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Review: The Vryll Society

The Vryll Society – „Course Of The Satellite“

Geduld. Wenn The Vryll Society eine Kerneigenschaft haben, so ist es Geduld. Das zieht sich durch ihre bisherige Karriere, aber es zieht sich auch durch ihre Musik.

Geduld, das war auch das erste, was ihr Entdecker und Mentor Alan Wills von ihnen eingefordert hat. Alan, eine Kultfigur in Liverpool als Ex-Drummer der 90s-Bands Top und Shack, war bekannt als der, der The Coral entdeckt hat, damals, um die Jahrtausendwende etwa. Extra um diese Band zu fördern, startete er sein eigenes Label Deltasonic. Der frühe Erfolg von The Coral (ich sage nur „Dreaming Of You“) gab ihm Recht.  Auch The Zutons, The Dead 60s und die ersten Bands von Miles Kane, The LIttle Flames und The Rascals, fanden auf Alans Label ihre Heimat. Ja, ein paar Jahre war Deltasonic eine große Nummer in Englands Welt der Gitarren. Aber die Implosion der Indie-Szene lief natürlich auch an ihnen nicht spurlos vorbei.

Alans letzte Entdeckung waren dann fünf langhaarige dürre Jungs, die verträumten, trippigen Gitarrensound machten. Und weil Alan eine Old School-Type war, sagte er zu den fünf Buben (natürlich reden wir hier von The Vryll Society) etwas, das man Bands heute normal nicht mehr sagt: „Geht erst mal ein Jahr in den Proberaum, schreibt Songs und noch mehr Songs, probt, probt und probt und spielt euch so richtig aufeinander ein.“ 

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You’re Vryllcome

Neun Tage noch, dann ist es tatsächlich so weit. Wie lange warten wir schon darauf, dass The Vryll Society aus Liverpool endlich ihr Debütalbum veröffentlichen?

Im Oktober 2015 habe ich hier ihre „Pangea EP“ bejubelt. Ich erklärte sie wenig später zu meiner großen Hoffnung auf den Titel „Newcomer des Jahres 2016„. Aber die Briten, sie kamen einfach mit dem Album nicht um die Ecke. Alle paar Monate verlässlich starke neue Singles, das ja, so dass sich theoretisch schon ein Longplayer summiert hatte. Trotzdem: Mit dem offiziellen Debüt spannten sie uns weiter und weiter auf die Folter.

Aber ich will gar nicht länger mosern – das Album, es kommt ja. Am 10. August. „Course Of The Satellites“ wird’s heißen. Zur Vorab-Single „Light At The Edge Of The World“ gibt’s jetzt ein Video. Yay!

Say you Vryll

Na, die haben sich aber Zeit gelassen! Schon zur Jahreswende auf 2016 erklärte ich The Vryll Society aus Liverpool zu meinem Top-Tipp fürs kommende Jahr, denn 2015 hatten sie ein paar brillante Singles bzw. eine famose EP veröffentlicht, mit der sie in die Fußstapfen der jungen Verve traten.

Seitdem tröpfelten immer mal neue Singles ein, doch erst jetzt haben die Vryllies (wie man sie meines Wissens nicht nennt) endlich, endlich ihr Debütalbum bekannt gegeben.“Course Of The Satellite“ erscheint am10.08.!!

Vorab gibt’s schon seit wenigen Wochen die Single „Andrei Rublev“. Bei dem Titel kratzt man sich natürlich am Kopf. Andrei Rublev, 20, ist aktuell Nr 31 der Tennis-Weltrangliste der Männer und gilt als Mann der Zukunft. Aber warum sollten die Jungs ihm einen Song widmen? Offenbar ein In-joke der Band. Das Lied ist von einem anderen berühmten Andrei inspiriert: von Andrei Tarkovsky, der russischen Regisseurs-Legende.

UPDATE, Monate später: Der Engländer sagt „egg on your face“, wenn man sich blamiert. Ich habe mit diesem Post ein ganzes Omelett auf meinem Antlitz gemacht. Ja, Andrei Rublev ist ein junger russischer Tennisstar.  ABER: „Andrei Rublev“ ist ebenfalls der Titel eines Films von Andrei Tarkovsky, der als einer seiner Meilensteine gilt. Ich kannte halt mal wieder nur „Solaris“. Also: Kein In-Joke der Vryllies, sondern 100% Tarkovsky. Auweia.

Feels Like Inheaven

Wie so viele der UK-Indie-Bands unserer Zeit haben INHEAVEN schon zahllose Singles veröffentlicht und auf einen zählbaren Hit gewartet,  der den richtigen Boden fürs erste Album bereiten sollte.  (Siehe auch: Rat Boy, WHITE, Catholic Action oder The Vryll Society. Letztere veröffentlichen sogar schon seit drei Jahren Singles und lassen immer noch aufs Album warten!)

