Schlagwort-Archive: The Vaccines

Digging Your Ccine

Gab’s personelle Umbesetzungen bei The Vaccines? Oder warum laufen sie zu fünft durch das Video zur aktuellen Single „I Can’t Quit“?

In der Tat, Drummer Pete Robertson ist ausgestiegen. Neu dabei: Yoann Intonti (Drums) und Tim Lanham (Keyboards), bis dato Mitglieder ihrer Liveband. Ist das ein Trend jetzt? Auch die Editors und Franz Ferdinand haben den Ausstieg eines Bandmitglieds durch jeweils zwei Neue aufgefangen.

Anyway. „I Can’t Quit“, das Lied. Meine Meinung: Die besten Vaccines-Songs bestechen durch ihre Einfachheit, die ist hier zweifelsfrei gegeben. Die Produktion aber könnte für meinen Geschmack ein bisschen rauer sein. Frühe Vaccines-Klassiker wie „If You Wanna“ oder „Norgaard“ waren dreckiger, nicht so auf US-College-Rock gebürstet, das taugte mir schon mehr.

What Did You Expect From 2018, Pt.3

Heute: Der dritte und letzte Teil meiner Liste „Ausgesuchte kommende Alben 2018“.  Es geht um meine persönliche Vorschau auf das anstehende Indie- Jahr. Um Platten, auf die ich gespannt warte. Alben, die entweder schon feststehen, die sicher erwartet werden oder auf die man zumindest spekulieren darf.

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Review: Liam Gallagher

Liam Gallagher – „As You Were“

Zuerst mal: Was für ein cleverer Albumtitel! „As You Were“ stammt aus der militärischen Sprache. Mit dieser Order ruft man den jeweils letzten zuvor gegebenen Befehl zurück. Es bedeutet also „Kommando zurück!“ – aber, damit das nicht missverstanden wird, nicht im Sinne von „Zurückziehen!“. Sondern im Sinne von „Zurück in die letzte Position!“ oder „Wieder so weitermachen wie davor!“

Längst hat der Ausdruck seinen Weg auch in den informellen Sprachgebrauch gefunden. Wenn man „as you were“ beiläufig verwendet, ist das salopp formuliert und bedeutet quasi „so wie immer halt“, „so wie du’s kennst“, „so ist es doch“ oder „so gehört sich’s“.

Liam Gallaghers Ausritt mit Beady Eye war nicht erfolgreich. Warum, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt eine Message, die muss er all seinen verlorenen Oasis-Fans unbedingt rüberbringen. Sie lautet: „Staub abklopfen, weiter im Programm. Was zuletzt passiert ist, ist egal!“ Das Ganze sollte auch noch in möglichst Liam-esken Ton gesagt werden, also leicht patzig. „As You Were“. Perfekt. Subtext: Diese Platte ist erstens das, was Oasis-Fans von mir hören wollen und ich bin zweitens immer noch unverbesserlich.

Das ist zumindest die Aussage, die Liams Plattenfirma unbedingt an den Mann bringen will. Nach dem Reinfall mit Beady Eye (so muss man es sehen, die Platten verkauften offenbar nur ein Zehntel der späten Oasis-Alben) wird „As You Were“ als Liams letzte Chance gesehen. Er selbst hat das in Interviews bestätigt (bzw., dass das Label ihm das eingebläut hat). So erleben wir ihn, wie er diesem Schicksal die Stirn bietet, kampfbereit. Wie er allen noch mal zeigt, dass Bruder Noel (dessen Soloalben ja schon ein bisschen routiniert und stellenweise einschläfernd waren) vielleicht der Kopf von Oasis gewesen sein mag, er aber die Seele. Das zumindest ist die Darstellung, wie die Plattenfirma sie pusht.

Inwieweit stimmt das denn auch? Review: Liam Gallagher weiterlesen

Interview: Alex Lahey

Letztes Jahr tauchte Alex Lahey aus Melbourne auf und legte eine prima Single nach der anderen hin: Flotter Indie-Gitarrenpop, zum Platzen voll mit self-deprecating humour. Heute erscheint ihr Album „I Love You Like A Brother“ und erfüllt alle Versprechen. Alex singt über die Komplikationen ihres Liebeslebens, über ihre Zukunftsängste und ihre Freundschaften so, dass es jeder mitfühlen kann. Klar, dass auch ich mich um einen Termin bemühte, als sie Interviews zur Platte gab. Interview: Alex Lahey weiterlesen

Review: INHEAVEN

INHEAVEN – „INHEAVEN“

„Talent borrows, genius steals“ wird immer behauptet. Ein Satz, den ich gar nicht unterschreiben will. Wenn ich das Gefühl kriege, dass eine Band mir nur aufgewärmtes und kopiertes Zeug vorsetzt, kriege ich ganz gerne mal die Krise. Immer wieder, wenn ich hier meine Texte schreibe, fordere ich von Musikern, dass sie eine gewisse Originalität und Persönlichkeit einbringen.

