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Good Lies

Inzwischen ist es vier Jahre her, dass die Londoner Real Lies ihr Debütalbum „Real Life“ veröffentlichten. Seitdem haben sie nicht gerade viel von sich hören lassen und sind vom Trio zum Duo geschrumpft.

Jetzt gibt es mal wieder eine neue Single. „You Were In Love“ zeigt Real Lies in eher nachdenklichem Modus und erinnert einmal mehr an die Referenzpunkte des Debüts. Mir jedenfalls fallen dazu ein: New Order, The Streets, the Specials, Pet Shop Boys.

Give Give Give Me MOA MOA MOA

Klar, normal ist die Aufgabe von Musikblogs, schnell zu sein. Heute aber poste ich was, das bereits seit Anfang August im Netz steht. Aber es ist ein Song, der mich gerade total begeistert und der bei mir zur Zeit auf Dauerrepeat läuft. Auch steht das Video zum Song aktuell bei unter 500 Views, also scheint es noch nicht so oft geteilt worden zu sein. Dann mach‘ ich das mal.

Wenn man liest, dass The M.O.A. aus Melbourne kommen, staunt man erst mal, denn für mich klingt „Mind At Large“, als würden The Twang (UK) oder The Streets über ein Instrumental vom ersten The xx-Album sprechsingen. Es zeigt sich: Sänger Daz Houghton und Gitarrist Rossi stammen ursprünglich aus Birmingham (wie The Streets und The Twang (UK)), also ist die Assoziation nicht ganz abwegig. Erkennt mein Unterbewusstsein etwa den Brummie-Akzent?

Nun gut. „Mind At Large“ ist die erste Single dieser englisch-australischen Kombination. Irgendwas hat die Nummer, das mich nicht los lässt. Und jetzt alle: „Do you know who you are, I know who I am!“  

Brand – New – Lies

Neulich hat mein itunes-Shuffle mal wieder die Real Lies gepickt. Da hält man kurz inne und fragt sich: Was wohl aus der Band geworden ist? Ihr Debütalbum, inzwischen auch zweienhalb Jahre alt, war ein echt spannendes Brit-Indie-Dance-Dingens. In meinem Text zu der Platte verglich ich die Jungs mit New Order, The Streets, Hard-Fi, The Specials und Pet Shop Boys. Es war dann aber nicht so, dass die Platte die Welt oder auch nur die Insel erobert hätte. Oft genug packen solche Bands dann sang- und klanglos ein.

Real Lies aber sind seit heute zurück – mit einer Single, die elektronischer ist als all das, was sie vorher gemacht haben. Da kann man jetzt wohl auch Underworld zur Liste der Einflüsse addieren?

 

 

Interview: Formation

Vor fast vier Wochen erschien das Album „Powerful People“ von Formation – eigentlich wollte ich mein Interview mit Will Ritson, einem der beiden Frontmänner des Londoner Quintetts (der andere ist sein Zwillingsbruder Matt), natürlich pünktlich zum Releasedatum hier platzieren. Aber hey, man kommt halt nicht immer dazu. So ein Gespräch abzutippen, das dauert. Heute habe ich den tristen Ostermontag endlich dafür genutzt.

Formation sehen sich selbst nicht als Indie-Band. Ihr Sound ist nicht der einer Gitarrencombo, sondern tanzbar und groovy. Aber sie sind zu fünft, sie spielen „echte“ Instrumente und sie geben ihren Kommentar zur Gesellschaft ab. Außerdem finde ich sie prima.

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Review: Real Lies

Real LifeReal Lies – „Real Life“

Mann, wie BRITISCH dieses Album klingt!
Britischer als alles sonst in diesem Jahr!

Aber ich rede natürlich nicht von dem Britannien, das man aus dem Englischunterricht kennt. Schon lustig – mir zumindest wurde damals in der Schule beigebracht, Engländer würden um fünf Uhr in feiner Gesellschaft Tee trinken, den kleinen Finger abgespreizt, und höflich-distanzierten Smalltalk über das Wetter und die Fuchsjagd halten.

Wer in London war, kennt’s anders. Regennasse Nächte, Adrenalin liegt in der Luft. Junge Lads in Tracktops stehen vor Clubs, in die sie nicht reinkommen. Die, die’s rein geschafft haben, tanzen weggetreten zuckend oder versuchen, mit dem ersten Geld des Monats Girls abzuschleppen. Die Meisten gehen alleine heim und in der Schlange vorm Curry-Schnellimbiss endet die Frustration gerne mal in einer Schlägerei. Am nächsten Tag der Kater, das Wissen, in einem Hamsterrad gefangen zu sein und der Wunsch, daraus auszubrechen. Aber unter der Woche werden im Job die Sekunden bis zum Freitag gezählt, um am Wochenende alles wieder genauso zu machen. Das Britannien, das so in seiner klammen Romantik und seinen vergänglichen Momenten der Euphorie und der Hoffnungslosigkeit immer wieder besungen wurde, von New Order, von The Streets, von The Specials, Hard-Fi, ja sogar den Pet Shop Boys.

Also von genau den Bands, die Real Lies alle in Erinnerung rufen auf „Real Life“.  Review: Real Lies weiterlesen