Fegefeuer der Idle-keiten

in Album, das in diesem Jahr bisher ein bisschen unterging, das ist „Interview Music“ von Idlewild.

Tja, so ist das wohl, wenn eine Band inzwischen beim achten Album angekommen ist. Klar ist „Interview Music“ eine starke Platte, denn Idlewild haben was drauf, das wissen wir jetzt seit über 20 Jahren. Aber spannender findet man natürlich, wenn Newcomer aufdrehen, als wenn alteingesessene Favoriten ruhiger werden.

Was natürlich das ist, was passiert ist auf dieser Platte. Roddy Woomble rollt eben nicht mehr kreischend über die Bühne wie zu „Captain“-Zeiten, Idlewild sind heut eine reife, nachdenkliche, Band, die gerne auch mal eine experimentelle Note betont.

Mit „There’s A Place For Everything“ haben die Schotten nachträglich ein neues Video aus dem Album veröffentlicht. Ein angenehme, melancholische Indiepopnummer. Es wurde ja mal gesagt, dass Idlewild sich über die Jahre zu Schottlands REM entwickelt haben. Dieser Song liefert für diese These mal kein Gegenargument.

Come Pixies Me Up

So ist das immer, oder? An Tagen, an denen ich mich erst entschuldige, weil so lange nix auf dem Blog passierte, kann ich eigentlich garantieren, dass der Tag mit drei oder mehr neuen Beiträgen endet. Als warten die alle nur darauf, dass ich jammere, um mich dann zu widerlegen.

Jetzt haben auch die Pixies einen neuen Taster ihres kommenden Albums „Beneath The Eyrie“ geteilt: „Catfish Kate“. Nette Melodie, aber für Pixies-Verhältnisse schon auch ein bisschen zahm.

Koze Fan Tutte

Ich beschwerte mich im letzten Post übers Sommerloch und darüber, wie wenige neue Videos erscheinen. Na da lobe ich mir die Leute vom Label 4AD, die ihren Speicher durchforsten und alte Klassiker abstauben.

„24“ war der Song, mit dem sie der Welt 1992 den jungen Mark Kozelek vorstellten. Damals war er der Kopf der Red House Painters. So quasi die erste Zeitlupenband, in die meine Ohren sich verliebten. Ihre ersten drei Alben sollten der Soundtrack zu den ersten großen Liebeskummer-Phasen meines Lebens werden, eh klar. Mann, die waren aber auch makellos! Ihre kristallklare, würdevolle, aber manchmal auch mit Augenzwinkern versehene Melancholie war bewegend und schaffte es doch immer, den Grad zum Pathos noch nicht zu überschreiten.

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Rat Riding tha Hood

Sommerloch Sommerloch Popommerloch.

Fünf Tage ist mir kein Video unter die Finger gekommen, bei dem ich gesagt hätte: „Oh ja, das muss auf den Blog!“ Na immerhin, heute feiert RAT BOY die Premiere seiner neuen Single.

Ihr erinnert euch an RAT BOY? Jordan Cardy aus einem Dörfchen in Essex galt mal als Teenage-Future-Jamie-T. Sein erstes Album hatte auch einige echte Höhen. Ich muss aber gestehen, danach driftete er mir zu sehr in die US-Punk-Schiene – was auf mich angesichts dessen, dass er davor doch so very british war, irgendwie verkehrt wirkte. Das zweite Album lief ziemlich an mir vorbei.

Die neue Single „Truth Of The Youth“ sagt mir wieder mehr zu. „We’re the kids that your parents, that your parents warned you about“ geht als Refrain gut ins Ohr und zeigt eine angemessene Aufmüpfigkeit. Das Ganze ist dennoch immer noch für mich irritierend amerikanisiert – das, was RAT BOY mal ausmachte, war doch, dass er die UK-Jugend ausserhalb Londons repräsentierte?

Aber okay, Jordan (mittlerweile 23) lebt inzwischen offenbar in den Staaten, auch seine Fans sind längst nicht mehr nur Briten. Unsere alte Idee von RAT BOY als Teenager, der in der Garage seiner Eltern am Rande von Chelmsford seinen DIY-Kram macht, ist überholt. Jordans  jüngere Musik spiegelt das letztlich nur wieder.

I’ll sign this Repitition!

So. Den ersten Moment dieses Beitrags atme ich kurz durch und grinse darüber, dass meine letzten zwei Posts hier über a) Pale Saints und jetzt b) über RIDE gehen. Weil das so quasi meine zwei Lieblingsbands zu meiner Abi-Zeit waren. Jetzt dürft ihr mit meiner inneren Stimme mit diskutieren: Bin ich mir treu geblieben oder hänge ich einfach nur krass in meiner Entwicklung fest? Tja.

Die Pale Saints gibt’s nicht mehr, aber RIDE haben sich bekanntlich reformiert und sie haben – was ja nicht oft passiert – tatsächlich wieder in ihren frühen Groove zurück gefunden. Sie klingen 30 Jahre nach ihren ersten Singles noch/wieder fresh. Auch und gerade, weil sie sich nicht wiederholen, sondern ihre ersten Jahre als, tja, Baumstamm/Stammbaum nehmen, von dem neue Äste sprießen dürfen.

