Dublin Whammy

„My childhood was small – but I’m gonna be big!“

Klingt nach jemand, der’s reißen will. Nach „Toniiight I’m a Rock’n’Roll Star!“ Aber die Fontaines D.C. wollen mit ihrer neuen Single was ganz anderes sagen. Nämlich: Dass übertriebener Ehrgeiz eine Krankheit ist.

Die Single und das Video zu „Big“ sind nicht die einzige offiziellen Neuigkeiten aus dem Lager der Dubliner Durchstarter: Es gibt nun ein VÖ-Datum fürs Album „Dogrel“. Der 12.04. ist’s. Wer die Singles der Band im letzten Jahr verfolgt hat, kennt fünf Songs bereits, aber immerhin, inklusive „Big“ gibt’s sieben neue.
Der Junge aus dem Video ist übrigens der 11jährige Sohn des Nachbarn von Sänger Grian Chatten. Denn: „He’s got the presence of a hundred frontmen“ 

I beg you Pard

Im Herbst war ich komplett geflasht von ihrer Art-Glampop-Single „Landmine“ und fragte mich: Wie konnte ich nur I Know Leopard aus Sydney vorher so übersehen haben? Es gab aber sehr wohl einen Grund: „Landmine“ ist ihr mit Abstand knalligster und bester Song. Ein Durchklicken durch ihr früheres Material zeigte, dass das Meiste viel zu gewollt war, zu gestelzt am Ziel vorbei ging. Da war „Landmine“; mit viel mehr Selbstironie und Augenzwinkern performt, ein ganz anderes Kaliber.

Die Frage war nun: Setzen die Aussies auch künftig auch die neue Glambombigkeit oder wird „Landmine“ ein positiver Ausreißer bleiben? Vielleicht gibt die neue Single „Heather“ die Antwort. Der Song ist ein Zwischending. Es geht zurück in Richtung artyfarty, aber der genialische Popfaktor ist geblieben. Ich meine, der Refrain dieser Single geht „Heather, you can call me when you get your shit together…“ – das ist definitiv ein spinnerter Ohrwurm. Auch das Video ist wieder ein Hingucker.

 

Crate Expectations – Pt. 3

Ich mache gleich ohne Umschweife weiter, okay?

Dies ist der zweite Teil des Beitrags zur Kür unseres Ein-Kasten-Augustiner-Preises für den Song des Jahres 2018.

Worum es geht und wie wir bis hierher kamen, das lest ihr bitte HIER in Teil 1.

Zehn der zwanzig Kandidaten sind ausgeschieden, weiter geht’s! Crate Expectations – Pt. 3 weiterlesen

Crate Expectations – Pt. 2

Okay, okay. Dieser Blog mag praktisch keine Leser und eine ähnliche Relevanz haben. Das aber hindert uns nicht daran, einen Preis zu vergeben. Oder sagen wir’s so: Es hindert uns nicht daran, einen Preis zu küren. Ihn dann auch zu übergeben, das ist ja noch mal wieder die nächste Sache. 

Aber darum soll es ein andermal gehen. Zuerst: Letzten Samstag war es erst mal wieder so weit! Wir haben einen Sieger gefunden! Wir haben unseren Song des Jahres ernannt – und die Musiker, die ihn geschaffen haben, sollen von uns einen Kasten Augustiner kriegen. Jawohl, es geht um den Ein-Kasten-Augustiner-Preis 2018 – und in diesem ersten von zwei Beiträgen berichte ich über Teil 1 unseres Entscheidungsprozesses.

Was das bedeutet? Aaalso… das Spielchen geht so:

Crate Expectations – Pt. 2 weiterlesen

Royal’s keen

The Royal Concept, das ist die Band, die sich seit 2011 reckt und streckt, die Lungen aufpumpt, sich in den Startblock klemmt und den Eindruck macht, als würde sie gleich eine Megabestzeit hinlegen. Aber an der dritten, vierten Hürde kommt sie ins Straucheln, bricht ab und geht zurück an den Start.

Zwei frühe Singles der Stockholmer, die sich als Studiomusiker für Popacts kennenlernten, waren sogar im Atomic noch echte Dancefloor-Hits: Denn „D-D-Dance“ und „Gimme Twice“ klangen wie die zwei größten Phoenix-Hits, die Phoenix selbst nie geschrieben haben.

