Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Brand – New – Lies

Neulich hat mein itunes-Shuffle mal wieder die Real Lies gepickt. Da hält man kurz inne und fragt sich: Was wohl aus der Band geworden ist? Ihr Debütalbum, inzwischen auch zweienhalb Jahre alt, war ein echt spannendes Brit-Indie-Dance-Dingens. In meinem Text zu der Platte verglich ich die Jungs mit New Order, The Streets, Hard-Fi, The Specials und Pet Shop Boys. Es war dann aber nicht so, dass die Platte die Welt oder auch nur die Insel erobert hätte. Oft genug packen solche Bands dann sang- und klanglos ein.

Real Lies aber sind seit heute zurück – mit einer Single, die elektronischer ist als all das, was sie vorher gemacht haben. Da kann man jetzt wohl auch Underworld zur Liste der Einflüsse addieren?

 

 

Don’t bore us, get to the Coral!

The Coral, insbesondere Sänger James Skelly,  waren zuletzt verstärkt hinter den Kulissen aktiv. Skelly hat nicht nur das Label Skeleton Key gegründet, auf dem er so prima Bands wie The Fernweh oder Rituals fördert, er ist auch einer der Entdecker, frühen Förderer und schließlich Producer der Blossoms (siehe ein Post weiter unten).

Heute meldet sich die Band, die den ewig unzerstörbaren Indiedisco-Evergreen „Dreaming Of You“ auf dem Kerbholz hat (und natürlich noch viel mehr), mit einer neuen Single zurück. „Sweet Release“ ist der Vorbote fürs kommende Album „Move Through The Dawn“, das am 17. August folgt.

Freu dich Blossoms nicht zu früh…

Als die Blossoms sich kürzlich mit der Single „I Can’t Stand It“ zurück meldeten, da habe ich noch gezweifelt. Wenn die anderen Songs auch so sein würden, weniger eingängig als „Charlemagne“ oder „At Most A Kiss“, dann würden sie den Erfolg vom Debütalbum – das war immerhin eine UK-Nr. 1 – wohl nicht wiederholen können.

Jetzt kommt die neue Vorab-Single vom zweiten Album „Cool Like You“: „There’s A Reason Why I Never Returned Your Calls“. Und Holla, ist das mal eine in-your-face-Popbrezel! Die Keyboardmelodie am Anfang – die sich, typisch für Blossoms, dann im Refrain wiederholt – geht ins Ohr wie ABBA in Fischöl!

Okay, die Leute, denen Blossoms grundsätzlich zu gefällig klingen, denen wird das viel zu viel Zuckersirup sein.  Ich mag die Live-Version dieses Clips auch lieber als die noch knalligere Studio-Aufnahme. Die gibt’s noch mal beim Klick auf… Freu dich Blossoms nicht zu früh… weiterlesen

Fascidelica

… und schon wieder Madchester-Vibes aus Australien! Der Herr, der sich Lord Fascinator nennt, veröffentlicht seine Musik über Spinning Top. Die Plattenfirma auf Perth also, wo sich sonst solche Tame Impala-Alumni wie Pond, GUM und Cameron Avery tummeln. Das bedeutet normalerweise verspulte Psychedelia. Diese gibt’s hier nicht, verspult ist es trotzdem. „Sex Crystals“ kommt rüber wie ein Update der Happy Mondays, komplett mit Shaun Ryder-Gesang. Der Song ist der Vorbote fürs am 11.05. kommende Album „Water Sign“. Unser Interesse ist geweckt!

I’ve got the Towers

Manchmal sieht man eine Band und weiss sofort: „Die werden Stars!“ oder „Das wird nix.“ Manchmal weiss man auch: „Hmm, in seiner Szene wird das gut funktionieren, aber wenn die mal nach München kommen, werden die in ihrem Leben bestenfalls die Milla Spielen, nie die Muffathalle, geschweige denn Olympia.“

Und manchmal irrt man sich. Ich hab‘ ja gedacht, April Towers würden ordentlich Karriere machen, seit ich 2015 die Single „No Curruption“ hörte. Das war so richtig perfekter Synth-Indie, in meinen Ohren, wie gemalt für Fans von New Order und OMD aus den 80s selbst oder Anhänger von La Roux und CHVRCHES heutzutage. Mir war klar, dass das Duo aus Nottingham nicht gleich Hits wie Hurts landen würde – aber ich dachte, hey, das wird jetzt ne mittelgroße Indie-Band. In München: Strom bis Technikum.

