatte ich ihn am Telefon) und als Solist nennt er sich GUM. Vom neuen GUM-Album „The Underdog“ gibt’s ein neues Video: „Couldn’t See Past My Ego“.

Fascidelica

… und schon wieder Madchester-Vibes aus Australien! Der Herr, der sich Lord Fascinator nennt, veröffentlicht seine Musik über Spinning Top. Die Plattenfirma auf Perth also, wo sich sonst solche Tame Impala-Alumni wie Pond, GUM und Cameron Avery tummeln. Das bedeutet normalerweise verspulte Psychedelia. Diese gibt’s hier nicht, verspult ist es trotzdem. „Sex Crystals“ kommt rüber wie ein Update der Happy Mondays, komplett mit Shaun Ryder-Gesang. Der Song ist der Vorbote fürs am 11.05. kommende Album „Water Sign“. Unser Interesse ist geweckt!

Melody’s Club

Girl Power Pt 2: Okay, das Video ist bereits von gestern, da habe ich’s übersehen. Aber posten will ich’s heute trotzdem, alleine aus der Erleichterung, dass es Melody Prochet wieder besser zu gehen scheint. Letzten Sommer gab es kryptische Berichte, die Frontfrau von Melody’s Echo Chamber habe einen schweren Unfall erlitten – und weil keine Tatsachen rausgerückt wurden, spekulierte man über das Schlimmste. Dass die Französin vielleicht nie mehr Musik machen würde, hieß es.

Nun aber steht ein Release-Datum für ein  neues Album an – am 15.06. erscheint „Bon Voyage“. Cool: Melody hat für die Songs mit SWE-Psychedelia-Maestro Dungen zusammen gearbeitet (der zuletzt ja auch als Mitglied von Amason begeisterte). Das klingt doch mal nach einer Spitzenkombi! Vorab eine Single: „Breathe In, Breathe Out“

GUM as you are

Mitglied bei Pond und Tame Impala zu sein, das kann einem Kreativling wie Jay Watson aus Perth natürlich nicht reichen. Ergo hat Jay mit GUM auch noch seine eigene Band am Start, deren Sound ein ähnliches Klanggebiet erforscht.

Ich bin so ehrlich: Die anderen zwei Projekte finde ich stärker. Tame Impala haben irgendwie diesen erstaunlichen Kanal von Psychedelia zum Pop aufgetan, der ihre irren Ideen breitenwirksam zugänglich macht. Pond wiederum sind dermaßen abgespacet, dass Zuhören auch mal wehtun kann, aber immer eine Erfahrung ist. GUM halten die Stellung dazwischen. Das ist cool und alright, aber halt weniger speziell. Keine Frage aber, dass das neue GUM-Video „The Blue Marble“ als Claymation-Augenschmaus ein echter Hingucker ist.

Pond de Replay

„‚Fire In The Water‘ is taken from Pond’s album The Weather“ – so steht’s in der Beschreibung, die die schrägen Aussies aus dem Tame Impala-Umfeld heute auf youtube geteilt haben. „Echt? An den Song erinnere ich mich gar nicht“ denke ich und finde ihn tatsächlich nicht auf meinem Rechner.

Des Rätsels Lösung? Pond haben heute eine Aktualisierung des Albums vorgenommen, wenn man so will. Die neue Variante von „The Weather“ in den Downloadstores und Streaming-Services beinhaltet das neue Lied.

Ich bin weiterhin kein Freund solcher neuer Editionen. Der Song ist lässig, aber wer sich „The Weather“ pünktlich zur VÖ letzten Mai besorgt hat (als ich hier übrigens ein Interview postete), ist doch jetzt schon ein bisschen der Depp, oder?

The Class of 2017

Auch dieses Jahr wieder, eh klar: Wir vergeben den ein-Kasten-Augustiner-Preis für den Song des Jahres 2017! Hurra!Was hat es damit auf sich? Wer ist nominiert? Mehr dazu:

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Review: Noel Gallagher

Noel Gallagher’s High Flying Birds – „Who Built The Moon?“

Es ist ja zum Glück kein Wettbewerb. Man kann als Hörer ja sowohl Liam als auch Noel okay finden. Man muss sich ja gar nicht für den einen und damit automatisch gegen den anderen entscheiden, auch wenn der konstante Zank der zwei in den Medien den Eindruck erwecken mag. Genauso, wie man sich in den 90ern auch herrlich über den Oasis/Blur-Konflikt amüsieren und gleichzeitig an beiden Bands seine Freude haben konnte.

Aber wenn es so wäre: Da tendiere ich zu Team Liam. Einfach, weil Noel immer schon geschafft hat, all die Props für sich einzusammeln. Weil er nie Skrupel hatte, seinen Bruder blöd aussehen zu lassen. Auch jetzt wieder, da die zwei schlagzeilenwirksam Giftpfeile aufeinander schießen: Noels Sprüche gegen Liam wirken sehr herablassend. Liam kläfft mehr, mag aggressiver sein, frecher, herausfordernder, dabei durchaus nicht ohne Augenzwinkern. Noel wiederum tut immer so, als stünde er drüber, dafür setzt er dann zwischendurch gemeine Tiefschläge. Souverän ist was anderes.

Tja guck. Schon wieder schreibe ich über den Bruderzwist, aber es soll doch um die Musik gehen. Hier sind wir uns einig, dass beide Gallaghers zuletzt was zu beweisen hatten. Review: Noel Gallagher weiterlesen