Schlagwort-Archive: The Stone Roses

What did you expect from 2018, Pt.1

Hallo, 2018!
Wirst du ein gutes Indie-Jahr werden? Die ersten Anzeichen sind nicht schlecht. Auf so einige spannende Newcomer dürfen wir uns freuen – darüber habe ich neulich schon mal einen Post geschrieben. Natürlich warten wir aber auch auf so einige Größen und persönliche Favoriten, die sich zurück melden.

Ich habe eine Liste unter folgendem Motto zusammen gestellt: „Ausgesuchte kommende Alben 2018“. Dies sind Platten, die fürs neue Jahr schon definitiv angekündigt wurden, die man sicher erwarten oder zumindest realistisch erhoffen darf – oder über die man wenigstens spekulieren kann.
Plötzlich standen da über 30 Namen auf meinem Zettel. Deswegen teile ich die Liste in drei Beiträge auf.
Los geht’s mit Teil 1.

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Take The Longlist and walk it Pt 2

Stichwort: Longlist.
Schon ein kleines Ritual hier: Ein mal im Jahr pickt die BBC ihre Favoriten fürs neue Popjahr und sagt: „Die werden berühmt! Das ist ‚The Sound of 2018!‘
Ich höre mir den Kram dann an und gebe auf dem Blog meinen Senf dazu ab.

Der nächste Schritt folgt jetzt: Ich kontere ich mit meiner eigenen Longlist. Das sind dann aber immer Acts aus meinem Indie-Geschmacksbereich. Ich prognostiziere auch nicht den großen Durchbruch. Ich sage nur: „Ich traue denen nächstes Jahr ein ordentliches Debütalbum zu.“

Aber ganz ehrlich: Dieses Jahr war’s schwerer als je zuvor, diese Liste zusammen zu kriegen.
Dafür gibt’s bestimmt mehrere Gründe und ich habe auch eine halbe Abhandlung darüber begonnen. Ich hab’ sie aber wieder gelöscht. Wer will denn schon so Krisengerede lesen?
Zumal ich ja eh ewiger Optimist bin und glaube, dass sich das wieder einrenkt. Und ausrenkt. Und wieder einrenkt. Weil das alles zyklisch kommt und geht.

Anyway. 16 Bands und Solist(inn)en, denen ich 2018 was zutraue, findet ihr nach dem Break. Besser als die Grütze von der BBC sind sie allemal.

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Review: The Embassy

The Embassy – „Background Music For Action People EP“

Ach guck. Die sind auch noch aktiv. Vier Jahre hatte man so gar nichts gehört vom Göteborger Duo The Embassy, da sind sie mir vom Radar verschwunden. Umso erfreulicher die Überraschung: Doch, sie machen weiterhin Musik. Und ja, sie klingen haargenau wie immer. Genau soll hat es zu sein, bei dieser Band.

Fredrik Lindson (Gesang) und Torbjörn Håkansson (Produktion) gründeten ihr Popduo 1999. Ihr Debüt „Futile Crimes“ kam 2002, klang aber nach 1988. Nach Tweepop, post-C86 sowie zarten Schritten Richtung Tanzbarkeit, nach den prä-Baggy Vibes des erwachenden Manchesters. Das war nett und keinerlei Vorwarnung für den Klassiker, den sie 2005 raushauen sollten.

