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Review: Public Access T.V.

Public Access T.V. – „Street Safari“

Vielleicht merkt man’s nicht, aber ich versuche natürlich sehr wohl, mich auf dem Blog nicht allzu arg zu wiederholen. Heute komme ich nicht dran vorbei – es gibt einfach zu viele Parallelen zwischen Public Access T.V. und Strange Names, deren neues Album ich gestern besprochen habe.

Bei beiden Bands ist es Album zwei – und bei beiden Alben muss ich aufpassen, nicht genau das gleiche zu schreiben wie beim Ersten. Denn wie die Strange Names, die sich ziemlich konkret an einem bestimmten Sound der Popgeschichte orientieren (in ihrem Fall Synth-New Wave ca 1983/84), haben sich auch Public Access TV auf ein ziemlich eng umrissenes Mini-Genre spezialisiert: Sie spielen die klassische New York City Rockband der späten 70s/early 80s, quasi die Ära, als aus Disco New Wave wurde – es geht um Sound, Look und Feel von Blondie/The Knack, wie er später so smart von The Strokes, The Virgins oder zuletzt QTY aufgegriffen wurde.

Wie bei den Strange Names stellt sich damit die Frage: Welche Entwicklung kann auf PATVs zweiten Album stattfinden, wo sich die Band doch quasi per Definition darauf beschränkt, die schönsten Second Hand-Sachen aus Tante Lous Speicher zu kramen, zu entstauben und neu zu kombinieren, anstatt ihre eigene Kollektion zu nähen?
Wie bei Strange Names ist aber auch die Antwort, dass die Sache letztlich steht und fällt mit den Songs, die Public Access T.V. liefern sowie mit der Gewitztheit und Stilsicherheit, mit der sie die alten Styles auftragen.  Review: Public Access T.V. weiterlesen

Review: Public Access TV

public-access-tv-never-enoughPublic Access TV – „Never Enough“

Sie sind rar geworden, die New Yorker Bands. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Mieten auch in lange noch als Zentren der Boheme geltenden Gegenden wie Brooklyn heute so horrend sind, dass viele Musiker den Big Apple verlassen müssen und in ein Städtchen außerhalb ziehen oder sich gleich ganz in einem anderen US-Szene-Ort niederlassen.

Was natürlich extrem schade ist, denn die New York-Band hat eine ganz eigene Tradition im Rock’n’Roll. Die typische New York-Band, die schreibt peppige, schnodderige Songs, sie erfüllt dabei auch einen gewissen Art-Anspruch und sie trägt knallenge Jeans. Späte 60s: The Velvet Underground. Mitte der 70s: The New York Dolls, The Ramones, Television. Späte 70s/frühe 80s: Blondie, The Knack, Talking Heads. In den 2000ern: The Strokes, The Walkmen, Interpol, Yeah Yeah Yeahs, The Virgins, The Drums.

Public Access TV sind vermutlich nicht „die letzte New York-Band“. Aber hey, als Schlagzeile, um PATV interessanter zu machen, würde sich das doch gut anhören. Fakt ist, das Quartett um Sänger John Eatherley ist die Gruppe, die momentan die New Yorker Flagge am höchsten hält.

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Single Review: Public Access TV

Public Access TV End of an Era - SinglePublic Access TV – „End Of A Era“

Am 30.09. erscheint endlich das Debütalbum von Public Access TV. Lange genug haben sie uns angeteast, Single für Single: „Patty Peru“, „In Love And Alone“, „On Location“, „Sudden Emotion“…

Das waren alles knackige, vielversprechende New Yorker Indierocksongs. Aber ich muss ehrlich sein: Ich hatte angefangen, so ein bisschen daran zu zweifeln, dass die Band wirklich noch zündet.

Public Access TV machen ja nix Neues. Ich habe oben absichtlich in der Formulierung „New Yorker Indierock“ wie ein Attribut verwendet. Weil man als Gitarrenquartett nicht newyorkerischer klingen kann als PA TV.

The Strokes. The Strokes haben ja letztlich auch nur eine NYC-Tradition aufgegriffen und neu unter Feuer gesetzt: Struppigen New Wave/Power Pop der 70s/frühen 80s nämlich. Der Sound, mit dem Bands wie Blondie, The Cars oder The Knack mal die Hitparaden fütterten. Im Zuge der Strokes gab’s dann The Walkmen oder The Virgins, die das weiter führten. Und jetzt gibt’s halt Public Access TV, so weit, so gut. Ein Sound, gegen den man nichts haben kann – und diese neuen Kids machen ihn gut, in den korrekten engen Lederjacken und den vanillefarbenen Chucks.

Aber eine Sache fehlte: Der Hit. Single Review: Public Access TV weiterlesen