Ich hätte nicht gedacht, dass Alex Noble und Charlie Burley drei Jahre später ihr Album über Pledgemusic zusammensparen müssen. (HIER geht’s zur Kampagne, wenn ihr noch mitfinanzieren möchtet) Naja, aber inzwischen soll es wenigstens bald fertig sein. Die Single „Tel Aviv“ hat jetzt ein Video. Ich finde, dass das ein gelungener Neo-80s-Ohrwurm ist. Das kann schon noch was werden.

Baby Get Worms

Ein Mythos, der mir noch erzählt wurde, als ich Kind war: Wenn man einen Regenwurm in der Mitte durchschneidet, leben angeblich beide Enden weiter. Stimmt natürlich nicht.

Tja, daran muss ich wieder denken, wenn ich den Namen Cut Worms  sehe. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der US-Songwriter Max Clarke, der mit Foxygen als Begleitband ein feines Retro-Sixtiespop-Album aufgenommen hat. „Hollow Ground“ erscheint am 4. Mai, vorab gibt’s ein neues Video: „Cash For Gold“.

 

Down in the Passed

Ich hab’s schon wiederholt erwähnt – ich bin eher Popper als Rocker. Aber ab und zu mag ich’s auch mal dissonant. Das kanadische Sub Pop-Signing Jo Passed bewegt sich ziemlich genau auf dem Grat, der für mich „Super, yay!“ und „Näh – das höre ich ungern!“ trennt.

Ihre Single „MDM“ fand ich toll, den Nachfolger „Millenium Trash Blues“ dagegen nervig und stressig. „Glass“ wiederum, der nächste voraus geschickte Track ihres kommenden Albums „Their Time“ (VÖ. 25.05.), kriegt von mir wieder den Daumen nach oben.

DMA’s-chester rave on

Als ich die Worte „Confidence Man Remix“ las, da war mein erster Reflex: „Ach näh!“ Ich mag Confidence Man nämlich nicht. Ihre Videos sind ganz lustig, aber ansonsten finde ich den neuen australischen Dance-Hype mal so richtig nervig.

Sie haben „For Now“ von den DMA’s aber dann doch musikgeschichtsbewusst nahezu perfekt angepackt und dem Song so einen properen Weatherall/Screamadelica-mäßigen Anstrich gegeben. Da ist man doch gleich zurück im Madchester der Wende der 80s auf die 90s und ravet on. Nice.

See what I mean:

Sturm und Drangsal

Die Drangsal stellt mich vor ein Problem. Der Gruber Maxe, wie wir Bayern sagen, hat kürzlich doch tatsächlich hier im piranha Büro vorbei geschaut. Klar, wenn zwei Indie-Nerds aufeinander treffen, dann entspinnt sich statt einem Interview ein von hier nach da wie eine Flipperkugel spickendes Gespräch über Morrissey und die Welt. Über eine Stunde ist die Audiodatei lang und für ein Transkript, wie ich es hier normal platziere, nicht wirklich geeignet. Bis am 27.04. das neue Album „Zores“ erscheint, werde ich mir überlegen müssen, wie ich das Ganze hier verarbeite. Bis dahin erfreuen wir uns an den Johnny-Marr-Gitarren der neuen Vorab-Single „Magst Du Mich (Oder Magst Du Bloss Noch Dein Altes Bild Von Mir)“

Hit Me With Your Rhythm, Sticky!

Na DAS ist eine nette Überraschung!
Ich war spät dran. Ich entdeckte Australiens bekiffte Indie-Groove-Favoriten Sticky Fingers für mich erst mit ihrem dritten Album „Westway (The Glitter and The Slums)“. Das aber liebte ich sehr (siehe mein Text vom Herbst ’16). Dass die Band da schon mit Zerwürfnissen und Ermüdungserscheinungen kämpfte, das las ich dann nachträglich. Der Musik hörte ich es nicht an. Schade: Nur wenige Monate nach Veröffentlichung des Albums, kaum dass ich sie kennengelernt hatte. da gaben die Sticky Fingers ihre Trennung bekannt.

Und jetzt? Komme ich heim vom Noel Gallagher Konzert und da ist ein neues Sticky Fingers Video in meinem Feed! Trennung over! They’re back back back, baby! Und die neue Nummer „Kick On“ ist ein herrlicher Aussie-Britpop-Killer! Na da ist der Henning aber happy jetzt!