Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Was Gibbts Neues?

Ach, drollig. Das neue Video der Blossoms ist eine Hommage an Back To The Future. Allerdings reisen die Buben in die 80er und kommen nicht von dort. Das passt zu neuen Single „How Long Will This Last“, die mich in ihrer Hochglanz-Poppigkeit ans Solowerk von Robin Gibb (von den Bee Gees) erinnert. Ernsthaft jetzt. Und ich finde das sogar nett.

Ja, früher hätte man eine Band mit diesem Referenzpunkt gesteinigt. Aber in Zeiten, in denen sogar fucken Toto wieder als cool gelten … da ist Robin Gibb ja plötzlich so cool wie The Jesus and Mary Chain, gemalt von Andy Warhol, während George Best ein Tor schießt.

Das erinnert mich: Ich habe noch ein Blossoms-Interview zum zweiten Album „Cool Like You“ auf dem Rechner, das ich noch nicht transkribiert habe. Ich nehme mir mal vor, das vor der Tour im Herbst noch hinzukriegen.

Corners-Tones

Der Amerikaner Greg Hughes, großer Fan von britischer Musik und europäischem Film, ging 2005 etwa nach England. An einem Bahnhof in London lernte er die Britin Tessa Murray kennen.  Yada, yada, yada – 13 Jahre später stehen die beiden als Still Corners vor der VÖ ihres vierten Albums.  Sie begannen als Shoegazer, wandten sich von dort aus dann mehr und mehr dem Synthpop zu. Auf „Slow Air“ nun geht’s von dort aus wieder einen Schritt zurück in die ursprüngliche Richtung. Man kann wohl Dreampop dazu sagen.

Better Get „Get Better“!

Nächsten Freitag, am 17.08. ist es so weit: Lange haben wir drauf gewartet, dass die Bad Sounds endlich ihr Debütalbum an den Start bringen. Wie oft habe ich hier schon über die Brüder Merrett geschrieben? Acht Tage noch, dann erscheint „Get Better“.

Hoffen wir, dass der Single-Titel „Couldn’t Give It Away“ kein Omen ist. Denn das würde ja bedeuten, dass niemand das Album auch nur geschenkt nimmt. Ah von wegen!

Ende September sind die Bad Sounds dann auf ihrer ersten kleinen Deutschlandtour. In München spielen sie leider ausgerechnet in der Woche, in der ich nicht in der Stadt bin. Aaargh! Verdammt!

17.09. Köln – YUCA
20.09. München – Kranhalle
22.09. Hamburg – Reeperbahn Festival

The New New New New New Wave

Ich find’s ja faszinierend: Leicht verstimmte Synthies und Drum Machines der ersten Generation wirken auf mich immer noch herrlich kratzbürstig, aufmüpfig und fresh. Obwohl’s ja ein Sound ist, der fast 40 Jahre alt ist – es schmirgelt und es beisst, jedes Mal wieder, wenn man’s richtig macht. Das Duo Sextile aus L.A. macht Musik, die auch im Jahr 1981 entstanden sein könnte, aber ich höre ihre aktuelle Single „Paradox“ und fühle mich, als hätte man mir gerade mit einer Vitaminspritze in der Schuhspitze in den Hintern getreten. Ich glaube, ich tobe jetzt erst mal einen Moment durch die Küche!

Und jetzt muss ich eine der ersten 7″-Singles dran anhängen, die ich mir in meinem Leben kaufte:

I Want To Break Three

Das Red Rocks Amphitheater beim Örtchen Morrison, Colorado, in einer Sandsteinformation wenige Meilen außerhalb Denvers gelegen, ist eine geradezu ikonische Konzertstätte. Die Beatles haben hier gespielt. U2 und Depeche Mode haben hier Konzert-DVDs aufgenommen, über 9.500 Leute passen rein. Dass The Devil Makes Three hier Ende Mai die Arena voll kriegten, ist ein bezeichnender Beweis dafür, wie erstaunlich weit das Trio gekommen ist, seit es vor 15 Jahren im US-Bundesstaat Maine als räudige Alternative-Bluegrass-Combo begann. Klar, dass sie den Abend per Kamera einfingen. Man sieht das Material im Video zur neuen Single „Bad Idea“.

„Bad Idea“ stammt vom kommenden Album „Chains Are Broken“, das am 24.08. erscheint. Weil die Band nun mal inzwischen eine richtig große Nummer ist, war diesmal ein renommierter Producer dabei. Ted Hutt ist bekannt für seine Arbeit mit Dropkick Murphys und The Gaslight Anthem – und er hat DM3s Sound erkennbar in eine Richtung gebürstet, die sie für Fans solcher Bands leichter verdaulich machen soll. Das bedeutet zum Beispiel, dass jetzt ein „richtiger“ Drummer an Bord ist – bisher kamen Pete Bernhard, Lucia Turino und Fiddler Cooper MacBean auch ohne aus.

