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When We Was Drab

Das Schöne am ewigen 80s-Revival ist, dass die Achtziger ja eine Menge Spielraum hergeben. Eine Menge Klanggebiete, die man unendlich neu kombinieren kann. Deswegen dauert das 80s-Revival jetzt schon locker 3-4 mal so lange wie die Phase selbst, auf die die neuen Bands sich berufen.

Siehe Drab Majesty aus LA: Was sie machen, ist ein Mix aus Synth- und Gothpop und ein bisschen New Romantic. Man hört hier diverse Phasen Depeche Mode, Elemente von The Cure in ihrer „Pornography“-Ära, aber auch den Pop von Thompson Twins und Fiction Factory („Feels Like Heaven“) bilde ich mir ein, bei dieser Band wieder zu erkennen. Die Band aus den 80s aber, die wirklich 1:1 wie Drab Majesty klang, die gibt’s wohl gar nicht. Näher dran sind da schon zeitgenössische neo-80s-Bands wie The Ninth Wave oder The KVB.

Morgen erscheint Drab Majestys neues Album „Modern Mirror“, es ist bereits ihre Nummer drei. Kurz vorher lassen sie ein Video zum Song „Out of Sequence“ auf uns los.

Übrigens, im Herbst kommen Drab Majesty auf Deutschlandtour und dabei u.a. auch nach München. (02.10. Ampere)

Revolution Number Ninth

The Ninth Wave aus Glasgow haben sich für ein interessante Variante entschieden, ihr erstes Album zu veröffentlichen. Das Neo-Synthpop-Duo bringt „Infancy“ in zwei Schritten auf den Markt: Sechs der 12 Songs, also die erste Hälfte des Albums, sind seit letztem Freitag erhältlich. Teil 2 wird im November folgen.

Jetzt könnte man fragen: „Sind das nicht einfach zwei EPs, die ihr da raus bringt?“ Aber es ist ja letztlich eine Formsache. Wichtig ist, dass die Songs prima sind und wie das Video zur neuen Nummer „The Broken Design“ beweist, erfüllen die Schotten dieser Teil der Aufgabestellung.

File under: Original-New Wave a la John Foxx, Gary Numan, Depeche Mode, Blancmange oder 80s-Revivalisten wie The KVB, Henric de la Cour, White Lies, Artificial Pleasure, April Towers

Achtung: Im Video gibt’s Suizid zu sehen. Wenn es euch beschissen geht, bitte denkt dran: Don’t Try This At Home. Verbringt Zeit mit etwas, das ihr gerne tut. Denkt an die, die ihr liebt. Wendet euch an eine der Hotlines.

Nineteen Eighty Ninth

Bisher zeigten sich die Schotten The Ninth Wave als 80s-Revival-Band zwischen Synth- und Gothpop. Die neue Single „Used To Be Yours“ bildet da nicht unbedingt eine Ausnahme, aber es ist doch ihr bis jetzt zugänglichster Song. Klar, das Lied ist immer noch melancholisch, aber ihre früheren Nummern waren einfach schroffer, abweisender.

Jetzt werden wieder einige Leute sagen „Jetzt werden sie kommerziell!“ Aber ich finde: Das ist halt eine Farbe mehr auf ihrer Palette. Es kann nichts Schlechtes sein, wenn eine Band ihre Bandbreite erweitert. Außerdem: Kommerziell ist immer noch was anderes. Mich erinnert der Song an das was The KVB auf ihrem letzten Album gemacht haben – und das war eine sehr gute Platte.

„Used To Be Yours“ wird Teil des Mini-Albums „Infancy Pt. 1“ sein, das am 26.4. erscheint. Außerdem kommen The Ninth Wave Anfang mai auf gemeinsame Tour mit The Blinders. Ein Münchner Termin steht leider nicht auf dem Plan. Schade.

Cloud Ninth

80s-Revival-Bands gibt’s viele. Aber das Schöne an der Sache ist ja, dass sie oft genug einen Weg finden, jeweils eine eigene Nuance aus dem Ursprungsmaterial zu picken und neu auszubauen.

In Glasgow sind The Ninth Wave jetzt schon seit zwei EPs und mehreren Singles sehr aktiv dabei, auf Depeche Mode/Human League-artige Synthsounds extra dunkle Filter zu legen. Das ist noch nicht Goth/Industrial, aber auf dem Weg dorthin, gleichzeitig aber auch mit ordentlich Popappeal ausgestattet, so dass auch ich noch was damit anfangen kann – siehe ihre neue Single „Half Pure“.