Here we are now, entitle us

Stichwort Avocado Toast.  Im Sommer kam der australische Immobilienmogul Tim Gurner in die News. Auch in Australien geht die Schere auseinander und die Löhne für die normalen Jobs werden geringer und geringer. Die Aussicht für junge Leute, die ins Berufsleben starten, sich mal ihre eigene Wohnung, ihr eigenes Haus zu leisten, sind für alle, die nicht schon privilegiert geboren wurden, extrem schmal. Gurners Spitzen-Rat an die Jugend: Nicht immer im Café so viel Avocado Toast und und so teuren Kaffee bestellen! Lieber sparen!

Genau das, was jemand, der seine Dollars gerade so zusammen hält, um über die Runden zu kommen, in der Situation hören will. Die Sache kam mir wieder in Sinn durch den Song „Entitled Generation“.  Die aktuelle Single von Melbournes Tiny Little Houses – es ist der Vorbote auf ihr im Januar erscheinendes Debütalbum „Idiot Proverbs“ – kann man wohl als Caleb Karvountzis‘ gallige Antwort auf Gurner deuten.  „Got two degrees and am still working on the phones – damn our entitled generation!“ = Ich habe zwei akademische Titel, stecke aber in einem Job im Call-Center fest. Verdammt sein unsere Generation, die denkt, dass ihr alles zusteht.

It’s a Ray* about Shame

Die Engländer Shame stammen aus dem Umfeld solcher Bands wie Fat White Family und Idles – von der Ideologie her sind die Jungs Punks. Vom Sound her erinnern sie mich persönlich aber mal wieder (wie sollte es anders sein?) an Australier. Wenn ich die Gitarren und die Frage-Antwort-Gesänge auf Shames kommendem Album „Songs Of Praise“ (VÖ 12.01.) höre, muss ich an Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever denken. Nur dass Shame halt rougher sind.  Wie auch immer: Shame, die man übrigens in wenigen Wochen hierzulande als Support der Gurr-Tour sehen kann, haben ein neues Video „One Rizla“

* A Ray of Hope, that is. Weil die gut sind. Und ich mich nun mal verpflichtet fühle, hier als Überschriften immer Wortspiel-Kalauer zu schreiben. Weil das den Suchmaschinen so ungemein erleichtert, meine Beiträge zu finden. Oh well.

Merrettocracy

Eine neue Single der Bad Sounds bedeutet auch? Genau, ein Lo- bis No-Budget-Video, das die Jungs „Audio“ nennen. Die neue Nummer von Callum und Ewan Merrett trägt den Titel „Are You High?“

Die Sache ist die: Andere Bands/Labels stellen ein Standbild oder ein „Lyric Video“ online – sowas poste ich nur in Ausnahmefällen. Die „Audios“ der Bad Sounds poste ich schon, denn hier gibt’s wenigstens bewegtes Bild. Irgendwie ist das ein Unterschied, oder? Den Song finde ich auch mal wieder sehr gelungen, nicht zu vergessen.

I’m a Crepe, I’m A Weirdo

Ballarat, Victoria – die Stadt im Landesinneren ca 115 km nordöstlich von Melbourne ist die Heimat der Crepes. Nachdem die Band um Sänger Tim Karmouche im Frühjahr 2015 eine in Australien sehr positiv aufgenommene EP veröffentlichte, steht nun ihr Debütalbum an. Am 8.12. erscheint „Channel Four“. Das vorab veröffentlichte Video „Mild Conversation“ macht große Hoffnung: Ich bilde mir ein, hier sowohl Melbourne’sche Dolewave-Lässigkeit a la Twerps / Dick Diver als auch einen Big Star/Teenage Fanclub-Einfluss raushören zu können.

Review: Shed Seven

Shed Seven – „Instant Pleasures“

Tatsächlich! Ein neues Album von Shed Seven! Eine Band, die mehr Lieblingslieder der 90er auf dem Kerbholz hat, als man denkt.

Nun gab es bekanntlich in den letzten Jahren zahlreiche Wiedervereinigungen, die sehr ermutigend abliefen. Es gab Comeback-Platten, die völlig okay (Pixies, OMD, JAMC) und sogar richtig gut waren (Suede, Ride, Swervedriver). Sogar ein paar begeisternde Highlights gab’s: Die Post-Reunion-Alben von Slowdive und Blur gehören zum Besten ihrer Diskographie.

Der Unterschied bei Shed Seven ist der, dass nach einem neuen Album keiner gefragt zu haben scheint. Pixies, Ride, Suede, Slowdive – alles Kritikerlieblinge. Shed Seven? Schon kichern so einige Medien, nach dem Motto: „Wie, was wollen DIE denn wieder?“

Ich glaube, es ist mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht.

Also, tief Luft holen.

