Tahiti is on

Ach guck. Es war im Jahr 2000, da machten Tahiti 80 große Wellen mit ihrem Debütalbum „Puzzle“. In Japan war’s ein großer Hit, aber auch europaweit lief’s prima für das Quartett aus Rouen. Die Songs „Heartbeat“ und „A Love From Outer Space“ blieben noch lange Stammgäste im Atomic Café-Programm. Man sprach damals sogar von einer Art französischen Style-Pop-Welle, so mit Phoenix, Air und eben Tahiti 80.

Dass Tahiti 80s weiter aktiv sind, habe ich die letzten Jahre null mitbekommen. Aber hier ist eine neue Single namens „Sound Museum“. Na, wie klingen sie heute, die Herren?

(die zwei Hits von früher – vielleicht erkennt ihr sie wieder? –  gibt’s nach dem Break. Und auch eine Story, die mir wieder einfiel.)

Im Nachhinein lustig: Mit einem Tahiti 80-MItglied bin ich mal aneinander geraten. Die Band war an einem smart club.-Freitag im Atomic. Ich weiss nicht mal mehr, ob sie vorher gespielt hatten, sie waren jedenfalls da. Ich glaube es war der Bassist, er sah die volle, feiernde Tanzfläche und wollte auch mal ran mit seinem CD-Heftchen. Das ist so eine Sache, die immer mal wieder vorkam mit den Bands, die im Atomic spielten oder vorbei schauten. Dann wird der CvD ans DJ-Pult vorgeschickt und fragt, ob man das Band-Mitglied mal ran lässt.

Ich habe das mehrfach mitgemacht, weil man ja der Arsch ist, wenn man als Local DJ der durchreisenden Band das Dj-Pult verweigert. Aber quasi immer (außer bei den Shout Out Louds, aber da haben wir auch gemeinsam aufgelegt) war’s Mist. Meistens, weil die Bandmitglieder ein erstaunlich banales Set auflegten, in dem nur die durchgelutschtesten Indie-Hits liefen – also genau das, was wir im Atomic nie machen wollten. Man denkt: Hey, ihr seid Musiker, da sind wir mal gespannt, wie ihr auflegt – aber dann ist es meistens einfach nullnix Besonderes. Eine irische Band (deren Namen die Welt vergessen hat) hat dabei auch mal CDs von mir mitgehen lassen.

Der Typ von Tahiti 80 aber war noch mal extra rekordverdächtig. Innerhalb von zwei Minuten hatte er den Dancefloor einer eben noch pumpenden, jubelnden Party mit obskuren Ethno-Rhythmen und Brazil-Karneval-Sounds leergefegt. Schon bildete sich an der Garderobe eine lange Schlange, denn Leute, die wegen Strokes-Gitarren auf eine Party kommen, reagieren da sehr allergisch. Die Gäste kamen in Trauben auf mich zu und drängten mich, dem Ganzen ein Ende zu machen, sonst wären sie auch gleich weg – da hatte er noch keine zehn Minuten aufgelegt.

Ich musste mir die Kontrolle des DJ-Pults regelrecht zurück kämpfen und der Typ war sowas von sauer. Denn er war sich sicher: „Noch 5 Minuten, dann habe ich sie!“ (also das Publikum. Das sich vorm Ausgang staute, als gäbe es draußen Freibier.)
Ich musste mich wüst beschimpfen lassen von dem Typen, während ich versuchte, die Party wieder anzukurbeln.

Das ist so ne Sache, die mich echt immer genervt hat. Ja, liebe Bands, ihr habt auch CDs dabei. Ja, das ist eine volle Tanzfläche und ihr wollt auch mal. Was ist der DJ für ein hochnäsiger Wichser, wenn er euch nicht mit ran lässt? Sorry, durchwegs beschissene Erfahrungen. Und hey, ich habe auch eine Gitarre zu Hause und frage auch nicht: „Hey! Darf ich mich mal während eures Sets auf die Bühne stellen und meine Songs spielen? Denn da ist ja voll das Publikum, das habe ich daheim beim Üben sonst nie!“

Tja. Das also waren meine Assoziationen zu Tahiti 80.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.