Roundup 3.8.18

Ich war aktiv heute. Auf dem Fahrrad. Steigungen und Abfahrten bei arger Hitze.

Aber ich war nicht der einzige, der heute was getan hat: Die Bands waren heute quasi weltweit superaktiv. Gleich vier neue Videos, die zu diesem Blog passen, stehen online.

Etappe 1: Liverpool. Ein neuer Teaser aus dem kommenden Album von The Coral. Sehr harmonisch ist „After The Fair“ geworden.

Etappe 2: Florida. Ich wollte hier eigentlich schon viel früher was über das SubPop-Signing Yuno schreiben, denn die erste EP dieses Jungen ist famos. Es gibt ein neues Video, diesmal zur Post-Chillwave-Ballade „Fall In Love“.

Etappe 3: Nashville. Das letzte Album von Jason Isbell & The 400 Unit ist über ein Jahr alt, aber das ist umso mehr Grund, einen Liveclip vom Albumhighlight „Cumberland Gap“ zu teilen. Worum geht’s in dem Lied? Jason hat’s mir letztes Jahr im Interview erzählt.

Etappe 4: Perth. Peter Bibby ist schon so ne Type. Er singt vom zu viel Trinken und nichts auf die Reihe kriegen. Aber er hat ein sehr überzeugendes Argument, warum er keinen normalen Job ergreifen kann: „I can’t work for Arseholes.“

 

 

You’re Vryllcome

Neun Tage noch, dann ist es tatsächlich so weit. Wie lange warten wir schon darauf, dass The Vryll Society aus Liverpool endlich ihr Debütalbum veröffentlichen?

Im Oktober 2015 habe ich hier ihre „Pangea EP“ bejubelt. Ich erklärte sie wenig später zu meiner großen Hoffnung auf den Titel „Newcomer des Jahres 2016„. Aber die Briten, sie kamen einfach mit dem Album nicht um die Ecke. Alle paar Monate verlässlich starke neue Singles, das ja, so dass sich theoretisch schon ein Longplayer summiert hatte. Trotzdem: Mit dem offiziellen Debüt spannten sie uns weiter und weiter auf die Folter.

Aber ich will gar nicht länger mosern – das Album, es kommt ja. Am 10. August. „Course Of The Satellites“ wird’s heißen. Zur Vorab-Single „Light At The Edge Of The World“ gibt’s jetzt ein Video. Yay!

Lusts For Life!

Lusts, erklärt euch! Bisher waren Andy & James Stone aus Leicester ein Duo, das 2015 das prima 80s-Style-Indie-Album „Illuminations“ veröffentlichte. Think Echo & The Bunnymen, The House Of Love, JAMC. (Ich hatte Andy 2015 hier auch im Interview)

Vor ein paar Wochen kam eine neue Single „Lost Highway“. Mit auf dem Cover: Eine Dame. Sie singt auch. Sie ist jetzt auch im Video zu sehen. Aber all die Press Releases und die Berichte, die anderswo zur Single zu finden sind, erwähnen die Lady mit keinem Wort.

Fragen: Wer ist das? Ist sie als Gast bei dieser Single dabei oder künftig sogar festes Mitglied? Warum wird sie nicht erwähnt? Weil sie noch eine Unbekannte ist oder, im Gegenteil, sogar eine voll prominente Sängerin, die aber aus Plattenfirmen-Vertrags-Komplikations-Nerv nicht genannt wird? (Sky Ferreira könnte passen.) Wer erkennt sie? Bin ich total der Depp, dass ich sie selbst nicht längst erkannt habe? Die Stimme erinnert mich in wenig an die Sängern der Still Corners… Also: Wer es weiss, erlöse mich bitte und schreibe es im Kommentar, Danke.

Ach ja: Super Lied!

Here’s Where The Strang Comes In

Na sieh an, da gibt’s ja doch mal wieder ein neues „richtiges“ Video, auch mitten im Hochsommer.

Auch wenn der Song schon länger rum schwirrt: „It’s Not That Bad“ stammt vom Album „Two Hearts And No Brain“ von Kane Strang, das im Juli 2017 erschien. Das aber war ’ne gute Platte, die einen Reminder verdient. Sagen wir’s so: Wer den heiligen Gral des Indierock in Weezers blauem Album sieht, der sollte mit den Songs des Neuseeländers eine Menge Freude haben.

Live aus dem Sommerloch

Es ist ja nicht so, dass hier auf meinem Blog gerade viel passiert. Ich gebe dem Sommer die Schuld. Weil nun mal in diesen Wochen erstens nur wenig neue Releases erscheinen und zweitens: Auch wenn ich das eine oder andere Interview nachträglich abtippen könnte, ist es hier in München doch zur Zeit so heiss, dass man in seiner freien Zeit einfach andere Dinge tut, als sich stundenlang hinter den Rechner zu klemmen.