Seitdem tourten The Royal Concept viel durch die Staaten und Asien, unterschrieben große Verträge und verloren sie wieder, veröffentlichten in verschiedenen Märkten verschiedene EPs und nur daheim in Schweden ein Album – und gaben ihr letztes Lebenszeichen 2015 mit der „Smile EP“.  2019 stehen die Jungs, die längst Herren sind, wieder ungefähr da, wo sie 2011 standen.

Aber sie sind mal wieder auf des Startblock raus und nehmen die erste Hürde mit einer neuen Single: „Need To Know“. Na, ob sie’s diesmal wohl bis zur Album-Linie schaffen?

nach dem Break die zwei frühen Beinahe-Hits:

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Sticky Thump

Wo wäre dieser Blog nur ohne Australien? Gestern King Gizzard (Melbs) und Sweater Curse (Brissy), heute früh um ein Uhr die Sticky Fingers aus Sydney – wieder mal gleich drei Posts in Folge aus down under.

Anyway. Sticky Fingers.  Die Reggae/Indie-Fusion-Band, die sich zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert hat – aber dazu mehr, wenn ich nächste oder übernächste Woche über ihr neues Album „Yours To Keep“ schreibe. Das erscheint nämlich am 8.2. Vorher gibt’s eine neue Single: „Not Done Yet“. Ungewöhnlich balladenmäßig für diese Band.

Should We Talk About The Sweater?

Superjung und aus Brisbane: Sweater Curse. Noch weiss ich wenig über das Trio, außer dass die drei Mitglieder Monica, Chris und Rei heißen – und dass ihre neue Single namens „(Hear You)“ ziemlich fein ist. Darauf kann man aufbauen. Die Kids behalten wir im Auge und im Ohr.

Übrigens: Was ist der Sweater Curse? Unter Leuten, die stricken, gibt es einen Aberglauben:  Wer seinem/seiner Liebsten einen Sweater anfertigt, der wird vermutlich bald verlassen – oft noch sogar, bevor das Teil fertig gestrickt ist. Tja. Wieder was gelernt.  Zum Glück stricke ich nicht, mir kann das nicht passieren. Ach ja, Single bin ich ja auch noch. Puh.

Sports ist mords

Vor ein paar Wochen habe ich auf dem Blog einen Post geteilt, in dem ich meine Tipps für 2019 auflistete. Einer davon: Sports Team aus London.

Dieses Quintett updatet mit schrägem Witz und wurliger Energie Britpop-Traditionen. Ich bilde mir ein, in Sports Team Spuren von Blur, Madness, Supergrass, Pulp oder den Housemartins zu entdecken – zumal ihr Sänger Alex Rice ein kauziger Exzentriker ist, auf seine Weise eine Variante des Typen Suggs/Jarvis/Damon.

Sports Team haben heute eine neue Single geteilt – und sie bestärken mich mit dieser herrlich beknackten Nummer in meiner Einschätzung. Ja, 2019 kann das Jahr von Sports Team werden.

p.s. Die M5 ist eine englische Autobahn – und zwar der Weg in den Südwesten. Wer aus Liverpool, Manchester oder Birmingham in den Urlaub an die Südküste fährt, nimmt den Motorway 5. Damit hat diese Straße für den Briten so etwa die Bedeutung wie der Brenner für den deutschen Italien-Urlauber.  Die Fahrt auf der Straße bedeutet Vorfreude und ist quasi erster Teil des Ferienrituals.

Cloud Ninth

80s-Revival-Bands gibt’s viele. Aber das Schöne an der Sache ist ja, dass sie oft genug einen Weg finden, jeweils eine eigene Nuance aus dem Ursprungsmaterial zu picken und neu auszubauen.

In Glasgow sind The Ninth Wave jetzt schon seit zwei EPs und mehreren Singles sehr aktiv dabei, auf Depeche Mode/Human League-artige Synthsounds extra dunkle Filter zu legen. Das ist noch nicht Goth/Industrial, aber auf dem Weg dorthin, gleichzeitig aber auch mit ordentlich Popappeal ausgestattet, so dass auch ich noch was damit anfangen kann – siehe ihre neue Single „Half Pure“.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.