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Review: Editors

Editors – „Violence“

Ach ja, die Editors. Eine Band, die einem viel Material gibt, um sie mächtig albern zu finden. Aber auch eine Band, der man viel zugute halten kann.

Ich habe mich mit mir selbst zuletzt auf folgenden Umgang mit Tom Smith und seinen Jungs geeinigt: Wenn sie wieder auf Pathos machen und sich U2-mäßig auf die Brust schlagen (wie zum Beispiel auf den Balladen vom vorletzten Album „The Weight Of Your Love“), dann sind sie mir ein bisschen peinlich. Wenn sie aber die Popkeule rausholen und so ’nen richtigen Indie-Dancefloor-Burner hinlegen (z.B. „All The Kings“ vom letzten Album oder die frühen Bringer wie „Munich“ oder „All Sparks“), dann erlaube ich mir auch, sie famos zu finden. Zumal: Live langen sie zu. Live sind die der Bringer. Keine Widerrede.

Die Editors sind also die Band, die man sowohl scheiße als auch geil gleichzeitig finden kann. Und wenn jemand als Hörer nur eine der beiden Seiten empfindet, sage ich: I hear you. Ich sehe sowohl ein, wenn jemand als bekennender Indiehead nicht über ihren Popanz und Bombast hinweghören will, als auch, wenn sich jemand von der erschlagenden Wucht, die die Editors immer heraufbeschwören wollen, nur allzu gerne erschlagen lässt. Bei den Editors gehört das nun mal zusammen. Das ist ihre Stärke, das ist ihre Schwäche, das ist ihr Ding, das ist die Haut, aus der sie nicht herauskönnen, das ist ihr USP, das sind die Editors.

Album sechs, „Violence“, nimmt trotzdem ein paar Veränderungen vor. In der Durchführung, nicht in der Wirkung. Review: Editors weiterlesen

Digging Your Zine

Die Editors sind ja schon irgendwie ’ne sonderbare Band. Manchmal geht mir ihre Neigung zum bedeutungsschwangerem Pathos ganz schön auf den Sack. Dann wiederum haben sie auf jedem Album doch 3-5 Songs, die sind einfach griffig, zackig und hittig, ohne platt zu sein. So lässt man sich dann doch wieder breitschlagen, mit aufs Konzert zu kommen. Und bereut es nicht, denn live detonieren Tom Smith & Co dann sicher eine ziemliche Bombe.

Für den 09.03. haben die Editors ihr sechstes Album „Violence“ angekündigt. Vorab gibt’s die Single „Magazine“ – ein Song, den Tom Smith schon länger in der Schublade hatte und der Editors-Superfans daher aus ihrem Liveset bereits bekannt ist.  Bisher war die Band aber mit den Aufnahmen der Nummer nicht zufrieden, erst jetzt, beim neuen Versuch während der „Violence“-Sessions, is es so weit. Meine Meinung? Hmmm. Der extrem poppige Refrain will auf den Indie-Dancefloor, der wuchtige Stop-Start-Rhythmus der Strophen aber spricht dagegen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Kontrast funktioniert, was es dafür als Single durchaus gewagt macht. Nicht mein Editors-Lieblingslied, aber auch nicht mein Editors-Hasslied. Sie bleiben irgendwie sonderbar, und das ist nichts Schlechtes.

Review: Editors

EditorsEditors – „In Dream“

Die Editors haben in der Indie-Community viele Sympathien verspielt mit ihrem letzten Album „The Weight Of Love“. Es hätte eine wegweisende Platte für Tom Smith und Co sein sollen, aber nicht deshalb, weil ihr Gitarrist Chris Urbanowicz von Bord gegangen und durch zwei Neue ersetzt worden war. Es war so: Nach drei Alben als erfolgreiche Indierockband standen die Briten an der Schwelle. Wenn sie ihren nächsten Schritt richtig setzten, so war das allgemeine Gefühl in der Musikbranche, dann könnten sie die nächste Stufe nehmen und in die Megaband-Sphären aufsteigen zu U2 und Coldplay. (Ein Status, den sie ausgerechnet in Belgien interessanterweise bereits besitzen.)

Aber dieser versuchte Aufstieg auf den nächsten Level, er misslang. Das lag nicht daran, dass die Editors es nicht versucht hätten. „The Weight Of Your Love“ hatte ein paar schleimtriefende Wimmer-Pathos-Balladen, die bei der breiten Masse theoretisch hätten offene Türen einrennen sollen. Aber irgendwie drangen sie mit „What Is This Thing Called Love“ oder „Nothing“ trotzdem nicht zum Radio NRJ-Publikum durch. Statt dessen vergraulten sie mit diesen Nummern einen ordentlichen Teil ihres Indie-Publikums, das sich durch diese Sülze verraten fühlte.

Dabei hätten selbst Fans der ersten Stunde vorgewarnt sein sollen. Pathos und eine gewisse Aufgeblasenheit gab’s bei dieser Band von Anfang an. Review: Editors weiterlesen