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Bully Idol

Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, zur VÖ des zweiten Albums von Bully hier eine meiner Reviews zu schreiben.  Bisher bin ich aber nicht dazu gekommen und inzwischen ist die Release von „Losing“ (siehe Cover links) bald zwei Wochen her.

Naja, Kurzfassung: Ich mag’s. Weil das Trio so schön nach 1993 klingt, nach dem Girlgrunge/Pop dieser Ära, nach Bands wie Babes in Toyland, Veruca Salt, The Breeders, Belly. Weil’s trotzdem nicht veraltet klingt, denn clever artikulierte, positiv zickige Rage ist etwas, das per se gar nicht aus aus der Mode kommen KANN. Denn es gibt immer genug, über das man sich aufregen sollte und das verbessert werden muss – und es gibt nicht genug Bands zur Zeit, die sich aufregen und zu viele, die unpolitisch vor sich hin dudeln. Alicia Bognanno, die Sängerin von Bully, gibt entsprechend ein smartes, emanzipiertes, informiertes Role Model ab. Schön, dass die Band jetzt auf Sub Pop gelandet ist, denn das war immer schon ihre spirituelle Heimat.

Musterbeispiel für das, was Bully machen: Der Album-Opener „Feel The Same“. Jetzt auch mit Video.

Review: Pumarosa

Pumarosa – „The Witch“

Es gibt Bands, aus denen wird man nicht so ganz schlau. Was ja nichts Schlechtes sein muss – so ein bisschen was Mysteriöses schadet normalerweise nicht.

Londons Pumarosa aber verwirrten mich letztes Jahr mit ihren Singles, weil die klangen, als kämen sie von ganz verschiedenen Bands. Auf „Honey“ klang das Quintett wie ein typischer 90s-Indie-Postgrunge-Lady-Throwback, so im Stile der Breeders/Belly/Veruca Salt. „Cecile“ ging mehr so in Richtung 80s-Popgoth, a la The Cure/Siouxsie. „Priestess“ (das absolute Highlight) dagegen war was wirklich komplett anderes: Ein brodelndens, hypnotisch-dräuend anschwellendes Elektronikpop-Ding mit The Knife-Feeling. Klar, man findet es normal prima, wenn Bands Abwechslungsreichtum zeigen. Aber das war schon keine Variation mehr, das klang schon fast, als widersprächen sich Pumarosa selbst. Da schien der rote Faden nicht immer durch.

Okay, kann man da sagen, das waren die ersten Singles. Die dokumentierten eben eine Band, die noch auf der Suche nach ihrem Stil, ihrer Identität war. Wenn dann das erste Album käme, wird sich ihr Style heraus kristallisieren.

Nun gut, jetzt ist es da. Aber ich bin mir immer noch nicht ganz im Klaren über diese Band. Ich finde an Pumarosa einiges sehr gut, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie alles aus sich heraus geholt haben.

Okay. Dröseln wir das mal auf.  Review: Pumarosa weiterlesen

Review: Wolf Alice

wolf alice my love is coolWolf Alice – „My Love Is Cool“

Ich muss mich bei Wolf Alice entschuldigen. Wie oft habe ich ihren Namen fallen lassen, wenn ich darüber schimpfte, dass es mit Indie in Grossbritannien so fürchterlich bergab gegangen ist! „Das erkennt man doch schon daran“, argumentierte ich immer, „dass (verächtlich) WOLF ALICE eine große neue Hoffnung sein sollen!“

Aber hui, wer belehrt mich hier eines Besseren? Sagen wir’s so: Ein gewisses Quartett aus Nordlondon mit der Sängerin Ellie Rowsell.

Okay, ich habe Wolf Alice noch nicht live gesehen. Vielleicht gab es da etwas zu erkennen, was ich auf ihren frühen Singles nicht erkannt habe? Die fand ich einfach… nicht gut. So überhaupt nicht! Die waren, so fand ich, Grunge von der Stange. Die liefen sowas von an mir vorbei!

Was, bitteschön, ist zum Beispiel prima an ihrer Single „Moaning Lisa Smile“? Die Melodie mal nicht! Die Grunge-Gitarren? Also echt, die konnte man doch nur spannend finden, wenn man noch nie Grunge gehört hat. Das, was Wolf Alice bisher machten, das haben the Breeders, die Throwing Muses und sogar Veruca Salt vor über 20 Jahren viel aufregender gemacht!

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