Aber gut, heute sind mir wenigstens ein paar neue Live-Performances aufgefallen. So haben Lord Huron eine Session für den US-Sender KCRW eigespielt, darunter auch mein Lieblingslied ihrer aktuellen Platte „Vide Noir“: „Secret Of Life“

Dann soll ja immer noch dieses Jahr das langerwartete neue Vampire Weekend-Album erscheinen. Ein Mitschnitt vom australischen „Splendour In The Grass“-Festival zeigt Ezra Koenig und Band mit einem Lied, von dem ich erst dachte, es wäre neu: „New Dorp, New York“. Allerdings ist dies kein neuer VW-Song, sondern ein Titel, den Ezra Koenig 2014 mit dem Electronik-Musiker SUBTRKT aufgenommen hat und nun eben mit der Band live spielt. Aus dieser Nummer eine neue Richtung fürs kommende Album ableiten zu wollen, geht daher wohl zu weit. Interessant aber.

Punch Of Kunst

Da beschwere ich mich, es sei Sommerloch – aber dann erscheint ein neues Punch Brothers-Album und ich verfasse hier gar keine Rezension!

„All Ashore“ erschien am Freitag – aber ganz ehrlich, ich kann diesmal nicht viel dazu sagen. Denn mit ihrer Fünften haben Chris Thile und seine Männer ein sehr – ich will nicht sagen „uniformes“ oder „abwechslungsarmes“, aber halt … sagen wir, sie haben ein „vom ersten bis zum letzten Ton stimmiges“ Album abgeliefert.

Will heißen: „All Ashore“ behält durchgehend einen bedächtigen Flüsterton bei. Die allesamt bekannt virtuosen Mitglieder der „Progressive Bluegrass Band“ spielen ihre Instrumente so behutsam, dass ihre Tonspuren immer klingen, als wären sie von huschenden oder schleichenden, scheuen Tieren im Sand hinterlassen worden.  Das ist zweifelsfrei schön, das ist filigran, da wird 43 Minuten eine konsequente Atmosphäre geschaffen und aufrecht erhalten. Aber viel mehr kann man dazu gar nicht mehr sagen, weil es nun mal so konstant seinen Level hält.

Der Song „Like It’s Going Out Of Style“ ist exemplarisch für den Klang des Albums, Thile & Co haben eine Liveversion geteilt. Wenn euch das gefällt und ihr so eine Musik eine Dreiviertelstunde auf euch einsickern lassen möchtet, ist „All Ashore“ die ideale Platte für euch.

Get Richard (or die tryin‘)

Ein paar Tage habe ich hier gar nix gepostet. Naja, es herrscht nun mal Sommerloch. Heute habe ich dann doch mal wieder was gefunden, über das sich zu Schreiben lohnt. Aus Australien, eh klar. Genauer: Aus Sydneys 60s-Psychedelia-Szene, in der sich Bands tummeln wie The Dolly Rocker Movement, Deep Sea Arcade oder Richard In Your Mind. Letztere haben für Ende September ihr inzwischen fünftes Album angekündigt („Super Love Brain“) und in dem Zusammenhang ein Video zu ihrer 2017er-Single „All I Can Do“ geteilt.

The Joy of Sax

Na, das ist ja fast schon kurios. Nach den DMA’s und Rolling Blackouts C.F. sind The Goon Sax heute schon die dritten unter meinen persönlichen aktuellen Top-Lieblingsbands, die heute ein neues Video online stellen. Klar, dass auch The Goon Sax Australier sind, sie kommen aus Brisbane. „Make Time 4 Love“ ist der zweite Vorbote ihres kommenden zweiten Albums „We’re Not Talking“.

Sicher wäre es im Sinne von The Goon Sax, nicht immer darüber zu reden, dass ein Sechstel ihres Genpools aus Go-Betweens besteht. Aber es ist so schwer, nicht darüber zu reden, dass in Louis Forster sein Dad Robert so frappierend wieder zu erkennen ist! Jedenfalls: The Goon Sax versuchen keinesfalls, vom Namen des berühmten Vaters zu profitieren. Im Gegenteil, ihre aktuelle Pressebio erwähnt’s mit keinem Wort, Die Teenager wollen ganz klar als eigenständige Band wahrgenommen werden und den Dad außen vor lassen.

Es ist aber so: The Goon Sax‘ Texte und Songs sind so dermaßen famos, dass man’s schon wieder mit gutem Gewissen sagen darf. So nach dem Motto: „Boah, diese Kids machen so smarte, lustig-traurige Spitzentracks! Ach ja, on top: einer von ihnen hat auch noch diesen supersteincoolen Dad!“

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.