Der Stern von Shed Seven ging Mitte 1994 auf, als Britpop gerade so richtig in die Gänge kam. Review: Shed Seven weiterlesen

To Katt A Long Story Short

Schwedisch ist gar nicht so schwer, manchmal. Was der Name Svart Katt bedeutet, versteht man auch als Deutscher gleich. Die neue Single der Stockholmer Punkband (naja – sie selbst nennen es Punk, ist das aber für Punk nicht zu melodisch?) trägt den Titel „Slösa bort dagerna“ (dt: Die Tage verschwenden).  Mir gefällt’s. Es erinnert mich an SWE-Bands der 00’er wie The Plan, Franke oder Bad Cash Quartet – und das kann nichts Verkehrtes sein.

That’s alright, Marlon

Kurzer Rückblick in Jahr 2016: Zu den spannendsten Newcomern gehörte ein Neuseeländer mit Maori-Wurzeln, der auf seinem Debütalbum alle möglichen Folk-Einflüsse unter einen Hut brachte und mit wunderschöner Crooner-Stimme beeindruckte.  Mitte Februar meldet sich Marlon Williams zurück mit seinem zweiten Album „Make Way For Love“.  Vorher gibt’s das Video zum Song „Nobody Gets What They Want Anymore“. Ebenfalls im Lied zu hören: Marlons Liebste, die NZL-Songwriterin Aldous Harding.

Zur Erinnerung: HIER mein Interview mit Marlon zum ersten Album.

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Karma Polish

So kann man Budget sparen: Polish Club, der famose australische Beitrag zum Thema Gitarre/Drums-Duo, hat ein neues Video geteilt. „Money“ von Polish Clubs neuer EP „Okie Dokie“ setzt sich zusammen aus Umschnitten früherer Clips der Band. (Zum Vergleich: Die Originale postete ich im Mai HIER)

Überhaupt finde ich, dass Novak und J-H zwei endlässige Gestalten sind, dass ihr Album „Alright Already“ bitteschön ENDLICH in Europa auf den Markt kommen soll und dass es doch für eine Tourneeagentur nicht so schwer und teuer sein kann, die Jungs mal zu uns zu fliegen. Sind doch nur zwei Typen! Also: Macht euren Job! Bucht die für eine Europa-Tour!

WIE cool Polish Club sind, zeigen sie in diesem Clip für ihre aktuelle Australien-Tournee, die sinnigerweise unter dem Titel „Christmas in December“ läuft. So ein Youtube-Tour-Werbespot ist was, das Bands seit einiger Zeit als lästige Pflicht zur Ankündigung der Daten mitliefern. Polish Club zeigen, wie’s geht: So dreht man das Ding, dass es auch Spaß macht!

Urbi et ORB

Wenn das australische Label Flightless was veröffentlicht, heisst’s hinhören – auf diesem Label befinden sich schließlich u.a. King Gizzard, The Babe Rainbow und The Murlocs.

Auch die Band ORB aus Geelong ist bei Flightless unter Vertrag und eine gewisse Klangverwandtschaft zu King Gizzard ist unbestreitbar. Im Oktober veröffentlichte die Band ihr Album „Naturality“. Zum Song „You Are Right“ gibt’s jetzt bewegte Bilder.

Review: Red Kite

Red Kite – „raquet“

Soll ich zum Beginn dieses Texts wirklich noch mal The Cooper Temple Clause hervor kramen? Es ist zehn Jahre her, dass die sich getrennt haben! Dan Fisher hat diese Zeit laaange hinter sich gelassen. Aber hey, was war das für eine absolute Lieblingsband! Und sie sind nun mal mein Einstieg in Red Kite, denn ohne die Coopers hätte ich von der Existenz Red Kites vermutlich nix mitbekommen.

Also, Rückblende: TCTC kamen aus Reading vor den Toren Londons. Sie bestanden aus sechs schrägen Einzelcharakteren. Mindestens vier davon waren am Songwriting beteiligt und sie alle trugen ihren speziellen Teil zu einem massiven Gesamtsound bei. Seit der Trennung gibt es Projekte der einzelnen Mitglieder, die sich entsprechend in die verschiedenen Einzelteile dieser Summe aufschlüsseln. Tom Bellamy zum Beispiel, damals Gitarrist und an Keys und Samplern tätig, ist nach Berlin gezogen und hat dort eine Band namens losers am Laufen, deren Sound ich Goth-Prog-Tronica nennen würde.

Hier gehts aber nicht um die losers, sondern um Red Kite. Um die Band, die Dan Fisher ein paar Jahre nach Team Cooper ins Leben gerufen hat und mit der er nun sein zweites Album veröffentlicht. Dan spielte bei TCTC meistens Gitarre, sang manchmal. Vor allem: Er schrieb viele der Songs.

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