DMA’s-chester rave on

Als ich die Worte „Confidence Man Remix“ las, da war mein erster Reflex: „Ach näh!“ Ich mag Confidence Man nämlich nicht. Ihre Videos sind ganz lustig, aber ansonsten finde ich den neuen australischen Dance-Hype mal so richtig nervig.

Sie haben „For Now“ von den DMA’s aber dann doch musikgeschichtsbewusst nahezu perfekt angepackt und dem Song so einen properen Weatherall/Screamadelica-mäßigen Anstrich gegeben. Da ist man doch gleich zurück im Madchester der Wende der 80s auf die 90s und ravet on. Nice.

See what I mean:

Simply Divine

Schon mehrere Tage kein neuer Beitrag auf dem Blog… da kriege ich ja fast ein schlechtes Gewissen! Aber ich kam zeitlich noch nicht dazu, das neue L.A. Salami-Album zu besprechen und neue Clips, die ich weitergeben will, sind irgendwie nicht aufgetaucht (oder ich habe sie übersehen).

Wie wär’s also mal wieder mit einem Video aus dem Archiv? Werfen wir mal wieder den Zufallsgenerator an: Oha, er pickt The Divine Comedy. Neil Hannon, den Kammerpop-Literaten aus Nordirland, immer smart, immer gewitzt, manchmal so richtig berührend. Natürlich muss ich aus seiner Diskographie „Tonight We Fly“ aussuchen. Nicht zu fassen, dass dies nie eine Single war! Was für ein herrliches Lied, was für eine wunderbar versöhnliche Botschaft!

Darf ich anmerken: Vielleicht sollte man eine Liste der Lieder vorbereiten, die bitte eines Tages auf dem eigenen Begräbnis gespielt sollen. Nicht dass die Hinterbliebenen sagen: „Hmm… er mochte doch diese ‚Alternative Musik'“. Dann gucken sie auf Spotify, was das denn ist – und sie picken Imagine fucken Dragons, mein Sarg geht zu „Thunder“ unter die Erde und sie meinten es sogar gut!

So eine Liste würde ich trotzdem nicht machen, bevor ich 80 bin. Aus Aberglauben, dass man sie dann früher braucht als geahnt. Trotzdem: „Tonight We Fly“, den Song merke ich mir vor, neben „Hopeful“ von Teitur, für irgendwann nach 2050, wenn es so weit ist, dass ich die Liste dann doch mal zusammenstelle.

Tonight we fly
over the houses, the streets and the trees  
over the dogs down below,
they’ll bark at our shadows as we float by on the breeze.

Simply Divine weiterlesen

Sturm und Drangsal

Die Drangsal stellt mich vor ein Problem. Der Gruber Maxe, wie wir Bayern sagen, hat kürzlich doch tatsächlich hier im piranha Büro vorbei geschaut. Klar, wenn zwei Indie-Nerds aufeinander treffen, dann entspinnt sich statt einem Interview ein von hier nach da wie eine Flipperkugel spickendes Gespräch über Morrissey und die Welt. Über eine Stunde ist die Audiodatei lang und für ein Transkript, wie ich es hier normal platziere, nicht wirklich geeignet. Bis am 27.04. das neue Album „Zores“ erscheint, werde ich mir überlegen müssen, wie ich das Ganze hier verarbeite. Bis dahin erfreuen wir uns an den Johnny-Marr-Gitarren der neuen Vorab-Single „Magst Du Mich (Oder Magst Du Bloss Noch Dein Altes Bild Von Mir)“

Hit Me With Your Rhythm, Sticky!

Na DAS ist eine nette Überraschung!
Ich war spät dran. Ich entdeckte Australiens bekiffte Indie-Groove-Favoriten Sticky Fingers für mich erst mit ihrem dritten Album „Westway (The Glitter and The Slums)“. Das aber liebte ich sehr (siehe mein Text vom Herbst ’16). Dass die Band da schon mit Zerwürfnissen und Ermüdungserscheinungen kämpfte, das las ich dann nachträglich. Der Musik hörte ich es nicht an. Schade: Nur wenige Monate nach Veröffentlichung des Albums, kaum dass ich sie kennengelernt hatte. da gaben die Sticky Fingers ihre Trennung bekannt.

Und jetzt? Komme ich heim vom Noel Gallagher Konzert und da ist ein neues Sticky Fingers Video in meinem Feed! Trennung over! They’re back back back, baby! Und die neue Nummer „Kick On“ ist ein herrlicher Aussie-Britpop-Killer! Na da ist der Henning aber happy jetzt!

Grand DMA’s Finest

Gestern Abend saß ich wieder ein Stündchen am Transkribieren. Es hat geklappt, neulich war mal wieder Johnny Took am Telefon. Ach herrjeh, ich liebe die DMA’s so so so sooooo sehr! Ihr lest das Interview hier um den 27.04. rum, wenn „For Now“ erscheint. Für jetzt gibt’s erst mal neu eine Akustikversion von „In The Air“. Ist sie perfekt? Na, was dachtet denn ihr?