Aber – um noch eine ausgelutschte Redewendung zu zitieren – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Das Londoner Quartett INHEAVEN macht nun echt keine Musik, die man so oder so ähnlich nicht schon gehört hat. Sie machen sogar Musik, die man so schon ganz präzise akkurat genau gehört hat. Aber es ist die Musik, wegen der wir uns einst in Indie verliebt haben. Und INHEAVEN machen das Ganze mit der Wucht und dem Spaß bei der Sache, dass der Funke überspringt.

Es gehört eine gewisse Unverschämtheit dazu, so ungeniert zu klauen. Aber Unverschämtheit ist im Indie eine wichtige Tugend. Man muss unverschämt sein, um zu überzeugen, Wenn man schon alles Glänzende aus den Regalen im Indiestore mopst, darf man sich nicht dafür entschuldigen.

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Interview: Beach Baby

BeachBabyHeader

Klickt ihr auch manchmal links auf meine Spotify-Playlist? Beach Baby sind dort Dauergäste. Denn seit Mitte letzten Jahres etwa veröffentlichen die drei Briten + 1 Grieche Singles in regelmäßigen Abständen, immer so alle drei, vier Monate. Und all diese Singles, sie waren ziemlich prima. Peppig, poppig, garagig – ein bisschen Vaccines, ein bisschen Strokes, ein bisschen Britpop. Nix wirklich Neues, aber genau die richtige Kombi aus Struppigkeit und Ohrwurmtauglichkeit. Klar wollte ich mit den Jungs sprechen, als endlich ihr Album „No Mind No Money“ angekündigt wurde. Das erscheint morgen, Freitag, den 02.09. Am Telefon: Lawrence Pumfry, einer der zwei Sänger des Quartetts.

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Interview: Ethan Johns

Ethan Johns Opener

Sein Name steht in den Booklets vieler Lieblingsalben. Ethan Johns hat Ryan Adams produziert, Laura Marling, die Kings of Leon und viele mehr. Aber der Sohn der 60s-Producerlegende Glyn Johns ist auch auch als Musiker aktiv und spielte live in den Bands u.a. von Emmylou Harris, Ray Lamontagne, Tom Jones und Crosby, Stills & Nash. Nur eigene Musik, die hat Ethan Johns lange für sich behalten. Das aktuelle Album „Silver Liner“ mit seiner Band The Black Eyed Dogs (inkl. BJ Cole, guit, Nick Pini, b, und Jeremy Stacey, dr) ist erst die dritte Platte des 46jährigen mit eigenen Songs. Diese Platte war mir der willkommene Aufhänger für ein Telefoninterview mit diesem Lieblingsproduzenten.

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Earth Is The Longlist Planet, Pt 5

VRYLL Header

Ich hatte meine eigene Best Ditches – Longlist für 2016 versprochen. Meine Antwort auf die Longlist der BBC. Anstatt nur über deren langweilige Newcomer zu lästern, wollte ich meine eigenen Tipps mit in den Topf werfen und prognostizieren, welche Bands nächste Saison groß rauskommen. Naja, vielleicht nicht unbedingt groß rauskommen – meine Vorhersage soll eher besagen, dass diese genannten Acts 2016 hoffentlich ein gutes bis tolles Debütalbum vorlegen können. Letztes Jahr habe ich das Gleiche gemacht, mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Also okay. Nach dem Break findet ihr meine Tipps für 2016.

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Bussi, Beach Baby

Die multinationale Londoner Band (zwei von ihnen sind Griechen) namens Beach Baby gehört zweifellos zu den großen Indie-Hoffnungen der letzten Monate. Die bisherigen zwei feinen Singles „No Mind No Money“ sowie „Ladybird“ wurden jetzt mit der neuen Nummer „Limousine“ zu einer EP zusammen gefasst. „Limousine“ ist bisher die schmissigste Single der Band, mich erinnert’s vom Stil her an The Vaccines, was ja grundsätzlich nicht schaden kann.

Limousine – Beach Baby from Lily Rose Thomas on Vimeo.

Vinterview: The Vaccines

Vinterview Header Vaccines

2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde die Mutterseite piranha.tv aus dem Netz genommen. Damit wurde auch mein Blog gelöscht. Alles weg, hui! 

Viele (leider nicht alle) meiner alten Interview-Transkripte habe ich noch auf meinem Laptop – und weil’s ja auch irgendwie schade wäre, wenn sie da versauern, werde ich sie hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese „vintage Interviews“ (Hüstel!) nenne ich „Vinterviews“. 

Den Anfang machen The Vaccines, denn gestern erschien ihr drittes Album (meine Meinung dazu siehe unten). Anlässlich ihrer zweiten Platte „The Vaccines Come Of Age“ telefonierte ich 2012 mit Drummer Pete Robinson. Um unser Gespräch zu lesen, bitte ein mal Klicken:     

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