Siehe: „Repitition“, die zweite Single von ihrem kommenden insgesamt sechsten Album „This Is Not A Safe Place“. Ein bisschen Electronica, ein gewisses New Wave-Feeling (Kollege Fischi sagte, er fühle sich an David Bowies „Sound And Vision“-Ära erinnert, als er den Song hörte) und viel Ride-Melodik und Noisepoppigkeit. Einen solchen Song gibt’s noch nicht in der Ride-Discographie, aber er passt perfekt rein. Tollo.

All Pale Rock’n’Roll

Ich sagte doch bereits: ich werde eisern jeden Clip der Pale Saints, die von ihrem Label 4AD gerade wieder für youtube aus dem Archiv gekramt werden, hier auch weiterposten. Denn ich liebte diese Band aus Leeds. Ihre ersten zwei Alben sind makellose Beispiele für abseitigen Indiepop, wie er so pendelt zwischen Dissonanz und Schönheit, wie er knistert in der Spannung zwischen Noise und Melodie.

Ich glaube, ich habe das Video zu „Half Life, Remembered“ noch nie gesehen. Ich hätte mich ja sicher dran erinnert, an die eigentlich eher begrenzt ästhetischen Baked-Beans-und-Krümel-Kau-Szenen. So ist mir der Song immer in sehr guterErinnerung geblieben.

Naja. Artists, eh?

Fingers CRX’d

Tja. Trotz aller Gegenanzeigen habe ich ja so ein bisschen darauf gehofft, dass all die Strokes-Festival-Shows im Sommer dann doch auch bedeuten könnten, dass sie im Studio waren und im Herbst/Winter ein neues Album käme.

Aber würde Nick Valensi eine neue Platte mit seiner Band CRX raus bringen, wenn auch ein Strokes-Werk in der Pipeline wäre? Nö, oder? Jedenfalls: „Peek“ erscheint am 23.08. und zur Single „Falling“ gibt’s jetzt ein Video.

Wenigstens ziemlich gut, das Ganze. Gefällt mir jedenfalls besser als das, was ich vom ersten CRX-Album in Erinnerung habe – das beschrieb ich damals noch eher als „Heavy Strokes“, produziert hatte es ja schließlich auch Josh Homme. Die Neue scheint dagegen die Synthies zu betonen. Das deutete auch der Vorab-Song „We’re All Alone“ schon an.

This, Masters‘ Voice!

Wie gestern erhofft: 4AD macht damit weiter, alte Pale Saints-Videos wieder aus dem Archiv zu kramen. Juhu! Ich werde sie alle weiter posten, jedes einzelne. Denn ich liebte diese Band.

Heute: „Throwing Back The Apple“ vom zweiten Album „In Ribbons“ (1992), noch mit Ian Masters als Sänger.

Ich hab‘ mich all die Jahre nie gefragt, was „Throwing Back The Apple“ eigentlich heissen soll. Aber jetzt, wo ich das Video sehe, das der Regisseur das Video ideenreich voller Äpfel packte, denke ich drüber nach.

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Born S.L.P.

Zur ersten Single („Favourites“) von Sergio Lorenzo Pizzorno alias The S.L.P. sagte ich noch: „Och, das hätte durchaus auch ne Kasabian-Nummer sein können.“ (Hintergrund: Serge ist der Songwriter von Kasabian, aber das wisst ihr ja eh.)

Die zweite, „Nobody Else“, wäre als housiges Groovepop-Dingens dann doch eher nix für Kasabians Diskographie. Ich mochte „Favourites“ lieber, aber hey, alleine der Vollständigkeit halber muss auch dieses Video hier weiter gepostet werden.

Childers Area

Okay. Wir wissen, alternative Country-Senkrechtstarter Tyler Childers hat jetzt einen Vertrag bei des Sony unterzeichnet und man hofft dort, dass das kommende Album ihn in den USA so richtig nach oben katapultiert.

Die aktuelle Single „All Your’n“ könnte genau der richtige Song dafür sein, denn es ist eine wirklich rührende Ballade, gerichtet von Tyler an seine frisch angeheiratete Herzensdame Senora May. Allerdings: schon haben sich Fans beschwert, die sagen, Tylers Liveversion des Songs sei viel bewegender als die vielleicht etwas bombastisch geratene Studio-Produktion (bei der übrigens Sturgill Simpson wieder sein Händchen im Spiel hatte).

Na anyway. Eigentlich will ich ja über das Video zu dem Song reden. Auch da wird nämlich ran geklotzt. So sieht ein Video aus, mit dem ein Majorlabel einen Künstler „breaken“ will!

Arty! Und lustig – ich meine, da wird gleich erst mal ein Schmetterling geraucht! So ein Video merkt man sich. Auch ein bisschen Trickserei gibt’s: Tyler spielt im Video zwar nicht die Hauptfigur, aber alle Figuren in der Bar-Szene sind verkleidete Tylers. (Klickt das Video, ihr seht, was ich meine.)

HIER noch mal mein Tyler Childers Interview zur letzten Platte.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.