Schlagwort-Archive: The Rolling Stones

Peaks and Lows

Die Twin Peaks (nicht zu verwechseln mit den Aussies Peak Twins) sind auch so eine Band, bei der ich mir nie so ganz klar bin, was ich von ihnen halten soll. Die Jungs aus Chicago machen immer so ein Retro-Garagen-Ding und kopieren dabei bewusst und clever ganz spezifische Aspekte der Sixties. Manchmal sind die Ergebnisse dröge, manchmal sind sie echt prima und manchmal sind sie so mittel.

Bei der neuen Single „Oh Mama“ ist es so, dass man sie schon fast bei „echt prima“ einordnen will: Denn wie die Amis hier die Stones von „Sympathy For The Devil“ und „Brown Sugar“ persiflieren und auch ein bisschen Strokes-Feel einweben, das ist schon lässig und clever. Aber dann ziehen sie die Nummer fast sechs Minuten in die Länge und wie bei einem billigen Kaugummi geht ganz schnell der Zucker raus. Drei Minuten hätten hier gereicht und man hätte mehr gewollt.

Na anyway. Freitag kommt das neue Album der Band. Ich prophezeie mal: Zwei, drei Tracks werden echt erstaunlich Spaß machen und drei, vier erstaunlich wenig. Und die anderen sind dann so mittel.

Interview: Kyle Craft

Ich habe mich hier auf dem Blog schon mal darüber beschwert, dass es für das wunderbare englische Wort „unhinged“ keine wirklich ideale deutsche Übersetzung gibt. Denn „hinge“ ist bekanntlich das Scharnier bzw. Gelenk. „Unhinged“ wären also z.B. Türen oder Fenster, die nur noch lose in der Angel schwingen oder sogar völlig aus der Verankerung gefallen sind. Oder ein ausgekugelter Arm. Man könnte auf deutsch vielleicht „freischwingend“ sagen… aber wann verwendet man schon mal das Wort „freischwingend“?

Was hat das mit Kyle Craft zu tun? Nun, der US-Songwriter schreibt Lieder, die genau das sind: „unhinged“. Einerseits haben die Songs eine klassische 70s-Anmutung, andererseits sind sie irgendwie losgelöst, von der Leine gelassen, nicht ins Raster einzupassen. Kyle sagt das Wort „unhinged“ selbst mehrfach in unserem Gespräch – ich hatte den guten Mann anlässlich der Veröffentlichung seines zweiten Albums „Full Circle Nightmare“ nämlich am Telefon.
Im Text übersetze ich „unhinged“ dann zähneknirschend mal mit „freigeistig“, mal mit „losgelöst“.  Ihr merkt’s dann schon, wenn ihr an der Stelle ankommt. Interview: Kyle Craft weiterlesen