Schlagwort-Archive: Deportees

Dearly Deported

Tja. Nichts sagt „in Schweden lange schon beliebte Band, aus Umeå, hoch im Norden des Landes, nach fünf erfolgreichen Alben und zahlreichen Kritikerpreisen in der Heimat ENDLICH erstmals mit einem internationalen Deal ausgestattet“ so deutlich wie ein Video, in dem ein Skater durch die kalifornische Wüste rollt und Molotowcocktails in Autowracks wirft. I guess.

Mein Text zum letzten Deportees-Album „The Big Sleep“ (2015): HIER

Los Amigos del Deportee

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: WARUM sind eigentlich die Deportees außerhalb Schwedens bisher nie so richtig in die Gänge gekommen? Zuhause ist die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band aus Umeå  ein absoluter Kritikerliebling und Fanfavorit – und normal ist es ja durchaus so, dass schwedische Bands im Rest von Europa sehr wohl wahrgenommen werden. Warum nicht die Deportees?

Zudem: Ihr Drummer Thomas Hedlund ist Live-Drummer von Phoenix (ja, DEN Phoenix).  Das sollte doch ein bisschen Aufmerksamkeit bringen? Aber damit z.B. Pitchfork die Band in all den Jahren überhaupt mal nebenbei erwähnte, mussten sie ein Duett mit Lykke Li aufnehmen.

Nun gut. Nach fünf zum Teil ganz großartigen Platten (HIER mein Text zu ihrem letzten Album von 2015) soll im neuen Jahr eine neue EP und ein neues Album kommen. Vorab gibt’s als Single wie immer ein sehr feines Lied, das man auf Englisch am besten mit sophisticated beschreiben würde: „Bright Eyes“

I Predict A Record – 2019, Pt.1

Frohes Neues, und so! 2019 hat begonnen – da gilt es mal wieder, Prognosen aufzustellen. Neulich habe ich euch schon ein Liste meiner Newcomer-Tipps hier platziert. Heute geht’s um die Frage: Von welchen Bands erhoffe ich mir was, die nicht in die Kategorie Newcomer fallen? Teilweise sind neue Alben schon bestätigt, teilweise deuten alle Anzeichen sicher drauf hin, teilweise spekuliere ich.
Ich teile den Post auf zwei Teile auf  – heute geht’s von A-J.

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What did you expect from 2018, Pt.2

Gestern habe ich eine Liste begonnen: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.

Anders gesagt: Auf welche Platten aus dem Indie-Bereich können wir uns im neuen Jahr einstellen? Ein paar Alben sind bereits bestätigt, andere sind realistische Prognosen und die eine oder andere Spekulation ist auch dabei. Hier nun Teil 2 meiner Aufstellung.

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Review: Adam Olenius

Adam Olenius – „Looking Forward To The New Me EP“

Zuerst mal: Keine Angst, dies signalisiert nicht das Ende der Shout Out Louds. Die arbeiten bereits in Stockholm fleißig an Album fünf, versichert ihr Sänger Adam Olenius. Trotzdem legt Adam seine erste Solo-EP vor.

Überraschend ist dieser Alleingang nicht. Adam hat sich schon mit so manchem Nebenprojekt die Zeit vertrieben, mit We Are Serenades zum Beispiel oder Tutankamon. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann er mal solo loslegen würde.

Und wie klingt Adam solo so? Tatsächlich genau so, wie man sich das vorstellt, wenn man die Klangkurve der Shout Out Louds und We Are Serenades verfolgt hat. Will sagen: Klar erkennt man ihn in der ersten Sekunde, in der er seinen Mund öffnet. Adam IST die Stimme der Shout Out Louds, er hat seinen wiedererkennbaren Songwriting-Stil entwickelt, und diesen zieht er hier durch. Nur, dass er diesmal ohne seine vier Mitstreiter agiert, also noch ein bisschen bedächtiger, noch ein bisschen eigensinniger.

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Alme-chtiger!

