Schlagwort-Archive: The Maccabees

Review: Sløtface

Sløtface – „Try Not To Freak Out“

Irgendwann letztes Jahr waren auf einmal nme.com und andere UK-Medien voll mit Beiträgen zu Sløtface. Ich bin ja jemand, der auf so was auch mal argwöhnisch reagiert. Der sich dann Fragen stellt wie: Warum das Brimborium? Wer schiebt das an? Haben die wohl so ein fettes Management im Rücken?

Man sollte nicht immer so zynisch sein. Sløtface aus Stavanger sind auf dem Label Propeller Records, einem norwegischen Indie. Propeller sind keine Anfänger: Bands wie Katzenjammer, Team Me und Highasakite hat die Plattenfirma / das Management aus Oslo schon weltweit durchaus erfolgreich weiter vermittelt. Aber sie sind bestimmt keine solchen Krösi (das ist doch der Plural von Krösus, oder?), dass die englische Musikpresse springt, wenn sie pfeifen. Nein, NME und Co haben was gesehen in Sløtface. Etwas, wovon auf der Insel gerade Mangel herrscht: Eine Indie-Band mit Köpfchen und Pop-Appeal.

Wie oben angedeutet: Als ich meine ersten Sløtface-Videos anklickte, da hatte ich die Nase schon ein bisschen vorgerümpft, bevor ich überhaupt ‚Start‘ gedrückt hatte. Deshalb war meine erste Reaktion auch bestenfalls lauwarm: „Ach nö, sowas habe ich ja schon tausendmal gehört. Grungepop, Laut-Leise-Dynamik. Überbewertet.“

Seit letztem Freitag ist das Album da und ich fange an, mich mit Sløtface mehr und mehr anzufreunden. Was stimmt mich um?

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Review: Kings Of Leon

wallsKings Of Leon – „Walls“

Das nennt man wohl Luxusproblem. Viele Bands würden sich die Finger danach ablecken, so viele Alben zu verkaufen, wie es den Kings Of Leon mit „Come Around Sundown“ und „Mechanical Bull“ gelang. Aber offenbar gilt, wenn man an dem Punkt ist, dass man als Band Stadien füllt,  immer nur der größte bisherige Erfolg als Maßstab.

Familie Followill ist also gewissermaßen verflucht durch „Only By The Night“ (2008). Durch das Album, das mit „Sex On Fire“ und „Use Somebody“ ihre zwei Mega-Hits beinhaltete. Das sie in die Stratosphäre katapultierte – in eine Position, in der man sich als räudige Indie-Südstaatenrock-Band eigentlich nicht wieder findet. Was die Aufgabe, diesen Erfolg zu wiederholen, eigentlich unlösbar macht. Deswegen gelten die zwei weltweit mehrfach mit Platin und Gold ausgezeichneten Nachfolger, das in der Tat recht schläfrige (aber reizvolle) „Come Around Sundown“ (2010) und auch „Mechanical Bull“ (2013) als Misserfolge. Gleichzeitig haben viele Fans ihrer ersten Alben sich von der Band abgewendet – obwohl letztere Platte meiner Meinung nach eigentlich ein gelungener Rundumschlag war, der auch die knurrig-rauen Ur-Kings Of Leon ziemlich gut wieder einfing.

Also hat man dem Krisengerede Glauben geschenkt und alles ein mal kräftig durchgeschüttelt. Review: Kings Of Leon weiterlesen

Vinterview: The Maccabees

Vinterview Header Maccabees2010 begann ich mit dem Bloggen, damals unter der Webadresse hennissey.piranha.tv. Doch letzten Sommer wurde mein Blog leider gelöscht.

Ich werde die dabei verlorenen gegangenen Interviews hier nun nach und nach wieder online stellen. Diese “vintage Interviews” (Hüstel!) nenne ich “Vinterviews”.

Keine Angst, es werden auch wieder aktuelle Interviews kommen – aber ein paar Releases zur Zeit bieten es einfach an, dass ich in der Vinterview-Kiste krame. Letzte Woche erschien ein neues Album von The Maccabees (ich fand’s ja nur so mittelmäßig – siehe Review). Zum Vorgänger „Given To The Wild“ konnte ich Sänger Orlando Weeks sprechen. Hier also noch mal mein Text von damals…

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Review: The Maccabees

The-Maccabees_Marks-To-Prove-It_album-artworkThe Maccabees – „Marks To Prove It“

Die Maccabees sind Überlebenskünstler. Sie tauchten auf in der britischen Szene, als sich gerade der Wind drehte, als für die damalige Schwemme der UK-Gitarrenbands der Ausdruck „Indie Landfill“ geprägt wurde und das Genre quasi geächtet wurde. Aber während Zeitgenossen wie The Rakes oder Good Shoes in der Folge völlig von der Bildfläche verschwunden sind, werden The Maccabees zumindest auf der Insel immer noch extrem geschätzt – nicht zuletzt, weil sie klanglich eine Kehrtwende gemacht haben.

Hätten die fünf Londoner aus gutem Hause mit den flotten Zickzackpop-Zweiminütern ihres Debüts „Colour It In“ weiter gemacht, wären sie sicher genauso abgeschossen worden. Aber sie erweiterten auf ihrem zweiten Album „Wall Of Arms“ ihren Sound, ihre Songs dehnten sich nun aus, entwickelten Atmosphären. Damit hatte keiner gerechnet, entsprechend gab’s Pluspunkte von der Kritik. Auf ihrem dritten Album „Given To The Wild“ reizten sie dieses Verfahren dann aus – fast jeder Song machte eine Reise durch, auf der er langsam und leise anfing, dann Fahrt und Instrumente aufnahm, bis diese sich zum Getöse auftürmten, worauf der Song wieder abebbte, bremste oder in sich zusammenfiel. Auf der Insel wurde die Platte GELIEBT und in die Jahresbestenlisten von 2012 gewählt.

Damit haben Sänger Orlando Weeks und Co sich auch ein Problem geschaffen: Aber auf ihrem vierten Album gilt’s für die Herren, wieder was Neues zu finden. Nicht auf der Stelle zu treten, das sind The Maccabees sich heute schuldig. Das haben sie sich sozusagen eingebrockt mit ihrer bisherigen Entwicklung.  Auch die Stellung, die sie in der UK-Szene deswegen innehaben, verlangt das nun.

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It’s A Glast! Pt 3

Noch mal Danke, BBC, fürs Online-Stellen von so vielen Glastonbury-Clips. Das gibt mir die Möglichkeit, mit einer dritten Runde das Sommerloch zu überspringen.

Auf geht’s: Franz Ferdinand & Sparks als FFS jetzt auch live:

Django Django zeigen, wie weit sie als Liveband gekommen sind:

Ende Juli kommt das vierte Maccabees-Album. Hier der einzige Song, der auch etwas Tempo hat – das Titellied „Marks To Prove It“. (Ich hätte Sänger Orlando Weeks beinah nicht erkannt mit dem kahl geschorenem Kopf und Bart.)

Grundsätzlich gut: Ryan Adams.

…und auch die Visuals der Chemical Brothers lassen sich natürlich sehen.