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Get off of my Clown

Eine Sache, die ich nie verstehen werde, das sind die Bonus-Tracks auf Alben.

Hey, Musikindustrie!  Entweder ein Song ist gut genug fürs „richtige“ Album. Oder er ist eben nicht ganz gut genug oder passt nicht in den Zusammenhang. Dann lässt man ihn weg.

Warum macht man verspätete Bonus-Versionen mit Extra-Tracks? Um Fans das Gefühl zu geben, eine „besondere“ Ausgabe des Albums zu besitzen, ihnen in echt aber drei Euro mehr aus der Tasche zu ziehen und sie eigentlich mit B-Material abzuspeisen?  Um die Fans, die sich sofort die erste Version des Albums besorgten, zu ärgern, weil sie neue Tracks nachkaufen müssen, während die Spätkommer gleich alle kriegen?

Eine meiner größten musikalischen Freuden dieses Jahr war das Comeback von Henrik Berggren, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Das am 5. Mai erschienene Soloalbum des Sängers der legendären Kultschweden Broder Daniel ist eine bewegende, große Platte.

Nun hat Henrik nachträglich auch ein erstes Video aus dem Album gedreht. Zum Song „You Wore The Crown, I Played The Clown“ – den ich noch nicht kannte. Es stellt sich raus: Schon am 12.5. erschien eine Bonus-Version von „Wolf’s Heart“ mit drei zusätzlichen Tracks. Wie doof! Ich sollte mich über das Erscheinen des Videos freuen – statt dessen ärgere ich mich, dass ich drei Songs monatelang nicht mitgekriegt habe,

Nun denn. „You Wore The Crown…“ hält für mich tatsächlich mit den genialen Stücken des Albums wie „Wild Child“, „Parties“ oder „Run Andy Run“ nicht Schritt. Es ist ein Lied über einen früheren Weggefährten, der große Erfolge feierte, während es Henrik schlecht ging. Ich frage mich, ob es um Ex-Broder Daniel-Mitglied Håkan Hellström geht, der zum SWE-Superstar avancierte? So oder so, Henrik kommt hier doch sehr bitter rüber. Auf den besten Songs von „Wolf’s Heart“ fühlt man intensiv mit ihm mit. Hier weniger.

Review: Timo Räisänen

Timo Räisänen – „Tro, hat, stöld“

Er kann’s noch. Er kann noch so richtig Purzelbaum schlagen mit der Gitarre. Er kann noch krähen wie der Pumuckl und in Sekundenbruchteilen von Jubelfreu-Hurra auf Jammertal und zurück umschalten. Jetzt halt nur auf schwedisch. Der Timo!

Ich hatte mir so ein bisschen Sorgen gemacht, er wäre erwachsen geworden. Also nicht wirklich Sorgen – es wäre ja auch interessant gewesen, wie ein gereifter, weiser Timo Räisänen klingt. Aber das hat ja alles noch seine Zeit. Das eilt ja nicht.

Aaaalso. Timo Räisänen. Wer is’n das? Das fragt nur, wer kein Schwede ist. Also die meisten von uns. Anyway, in Schweden, da kennt man Timo Räisänen seit der Jahrtausendwende.

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Räisän‘ the roof!

Timo Räisänen. Ein prima Gitarrist, zu Beginn seiner Karriere Sidekick von SWE-Superstar Håkan Hellström, seit Mitte der Noughties solo aktiv. Die besten Jahre des Britwoch fielen in seine aktivste Schaffensperiode, weswegen Atomic Stammgäste vielleicht noch diesen Song kennen, oder diesen, oder diesen. Oder diesen, diesen, oder diesen.

Timo hat vor einiger Zeit die Sprache gewechselt, in der er singt. Seine ersten Soloplatten waren englisch, doch inzwischen ist er in seiner Muttersprache unterwegs. Nach mehreren SWE-Singles und dem Coveralbum „Timo Sjunger Ted“ steht im Laufe des Jahres sein neuer Longplayer an. Zur zweiten Vorabsingle daraus gibt’s jetzt ein Video. Ich habe lange überlegt, an was mich „Kampen och Härligheten“ (zu deutsch: „Die Schlacht und der Ruhm“) erinnert, dann fiel’s mir auf: Es ist tatsächlich „Paper Planes“ von M.I.A.

Because Of The Timo

Es gab eine Zeit, da hat Timo Räisänen jedes Jahr ein Album gemacht. Eine absolute Kreativphase hatte der Ex-Gitarrist von Håkan Hellström zwischen 2005 und 2010. Mehrere seiner Songs waren kleinere oder größere Hits im Britwoch-Programm –  „Let’s Kill Ourselves A Son“ zum Beispiel, „Sweet Marie“  natürlich, aber auch „Outcast“ oder seine Coverversion von „About You Now“.

Heutzutage müssen wir etwas länger auf neue Musik des Göteborgers warten, den man auch schon „Schwedens Johnny Marr“ genannt hat – sein letztes Album mit eigenen Songs („Endeavour“) erschien 2012. Seit einiger Zeit hat Timo zur schwedischen Sprache über gewechselt, 2016 erschien immerhin ein Coveralbum „Timo Sjunger Ted“. Jetzt gibt’s ne neue Single: „Hemliga Polisen“ (zu deutsch: Geheimpolizei), der erste Vorbote eines kommenden Albums. Was heisst „Hurra!“ auf schwedisch?

