Schlagwort-Archive: Courtney Barnett

Kleine Kollektion 2020/07

Oha. Heute ist mal wieder einer der Tage, an dem gleich mehrere Lieblingsbands ihre neuen Clips teilen. Also fasse ich sie zusammen und stelle das unter eine gemeinsame Überschrift, da spare ich mir auch das schmerzhafte Wortspiel-Ausdenken immer.

Zuerst mal: DMA’s. Ooooh Yeah! Welchen Song picken Tommy, Mason und Jonny als vierte Vorabsingle von „The Glow“? Nehmen sie den Beinahe-Beatles-Ohrwurm „Hello Girlfriend?“ Oder das durchgeknallte Big Beat Monster „Cobracaine“? Nein, sie picken eine Ballade: „Learning Alive“. Hatte ich gar nicht als mögliche Single auf dem Zettel. Aber es macht natürlich sehr wohl Sinn, so als Melodiewunder a la „Delete“, „So We Know“, „In The Air“ etc.

Auch Metronomy haben ’nen neuen Clip. Etwa schon was Neues nach dem letztjährigen Album „Metronomy Forever“? Nein, „The Light“ ist eine weitere Auskoppelung aus ebendiesem Longplayer. Auch nice.

Milk Records ist ein Label, das man im Auge behält, weil es Courtney Barnett und Jen Cloher waren, die die Firma gemeinsam in Melbourne gründeten. Aber dies finde ich dann doch eher grausam: Milk Records-Künstlerin Hachiku covert Nenas „99 Luftballons“. Soll das drollig sein? So nach dem Motto „charmant trashy“? Ich find’s echt schlimm. Ich platziere es hier aber trotzdem. Des Kuriositätsfaktors wegen.

Zuletzt: Für heute mittag haben auch Django Django ein neues Video angekündigt. Damit will ich diesen Post nachher noch updaten.

UPDATE: Da isses, das Video. Ich dachte ja, dass Dj Dj mit einem neuen Lied die Kampagne für ihr viertes Album einläuten. „Real Gone“ ist aber noch ein Nachtrag von der Dritten („Marble Skies“, 2018). Das wiederum war ein sehr, sehr gutes Album. Ich hatte es vor zwei Jahren in meinen persönlichen Top 5 des Jahres. Hey, ich mach mir die Platte gleich mal wieder an.

When Courtney met Marlon

Scheint ja ganz gut gelaufen zu sein, die „MTV Unplugged in Melbourne“ Serie, die MTV Australia 2018 ins Leben gerufen hat. Jahrzehntelang gab es down under keine solche Show, dann spielten DMA’s, Gang of Youths und Amy Shark jeweils ihr Konzert. Dieses Jahr hat MTV Australia den Faden wieder aufgenommen und niemand anderen als Melbournes fuzzy alt.Rock-Storytellerin Courtney Barnett eingeladen.

Courtneys Label hat heute das 8-Track-Minialbum des Gigs veröffentlicht und die Songs auf Youtube gestellt. Ich picke mal zwei Videos: Erstens Courtneys Duett mit einem Lieblingskünstler dieses Blogs, dem neuseeländischen Weirdfolk-Crooner Marlon Williams

… und zweitens einen neuen Song: Untitled

 

Blom Party

So ist das dann. Vier Tage lang taucht kein Video auf, zu dem man was sagen mag – und dann kommen drei, vier Stück in kurzer Folge.

Wobei, ich habe zu viel versprochen. Ich mag Pip Blom zwar, aber ich kann relativ wenig Neues dazu sagen. Dass Pip und ihre Band aus Amsterdam sind, das wisst ihr schon. Dass sie vor ein paar Wochen ein feines Debütalbum namens „Boat“ veröffentlicht haben, das klanglich quasi auf halbem Weg zwischen Breeders und Courtney Barnett liegt, auch. Auch zum Video „Tired“ gibt’s nicht viel zu sagen, weil’s halt eins dieser „Wir hatten ne Kamera auf Tour dabei“-Videos ist.

Review: Verge Collection

Verge Collection – „Flaneur“

All the lights in my room, they’re flickering dim.
I could get off my arse, go and change them.
But the circle, it always repeats
and eventually I’ll have to change them again.“
(Verge Collection – „Sleep It Off“)

Haha! Wer mal bei mir zu Hause war, muss jetzt lachen. Weil mein Licht im Flur nicht geht. Die Glühbirne muss nämlich so auf den Mikromillimeter genau in der Fassung sitzen, dass sie das quasi nie tut. Wie von Geisterhand dreht sie sich auch beim kleinsten Anlass wieder raus. Wie oft habe ich das Ding schon entnervt hin und her bewegt! Mit Gewalt, mit Feingefühl, mit gutem Zureden. Bis ich es irgendwann einfach gelassen habe. Lieber gar kein Licht, als dass es dauernd flackert oder dass man sich permanent hin und her justierend den Grant holt.

