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Review: Shed Seven

Shed Seven – „Instant Pleasures“

Tatsächlich! Ein neues Album von Shed Seven! Eine Band, die mehr Lieblingslieder der 90er auf dem Kerbholz hat, als man denkt.

Nun gab es bekanntlich in den letzten Jahren zahlreiche Wiedervereinigungen, die sehr ermutigend abliefen. Es gab Comeback-Platten, die völlig okay (Pixies, OMD, JAMC) und sogar richtig gut waren (Suede, Ride, Swervedriver). Sogar ein paar begeisternde Highlights gab’s: Die Post-Reunion-Alben von Slowdive und Blur gehören zum Besten ihrer Diskographie.

Der Unterschied bei Shed Seven ist der, dass nach einem neuen Album keiner gefragt zu haben scheint. Pixies, Ride, Suede, Slowdive – alles Kritikerlieblinge. Shed Seven? Schon kichern so einige Medien, nach dem Motto: „Wie, was wollen DIE denn wieder?“

Ich glaube, es ist mal wieder eine Geschichtsstunde angebracht.

Also, tief Luft holen.

Der Stern von Shed Seven ging Mitte 1994 auf, als Britpop gerade so richtig in die Gänge kam. Review: Shed Seven weiterlesen

Dive, all right!

Hmm. Dies ist mal wieder ein Fall von „Kann mir bitte jemand dieses Video erklären?“ Zuerst: Quadratisches Bildformat, ein Husky läuft durchs Gelände. Dann im Querformat: Ein Pärchen (sie sieht aus wie eine junge Rachel Goswell) und ein großes Missverständnis.

Hauptsache: Slowdive. Ihr Comeback-Album gehört zu den Platten des Jahres (mein Text dazu noch mal HIER). Die Shoegaze-Götter haben zum Song „Don’t Know Why“ ein Video geteilt. „Don’t Know Why“ bezeichnet auch meine Gedanken, was meine Deutung des Clips betrifft. Falls ich’s dechiffriert haben sollte, melde ich mich noch mal. Ansonsten freue ich mich über Erklärungen in den Kommentaren.

Interview: Wolf Alice

Seit Freitag (29.9.) draußen: „Visions Of A Life“, das zweite Album von Wolf Alice. ‘Ne richtig gute Band ist das. Was genau ich an den Briten herausragend finde, das erkläre ich Sängerin Ellie Rowsell am Telefon selbst. Die hat unseren Interviewtermin für piranha an einem Vormittag Ende August offenbar vergessen. Die Kollegin der englischen Plattenfirma ist beim ersten Versuch nicht bei der ihr durchgekommen und bringt unsere Verbindung erst verspätet zustande. Zu dem Zeitpunkt ist Ellie erkennbar gerade geweckt geworden und noch nicht so ganz bei hundert Prozent. Hilft nix, da müssen wir jetzt durch.  Interview: Wolf Alice weiterlesen

Interview: Ride

Genau für diese Momente bin ich Musikjournalist. Habt ihr eine Vorstellung, wie der 21jährige Henning reagiert hätte, wenn man ihm gesagt hätte: Du interviewst mal Mark Gardner!?!?!

Mann, was habe ich RIDE geliebt, was habe ich Ride geliebt!!

Ride waren für mich (und viele meiner Zeitgenossen) die wichtigste Band auf der Welt in den Jahren 1990 – 1993. Mir laufen jetzt noch Schauer über den Rücken, wenn ich an den Moment denke, als ich zum ersten Mal „Leave Them All Behind“ hörte – ich meine, da hast du eine TOTALE Lieblingsband und wartest nägelkauend auf ihren neuen Song – und dann kommt SO EIN MONSTER, das alle Hoffnungen SPRENGT!!

Ich habe mitgelitten, als es abwärts ging. Es tat mir weh, ihr viertes und letztes Album „Tarantula“ (1996) anzuhören. Nicht weil es eine so schlechte Platte war – Jahre später zog ich sie mal wieder raus und war erstaunt, wie gut die Songs eigentlich waren. Aber damals konnte ich sie nicht ertragen, weil sie so weit weg von Ride war. Weil so klar war, dass es vorbei war.

Seit 1996 warte ich auf den 16.6.2017. Auf den Tag, an dem RIDE zurück kommen mit einer Platte, die ihrer würdig ist. Und „Weather Diaries“ ist es. Klar, es gibt Durchhänger. Aber es gibt 3, 4, 5 Ride-Momente, wie nur Ride sie erzaubern können. Für einen Fan wie mich ist das himmlisch.

Also dann. Mark Gardner am Telefon. Today, forever.  Interview: Ride weiterlesen

Review: The Charlatans

The Charlatans – „Different Days“

In diesen Wochen gab’s/gibt es neue Alben von Ride, Slowdive, The Jesus and Mary Chain, alle mit großem Medienecho. Auch ihre Zeitgenossen The Charlatans haben ’ne Neue, doch der Hype fällt gering aus. Wenn man so will, haben die Madchester-Veteranen, die den ewigen Klassiker „The Only One I Know“ geschaffen haben, also einen Fehler gemacht: Sie haben sich nämlich nie getrennt. So können sie jetzt mit keinem Comeback -Brimborium um die Ecke kommen.

