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Coffin To Worry About

Heute mal ein Abstecher nach Kopenhagen: Von hier stammt die Band The Love Coffin.

Das ist einer dieser Bandnamen, bei denen man gleich weiss, was einen erwartet: Gruftpop mit sehnsüchtig romantischer Note. 80s-Indierock zwischen The House Of Love und The Cure. Check.

The Love Coffin kündigen mit der Single „Nothing At All“ ihr zweites Album an, das im Frühjahr 2020 erscheinen soll. Interessant: Als Producer liest man den Namen Guy Fixsen. Hey, der stand in den frühen 90s auf vielen meiner Lieblingsplatten! Guy war Mitglied von Laika und er produzierte u.a. Musik von The Breeders, Stereolab, Slowdive, My Bloody Valentine, Pixies, Throwing Muses, The House Of Love, The Boo Radleys, Chapterhouse, Lush, Ultra Vivid Scene und und und… aber ich habe ihn lange schon nicht mehr gelesen. Interessante Wahl. Die wohl auch verdeutlicht, welchen Sound sich The Love Coffin vorstellen.

Deal or no Deal

Das kommt unerwartet: Eine neue Single von The Breeders, einfach so. Ich habe nicht mitgekriegt, dass sich das angekündigt hätte. Freuen tut’s mich natürlich trotzdem.

Bei den wiedervereinigten Pixies ist Breeders-Frontfrau Kim Deal vor ein paar Jahren ausgestiegen. Dem Vernehmen nach, weil sie nicht verantworten wollte, dass die 90s-prä-Grunge-Legenden mit neuen, nicht perfekten Songs ihr makelloses Erbe beschmutzten.

Bei ihrer eigenen Band hat sie diesbezüglich offenbar weniger Skrupel. Soll mir recht sein. „Wait In The Car“ ist zackig.

Für die Jüngeren: Kim Deal war also Bassistin der Pixies. Umwerfende Pioniere der späten 80er, frühen 90er. The Breeders gründete sie auch so um die 80er/90er-Wende parallel zu den Pixies, damals u.a. mit Tanya Donnelly (Throwing Muses), die vorm zweiten Album wieder ausstieg, um die ebenfalls prima Band Belly zu gründen. Dafür war bei Album 2 („Last Splash“) Kims Zwillingsschwester Kelley Deal mit an Bord. Damals landeten sie einen Welthit mit dem schrägen „Cannonball“, das man auch heute noch auf Indie-Abenden hören kann.

Und wil ich jetzt Bock auf weitere alte Kim Deal Videos gekriegt habe, geht’s nach dem Break noch ein bisschen weiter. Irgendwo ist Kim Deal auch durchaus eine Vorläuferin für Ellie Rowsell / Wolf Alice – um einen aktuellen Bezug herzustellen.

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Review: Wolf Alice

wolf alice my love is coolWolf Alice – „My Love Is Cool“

Ich muss mich bei Wolf Alice entschuldigen. Wie oft habe ich ihren Namen fallen lassen, wenn ich darüber schimpfte, dass es mit Indie in Grossbritannien so fürchterlich bergab gegangen ist! „Das erkennt man doch schon daran“, argumentierte ich immer, „dass (verächtlich) WOLF ALICE eine große neue Hoffnung sein sollen!“

Aber hui, wer belehrt mich hier eines Besseren? Sagen wir’s so: Ein gewisses Quartett aus Nordlondon mit der Sängerin Ellie Rowsell.

Okay, ich habe Wolf Alice noch nicht live gesehen. Vielleicht gab es da etwas zu erkennen, was ich auf ihren frühen Singles nicht erkannt habe? Die fand ich einfach… nicht gut. So überhaupt nicht! Die waren, so fand ich, Grunge von der Stange. Die liefen sowas von an mir vorbei!

Was, bitteschön, ist zum Beispiel prima an ihrer Single „Moaning Lisa Smile“? Die Melodie mal nicht! Die Grunge-Gitarren? Also echt, die konnte man doch nur spannend finden, wenn man noch nie Grunge gehört hat. Das, was Wolf Alice bisher machten, das haben the Breeders, die Throwing Muses und sogar Veruca Salt vor über 20 Jahren viel aufregender gemacht!

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