Calm it what you want

Jetzt sind es schon sechs Songs aus ihrem zweiten Album, für die City Calm Down ein Video online gestellt haben. Neu: „I Heard Nothing From You“, diesmal mit Studio-Impressionen der vier aus Melbourne von den Aufnahmen zu ebendieser Platte „Echoes In Blue“.

Dass ich an diesem Album leider ein bisschen was auszusetzen habe, habe ich vor wenigen Tagen ja erst beschrieben. (LINK hier.) Grundsätzlich halte ich ja eine Menge von der Band. Aber ich finde, sie müssen einfach lockerer werden. CCD sind eine Band, die so richtig kicken kann. Aber diesen Aspekt haben sie zuletzt unterrepräsentiert.

 

Coastal Fever Dream

Normalerweise schimpft man, wenn man um vier Uhr nachts wach wird. Aber dann checkt man eben im Halbschlaf, was es Neues gibt, und sieht: Hoppla, in Australien, wo es jetzt Nachmittag ist, haben sie endlich das erste Album von Rolling Blackouts Coastal Fever angekündigt! Am 15.06. soll es kommen, der Name ist „Hope Downs“ und eine neue Vorabsingle namens „Talking Straight“ gibt’s auch! Na hoffentlich kann ich auf den Buzz jetzt wieder einschlafen!

Review: City Calm Down

City Calm Down – „Echoes In Blue“

Ach schade. 

Okay, ich würde über City Calm Downs zweites Album gerne folgendes schreiben: Dass die Jungs aus Melbourne all die Versprechen erfüllen, die sie mit ihren frühen Singles gegeben haben. Die, die sie mit dem ersten Album schon fast, nur knapp noch nicht einhielten. Dass die Band, die man der Einfachheit halber immer als „Australiens Interpol/Editors“ bezeichnete, sich von diesen Einflüssen freigeschwommen hat und jetzt souverän und selbstbewusst ihre Runden auf der ganz eigenen Umlaufbahn dreht. Als mitreissende Gitarrenband, die spielerisch mächtig dräuende Atmosphären herauf beschwört und deren packende Songs dennoch ins Ohr gehen. Ja, die manchmal sogar regelrecht auf den Indie-Dancefloor zerren!

Tja. Würde ich gerne schreiben. Denn so habe ich mir City Calm Down immer ausgemalt. Seit ihrer 2012er-EP „Movements“, da wurde ich erstmals auf sie aufmerksam, allerdings waren sie da schon ein paar Jahre aktiv, noch als Schülerband hatten sie angefangen. Auf der EP fanden sich sechs Songs, denen noch ein bisschen der rote Faden fehlte, die aber in mir als Indie-Nerd trotzdem fast Euphorie auslösten. So muss sich ein Fußball-Scout fühlen, wenn er einen 15jährigen auf dem Platz sieht, der noch erkennbar jugendlich spielt, aber so ein paar magische Ansätze hat, die man nicht lernen kann. Die Art Teenager, bei der der Talent-Scout jubelt: „Der Junge kann Nationalspieler werden!“ 

Tja. Aber nicht jedes Talent spielt wirklich später um die Titel. Manche kommen vom Weg ab. Review: City Calm Down weiterlesen

Access Baggage

Sechs Wochen alt etwa ist „Street Safari“, das zweite Album der Vorzeige-NYC-Rocker Public Access T.V.  Ein angebrachter Zeitpunkt, um den Fokus auf eine neue Single zu legen.

Ich habe ja ein absolutes Lieblingslied auf der Platte – und zwar „Rough Boy“. Die Nummer ist ein herrlich trockener New Wave-Fetzer.  PATV haben sich aber für einen anderen Song entschieden, der mir im Albumzusammenhang nicht näher auffiel. Aber gut, wenn sie meinen: „Meltdown“.
(Hier noch mal mein Text zum Album).

I Should Mezko

So richtig vorwärts geht’s nicht für Mezko, oder? Seit 2015 legt das Duo aus Sydney in nicht gerade kleinen Abständen neue Synthpop-Singles vor, die alle echt in Ordnung sind. Letztes Jahr gab’s dann auch eine erste EP mit fünf Tracks. Aber irgendwie muss für Laura Bailey und Kat Harley jetzt mal der Knüller kommen. Ein Song, bei dem ich nicht nur wieder sage „Respekt, das ist lässig, das geht als Sydneys Antwort auf Ladytron durch“. Sondern bei dem ich staune „Wow, ist das ein Hit! Das tritt The Faint und Depeche Mode in den Allerwertesten!“ Die neue Single „Come & Go“ ist gut. Aber sie ist nicht der Song, der die nächste Stufe nimmt.

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.