Schlagwort-Archive: Under The Influence Of Giants

Interview: AWOLNATION

Wenn ich über AWOLNATION schreibe, muss ich immer noch mit Under The Influence Of Giants anfangen. Denn diese Band hat mein Lieblingsalbum der Saison 2006/2007 geliefert. Als damals in England alle Bands anfingen, sich gleich anzuhören, feierten die Kalifornier ein papageibuntes Mid-80s-Revival. Doch ein Erfolg ist das Ganze leider nie geworden, eher ein spektakulärer Flop.

Aaron Bruno sang damals bei UTIOG. Erst ein paar Jahre später tauchte er wieder auf, mit einem Soloprojekt namens AWOLNATION – und einem Hit namens „Sail“, der langsam, aber sicher zum unerwarteten Welterfolg wurde. „Sail“ rettete Aarons Existenz, so ist ihm auch herzlich egal, dass manche Leute das alte „One-Hit-Wonder“-Schlagwort ausgraben. Der Song hat ihm ermöglicht, AWOLNATION vom One-Man-Projekt zur Band zu entwickeln, viele Türen geöffnet und eine treue Fans beschert, die auch seine Alben lieben. Mit „Here Come The Runts“ hat der leidenschaftliche Surfer gestern das dritte davon veröffentlicht. Ich hatte ihn mal wieder am Telefon. Interview: AWOLNATION weiterlesen

Review: Børns

borns DopamineBørns – „Dopamine“

In den USA ist diese Platte seit Oktober auf dem Markt und Garrett Borns ist sowas wie ein gefeierter Senkrechtstarter. Auch sein Debütalbum „Dopamine“ wird bejubelt. Der 24-jährige aus Minnesota ist, glaubt man seiner Presse, sowas wie ein Beck des Glamrock. Er vereint fetzige Marc Bolan-Riffs mit moderner Pop-Produktion, überhaupt sprüht sein Debüt nur so vor originellen Style-Kombis und das alles hat er auch noch quasi als Selfmade-Man auf die Beine gestellt. Schließe ich mich der Meinung an? Meh.

Ich will nicht bestreiten, dass Borns vermutlich ein echter Showman ist. Schon als Zehnjähriger war er ausgebildeter (es gibt für sowas eine Ausbildung? Okay…) Bühnenmagier – und wenn das keine perfekte Lehre ist, um später mal eine kostümierte Rampensau geben zu können, das weiss ich nicht weiter.

Magiers lernen auf der Bühne, uns mit Nebel, Spiegeln und cleveren Manövern abzulenken. Wir achten auf die großen Gesten, anstatt auf die kleinen Tricks, mit denen sie uns dann hinters Licht führen. Für mich setzt auch „Dopamine“ zu oft auf den plakativen Knalleffekt. Das Album plustert sich zu mehr auf, als es ist.

Review: Børns weiterlesen

Video Analyse: Awolnation

Laut meinem Zähler rechts ist dies der hundertste Beitrag, den ich seit meinem Blog-Neubeginn unter der Kategorie „New(ish) Clips“ poste. Ich will das zum Anlass nehmen, von jetzt an (wenn ich die Möglichkeit/Zeit habe, oft kommt man ja gar nicht erst dazu) Videos auch mal etwas vertiefter zu besprechen bzw zu bewerten. So nach dem Motto: Was finde ich gut, was nicht? Was finde ich witzig, oder auffällig? Wie deute ich den Song/das Visuelle? Denn wenn es hier nur darum ginge, Videos weiter zu leiten, warum sollte man meinen Blog dann lesen?

Es gibt ein zweites Video vom Awolnation-Album „Run“, und als Single gepickt wurde „I Am“. Nicht unbedingt der Titel, der meine erste Wahl gewesen wäre. Mein Lieblingslied von der Platte ist der Titelsong, der aber wohl im Radio keine Chancen hat. Am Single-tauglichsten ist meiner Meinung nach „Woman Woman.“ Aber gut.

So. Betrachten wir den Clip doch mal. Die ersten 40 Sekunden sind musikalisch sehr reduziert, was der Regisseur (sein/ihr Name wird nicht genannt) auch visuell wiedergibt. Auffällig die Textzeile „I’ll be swimming in a face of flames for these friends of mine I overpaid“ – ganz offenbar eine Abrechnung mit Aaron Brunos alten Dealern.  awolnation i am 1

45 Sek: Der Refrain kommt rein, die Synths, die Beats, und damit gehen auch die Scheinwerfer an. Aaron ist nicht allein, befindet sich in einer ganzen Masse von Tänzern und Tänzerinnen. Der Text des Refrains: „All of these things made me who I am“ – es geht also immer noch um frühere Fehler, aber vor allem darum, diese zu akzeptieren. Video Analyse: Awolnation weiterlesen

Interview: AWOLNATION

awolnation HeaderEine Interviewform, die ich besonders mag, ist unser Fragebogen „Bloss nichts über Musik“, den wir monatlich im piranha haben. Klar, es gibt niveauvollere Gespräche, aber hier kriegt man immer interessante und lustige Sachen mit – und die Befragten haben normal auch ihren Spaß dabei.

Im März spielten AWOLNATION anlässlich ihres zweiten Albums „Run“ in München, so hatte ich die Möglichkeit, ihren Kopf Aaron Bruno über Haustiere, miese Jobs und sonderbaren Lesestoff zu sprechen. Interview: AWOLNATION weiterlesen