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Review: Laakso

Laakso Grateful DeadLaakso – „Grateful Dead“

Dieses Comeback ist schon eine kleine Überraschung. Okay, sie hatte sich durch drei Singles in den letzten Monaten angekündigt. Trotzdem hatte man bis zu deren Auftauchen nicht mehr mit einem vierten Album von Laakso gerechnet. Nicht mal ich glaubte daran – dabei habe ich mal ihren Drummer Lars Skoglund getroffen, als er bei den Shout Out Louds aushalf. Lars, der auch für Lykke Li trommelt, war sich vor drei Jahren schon sicher: „Eines Tages machen wir noch ein Laakso-Album! Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen, versprochen!“ Er klang aber eher wie ich, wenn ich sage: „Eines Tages fliege ich noch mal nach Australien, dabei mache ich ein Foto von mir in Geelong und schreibe drunter: ‚I’ve been everywhere, man!‘“ Man spricht von einem Wunschtraum, an den man nicht echt glaubt. Was man an Lars Versicherung aber erkannte, war: Diese Band war für ihre Mitglieder weiter eine Herzensangelegenheit.

Trotzdem, das letzte Album des Quartetts („Mother, Am I Good Looking?“) ist nun mal inzwischen neun Jahre alt und auch wenn der Song „Västerbron“ ein SWE-Hit wurde, wäre es ja geflunkert, wenn man erzählen würde, dass die Band zwischen 2003 und 2007 so supererfolgreich gewesen wäre. Die Kritiker in Schweden, die mochten Laakso – und man darf sagen, dass die Band Achtungserfolge landete. Aber eine große Nummer waren sie nicht.

Markus Krunegård dagegen, der ist eine große Nummer in Schweden. Review: Laakso weiterlesen

Review: Timo Räisänen

Timo sjunger TedTimo Räisänen – „Timo sjunger Ted“

Es gab mal eine Zeit, da hat Timo Räisänen ein Album pro Jahr veröffentlicht. Zwischen 2005 und 2008 war der ehemalige Gitarrist des schwedischen Superstars Håkan Hellström regelrecht im Schaffensrausch. Da legte er nicht weniger als vier Longplayer hin, ein jeder ein Tischfeuerwerk voller Indiepop-Knallbonbons. Nun aber sind fast vier Jahre verstrichen seit seinem letzten Werk „Endeavour“  (2012) – und zurück meldet er sich ausgerechnet mit einem Cover-Album?

Bevor wir aber über einen möglichen Writer’s Block lamentieren, lasst uns angucken, wen Timo Räisänen hier covert. Schweden, die den Vornamen „Ted“ hören, wissen wer gemeint ist, so wie ein Ami weiss, wer mit Elvis gemeint ist. Es ist Ted Gärdestad, eine faszinierende, tragische Figur des Scandi-Pop.

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It’s been a long Timo comin‘

Lange nichts gehört von Timo Räisänen. Der Göteborger Singer/Songwriter/Guitar Wizard hat sein letztes Album „Endeavor“ im Herbst 2012 veröffentlicht, vor fast dreieinhalb Jahren – eine Ewigkeit in Timojahren, denn zu Beginn seiner Solokarriere machte er noch ein Album pro Sommer!

Seit „Endeavor“ hat der Ex-Gitarrist von SWE-Superstar Håkan Hellström nur vereinzelte Lieder auf schwedisch von sich hören lassen, jetzt steht ein ganzes Album davon an. „Timo sjunger Ted“ heisst auf deutsch: „Timo singt Ted“.

Ted, das ist Ted Gärdestad, eine ganz wichtige Figur der schwedischen Musikszene der 70er und 80er. Damals galt er als das Wunderkind des schwedischen Pop. Seine Songs wurden von Björn und Benny von ABBA produziert, den ersten Hit „Jag vill ha en egen Måne“ („Ich möchte meinen eigenen Mond“) landete er 1971 im Alter von 15 Jahren. Geschrieben hatte er den Song schon mit 12.

Leider endete Gärdestads Geschichte traurig. 1997 sprang der ehemalige Kinderstar, obwohl er nach einer Flaute seine Karriere wieder in Gang bekommen hatte, im Alter von 41 vor einen Zug.

Timo Räisänen ehrt Gärdestad nun also mit einem Album. Die erste Single ist das Lied, das Ted mit 12 schrieb.

Britwoch – Secret Classics

Ich habe mal wieder ein Spotify-Playlist angelegt: „Britwoch Secret Classics“

Der Gedanke dahinter: In all den Atomic-Jahren gab es immer Songs, die vielleicht keine großen Hits außerhalb der Britwoch/smart club-Welt wurden, die ich aber zu ihrer Zeit ziemlich pushte und auch regelmäßig im Set einsetzte. Der eine oder andere Song (nicht jeder) wurde dann wenigstens innerhalb der Atomic-Mauern zum Hit. Einige dieser Titel sind inzwischen vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten – und deswegen könnte es doch ganz nett sein, sie mal wieder zu hören, zumal viele Songs ja aus der Zeit stammen, als man noch nicht jedes Lied shazaamen konnte.

Btw – diese Liste werde ich sicher immer mal erweitern. Alleine, während ich diese Zeilen schrieb, habe ich acht Tracks dazu gefügt, weil mir immer noch eine passende Nummer einfiel…