Klar ist also schon mal, das ich eine sofortige Seelenverwandtschaft zu Verge Collection empfinden muss. Ben Arnold, so der Name des Sängers des Quartetts, beschreibt eine vermutlich bezeichenende Szene aus meinem Leben – und das vom anderen Ende der Welt aus. Verge Collection stammen nämlich aus Perth und Verge Collection, so nennt man in Westaustralien die Sperrmüllsammlung.

Wenn eine Band sich so einen Namen gibt, stellt sie damit auch klar: Glamourös wird das, was jetzt kommt, nicht. Hier wird nicht aus der Perspektive von jemand erzählt, der auf Rosen gebettet ist. Wie zum Beweis startet dieses Album mit den Worten „I’m way too old to be living at home“. Review: Verge Collection weiterlesen

Interview: Alex Lahey

Letztes Jahr tauchte Alex Lahey aus Melbourne auf und legte eine prima Single nach der anderen hin: Flotter Indie-Gitarrenpop, zum Platzen voll mit self-deprecating humour. Heute erscheint ihr Album „I Love You Like A Brother“ und erfüllt alle Versprechen. Alex singt über die Komplikationen ihres Liebeslebens, über ihre Zukunftsängste und ihre Freundschaften so, dass es jeder mitfühlen kann. Klar, dass auch ich mich um einen Termin bemühte, als sie Interviews zur Platte gab. Interview: Alex Lahey weiterlesen

Lahey down, give me something new!

Yes! Das kann was werden! Letztes Jahr konnte uns die Melbournerin Alex Lahey mit einer prima Debüt-EP begeistern. Nicht nur uns – Alex hat inzwischen einen weltweiten Vertrag beim renommierten US-Indie Dead Oceans unterschrieben. Am 6.10, kommt nun ihr Debütalbum „I Love You Like A Brother“ und die erste Vorab-Single ist so richtig das, was man sich unter einem Indiepop-Hit vorstellt: Ein Song, der Pep hat, ins Ohr geht, einen gewitzten, aber im Kern traurigen Text hat („You’ve got things like a family and they’re a bigger deal than I’ll ever be“ ist keine Zeile aus einem Lied, das fröhlich ist) und zu dessen Refrain man mit seinen „Who-hoah!“s auf dem Indie-Dancefloor ideal mitjubeln kann. Ja, ein HIT!!
Und jetzt alle: „Don’t look, don’t care, everyday’s the weekend! Monday Tuesday, everyday’s the weekend!“

I was Jade for lovin‘ You

Na, das hatten wir länger nicht mehr: Ein „Bittersweet Symphony“-Cover-Video. Diesmal kommt’s von Jade Imagine aus Melbourne, die am 28.4. ihre erste EP auf Courtney Barnetts Label Milk! Records veröffentlicht.  Mir gefällt’s! Irgendwie ist dies typisch australischer Indie, oder? Man erkennt, dass es im Melbourner Dolewave wurzelt, mich erinnert’s in seiner stoischen Lässigkeit aber auch an Adelaides Summer Flake, deren Namen man gerne zwischendurch mal wieder fallen lassen kann.

Review: Rolling Blackouts C.F.

Rolling Blackouts Coastal Fever – „The French Press“

Bei Teenage Fanclub ist es bekanntlich so: Die Schotten haben gleich drei Sänger bzw. Songwriter. Wer sich in die Band verguckt, erkennt schnell: Dieser Song ist typisch Norman Blake, diesen hier hat Gerard Love geschrieben und der hier ist garantiert von Raymond McGinley.

Auch Melbournes Rolling Blackouts Coastal Fever haben drei Songwriter bzw. Sänger. Noch bin ich aber leider nicht so weit, Tom Russo, Joe White und Fran Keaney auseinander zu halten. Weder, was ihr Songwriting angeht, noch an ihren Stimmen. Allerdings erschweren die Jungs uns das auch. Denn während bei TFC immer der jeweilige Songwriter sein Lied singt und die anderen vielleicht noch Harmonien beisteuern, wechseln sich RCBF häufig innerhalb eines Songs ab, als antworteten sie aufeinander. Manchmal fallen sie sich sogar ins Wort. Was natürlich eine interessante Eigendynamik zur Folge hat: Wir hören Songs aus verschiedenen Perspektiven, die sich auch widersprechen können. Manchmal reden/singen die Stimmen aneinander vorbei, ganz wie im realen Dialog. Das kann die Songs mit sehr viel Leben erfüllen. Review: Rolling Blackouts C.F. weiterlesen

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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