Archiv der Kategorie: New(ish) Clips

Something from the Weekend

Die Single ist seit wenigen Wochen draußen, jetzt gibt’s auch ein Video zum Vampire Weekend-Comeback „Harmony Hall“.

Star des Clips: u.a. eine grüne Mamba („a wicked snake’s inside a place you thought was dignified“) sowie… Atom-Pancakes. You’ll see what I mean.

Was noch nicht beim Video dabei steht, ist das Release-Datum des kommenden Albums sowie ihr Titel. Aber man kann wohl von Ende April /Anfang Mai ausgehen.

Lost Love, Found Euros

Do you believe in Teenage Fanclub after Love?

Gerard Love ist nicht mehr dabei – das ist schon eine seismische Veränderung bei unseren Lieblingsschotten seit 1990.  Statt dessen an Bord: Euros Childs, bekannt als ehemaliger Kopf von Gorky’s Zygotic Mynci und langjähriger Intimus von Norman Blake – die beiden haben schon ein gemeinsames Album als Jonny in ihrer Diskographie.

Die neue Single „Everything Is Falling Apart“ wiederum kommt, das erkennt man, bevor er zu singen beginnt, aus der Feder von Raymond McGinley. „Everything Is falling apart from our love“ singt er.  Na da wird er aber nicht Gerard meinen?

Das Video wurde in Hamburg gedreht, in den Clouds Hill Studios, die bekannt sind für ihr ausgezeichnetes Equipment. TFC waren nicht zum ersten Mal hier.

I Saucy The Light

Zeit, mal wieder einen japanischen Indie-Song zu posten? Das Trio Saucy Dog hat ein neue Single namens „ゴーストバスター“ („Ghost Buster“) draußen und sie zeigt eigentlich alles, was wir von J-Indie inzwischen kennen:
Pluspunkte: Die Rhythmen sind flott, ein bisschen komplexer als im West-Indie, die Akkorde ebenso. Minuspunkte: Die Melodie könnte ein bisschen besser ins Ohr gehen, die Stimme ist ein bisschen dünn.
Insgesamt finde ich den Song aber nett genug, ihn hier zu teilen.

Schon interessant, wie sich japanische Band-Infos von denen unterscheiden, die die Labels hierzulande so rausschicken. Alles wird genau datiert. Ich fasse Saucy Dogs Historie mal zusammen:

16. November 2013: Bandgründung in der Präfektur Shimane
26. Dezember 2015: Sänger/Gitarrist Shinya Ishihara wird von seinen anderen Mitgliedern verlassen. Saucy Dog ist jetzt ein Soloprojekt.
3. April 2016: Bassist Kazuki Azikawa (aus der Präfektur Kochi) steigt ein.
2. August 2016: Drummerin Yuko wird festes Mitglied. Sie kommt aus der Präfektur Nara und mag Süßigkeiten.

Dazu liefert die JP-Bio diverse Release- und Tourdates, die ich jetzt nicht alle aufliste. Nur so viel: Saucy Dog haben bisher zwei EPs und eine Single veröffentlicht. Plus jetzt halt „Gōsutobasutā‘ / Ghost Buster“.

 

Ich denke oft an Piroshka

Zahllose UK-Indie-Bands aus den Nineties-Ära von Shoegaze bis Britpop haben sich wieder vereinigt, aber Lush, Moose und Elastica sind nicht darunter. (Stop – Lush haben sich sehr wohl wieder vereinigt, aber auch schon wieder getrennt.)

Also dachten sich Lush-Sängerin Miki Berenyi, Moose-Gitarrist KJ „Moose“ Mackillop, Elastic-Drummer Justin Welch und zu guter Letzt auch noch Modern English-Bassist Mick Conroy (dessen Band es noch bzw. wieder gibt, die aber gerade pausiert) so etwas wie: „Na gut, dann vereinigen wir uns halt zu einer neuen Gruppe!“

Dieses neue Quartett nennt sich Piroshka. Das Ziel war, die alten Bands nicht zu wiederholen, sondern auf einem leeren Blatt Papier anzufangen. Also machen die vier dornigen Gitarrenpop, durchaus unberechenbar, denn Piroshka setzen weder auf die eingängigen Refrains des Britpop noch auf die Soundscapes des Dreampop.

Trotzdem ist das, was die vier auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Brickbat“ (heute erschienen) machen, natürlich nicht meilenweit davon entfernt, was die Mitglieder früher machten. Es klingt jedenfalls mehr nach 90s-Indie als nach, sagen wir, Trap. Höhö.

