Schlagwort-Archive: The Olivia Tremor Control

To Maybe or not to be

Was tu ich, wenn ich nicht dazu kam, ein Interview fertig abzutippen oder eine Rezension zu schreiben, aber trotzdem hier ein Textchen für den Tag hinterlassen will? Dann lasse ich den Shuffle-Modus sein Werk tun und schaue, ob er einen interessanten Song pickt und schreibe dann hier was dazu.

Shuffle pickt: No and The Maybes. Menschenskind! An die habe ich lange nicht mehr gedacht! Vor genau 10 Jahren habe ich das Trio mal in Aarhus gesehen, beim Showcase-Festival SPOT. Ich kannte die nicht, fand nur den Namen ganz drollig, guckte sie mir in der „Voxhall“ an und war hin und weg. Diese drei Dänen machten gewitztes Indie/Sixties-Songwriting, voll mit unerwarteten Momenten, unorthodoxer Instrumentierung und smarten Wendungen. Mich erinnerte es an The Shins und an die Gruppen vom Elephant Six-Label wie The Olivia Tremor Control oder The Apples In Stereo.

Showcase-Festivals sind so eine Sache für sich. Normal zieht man von Gig zu Gig, guckt sich überall ein paar Songs an, ist nicht überzeugt und zieht weiter. To Maybe or not to be weiterlesen

Review: MGMT

MGMT – „Little Dark Age“

Kontext. Andrew van Wyngarden und Ben Goldwasser haben sich am Wesleyan College in Middletown, Connecticut, kennen gelernt. Das hat Relevanz.

Denn Wesleyan ist eine extrem liberale, fortschrittliche Hochschule, die auf die Förderung der Künste setzt wie wohl keine zweite in den USA. Ihr Ruf ist makellos und das zu Recht: Obwohl es nur eine kleine Uni ist (aktuell lernen hier etwa 3.200 Studenten – zum Vergleich, Harvard hat ca 21.000, die LMU München ca 51.000), tummeln sich ihre Absolventen sich in frappierender Menge in den höchsten US-Zirkeln in Sachen Kunst, Medien, Wissenschaft und Politik. Es gibt eine Liste auf Wikipedia, da klappt einem der Kiefer runter.

Diese Uni ist aber nicht nur krass fortschrittlich. Sie ist auch: privat. Sie kostet. Zur Zeit etwa – ich hab‘ nachgeschaut – 67.000$ plus etwa 2.600$ für Bücher und Nebenkosten pro Studienjahr. In etwa das Vierfache der durchschnittlichen US-Uni, fast doppelt so viel wie Harvard oder Yale. Wer seinen Balg also durch ein normal vier Jahre dauerndes Bachelor-Studium durchschleusen will, darf dafür also mal eben mit schlappen 300.000$ rechnen.

Naja, die Eltern haben’s ja meistens. Worauf ich hinaus wollte: Wesleyan ist nicht nur ne Elite-Uni – es ist voll die Etepetete-Uni. Wer hier hin geht, der ist nicht mit Silberlöffel im Mund geboren, sondern mit diamantbesetzter Kaviar-Pinzette. Und wer die Uni abbricht, wird von Daddy bestimmt immer noch bei einem Kumpel in bester Position unter gebracht.

Worauf willst du hinaus, Henning? Review: MGMT weiterlesen