Die Fragen sind jetzt natürlich: War das nötig? Ist es das Richtige für die Band? Ist es das Element, was fehlte, oder wird der Band damit ein Stück Individualität genommen?
Naja, das Urteil muss man wohl fällen, wenn die ganze Platte da ist.

Ach ja – noch ein Link: Ich sprach The Devil Makes Three vor zwei Jahren zur VÖ ihres Vorgängeralbums. Wenn das wer lesen mag: HIER geht’s lang.

Roundup 3.8.18

Ich war aktiv heute. Auf dem Fahrrad. Steigungen und Abfahrten bei arger Hitze.

Aber ich war nicht der einzige, der heute was getan hat: Die Bands waren heute quasi weltweit superaktiv. Gleich vier neue Videos, die zu diesem Blog passen, stehen online.

Etappe 1: Liverpool. Ein neuer Teaser aus dem kommenden Album von The Coral. Sehr harmonisch ist „After The Fair“ geworden.

Etappe 2: Florida. Ich wollte hier eigentlich schon viel früher was über das SubPop-Signing Yuno schreiben, denn die erste EP dieses Jungen ist famos. Es gibt ein neues Video, diesmal zur Post-Chillwave-Ballade „Fall In Love“.

Etappe 3: Nashville. Das letzte Album von Jason Isbell & The 400 Unit ist über ein Jahr alt, aber das ist umso mehr Grund, einen Liveclip vom Albumhighlight „Cumberland Gap“ zu teilen. Worum geht’s in dem Lied? Jason hat’s mir letztes Jahr im Interview erzählt.

Etappe 4: Perth. Peter Bibby ist schon so ne Type. Er singt vom zu viel Trinken und nichts auf die Reihe kriegen. Aber er hat ein sehr überzeugendes Argument, warum er keinen normalen Job ergreifen kann: „I can’t work for Arseholes.“

 

 

You’re Vryllcome

Neun Tage noch, dann ist es tatsächlich so weit. Wie lange warten wir schon darauf, dass The Vryll Society aus Liverpool endlich ihr Debütalbum veröffentlichen?

Im Oktober 2015 habe ich hier ihre „Pangea EP“ bejubelt. Ich erklärte sie wenig später zu meiner großen Hoffnung auf den Titel „Newcomer des Jahres 2016„. Aber die Briten, sie kamen einfach mit dem Album nicht um die Ecke. Alle paar Monate verlässlich starke neue Singles, das ja, so dass sich theoretisch schon ein Longplayer summiert hatte. Trotzdem: Mit dem offiziellen Debüt spannten sie uns weiter und weiter auf die Folter.

Aber ich will gar nicht länger mosern – das Album, es kommt ja. Am 10. August. „Course Of The Satellites“ wird’s heißen. Zur Vorab-Single „Light At The Edge Of The World“ gibt’s jetzt ein Video. Yay!

Lusts For Life!

Lusts, erklärt euch! Bisher waren Andy & James Stone aus Leicester ein Duo, das 2015 das prima 80s-Style-Indie-Album „Illuminations“ veröffentlichte. Think Echo & The Bunnymen, The House Of Love, JAMC. (Ich hatte Andy 2015 hier auch im Interview)

Vor ein paar Wochen kam eine neue Single „Lost Highway“. Mit auf dem Cover: Eine Dame. Sie singt auch. Sie ist jetzt auch im Video zu sehen. Aber all die Press Releases und die Berichte, die anderswo zur Single zu finden sind, erwähnen die Lady mit keinem Wort.

Fragen: Wer ist das? Ist sie als Gast bei dieser Single dabei oder künftig sogar festes Mitglied? Warum wird sie nicht erwähnt? Weil sie noch eine Unbekannte ist oder, im Gegenteil, sogar eine voll prominente Sängerin, die aber aus Plattenfirmen-Vertrags-Komplikations-Nerv nicht genannt wird? (Sky Ferreira könnte passen.) Wer erkennt sie? Bin ich total der Depp, dass ich sie selbst nicht längst erkannt habe? Die Stimme erinnert mich in wenig an die Sängern der Still Corners… Also: Wer es weiss, erlöse mich bitte und schreibe es im Kommentar, Danke.

Ach ja: Super Lied!

Here’s Where The Strang Comes In

Na sieh an, da gibt’s ja doch mal wieder ein neues „richtiges“ Video, auch mitten im Hochsommer.

Auch wenn der Song schon länger rum schwirrt: „It’s Not That Bad“ stammt vom Album „Two Hearts And No Brain“ von Kane Strang, das im Juli 2017 erschien. Das aber war ’ne gute Platte, die einen Reminder verdient. Sagen wir’s so: Wer den heiligen Gral des Indierock in Weezers blauem Album sieht, der sollte mit den Songs des Neuseeländers eine Menge Freude haben.