Handle With Childcare

Ich habe mir ja fest vorgenommen, etwas über „Wabi-Sabi“ zu schreiben. So nämlich heisst das Debütalbum der Londoner Exzentrik-Popper Childcare, das letzten Freitag erschienen ist.

Noch bin ich aber (wie bei so vielen anderen Alben und EPs, über die ich in den letzten Wochen was sagen wollte) nicht dazu gekommen. Na, vielleicht klappt’s über Pfingsten.

Nun gut. Jetzt gibt’s erst mal ein neues Video. Das Markenzeichen von Childcare ist, wie sie mehrstimmigen Chorgesang als Instrument einsetzen. Sie untermalen ihre Songs mit „Nananana“s mit „Aaah-Aaah“s oder, wie im Falle von „Sugarcane“ mit „Aiyaaaah!“s.

 

Flake News

Etwa drei Jahre ist’s her, da schwärmte ich hier von „Hello Friends“,  dem zweiten Album des Trios Summer Flake aus Adelaide. Nun ist es so weit, dass das Trio um Sängerin Steph Crase mit einem dritten Longplayer zurück kehrt. „Seasons Change“ soll am 30.08. erscheinen. Vorab gibt’s die Single „In The Dark“, die einmal mehr das liefert, was ich am Vorgänger schon so mochte: Ausgeruhten, hoch melodiösen Fuzzgrunge-Pop.

All’s well that Goswell

Ziemlich aktiv in letzter Zeit, Lady Rachel Goswell. Da war die Slowdive-Reunion, da war ihre Mitarbeit bei den Minor Victories, auch auf dem Mercury-Rev-Album war sie vertreten.

Nun hat sie eine weitere Band am Start: The Soft Cavalry, ein Duo mit Ehemann Steve Clarke. Im Video zu „Bulletproof“ übersetzt Rachel den Text in Gebärdensprache, für ihren tauben Sohn.

Ich wusste nicht, dass die Slowdive-Sängerin einen tauben Sohn hat und es macht mich richtig traurig. Nennt man sowas Ironie des Schicksals? Sie ist mit verantwortlich für die herrlichste Gitarrenmusik, die ich kenne. Aber ausgerechnet ihr Sohn kann das nicht erleben. Gemein.

Just Say Noe

Wer famose Alternative-Country-Songwriter sucht, der wird zur Zeit in Kentucky fündig. Sturgill Simpson und Tyler Childers haben’s vorgemacht, Ian Noe macht’s dennoch nicht nach, er macht’s anders. Der junge Singer/Songwriter aus Beattyville geht mehr in die Americana/Neil Young/Dylan-Richtung, Ein sehr schönes erstes Album namens „Between the Country“ hat er am Freitag veröffentlicht und dieses Video zum Titelsong ist auch erst wenige Tage alt.

Beaches Brew

Tja. Also, zum einen freue ich mich natürlich darüber, dass sich Beach Baby zurück gemeldet haben. Ihr erstes Album vor ein paar Jahren („Beach Baby“, 2016) hatte eine hohe Quote echt feiner, kratzbürstiger Indiegitarren-Songs, vom Stil her so in der Art „gedämpfte Vaccines“.

Ich hoffe aber, dass sie diese neue Single namens „Big School“ nicht deshalb einem zweiten Album voraus geschickt haben, weil es wirklich einer der besten Songs der kommenden Platte ist. Denn ich finde dieses zähflüssige Lied aufs erste Hören eher mau.

Also klar, Geschmäcker sind verschieden. Ich schätze mal, „Big School“ wird zum Grower, wenn man’s oft genug gehört hat. Beach Baby, die ihre neuen Songs ja öfter gehört haben als alle anderen, werden ihre Gründe haben.  Trotzdem, als Single? Na gut.

Stroking Chins

You’re sending out mixed messages, guys!

The Strokes haben ihren Festival-Sommer begonnen – aber nachdem Julian Casablancas neulich erst ein neues Video seiner Voidz postete, schickt auch Albert Hammond Jr nicht nur einen neuen Clip, sondern gleich eine Non-Album-Single namens „More To Life“ hinterher.

Hmm. Julian, Albert: Wollt ihr uns sagen: „Unsere neuen Projekte sind trotz der Strokes-Live-Dates nicht zu vernachlässigen“? Oder wollt ihr uns sagen: „Wir spielen jetzt zwar ein paar Sommer-Shows, aber die neuen Karrieren sind uns wichtiger“?

Die Hoffnungen auf ein Strokes-Album im Herbst sind damit nicht gerade gestiegen…

Serge and Destroy

Den „Visualizer“ zum Song habe ich schon gepostet, jetzt gibt’s auch ein offizielles Video zur Single „Favourites“ von The S.L.P.  

S.L.P. steht bekanntlich für Sergio Lorenzo Pizzorno – und das wiederum ist der Kopf und Songwriter von Kasabian, der dieses Jahr eine Soloplatte rausbringt.

„Favourites“ – auch das habt ihr wahrscheinlich schon irgendwo gelesen – behandelt das Thema Dating im Tinder-Zeitalter. Serge und Duettpartnerin Little Simz singen so richtig schön aneinander vorbei. „I don’t know why I swiped it, I don’t know what to do, now I’ve got to spend my evening sitting here with you“  lamentiert sie und beendet den Song letztlich trocken mit den Worten „Bring the bill to me“.

This one’s from the Chip

Hot Chip. Hmmmm. Also, die Zeiten, in denen das eine abwegige, unorthodoxe Band war, sind auch vorbei, oder? Sie treten ja schon seit einiger Zeit auf der Stelle, die Herren, da machen dann auch mehrere Jahre Pause zwischen den Alben keinen Unterschied. („Why Make Sense“ ist vier Jahre alt.)

Manche der Songs, die ich vom Ende Juni kommenden Album „A Bath Full Of Ecstasy“ gehört habe, haben mich so richtig gelangweilt, das muss ich zugeben. Having said that, trotzdem gelingen ihnen immer noch feine Tracks. Die Single „Melody of Love“ beispielsweise hat sich langsam als Ohrwurm in meine Gehörgänge eingeschlichen. Der Song ist zwar schon ein bisschen glatt, aber er ist auch einfach angenehm traurigschön. Finde ich.
Nun auch mit Video…

Indiekram. Mehr oder weniger. Interviews, Reviews, Playlists, Commentary.