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The Darling Buds of Mae

Ich hatte am Montag Besuch im piranha Büro. Denn Ida Mae, die eigentlich als Vorband von Greta van Fleet unterwegs sein sollten, hatten nach deren Tourabsage Zeit. Diese haben sie genutzt, um ein paar Promotermine mitzunehmen.

Wer sind Ida Mae? Das sind Christopher Turpin and Stephanie Jean Ward, die vorher eine Hälfte der britischen Grungerockband Kill It Kid darstellten. Aber sie waren immer unzufriedener mit der Heavy-Richtung, in die ihre alte Plattenfirma die Band drängen wollte. Eigentlich stehen die zwei nämlich viel mehr auf Blues und Americana.

Irgendwann war’s genug, die zwei (die übrigens auch verheiratet sind) lösten die Band auf und machen als Duo weiter. Im Juni kommt ihr Debütalbum, produziert von Ethan Johns. In den USA haben die zwei jetzt schon viele Fans – eben, weil sie mehrfach schon als Vorband von Greta van Fleet spielten, aber auch im Vorprogramm der Marcus King Band. In Kürze werden sie Blackberry Smoke durch die Staaten begleiten.

Und wie klingt das Ganze? Bluesig und rough, schön ungestellt. Ida Mae verdienen sich in ihren raueren Momenten den Vergleich mit The Kills, aber ca. zur Hälfte sind ihre Songs auch filigrane Balladen. Die neue Single „Reaching“ fällt in Kategorie 1.

mehr Ida Mae nach dem Break…

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Review: QTY

QTY – „QTY“

Immer mal wieder kommt’s vor, dass eine US-Band ihren Hype zuerst in Großbritannien kriegt, lange bevor die USA selbst bemerken, was sich zuhause tut. Manchmal dauert’s Jahre, bis sich der Erfolg der Band auch in den Staaten einstellt, oft erreicht er nicht annähernd den Level wie auf der Insel. Dafür zeigen die Briten oft eine echte Trüffelnase: Namen wie REM, Pixies, The Strokes, Black Rebel Motorcycle Club und Kings of Leon sind Beispiele für Karrieren, die über den Umweg London in die Gänge kamen.

Insofern sind QTY natürlich in bester Gesellschaft. Zuhause in New York sind Gitarristin Alex Niemitz und Sänger Dan Lardner lange nicht in die Gänge gekommen. Mehrere Jahre waren sie Mitglieder eines Quartetts namens Grand Rapids, das ein paar EPs machte und mehrere gefragte Bands als Vorband begleiten durfte. Weil die Grand Rapids aber irgendwie nie den nächsten Schritt schafften, trennten sie sich und Dan und Alex fingen als Duo neu an. Ihre Demos landeten in England, dort jubelte man auf. Sofort konnten die zwei einen Vertrag beim Label Dirty Hit (der Heimat u.a. von Wolf Alice und The 1975) unterschreiben, man flog sie nach London und hier durften die New Yorker ihr erstes Album mit Ex-Suede-Gitarrist und Libertines-Producer Bernard Butler aufnehmen. Review: QTY weiterlesen

Review: The Kills

TheKillsAshIceThe Kills – „Ash & Ice“

Ihr braucht mich natürlich nicht, um euch zu sagen, dass das neue Album der Kills wieder extrem cool ist. Jeder liebt The Kills. Ich kenne keinen Menschen, der was gegen diese Band sagen würde. Die Kills sind sogar so durch die Bank anerkannt, dass es mich ja schon fast wieder juckt, rein aus Prinzip eine Gegenposition einzunehmen, haha. Aber nicht mal das klappt. Da kann ich mir nichts vormachen, Alison Mosshart und Jamie Hince sind ein lässiges Team, das gibt es nicht in Frage zu stellen.

Erstaunlich kann man finden, wie lange das schon so geht. Das erste Album der beiden erschien schließlich 2003 – das ist 13 Jahre her! Jamie war damals schon 33, er ist jetzt ergo 46 – und gilt trotzdem noch als coole Sau! Andere Bands wären von der Coolnesspolizei inzwischen längst mal für „durch“ erklärt worden, The Kills bleiben on top. Dabei es ist ja nicht so, dass die zwei, wie z.B. Radiohead, dadurch anerkannt blieben, weil sie sich stetig neu erfanden. Im Gegenteil, sie haben nie groß was verändert an ihrem Stil.

Aber ihr Stil, diese Kombi aus ruppiger Gitarre, Stimme, Drummachine, Kajal, schwarzer Lederjacke und null Bullshit – dies ist eine Mischung, die so zeitlos gültig ist, die KANN gar nicht aus der Mode kommen. So wie schwarzweiss-Abbildungen von Marlon Brando in „The Wild One“ oder von Jean Seberg in „Außer Atem“ niemals unstylisch werden können. (Siehe auch: The Raveonettes, die genauso lange unterwegs sind.)

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