So kam’s, dass es bereits nicht weniger als acht Videos gab, als im September endlich INHEAVENs Longplayer (ebenfalls „INHEAVEN“, mein Text dazu HIER)  raus kam. Ein neunter Clip wurde bald nachgeliefert.  Wir sind also schon bei Video 10 angekommen, mindestens, und damit an dem Punkt, wo INHEAVEN (die Großschreibung ist Absicht, die schreiben sich so) auf frühere Singles zurückgreifen müssen. Hier also ein neues Filmchen zur länger schon bekannten Single „Regeneration“. Ist ja auch immer sehr noch in Ordnung, das Lied.

Time Vryll Tell

Ist euch schon mal aufgefallen, dass in Performance-Videos die Kamera immer von links nach rechts schwenkt? Nee, oder? Also mir jedenfalls nicht.

The Vryll Society aus Liverpool haben nämlich zu ihrem neuen Video extra dazu geschrieben, dass hier die Kamera das Gegenteil tut. Sie schwenkt immer von rechts nach links. Das tut sie, um eine Rückwärts-Zeitreise anzudeuten. Oha. Psychedelisch, Mann!

Auch wenn ich das jetzt ein bisschen albern finde, so mag ich doch The Vryll Society sehr. Seit 2015 kommen die Jungs alle paar Monate mit einer neuen starken Single um die Ecke, und immer wieder schreibe ich dann dazu, dass ich ihnen zutraue, so was wie die neuen Verve zu werden. Die aktuelle Nummer „Shadow Of A Wave“ ist da keine Ausnahme. Bleibt nur die Frage: Wann, verdammt noch mal, bringt ihr endlich euer Album, Vryllies?

SXSW Vryll Action

Zur Zet läuft in Austin das Musikbranchentreffen South By South West – das Meeting, bei dem sich aufsteigende Bands zeigen. Auch das BBC hat eine Bühne organisiert, um ein paar britische Aufsteiger zu präsentieren – und so bekommen wir einen neuen Song von Liverpools The Vryll Society zu hören. Der Titel? Mir unbekannt. Die Single „A Perfect Rhythm“ ist es jedenfalls nicht, das hat die BBC falsch ausgezeichnet.

UPDATE: Aha, sie haben’s korrigiert: Der Song heisst „Shadow Of A Wave“

Auch Glasgows Catholic Action waren bei der Show dabei – hier gibt uns die BBC kein neues Lied, sondern die letztjährige Single „L.U.V.“  Trotzdem natürlich auch gut.

2017 – a few Reasons to Cheer

2017-header-temples

Erst mal ein Gutes Neues! Wir schreiben also das Jahr 2017 – und ehrlich gesagt, mir ist dieses Jahr nicht wohl zumute. Der Typ, der US-Präsident wird, hat offensichtlich einen an der Klatsche und wird die meines Erachtens nach akutesten Probleme der weltweiten Gesellschaft nicht angreifen, sondern nur verschlimmern. Aber auf diesem Blog halte ich mich in Sachen Politik normal zurück und schreibe über das, was uns happy macht: Indiepop.

Da stehen im neuen Jahr dann doch ein paar Dinge an, auf die man sich freuen darf. Ich mache mal eine kleine Liste. 2017 – a few Reasons to Cheer weiterlesen

Long Listance Call Pt 2

bad-sounds-headerGestern habe ich meinen Senf zur jährlichen „BBC Longlist 2017“ gegeben (siehe unten).

Glaubt man den UK-Kollegen, sieht die Zukunft des Indiepop weiterhin düster aus. Nur drei Acts aus dem Genre wurden in die Longlist aufgenommen, einer davon ist richtig mies (The Amazons), einer davon zu sperrig für die breite Masse (Cabbage) und der dritte (Declan McKenna) zwar sicher gut vermarktbar, aber noch nicht ganz ausgereift.
Ich glaube trotzdem dran, dass sich weiter spannende Indiebands gründen. Musiker, die was zu sagen haben, was Neues entwickeln, Stil und Persönlichkeit zeigen – oder die den Sound wenigstens gekonnt auf den Punkt bringen.

Also los geht’s – Es folgen meine 15 Tipps für 2017. Nicht, dass ich glaube, dass diese Namen die Welt erobern werden. Aber ich traue ihnen zu, nächstes Jahr ein starkes Debütalbum abzuliefern, und das ist schon mal was.

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Your Time Vryll Come

Anfang des Jahres habe ich eine Liste mit 15 Bands aufgestellt, denen ich dieses Jahr einen großen Wurf – genauer gesagt, ein tolles Debütalbum – zutraute. Meine Favoriten: The Vryll Society aus Liverpool. Inzwischen ist November und es zeichnet sich ab: Mit dem ersten Album wird das dieses Jahr nichts mehr. Immerhin, drei Singles gab’s, alle fein – die jüngste heisst „A Perfect Rhythm“ und hat nun auch ein Video.