Aber selbstverständlich war es KEIN Fehler der „Charlies“, all die Jahre durchzuhalten. Die Band hat die Jahre, die andere Combos liegen ließen, genutzt, um ein beeindruckendes Gesamtwerk zu schaffen. Und im Verlauf des Ganzen ist den Baggy- und Britpop-Überlebenden etwas gelungen, was andere Bands sich nur wünschen: In Würde zu altern und in einem angemessenen Rahmen relevant zu bleiben, ohne sich Trends anzubiedern.

Ein Abstecher: Charlatans-Sänger Tim Burgess hat vor ein paar Jahren seine Autobiographie geschrieben. So ein Teil besorgt man sich, weil man halt Fan und Nerd ist – aber nicht, weil man glaubt, ein tolles Buch zu lesen. Es war dann aber so, dass ich das Ding kaum weglegen konnte. Tim kommt in seinen Memoiren extrem nachvollziehbar rüber. Als ein Mensch erstens mit Hummeln im Hintern und zweitens mit unbeirrbarem und ansteckendem Optimismus. Review: The Charlatans weiterlesen

Review: Slowdive

Slowdive – „Slowdive“

Ohne Slowdive zu nahe treten zu wollen – aber ich glaube, von all den early-90s-Bands, die sich in den letzten Jahren wiedervereinigt haben, haben sie den leichtesten Job, wenn es darum geht, an ihr altes Schaffen anzuknüpfen. Ich meine: Suede müssen glamourös und verrucht bleiben, auch als gegen den Bierbauch ankämpfende Familienväter. Blurs Alben müssen immer irgendwie einen Kommentar zum Zeitgeschehen abgeben. My Bloody Valentine müssen cutting edge, revolutionär und „out there“ bleiben. Auf den Schultern der Stone Roses und Rides lasten zentnerschwere Erwartungen von Fans, für die sie mal das Ein und Alles waren. Slowdive waren aber immer nur: Neblig und verträumt.

Natürlich, sie waren herrlich und majestätisch neblig und verträumt. Ihre verschwommene, aber erhabene Melancholie ließ den Hörer abdriften, in Sphären schweben. Die Gitarren schnurrten ineinander und schichteten sich wie hauchfeine Schleier. Ihr wolkiger Gesang blieb unkonkret, vage, für alle Interpretationen offen. So wurden Slowdive in den frühen 90s zur Poesiealbum-Band unter den Shoegazern – und ich sage das mit aller Zuneigung. Mann, ich erinnere mich genau an den Tag, als ich das erste Mal die „Morningrise EP“ auflegte! Es war ein sonniger Frühlingstag, ich bin danach im Wäldchen an der Dülferwiese spazieren gegangen und das blendende Licht des zwischen den Bäumen klang wie die Musik in meinen Ohren. Review: Slowdive weiterlesen

Lasst uns Froth und munter sein!

Ich habe hier vor ein paar Wochen eine ziemlich entzückte Beurteilung des Froth-Albums „Outside (Briefly)“ abgegeben. Jetzt haben die Kalifornier ein neues Video aus dem Album online gestellt. „Petals“ ist nicht die Nummer, die ich als Single gepickt hätte, aber Froth werden sich schon was dabei gedacht haben.

Wenn dieser Slomo-Shoegaze-Sound euch gefällt: Heut erschien natürlich das Slowdive-Comeback-Album. Ich sitze bereits am Text dazu.

Different Days, same bands!

Slowdive, JAMC, Ride, The Stone Roses, Swervedriver, Blur … überall wiedervereinigte Lieblingsbands von 1990/91!  Nur The Charlatans nicht – weil die sich nie getrennt haben!

Am 26. Mai kommt ihr neues Album „Different Days“, es ist Nummer Dreizehn, und es wartet mit lauter Gästen auf: Paul Weller zum Beispiel, Gilian und Stephen von New Order und sogar Johnny Marr, der gleich auf mehreren Songs seine unverkennbare Gitarre jubeln lässt – nicht zuletzt auf der Vorabsingle „Plastic Machinery“.

Ach ja, und Tim Burgess ist immer noch blondiert. Ich dachte, das ist eine Geschmacksverirrung, die man ihm mal zugestehen darf, zum zweiten Soloalbum. Aber „Oh No I Love You“ erschien 2012! Und seitdem ist der Gute an keinem Spiegel vorbei gekommen? Oh well.

Slowdive Emotion Replay

Ride, The Jesus and Mary Chain und jetzt Slowdive – So langsam komme ich mir vor, als hätte ich diesen Blog auch vor 26 Jahren schreiben können.

Anyway – die Ur-Architekten der Sonic Cathedrals haben für den 5. Mai ihr neues Album angekündigt, das erste Slowdive-Album seit 22 Jahren. Ein neues Video „Sugar For The Pill“ gibt’s auch. Ich finde, von all den Comebackern tun sich die Dreampopper aus Reading  bisher am leichtesten, ihren frühen Sound wieder zu erreichen.

Slowdive 1991: