Interview: Dhani Harrison

Dhani Harrison. Ein Brite, der viel in LA lebt. Er leitete die ideenreiche Band thenewno2 und veröffentlicht inzwischen vor allem Soundtracks.  Nun hat er sein erstes Soloalbum fertig gestellt: „In/Parallel“ ist eine sehr spannende Platte: Electronica, Indie-Songwriting, düstere Soundscapes, durchdachte Texte. Zu diesem Werk hat der überaus sympathische Musiker mir email-Fragen beantwortet.

War sonst noch was? Okay, ja. Die Gene. Dhani hat einen berühmten Vater: George.
George Harrison. Genau, der Beatle. Menschenskind!
Klar aber, dass Dhani darauf nicht reduziert werden will.
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Bully Idol

Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, zur VÖ des zweiten Albums von Bully hier eine meiner Reviews zu schreiben.  Bisher bin ich aber nicht dazu gekommen und inzwischen ist die Release von „Losing“ (siehe Cover links) bald zwei Wochen her.

Naja, Kurzfassung: Ich mag’s. Weil das Trio so schön nach 1993 klingt, nach dem Girlgrunge/Pop dieser Ära, nach Bands wie Babes in Toyland, Veruca Salt, The Breeders, Belly. Weil’s trotzdem nicht veraltet klingt, denn clever artikulierte, positiv zickige Rage ist etwas, das per se gar nicht aus aus der Mode kommen KANN. Denn es gibt immer genug, über das man sich aufregen sollte und das verbessert werden muss – und es gibt nicht genug Bands zur Zeit, die sich aufregen und zu viele, die unpolitisch vor sich hin dudeln. Alicia Bognanno, die Sängerin von Bully, gibt entsprechend ein smartes, emanzipiertes, informiertes Role Model ab. Schön, dass die Band jetzt auf Sub Pop gelandet ist, denn das war immer schon ihre spirituelle Heimat.

Musterbeispiel für das, was Bully machen: Der Album-Opener „Feel The Same“. Jetzt auch mit Video.

How Spoon is Now

Zu viel Spoon posten geht gar nicht. Jedes Mal wieder, wenn ich Britt Daniel & Co sehe, bin ich total geflasht, wie umwerfend gut die sind, jedes Mal wieder. Heute hat der US-Sender KEXP aus Seattle (den man überhaupt für seine immer wieder tollen Live-Sessions nicht genug loben kann) ein Studiokonzert mit den Meistern geteilt. Und einmal mehr kann nur der Kiefer runter gehen angesichts dieser unfassbaren Unfassbarkeit.
Zu hören: Fünf Songs vom aktuellen Album „Hot Thoughts“. Ich picke als erstes „Pink Up“, weil’s dazu bisher kein offizielles Video gab und die Nummer mich sowohl an The Notwist und dEUS erinnert.

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You Ought a know

Ought aus Montreal hatte ich bisher als eine dieser Bands auf dem Zettel, die man für ihre sperrige noisy New-Wavigkeit und ihren verkopften Anspruch zwar schätzt und respektiert – die man dann aber in echt nicht wirklich anhört. Weil man seinen Ohren halt doch lieber was mitgibt, was Pop in sich trägt und nicht nur in den Gehörgängen kratzt.
Für ihr drittes Album hat das Quartett nun beim Label Merge unterschrieben, zweifellos einer der renommiertesten US-Indies. Und es sieht so aus, als hätten Ought mit dem Umzug aufs neue Label auch eine neue Zugänglichkeit errungen. Die neue Single „These 3 Things“ jedenfalls gefällt mir besser als alles, was ich bisher von der Band gehört habe. Sie klingt, als sänge Bryan Ferry als Gespenst zu einem The Cure-Instrumental aus der „Seventeen Seconds“-Ära. Und der Clip dazu ist auch super.