Nicht immer nur Neues, Neues, Neues! Manchmal sitzt man in der Küche beim Arbeiten und der Shuffle-Mode pickt genau den perfekten Song, an den man schon lange nicht mehr gedacht hat. Joel Almes „The Queen’s Corner“ von 2008 ist ein Klassiker für die Ewigkeit – auch wenn die Welt und die Ewigkeit davon wenig zu wissen scheinen.

Have you ever met a girl like that?
Have you ever met a girl like that?

Wenigstens die Schweden, sie wissen Bescheid. Für sein jüngstes Album „Flycktligan“ (sein erstes auf Schwedisch und sein viertes insgesamt) war der Göteborger letzte Woche für zwei „Grammis“ nominiert, als „Texter des Jahres“ sowie in der Kategorie „Rockalbum des Jahres“. Letzteren Award gewannen zwar die Deportees für „The Big Sleep“, aber von denen darf man schon mal geschlagen werden. Übrigens, das Album des Jahres ging verdientermaßen an das herrliche „Sky City“ von Amason. Diese Platte war auch mein persönlicher SWE-Favorit 2015.

Meine Alben 2015 – Pt.2 (20-11)

bigsleep Header

Ich muss gar nicht viel weiter erklären, oder? Ich mache weiter mit der Aufstellung meiner persönlichen Lieblingsalben des Jahres 2015. Teil 2 behandelt Platz 20 – 11.

Ach ja: Die Spotify-Playlist dazu habe ich entsprechend erweitert.

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Review: Deportees

Deportees – The Big Sleep

Sowas wie die Deportees sollte es eigentlich gar nicht mehr geben. Heute bleibt doch niemand mehr unentdeckt, wozu gibt’s schließlich das Internet? Wie kann es sein, dass eine Band, die in ihrer Heimat – immerhin Schweden, kein weisser Fleck auf der Musiklandkarte – zu den Top-Kritikerlieblingen gehört und deren Drummer für ihre Liveshows von Phoenix(!) rekrutiert wurde, auch elf Jahre nach ihrem Debüt keinen gescheiten internationalen Deal hat? Obwohl ihr bisheriges Schaffen herausragend ist, vor allem ihre letzten zwei Alben „Under The Pavement, The Beach“ (2009) und „Islands & Shores“ (2011)? Werden sie das mit ihrem fünften Album endlich gerade rücken?

Nun, ich befürchte nicht. Auch „The Big Sleep“ wird nicht die Platte, die Deportees endlich international etabliert. Denn um international was zu reissen, braucht man einen Hit. Aber Hits, das ist nicht die Währung, in der die Deportees bezahlen.

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Åtömström revisited

Kürzlich postete ich hier einen Beitrag, weil mir aufgefallen war, dass die warner Schweden all die alten Videos von den Caesars neu digitalisiert auf youtube gestellt hat. Inzwischen macht man dort fleißig weiter mit zahllosen weiteren Vintage-Clips – Clips, die dabei ursprünglich gar nicht auf warner erschienen, sondern bei Virgin. Wir kombinieren ergo: Ganz offenbar ist die ehemalige Virgin SWE von der schwedischen warner übernommen worden. Jetzt kümmert man sich dort darum, diesen Backkatalog verfügbar zu machen.
Dazu muss man wissen: Die Virgin Schweden hatte Anfang des Jahrtausends einen echten Lauf (nicht zuletzt durch ihr Göteborger Indie-Subsidiary Dolores). Neben den Caesars waren dort u.a. The Ark, Weeping Willows und Håkan Hellström unter Vertrag – alles Acts, ohne die die Atomic-Schweden-Sampler namens „Åtömström“, die ich 2004/2005 kompilieren durfte, nicht ausgekommen wären.
Also gönnen wir uns doch eben eine Nostalgie-Runde mit drei Songs von „Åtömström 2“:



… und als nächstes hoffen wir, dass auch die Virgin-Videos von Melody Club und den Deportees nachgelegt werden.