Interessant: Wie auch Ride warf man Lush und Moose ja gerne vor, unpolitisch rumzusäuseln. Wie auch Ride, die seit ihrer Reunion über Themen wie den Klimawandel singen, zeigen sich auch Piroshka heute aber durchaus politisch und sozialkritisch. Der Album-Opener „This Must Be Bedlam“ geht um den Brexit,  ein Songtitel namens „Hated By The Powers That Be“ spricht für sich, die Single „What’s Next“ befasst sich mit der rasanten Spaltung der Gesellschaft in links und rechts, arm und reich und die Notwendigkeit, sich selbst zu engagieren.

Biasz’ed views

Hat SUB POP eigentlich schon mal eine deutsche Band unter Vertrag gehabt? Mir fällt jedenfalls keine ein…

Sieht so aus, als hätten die Polen uns überholt! Tobiasz Biliński ist in unserem Nachbarland länger schon einer der Vorzeige-Alternative-Musiker. Seine vorherigen Bands/Projekte namens Kyst und Coldair waren europaweit auf den Festivals zu sehen und sind auch SUB POP-Labelchef Jonathan Poneman bereits positiv aufgefallen.

Bilińskis neues Soloprojekt nennt sich nun Perfect Son. Der nahe Danzig lebende Musiker macht hier dichten, atmosphärischen Synthpop, sein kommendes Album „Cast“ muss sich hinter Namen wie M83 oder Maps nicht verstecken. Das finden auch die Leute von SUB POP, die Tobiasz als ersten Polen auf ihrem Kultlabel unter Vertrag genommen haben.

FUR your eyes only

Mir geht’s ja so: Ich liebe diese Retro-Ästhetik. Auch wenn meine eigene Plattensammlung die Sixties gar nicht so betont, finde ich einfach keinen Look schicker als den, den FUR aus Brighton in ihrem neuen Video „Him and Her“ aufgreifen. Ich seh‘ das und kann mir gar nicht vorstellen, wie man andere Klamotten oder andere Frisuren tragen, andere Farben im Video einsetzen können will.

Ich glaub, ich muss meinem Blog mal ein Farbupdate geben. Dieses mürbe Grün, das auf die Haribo-Gespenster aus dem Headerbild abgestimmt sein soll, das langweilt mich jetzt und ich werde es mal ändern, Wenn ich die Zeit dazu habe. Dazu gebracht hat mich dieses Video. Which must mean something, right?

Dublin Whammy

„My childhood was small – but I’m gonna be big!“

Klingt nach jemand, der’s reißen will. Nach „Toniiight I’m a Rock’n’Roll Star!“ Aber die Fontaines D.C. wollen mit ihrer neuen Single was ganz anderes sagen. Nämlich: Dass übertriebener Ehrgeiz eine Krankheit ist.

Die Single und das Video zu „Big“ sind nicht die einzige offiziellen Neuigkeiten aus dem Lager der Dubliner Durchstarter: Es gibt nun ein VÖ-Datum fürs Album „Dogrel“. Der 12.04. ist’s. Wer die Singles der Band im letzten Jahr verfolgt hat, kennt fünf Songs bereits, aber immerhin, inklusive „Big“ gibt’s sieben neue.
Der Junge aus dem Video ist übrigens der 11jährige Sohn des Nachbarn von Sänger Grian Chatten. Denn: „He’s got the presence of a hundred frontmen“ 

I beg you Pard

Im Herbst war ich komplett geflasht von ihrer Art-Glampop-Single „Landmine“ und fragte mich: Wie konnte ich nur I Know Leopard aus Sydney vorher so übersehen haben? Es gab aber sehr wohl einen Grund: „Landmine“ ist ihr mit Abstand knalligster und bester Song. Ein Durchklicken durch ihr früheres Material zeigte, dass das Meiste viel zu gewollt war, zu gestelzt am Ziel vorbei ging. Da war „Landmine“; mit viel mehr Selbstironie und Augenzwinkern performt, ein ganz anderes Kaliber.

Die Frage war nun: Setzen die Aussies auch künftig auch die neue Glambombigkeit oder wird „Landmine“ ein positiver Ausreißer bleiben? Vielleicht gibt die neue Single „Heather“ die Antwort. Der Song ist ein Zwischending. Es geht zurück in Richtung artyfarty, aber der genialische Popfaktor ist geblieben. Ich meine, der Refrain dieser Single geht „Heather, you can call me when you get your shit together…“ – das ist definitiv ein spinnerter Ohrwurm. Auch das Video ist wieder ein Hingucker.