Okay, ein Klassiker ist ihr zweites Album „Tacking“ nur in eingeweihten Kreisen. (Wir nennen uns jetzt mal so, ähem.)  Aber die Platte war super. Sie war wie der Blick in ein alternatives Universum, in dem 1990 kurz vorm Erscheinen von „Screamadelica“ stehen geblieben war. Review: The Embassy weiterlesen

Review: DBFC

DBFC – „Jenks“

Indie-Songwriting meets electronic Dancemusic. Nix Neues, oder? Mindestens seit den späten 80ern wird das gemacht, seit in Manchester Acid House und Retro-Sixties-Bands aufeinander trafen, die DJs in der Hacienda Stone Roses-Remixe anfertigten und die Gitarrengruppen schließlich von selbst die Beats in ihr Songwriting einbauten. Es folgten u.a. Beck und Co, die Big Beats der späten 90er (Fatboy Slim, Skint Records et al), 80s-Revival, New Rave und Kitsuné in den 2000ern… inzwischen sind wir mit Bands wie Jagwar Ma, Bad Sounds und Superfood sogar schon beim Baggy-Revival angelangt. Indie und Beats, das kennen wir, oder?

Ja und nein. Doch, es geht immer noch, dem Indie-Dance-Mix was Neues abzugewinnen. Es kommt alles aufs Mischverhältnis an und darauf, was genau man mischt. So kann man neue Nuancen setzen und immer noch seine eigene Nische finden. Case in point: DBFC.

Hierbei handelt es sich um ein französisch/britisches Duo mit Sitz Paris. Zum einen haben wir da einen Herren, der sich Dombrance nennt. Der Producer hat bereits Tracks auf Kitsuné veröffentlicht. Sein Kumpan ist ein gewisser David Shaw. Der aus Manchester stammende Gitarrist ist vor einiger Zeit in Frankreich hängen geblieben. Zu zweit bilden die beiden also DBFC – und sie mischen fröhlich herum. Französische Club-Electronica und Manchester-Gitarrenpop, genau. Dazu bedienen sie sich in einem weiten Sammelsurium aus den Bereichen Song und Dance.

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Redfaces Alert!

„Unser Dad liebte die Stone Roses, die Smiths und Supergrass“ sagen die vier Kids aus Sheffield, die sich Redfaces nennen. Da fühlt unsereiner sich erstmal alt, weil einem klar wird: Mensch, man könnte ja echt der Dad von diesen Jungs sein!
Andererseits, man ist ja heute schon froh über jeden britischen Teenie, der nichts zum Electronica Landfill beiträgt, sondern tatsächlich noch in einer Band spielt. Redfaces lassen den Supergrass-Einfluss in der Tat erkennen und auch The Kooks und The View kommen in den Sinn, wenn man ihre Single „Wise Up“ anhört. Besonders originell ist das jetzt nicht, aber hat es hat Pep und das soll mir für den Anfang reichen.

Different Days, same bands!

Slowdive, JAMC, Ride, The Stone Roses, Swervedriver, Blur … überall wiedervereinigte Lieblingsbands von 1990/91!  Nur The Charlatans nicht – weil die sich nie getrennt haben!

Am 26. Mai kommt ihr neues Album „Different Days“, es ist Nummer Dreizehn, und es wartet mit lauter Gästen auf: Paul Weller zum Beispiel, Gilian und Stephen von New Order und sogar Johnny Marr, der gleich auf mehreren Songs seine unverkennbare Gitarre jubeln lässt – nicht zuletzt auf der Vorabsingle „Plastic Machinery“.

Ach ja, und Tim Burgess ist immer noch blondiert. Ich dachte, das ist eine Geschmacksverirrung, die man ihm mal zugestehen darf, zum zweiten Soloalbum. Aber „Oh No I Love You“ erschien 2012! Und seitdem ist der Gute an keinem Spiegel vorbei gekommen? Oh well.

