Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Dig a Little Deep

Swim Deep aus Birmingham… das ist ja auch so eine Band, aus der ich nicht ganz schlau werde.  Man weiss bei denen nie genau, was einen beim nächsten Song erwartet. Einerseits ist das ambitioniert, andererseits glaube ich, dass sie manchmal den roten Faden verlieren. Die neue Single „Sail Away, Say Goodbye“ ist eine sehr poppig-poppige Popnummer geworden, die ganz andere Töne anschlägt als zuletzt „To Feel Good“. Na, wir sind gespannt aufs kommende dritte Album.

Wenn nicht jetzt, wan da?

Ich will was zum neuen Wanda-Video sagen.

Denn jetzt beschweren sich nämlich schon wieder die ersten über den poppigeren Sound. Dabei macht dieser den Song doch erst recht subversiv! Im Text: Desillusion und Verzweiflung und Konsumkritik – aber verpackt in Hurra-Pop. Der Kontrast ist doch der Bringer! Erst die Jubel-Gitarrenlinie, dann: „Alle diese schönen Träume, ob von gestern oder heute, alle sind sie allesamt vorbei“ – und darauf im Video ein Luftsprung! Auf so was steh‘ ich.

Stellt euch vor, dass ein Text, der „Alle diese schönen Leute, was sie kaufen oder träumen, alle tun mir insgesamt so leid“ geht, im Pop-Radio landen kann. Am besten nach der Werbung, weil Wanda die Programmgestalter mit dem satt-fröhlichen Sound auf die falsche Fährte gelockt haben. Das wäre doch ein Sieg!

Einziges Problem: Im Club traut man sich ja nicht, das aufzulegen. „Könnt ihr bitte mal nach Hause gehen?“ ist auf der Hitliste der unangebrachten Aufrufe an den Dancefloor hiermit auf Platz 2. Gleich nach „Hang The DJ“.

That’s Alright, Marr

Johnny Marr. Eine verdammte Legende, der Typ. Ich muss nicht dazu sagen, warum. Dafür ist hier eh nicht genug Platz.

Having said that, Johnnys neue Single „The Bright Parade“ ist in Ordnung. Eine flotte New Wave-Pop Nummer, in der Johnny seine Slide Guitar-Skills einsetzt, ohne gleich flashy damit anzugeben.

Das ist voll okay. Aber, sagen wir’s so: Wenn man dereinst mal Johnnys Lebenswerk zusammenfasst, wird „The Bright Parade“ eine untergeordnete Rolle spielen. Da hat der Mann dann doch schon spektakuläreres geschaffen.

Sneak „Peek“ Peek

Ihr letztes Video („Falling“) ist erst drei Wochen alt, da legen Strokes-Gitarrist Nick Valensi und seine Band CRX schon mit dem nächsten Clip nach. Es steht eben ein neues Album vor der Tür – nächsten Freitag (23.08.) erscheint „Peek“.

Auch für die Single „Get Close“ gilt: Man erkennt durchaus die Verwandtschaft zu Nicks bekannterer Band, ebenso erkennt einen 80-Einfluss. Mich erinnert’s ein bisschen an Duran Duran in der“ Girls On Film“-Ära. Das kann nie schaden. Mir gefällt’s.

Love You Ride

… und? Wartet ihr alle gespannt auf „This Is Not A Safe Place“? Freitag ist es so weit! Das zweite Album von RIDE seit ihrer Wiedervereinigung (ihr sechstes insgesamt) kommt!

Mein Job erlaubt mir ja, dass ich die Platte schon hören konnte. Ich sage: Es gilt das Gleiche wie für „Weather Diaries“. Zwar gibt es auf der Platte den einen oder anderen Durchhänger, okay. Aber darüber sieht man gerne hinweg. Viel wichtiger aber ist nämlich: Es gibt eine ganze Handvoll famose Lieblingslieder! Songs, die sich wie selbstverständlich unter die Highlights ihres Gesamtwerks einreihen!

Ride waren eine der Bands, die ich so so so doll liebte, dass ich vor ihrer Wiedervereinigung fast Angst hatte. Angst, dass sie’s versauen könnten. Aber RIDE haben das Ganze meisterlich, äh, gemeistert. Und als Beweis schicken sie dem Album noch schnell die bildhübsche Nummer „Clouds Of Saint Marie“ voraus.

Hier noch mal mein Interview mit Mark Gardner zu „Weather Diaries“

Sandy Ego!

Tja. Und jetzt schäme ich mich mal eben. Ist die Aufgabe eines Blogs nicht, früh dran zu sein? Der Singer/Songwriter Alexander Giannascoli aus Philadelphia steht vor der VÖ seines inzwischen achten(!) Albums – und jetzt erst habe ich ihn bemerkt.