 

Going Noelwhere

Das Liam Gallagher-Album ist ja ziemlich in Ordnung – was Bruder Noel unter einen gewissen Druck setzt. Sein letztes Album hatte (wenigstens meiner Meinung nach) einige gute Songs, aber auch einige echt dröge, zu routiniert abgearbeitete  Durchhänger.
Auf dem neuen Noel Gallagher’s High Flying Birds-Album „Who Built The Moon“ soll es dafür wieder experimenteller und psychedelischer zugehen. Die erste Single „Holy Mountain“ hat aber nicht unbedingt alle überzeugt. Nun haben Noel und Band in der Sendung von Jools Holland einen neuen Track vorgestellt: „She Taught Me How To Fly“.
Wir sehen: Eine Lady am Instrument Schnipp-Schnapp-Schere,  Whooo, es geht los. Es wird weird. Oder?

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I heard it through the Bovine

Eines meiner Top 5 – Lieblingsalben des Jahres ist das Debüt von WHITE aus Glasgow. Ich habe „One Night Stand Forever“ im April begeisterte 9,5 Punkte gegeben. Nun aber gibt’s ne neue Single, die mich leider eher unterwältigt (wenn das ein Wort ist).

Auf dem Album ist „SWEAT“ eine Bass-Riff-Bombe, vergleichbar sowohl mit der dirtyness von Kasabians „Fast Fuse“ als auch frühem Electroclash. Für die Single hat nun ein gewisser Bovine einen Dance-Remix fabriziert. Der aber hakt für meinen Geschmack zu viele Klischees ab.

Der Vollständigkeit halber poste ich den Clip hier, aber verbunden mit der Ansage: Sucht lieber das Album raus!

Review: Jonas Alaska

Jonas Alaska – „Fear Is A Demon“

Ich will mich hier ja nicht permanent wiederholen. Zum famosen norwegischen Songwriter Jonas Aslaksen alias Jonas Alaska habe ich auf diesem Blog schon öfter was gesagt, zum Beispiel in meinem Text zu seinem letzten Album „Younger“ und auch ein Interview konnte ich hier schon featuren.

Damit ich mich nicht nochmal genau das Gleiche schreibe, probiere ich mal einen anderen Ansatz. Heute gehe ich mal über das Ausschluss-des-Negativen-Prinzip. Wie bei „Wer Wird Millionär?“ – die richtige Antwort finden, indem man die falschen aussortiert.

Also: Es gibt Songwriter, die mich nerven. Oft aus der großen Industrie, aber auch Indies. Mich nerven: Poser.

Posen kann man als Songwriter auf viele Arten. Man kann zum Beispiel so tun, als sei man eine gemarterte Seele, die das Gewicht der Welt auf den Schultern trägt. Sich dann das Hemd aufreißen, pseudo-emotional zum Brüllaffen werden und zuckend mit Joe Cocker-Händen „den Blues“ kriegen. Gerade die, die noch nichts erlebt haben im Leben, überkompensieren inhaltliche Leere gerne durch solche schauspielerischen Glanzleistungen in der Performance.  Review: Jonas Alaska weiterlesen

Jag Alaska Dig

Heute erschienen: „Fear Is A Demon“, das vierte Album des norwegischen Ausnahmesongwriters Jonas Alaska. Der Plan ist,  dass ich in den kommenden Tagen auch noch mal in einer ausführlicheren Rezension schreiben werde, was den Mann in meinen Augen so gut macht. Hier derweil schon mal das neue Video zum Song „All Coming Down Today“

Mehr zu Jonas Alaska: HIER meine Rezi zum letzten Album und HIER mein Interview aus der Zeit.

Dive, all right!

Hmm. Dies ist mal wieder ein Fall von „Kann mir bitte jemand dieses Video erklären?“ Zuerst: Quadratisches Bildformat, ein Husky läuft durchs Gelände. Dann im Querformat: Ein Pärchen (sie sieht aus wie eine junge Rachel Goswell) und ein großes Missverständnis.

Hauptsache: Slowdive. Ihr Comeback-Album gehört zu den Platten des Jahres (mein Text dazu noch mal HIER). Die Shoegaze-Götter haben zum Song „Don’t Know Why“ ein Video geteilt. „Don’t Know Why“ bezeichnet auch meine Gedanken, was meine Deutung des Clips betrifft. Falls ich’s dechiffriert haben sollte, melde ich mich noch mal. Ansonsten freue ich mich über Erklärungen in den Kommentaren.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.