Interview: Elbow

elbow-header

… und wieder mal lasse ich als „Journalist“ (Hüstel!) alle Neutralität vergessen. Menschenskind, was ist Guy Garvey für ein guter Typ! Das neue Elbow-Album „Little Fictions“ ist seit Freitag draußen – könnte es irgendwas anderes sein als schwelgerisch, eindrucksvoll, zart und vielschichtig, wärmende, kribbelnde Salbe für ein gequältes Ohr? Ich hatte die große Freude, Guy Garvey mal wieder am Telefon zu haben: Ein Gespräch über die neue Platte und die großen und die kleinen Dinge, die uns umtreiben… Interview: Elbow weiterlesen

Crowd Jewels

Ich sag’s doch immer: Band -TShirts! Gitarrist Colin Bowers und Sänger Imran Haniff von The Holiday Crowd lernten sich der Legende nach kennen, weil ersterer ein Stone Roses-T-Shirt spazieren trug und letzterer ihn darauf ansprach. In ihrer Heimatstadt Toronto ist die Britpop-Szene durchaus überschaubar, da freut man sich, wenn man seinesgleichen trifft und gründet eine Band.

Nach einer vielversprechenden EP 2013, auf der The Holiday Crowd sich erkennbar Smiths-inspiriert zeigten, haben sie letzten Dezember ihr Debütalbum vorgelegt. Dazu gibt’s nun auch ein Video: „I Need This Bed To Myself“.

Review: Elephant Stone

elephant-stone-coverElephant Stone – „Ship Of Fools“

Jeder kennt die Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Ein ähnlicher Fall ist die Sache mit Psychedelia und indischen Instrumenten.

Als sich das Genre in den späten Sechzigern entwickelte, war das auch die Zeit, als weltweit die Hippies – an prominentester Stelle natürlich die Beatles – indische Philosophien für sich entdeckten. Die neuen indischen Einflüsse, die sich die Westler bei ihren Gurus holten, landeten in der Folge auch ihrer Musik. Das „Zwoing Doing“ der Sitar, das „Niiieöörrh sschrrrrrng“ der Esraj, die handgetrommelten Tablas, all das wurde zur charakteristischen Klangfarbe dieser Stilrichtung. Ein Beispiel, das jeder kennt, wäre „Norwegian Wood“ – aber es waren nicht nur die Beatles, die damals indische Instrumente einsetzten. Auch sind sie seitdem nicht verschwunden. Immer, wenn jemand seinen Sound ein bisschen mystifizieren will, wird an der Sitar getwoinkt. George Harrison hat in seiner Solokarriere weiter auf diese Töne gesetzt, Kula Shaker haben sich zu Britpop-Zeiten auf diese Weise als Hippie-Throwbacks dargestellt, auch Paul Weller oder Noel Gallagher greifen immer mal wieder auf dieses Klangbild zurück.

Und jetzt meine Frage: Verwenden all die Musiker diese Instrumente deshalb, weil ihre Sounds das verschwurbelte Reise-auf-dem-fliegenden-Teppich-Ding nun mal klangmalerisch so perfekt darstellen? Oder stellen diese Instrumente das verschwurbelte Reise-auf-dem-fliegenden-Teppich-Ding auch deshalb so perfekt dar, weil wir nach Jahrzehnten der Psychedelia längst darauf konditioniert sind, mit diesen Klängen automatisch Om, Transzendenz und Hare Rama zu assoziieren?

Wie auch immer, der Punkt ist: Es gibt eine Tradition der indischen Instrumente in der britischen Gitarrenmusik, seit den Sixties bis heute, und die wird weiterhin aufgegriffen. Sogar von Nicht-Briten. In diesem Falle von Kanadiern.

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Take me back to Dhir old Blighty

In acht Tagen (16.09.) erscheint „Ship Of Fools“, das inzwischen dritte Album von Elephant Stone. Elephant Stone wiederum sind eine kanadische Britpop-Psychedelia-Band, deren Frontmann Rishi Dhir gerne indische Instrumente wie Sitar, Tabla oder Dilruba einsetzt – was ja durchaus Tradition hat, siehe George Harrison oder Kula Shaker.

Die Single „Andromeda“ erschien schon im März, jetzt aber, kurz vor der Album-VÖ, haben Elephant Stone auch ein Video online gestellt. Ich würde sagen: Wer Temples mag oder Pauw, der sollte hiermit was anfangen können.