Okay, Alex‘ früheste Werke sind Eigenveröffentlichungen ohne Label. Aber „House Of Sugar“ ist sogar schon seit drittes beim renommierten Indie Domino (Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, u.a.) und auch Pitchfork verfolgt ihn schon länger. Ich hätte diesen Kollegen eigentlich nicht übersehen dürfen. Aber manchmal passiert so was wohl?

Alexander nennt sich (Sandy) Alex G – und sein Songwriting ist schräg, aber schön. Ich muss an die Psychedelia von The Olivia Tremor Control denken, an die Naivität von Daniel Johnston, an die Krakeligkeit von Sparklehorse, an das Hingehauchte von Sufjan, an die Melodien von Elliott Smith.

weitere Vorab-Videos zum Album nach dem Break: Sandy Ego! weiterlesen

Flake It Easy

Was haben Henry Rollins und ich gemeinsam? Wir beide sind Fans von Summer Flake. Er spielt sie regelmäßig in seiner Radioshow, ich poste sie immer mal auf dem Blog,  Er erreicht ein paar mehr Leute, okay.

Summer Flake, das ist das Trio um die Sängerin/Gitarristin Steph Crase aus Adelaide. Ihr drittes Album „Seasons Change“ kommt am 30.08. und es scheint, als habe sie am Sound ihrer Band seit dem letzten Album nicht groß was verändert. Warum auch? Wenn man bereits klingt wie eine kargere, sprödere Version von Mazzy Star, dann gibt es wenig zu verbessern.

Das Einzige, was einen Song in diesem Stil tatsächlich noch erhöhen kann, sind australische Landschaftsaufnahmen. Et Voila! Hier ist das neue Video zum Song „Mind Reader“!

Jets geht’s los!

Oha. Die Mystery Jets gibt’s ja nun auch schon eine Weile. Wir kennen sie ursprünglich als wurlige Melodie-Britpop-Band. Mit der Zeit bewegten sie sich dann mehr und mehr in Richtung Indieprog.

Auf ihrem kommenden sechsten Album “ A Billion Heartbeats“ aber werden sie erstmals so richtig düster und laut. Ist es die aufgeheizte Brexit-Atmosphäre auf der Insel, die diesen Wandel ausgelöst hat? Schon der Vorab-Track „Hospital Radio“ war rauer als alles, was wir von den Jets bisher kannten. Jetzt folgt mit Video der Track „Screwdriver“, noch eine Stufe grummeliger und grungerockiger.

Die Botschaft des Songs ist dabei hundertpro positiv. Sie lehnen sich hier gegen diejenigen auf, die Haß und Lügen säen. Aber die Mystery Jets klingen dabei nicht mal wie Hippies. Sondern wie jemand, der aufmuckt und der es sich nicht mehr bieten lassen will. Ihr „Fight them with love“ klingt wie eine Drohung und ihr Leitspruch kommt aus einer Position der Stärke: „When the power of love overcomes the love of power, then the world will be ours.“ Solche Lieder brauchen wir gerade. Ernsthaft jetzt.

Calm Down and Ease Up

Ich hätte mich wundern können – City Calm Down aus Melbourne, die zu ihrem letzten Album sechs oder sieben Videos veröffentlichten, stehen mit einem neuen Album namens „Television“ vor der Tür. Und wie es sich dann so gehört, haben sie inzwischen schon vier Songs voraus geschickt.

Mir hätte es auffallen können. „Nanu, keine Videos? Obwohl diese Band doch sonst so auf Videos setzt?“ Denn natürlich gab es Videos! CCD haben nur schlauerweise auf einen neuen Youtube-Kanal gewechselt. Kann man ja nicht ahnen! Jetzt weiss ich’s. Hier ist der Neueste: „Mother“.

Beim letzten Album „Echoes In Blue“ habe ich bemängelt, dass die Band sich zu bierernst nehme. Es ist ein Sache, die auch CCD-Sänger Jack Bourke aufgefallen ist. In einem Interview mit einer Aussie-Zeitung nach VÖ sagte er sinngemäß (Sorry, den Link finde ich nicht mehr), die zweite Platte sei eine seelische Qual für ihn gewesen und er wolle künftig alles lockerer nehmen. Die kommende Platte „Television“ fährt auch in der Tat den Schwermutfaktor runter, das lassen die bisherigen Singles schon zweifelsfrei erkennen. Bisher beschrieb ich City Calm Down immer als „die australische Variante von Editors und Interpol“ – das trifft nicht mehr zu. Die neuen Songs wirken rauer, garage-iger.

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